
Beim Lesen eines Artikels in der neuen Ausgabe von “Cargo” ist mir mal wieder eines der großen Übel der gegenwärtigen Filmlandschaft …

Im Gegensatz zu landläufigen Meinungen habe ich nicht das Geringste gegen angebliche Plagiate einzuwenden. Originalität ist was man daraus macht, und …
Die Kamera starrt geradeaus in die Räume, durch die Türen, die Fenster mit ihren wehenden Vorhängen. Wenn ein …
Die 14. Ausgabe des traditionsreichen Erlanger Horrorfilmfestivals, markiert einen erfreulichen Aufwärtstrend in der Geschichte der familiären kleinen Veranstaltung…

„Wenn man aus dem Kino kommt, kann einen nichts mehr überraschen. Alles kann mit größter Selbstverständlichkeit passieren“

Das Licht strömt in Salomé aus den Menschen und Gegenständen hervor, es ist die obszöne Ausdünstung dieser Neon-Hölle…

Boettichers Qualitäten liegen im Beobachten, im beinahe improvisierten dahingleiten der Momente zwischen den sogenannten Ereignissen. Wenn er der Handlung nicht direkt …
Am Montag sind Sano und ich vom Fish X Festival im StadtHafen Rostock heimgekehrt. Unser Beitrag KraftKammer – No23 lief im ausgesprochen gut besetzen Wettbewerb Junger Film, der mit zahlreichen …
Ein Film, der wabert, der sich hebt und senkt wie ein atmender Körper. Ein organischer Film, in dem der psychologische Widerspruch einer Narration keinen Platz findet. Eine halbe Stunde vergeht, ohne dass etwas erzählt wird.
Eine weitere vergeht genauso. Eine Britin auf der Suche nach ihrem verschwundenen italienischen Liebhaber: Horst Frank. Das ausgestorbene italienische Küstenstädtchen. Ein einstürzendes Kloster. Eine Begegnung mit einem unheimlichen Fremden: Adolfo Celi, Ex-James Bond-Gegenspieler und ewiger Zwielichtiger des Giallo.
“Wer sich Ärger einhandeln möchte, sollte über Leni Riefenstahl schreiben”
Die Vorliegende im Herbst 2009 veröffentlichte Ausgabe in der Reihe rowohlts monographien, ist die Neueste (inzwischen wahrscheinlich aber auch nicht mehr) Auseinandersetzung mit der vielgescholteten Vorzeigefilmemacherin des dritten Reichs, über deren Leben und Wirken weltweit inzwischen mehr als 100 Bücher erschienen sind. Ein Tropfen auf den heißen Stein also, bei einer Persönlichkeit, an der sich zeitlebens die Geister geschieden und die Gemüter erhitzt haben. Gefangen zwischen der offensichtlichen Funktion als visuelle Erfüllungsgehilfin eines dikatorischen Staates, und dem selbst formulierten künstlerischen Anspruch einer unabhängigen Visionärin, ist Leni Riefenstahl als Spiegelobjekt gesellschaftlicher Vorstellungen vom Zusammenspiel zwischen Kunst und Leben auch weiterhin aktuell. Und vor allem so lässt sich dieser biographische Abriss von Mario Leis auch lesen.
Ein unbedingt lesenswertes, wieder einmal faszinierend-stimulierendes und vor allem vorbildlich ausladendes Interview mit unser aller Liebling Dominik Graf, natürlich auf englisch. Natürlich und Glücklicherweise. Vielleicht wird man ihn, irgendwann, eines Tages, auch außerhalb Deutschlands einmal entdecken. Die vereinzelten internationalen Festival-Auftritte seiner letzten Kinofilme (also mehr oder weniger nur DER FELSEN und DER ROTE KAKADU) haben dafür freilich nicht ausgereicht.
