Die Stadt in 52 Minuten: Il tram (1973)

    Gebären, Tod, gewirktes Einerlei,
    Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei,
    Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

    (Georg Heym – Die Stadt)

Weiterlesen…

Seelenwucherungen am Gewebe – Skepp till Indialand (1947)

    I wish I was stronger; I wish I was thinner
    I wish I didn’t have this nose
    These ears that stick out remind me of my father
    And I don’t want to be reminded at all
    The final disappointment

    (Lou Reed – Harry’s Circumcision)

Weiterlesen…

In den Randbezirken der Lohnarbeit – The Bowler and the Bunnet (1967)

    New system, patent coupling, no welding, two boats and a sealing ring. Annual saving: 4.000 pounds.
    Well, that should appeal to the Scot in everyone.

    (Sean Connery snarking up a presentation)

Weiterlesen…

Von der schlummernden Mauer – Freddy und die Melodie der Nacht (1960)

    So geh ich allein und frage mich:
    Gibt’s ein Herz, das mich vermisst?
    Und wo ist der Mensch, der zu mir hält
    der genau wie ich, einsam ist?

    (Freddy Quinn – Melodie der Nacht)

Weiterlesen…

Belohnte Tugend


In Venedig traf ich einmal im Kinema einen Engländer. Er sass neben mir, und aus der Art, wie er sich hatte, merkte ich, dass auch er ein Afficionado war, so gut wie ich. So sprach ich ihn an, und wir plauderten zusammen. Dann kam ein Rollfilm, der den schönen Namen führte: “Belohnte Tugend“, da winkte er mir zu schweigen. Und er sah dieses Stück nicht -, er trank es mit seiner ganzen Seele. Es war eine etwas larmoyante Sache, die im Bois spielte; eine junge, sehr hübsche Schauspielerin vom Odéon spielte darin. Und dann sagte mir der Engländer, dass er in diese Frau verliebt wäre. Er reise nun schon seit fünf Wochen diesem Rollfilm nach, den er zuerst in Turin gesehen habe, er verfolge ihn durch alle italienischen Städte. Am Ende einer jeden Woche erkundige er sich bei dem Kinemabesitzer, wohin der betreffende Film nun gesandt würde – und dahin reiste er. Ich fragte ihn, warum er dann nicht lieber versuche, das Original kennen zu lernen, er brauche ja nur nach Paris zu reisen und sich nach der Adresse der jungen Dame zu erkundigen, so könne er in spätestens drei Tagen seiner Angebeteten zu Füssen liegen. Doch er schüttelte den Kopf – nein, nein, er liebe das Bild und nicht die Frau. – Vor einigen Wochen jedoch schrieb er mir von seinem Landhause in Devonshire einen überaus glücklichen Brief: er hatte sich einen Kinematograph gekauft und einen einzigen Rollfilm dazu: “Belohnte Tugend“. Nun kann er, wenn er nur will, mit seiner Geliebten allein sein, mit ihr träumen im Dunkeln.

Auszug aus: Hanns Heinz Ewers: Vom Kinema.
zuerst erschienen in: Der Kinematograph (Düsseldorf), Nr. 159, 12.01.1910

The First Time (1978) or: How to separate sex from sex with Anthony Spinelli

Have you ever pondered about the question of how a film centered around authentic, thus outwardly far more equable renditions of intercourse can manage to tell encounter from encounter, to dinstinguish the metaphysical weight being thrown around so freely? Anthony Spinelli’s “The First Time”, the prolific director’s final offering in a longstanding streak of outré, highly avantgarde films preceding his second coming as careful constructor of more narratively inclined fare, seems to have been constructed entirely around this very idea and adds the further challenge of answering without ever sacrificing its carelessly understated tone. Weiterlesen…

…und als Dach ein Himmel voller Zauber – Das perfekte Geheimnis (2019)

    Seht ihr den Mond dort stehen?

    Er ist nur halb zu sehen,

    Und ist doch rund und schön.

    So sind wohl manche Sachen,

    Die wir getrost belachen,

    Weil unsre Augen sie nicht sehn.

    (Matthias Claudius – Der Mond ist aufgegangen)

Weiterlesen…

Hyperbolische Zeiten – Polizeiruf 110: Die Lüge, die wir Zukunft nennen (2019)

    Life is very precious – even right now.

    (Günther Kaufmann in Götter der Pest [Rainer Werner Fassbinder, 1970])

Weiterlesen…

Menschen, die auf Rechtecke starren – Tatort: Tschill Out (2020)

    Was liegt am Strand und redet undeutlich?
    Eine Nuschel.

    (Lieblingsscherz meines Oberstufenmathematiklehrers)

Weiterlesen…

Schienen nach Irgendwo – Kris (1946)

    Melancholie ist das falsche Wort
    Für all das, was man nicht sagen will und kann
    Man will nicht zurück
    Und doch sehnt man sich dorthin
    Wohin man nicht mehr gehen kann

    (Mutter – Böckhstr. 26)

Weiterlesen…