Zeitnah gesehen: Luz (2018)

Es liegt in der Natur der Sache, dass es einigermaßen schwer fällt, über die narrative Ebene eines Filmes zu schreiben, dessen Figuren sich allem Anschein nach erfolglos mit Versuchen der Rekonstruktion eines für sie schlüsselhaften Ereignisses beschäftigen. Lassen wir dies also und richten an dessen Statt den Blick auf das, was sich an Tilman Singers Langfilmdebüt “Luz” ganz und gar nicht geheimniskrämerisch, sondern vielmehr auf größtmöglichste Weise präzis und ausgereift gibt – die fabelhafte Inszenierung, die snobistischere Gemüter mit ziemlicher Sicherheit nicht aus dem Umfeld von Abschlussarbeiten deutscher Filmhochschüler erwarten dürften.

Luz beginnt mit zwei Menschen, der eine Empfangsherr einer Polizeiwache, die andere titelgebende Hauptfigur und Taxifahrerin Luz, die sich von den entgegengesetzten Randpolen der Scopekompositionen zu belauern scheinen. Sie schlurft wie in Trance mit herabbaumelden Gliedern umher, wird nicht beachtet, scheint sich in der weiten Leere der Kadrage zu verlieren und überschreitet doch nie auch nur versehentlich die Demarkationslinie zwischen den gegenüberliegenden Revieren. Weiterlesen…

Zeitnah gesehen: Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon (2018)

Eine doppelte Täuschung direkt zu Beginn, dem Zuschauer und Elmar Weppers alterndem Gärtner gleichermaßen vor die Glubscher gehalten – ein Prachtgolfplatz in Vegas. Mit dem ihn abbildenden IPad aus der Kadrage geschoben, kommt doch nur ein oller bayerischer Rasen darunter hervor. Wichtiger als der schmückende Tinnef von Übersee erscheint etwas ungleich Existentielleres, gleichsam weniger Augenscheinliches. Das Grün der Halme, leicht verblasst, von geringer Leuchtkraft. Später, Wepper hat sich da längst selbst via Kleinflugzeug aus Geldnöten, ätzender Kundschaft und seiner Unfähigkeit, eine wirkliche Bindung zu Frau und Kind aufzubauen, enthoben, schält sich nicht selten ein beinahe kränkliches Gelb aus diesem Grün hervor. Wiesen als Stimmungs-, als Sehnsuchtsbarometer, mannigfaltig eingefangen, vom Himmel, von der Erde aus, digital plattgemacht in unisono, sich wiegend in der mehr oder weniger texanischen Weite der Totalen. Wildwest in Bavaria – doch kein Held weit und breit. Weiterlesen…

Fragen an das leere Zimmer

Do you believe Steven Spielberg is an ideal guide and influence for our culture? Do Steven Spielberg’s films question our culture? What do Steven Spielberg’s films question?

Der Schauspieler Crispin Glover veröffentlichte 2003 ein kontroverses Essay unter dem Titel „What Is It?“. Darin ging es unter anderem um die Wirkungsmacht, die das Werk von Steven Spielberg auf die Gesellschaft hat.
Der Kinostart von Ready Player One ist ein guter Anlass, Glovers Text noch einmal zu lesen und ihn vielleicht sogar fortzuschreiben.

Does our culture congratulate itself for taking interest in the lack of original ideas personified by the name of Steven Spielberg? Do his films take chances or take risks in order to amplify, change or challenge the cultural thought process? Does Steven Spielberg take risks, or does he simulate the idea of taking risks? What risk was involved in making Saving Private Ryan or Schindler’s List (…)?
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Listen 2017

Bislang wurden die traditionellen ET-Jahreslisten stets in den ersten Januartagen noch vor dem Hofbauer-Kongress veröffentlicht, doch diesmal kam es durch eine groteske Verkettung widriger Umstände zu erheblichen Verzögerungen, weshalb wir leider erst Ende April unseren Jahresrückblick auf 2017 beisteuern können. Dafür freuen wir uns, dass Christoph nach letztjähriger Pause diesmal wieder teilnimmt, und mit Felix vom Kölner Filmclub 813 außerdem ein Neuzugang das Teilnehmerfeld erweitert. In der Einleitung zu den Listen 2016 sind zudem alle früheren Jahrgänge verlinkt. Weiterlesen…

Berlin im Ausnahmezustand

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goEast 2017 Teil 2 – Ein ferner Traum vom Kino

©goEast

Es geschah während der Aufführung des Omnibusfilms Rossiya kak son / Russia as a Phantasma. Hinter mir klingelte ein Handy. Das hört man schon mal öfter im Kino. Nicht so oft hingegen hört man daraufhin: “Да? (Pause) В Kино! (Pause) В Висба́дене!”
Die weißhaarige alte Frau hinter mir begann einfach zu telefonieren. Sie sprach Russisch und erzählte der Person am anderen Ende der Leitung wo sie sich gerade befand und von dem Film, den sie sich gerade ansah. Zur gleichen Zeit erzählte eine ähnlich alte Frau in einer der vielen Episoden des Films von einem familiären Todesfall. Hinter ihr befand sich eine Pinnwand. Eine der Anzeigen darauf las sich folgendermaßen: “Wir kaufen Haare an!”
Das war mehr, als ich in diesem Moment verarbeiten konnte. Aber so ist das manchmal im Kino.
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Neue Weltordnung – ein Dialog mit Lutz Dammbeck…

Lutz Dammbeck
© Lutz Dammbeck Filmproduktion

…über seinen Film Overgames als nicht abgeschlossene Ermittlung und die Tücken der Fernsehkoproduktion.
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Listen 2016

listen2016

Auch für 2016 gibt es wieder gesammelte Listen und Gedanken zum Jahr – wie bereits 2010, 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015. Während die Teilnehmerzahl aus dem Gründungsteam schwindet, freuen wir uns sehr, dass nicht nur Gary Vanisian und Jochen Werner wieder dabei sind, sondern auch Florian und erstmals Dennis Vetter.
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Filmemachen ohne Regeln – Dog Eat Dog (2016)


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Golan: A Farewell to Mr Cinema (2015)

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Screenshot Youtube Menahem Golan
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