Allerdings ist es eigentlich ohnehin utopisch, auf eine Revision des internationalen Bilds vom vor allem aktuelleren deutschen Kino zu hoffen (Bei allem, was älter als 20 Jahre ist, braucht man sich diese Hoffnung ohnehin nicht mehr zu machen). Im Ausland kennt und liebt man zumeist den DOWNFALL und die LIVES OF OTHERS und hält sie für exzentrische Kunstfilme. Kann man auf so eine Revision noch hoffen, wenn die weitläufige Meinung darüber im eigenen Land schon von der Annahme grundsätzlicher Biederkeit, Trocken-, Blödsinnig- oder sozialer Selbstmitleidsseeligkeit geprägt ist? Vermutlich werden die meisten Leser der “Senses of Cinema” mangels Berühungspunkt (wahrscheinlich kann nicht einmal die entfernte Ahnung eines irgendwo einmal aufgeschnappten Filmtitels bei Graf als solcher dienen) über dieses Interview hinweglesen, außer den ganz harten Cinemenschen. Und die können bei Interesse erst einmal auf der Untertitel-Barriere herumkauen. Auf selbige verweist auch Marco Abel, der dieses Interview führte und übersetzte – und hofft, dass sich daran in der Zukunft etwas ändern wird. Da hoffe ich doch gleich mal mit.

“Das Appartement” ist inzwischen der achte Film, den ich von Billy Wilder gesehen habe. Und ich muss sagen, vielleicht bin ich doch kein besonders großer Anhänger dieses Hollywoodtitanen, der wie so viele in den 30er Jahren aus Deutschland auszog, und die Welt das Lachen lehrte. Es ist tatsächlich so, dass mir Wilder am Besten gefällt, wenn es nichts zu Lachen gibt. Five Graves to Cairo (1943) und auch Sunset Blvd. (1950) finde ich großartig. Das Pathos, die Verzweiflung, das Lächerliche aber auch bedrohliche an Rommel und an Norma Desmond. Erich von Stroheim und Gloria Swanson, zwei Giganten des Stummfilms, die sich auch im Tonfilm pudelwohl fühlen, und alles an die Wand spielen, was ihnen begegnet. Überlebensgroß. Das Gewöhnliche, Alltägliche, die normalen, durchschnittlichen Leute die Wilder in seinen Komödien gerne in den Mittelpunkt stellt, gehen an mir vorbei. Jack Lemmon in “Manche mögens heiß” (1959) oder Tom Ewell in The Seven Year Itch (1955). Komödiantisches Talent mögen sie besitzen, auch Marilyn Monroe ebenso wie Shirley MacLaine, und Jack Lemmon ist in manchen Szenen schon besonders gut. Aber auch bei ihm, ziehe ich die reine Verzweiflung dem humoristischen Kabinettstück vor. Wenn ich sehe, auf Welche Art seine Manierismen z.B. in Glengarry Glen Ross (1992) – sowieso einem der besten Schauspielerfilme ever – instrumentalisiert werden, gehe ich wahrlich in die Knie. Vielleicht liegt mein relatives Desinteresse an den “cleveren” Filmen Wilders auch an meinem relativen Desinteresse an Komödien und Satiren aller Art, vor allem der aufgeweckten Sorte. Humor ist wirklich etwas schwer bestimmbares.
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Schon bei der vorletzten Berlinale hatten wir eigentlich geplant, abschließend eine Wertungs-Übersicht aller von ET-Autoren gesehenen Filme zu erstellen, was damals und auch sonst seither (wie so vieles) dann aber doch bei jeder Gelegenheit aufs Neue im Sande verlief. Beim diesjährigen Münchner Filmfest, bei dem wir zu dritt wohl letztlich rund ein Drittel des über 200 Filme umfassenden Programms abgedeckt haben, klappt es nun aber doch endlich mal. Genauere Anmerkungen zu einzelnen Filmen folgen demnächst vielleicht noch in gesonderten Beiträgen, hier soll es zunächst nur um ein nicht weiter erläutertes Fazit in Form von Wertungen und Listen gehen.
Anmerkung: das 10er Wertungssystem wird von allen drei Bewertern in der Verteilung recht unterschiedlich ausgelegt (die 6 drückt beim Einen womöglich eine ähnliche Wertschätzung wie die 7 eines Anderen aus etc.) und ist insofern natürlich nur bedingt vergleichbar, sondern jeweils vor allem im Kontext der jeweiligen Auslegung zu sehen. Und wie sich von selbst verstehen sollte, ist das alles natürlich auch nicht in Stein gemeißelt.
Abkürzungen:
() = unter Vorbehalt (wegen ungünstigen Sichtungsumständen bzw. starker Müdigkeit)
* = bereits gesehen gehabt (und beim Filmfest nicht nochmal gesehen)
wg = wiederholt gesehen
| Filmtitel (gemäß Filmfest-Ankündigung) | Alexander P. | Andreas | Christoph |
| 36 VUES DU PIC SAINT LOUP (Jacques Rivette) |
7 | 8* | 8 |
| ACCIDENT (Cheang Pou-Soi) |
- | 7.5* | 9 |
| AMER (Hélène Cattet, Bruno Forzani) |
6.5 | 8 | 9 |
| DIE AUTOBIOGRAFIE DES NICOLAE CEAUSESCU (Andrei Ujica) |
9 | 8.5 | 9.5 |
| BELAIR (Bruno Safadi, Noa Bressane) |
- | 7 | - |
| BERGBLUT (Philipp J. Pamer) |
- | - | 1 |
| CAFÉ NOIR (Jung Sung-Il) |
- | (5) | - |
| CARLOS (Olivier Assayas) |
9.5 | - | 10 |
| COPIE CONFORME (Abbas Kiarostami) |
4 | 3 | - |
| THE DARK HOUSE (Wojtek Smarzowski) |
- | 3 | - |
| DES HOMMES ET DES DIEUX (Xavier Beauvois) |
6.5 | 8 | - |
| DEUX DE LA VAGUE (Emmanuel Laurent) |
7 | - | - |
| DEV. D (Anurag Kashyap) |
- | 6 | 8.5 |
| THE DOUBLE HOUR (Giuseppe Capotondi) |
- | - | 7 |
| DRAQUILA – ITALY TREMBLES (Sabina Guzzanti) |
- | - | 6.5 |
| UN DÍA MENOS (Dariela Ludlow) |
- | 7 | - |
| EIGHTEEN (Jang Kun-jae) |
- | 7 | 7.5 |
| THE FOUR TIMES (MIchelangelo Frammartino) |
6 | 7.5 | - |
| GREETINGS FROM THE WOODS (Mikel Cee Karlsson) |
- | 3.5 | - |
| HOTEL ATLÂNTICO (Suzana Amaral) |
- | 4.5 | - |
| I TRAVEL BECAUSE I HAVE TO, I COME BACK BECAUSE I LOVE YOU (Marcelo Gomes, Karim Aïnouz) |
- | 7 | - |
| I WISH I KNEW (Jia Zhang-Ke) |
- | 6.5 | - |
| ILLÉGAL (Olivier Masset-Depasse) |
- | 3 | (3) |
| IN THE WOODS (Angelos Frantzis) |
6 | 9 | 10 |
| JE SUIS HEUREUX QUE MA MÈRE SOIT VIVANTE (Claude & Nathan Miller) |
9 | 6 | 9.5 |
| LOS JÓVENES MUERTOS (Leandro Listorti) |
7 | 8.5 | 9 |
| KHARGOSH (Paresh Kamdar) |
5.5 | 3.5 | - |
| DER LETZTE ANGESTELLTE (Alexander Adolph) |
6.5 | - | 7 |
| DAS LETZTE SCHWEIGEN (Baran Bo Odar) |
5.5 | - | 6.5 |
| LIFE DURING WARTIME (Todd Solondz) |
- | 4.5 | - |
| LIKE YOU KNOW IT ALL (Hong Sang-soo) |
- | 8* | 7.5 |
| LITTLE BABY JESUS OF FLANDR (Gust Van den Berghe) |
- | 5 | - |
| LOLA (Brillante Mendoza) |
- | 7* | - |
| LSD: LOVE, SEX AUR DHOKHA (Dibakar Banejee) |
5.5 | - | 5 |
| MR. NICE (Bernard Rose) |
- | 6 | 8 |
| MUNDANE HISTORY (Anocha Suwichakornpong) |
- | 7 | 6.5 |
| MY SON, MY SON, WHAT HAVE YE DONE? (Werner Herzog) |
6.5 | 6 | 8.5 |
| PAJU (Park Chan-ok) |
- | 7.5 | 8.5 |
| PERSÉCUTION (Patrice Chéreau) |
6.5 | 5 | - |
| THE PORTUGUESE NUN (Eugène Green) |
4 | 9.5 | 4 |
| POSSESSED (Yong-Joo Lee) |
- | - | 6 |
| DIE PRINZESSIN VON MONTPENSIER (Bertrand Tavernier) |
9.5 | - | - |
| REDLAND (Asiel Norton) |
6 | 6 | 8.5 |
| LE REFUGE (Francois Ozon) |
6.5 | - | - |
| THE ROAD (John Hillcoat) |
- | 7 | - |
| SHIT YEAR (Cam Archer) |
7 | - | - |
| THE STRANGER’S LAND (Xavier Marrades) |
- | 7 | - |
| TE CREÍS LA MÁS LINDA… (PERO ERÍS LA MÁS PUTA) (José Manuel Sandoval) |
- | 8 | - |
| TETRO (Francis Ford Coppola) |
7.5 | 7 | 9 |
| TODOS VÓS SODES CAPITÁNS (Oliver Laxe) |
- | 8 | - |
| TRANSIT (Philipp Leinemann) |
- | - | 6 |
| UNCLE BOONMEE WHO CAN RECALL HIS PAST LIVES (Apichatpong Wheerasethakul) |
4.5 | 9 | 3.5 |
| UNTER DIR DIE STADT (Christoph Hochhäusler) |
3 | 7 | 9 |
| VALHALLA RISING (Nicolas Winding Refn) |
6.5 | 6 | 9.5 |
| DER WANDERER (Avishai Sivan) |
- | 7 | - |
| WHITE MATERIAL (Claire Denis) |
7.5 | 7.5 | - |
| A WHITE NIGHT (Masahiro Kobayashi) |
- | 2 | 4.5 |
| WOMAN ON FIRE LOOKS FOR WATER (Ming Jin Woo) |
- | 8 | - |
| ZAPPING-ALIEN@MOZART-BALLS (Vitus Zeplichal) |
- | - | 2 |
| *** | |||
| Ältere Filme, erstmals gesehen: | |||
| DER BALL (Ulrich Seidl) |
7.5 | - | - |
| BRÜDER LASST UNS LUSTIG SEIN (Ulrich Seidl) |
7.5 | - | - |
| DER BUSENFREUND (Ulrich Seidl) |
- | 6 | 7 |
| COPACABANA MON AMOUR (Rogério Sganzerla) |
- | 9.5 | 10 |
| EINSVIERZIG (Ulrich Seidl) |
7 | - | - |
| GOOD NEWS: VON KOLPORTEUREN, TOTEN HUNDEN UND ANDEREN WIENERN (Ulrich Seidl) |
5 | - | - |
| ICH WILL DOCH NUR, DASS IHR MICH LIEBT (Rainer Werner Fassbinder) |
8.5 | - | - |
| DIE LETZTEN MÄNNER (Ulrich Seidl) |
- | - | 8.5 |
| LOOK 84 (Ulrich Seidl) |
7.5 | - | - |
| DER WIND WIRD UNS TRAGEN (Abbas Kiarostami) |
- | (5) | - |
| ZUR LAGE: ÖSTERREICH IN SECHS KAPITELN (Ulrich Seidl, Michael Glawogger, Barbara Albert, Michael Sturminger) |
8 | - | - |
| *** | |||
| Unsere inoffiziellen Eröffnungs- und Abschlussfilme in Münchner Kinos abseits des Festivals: | |||
| THE HILLS HAVE EYES (Wes Craven) |
8 | wg (8) | 9 |
| JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN (Peter Fleischmann) |
9.5 | 8.5 | 9 |
Und im Folgenden in Listenform…