Listen 2013

Wolf Children

Neues Jahr, neue Listen zum vergangenen Jahr. Diesmal sind die Jahres- und Entdeckungslisten 2013 direkt in einem Sammelbeitrag zusammen gefasst, um die üblichen zeitlichen Verschleppungen zu vermeiden. Wir freuen uns, dass Jochen Werner wie bereits letztes Jahr wieder dabei ist, und von den ET-Stammautoren Alex S. wieder in den Kreis der Listenbeiträger zurückkehrt, ebenso wie Sano, der zeitnah noch eine Liste nachliefern will. Es gibt aber auch einigen Schwund zu verzeichnen: Steffen Hildebrandt hat sein Medienpraktikum bei uns beendet, Hermann Nübetzki hält stur an seiner Abkehr vom Kino fest, und sogar Frauke lässt sich wegen angeblicher Prüfungsvorbereitungen diesmal entschuldigen. Ein bisschen was ist trotzdem wieder zusammen gekommen… Weiterlesen…

Catch-33 des Jahrgangs 2013

Blind Detective

Im Prinzip das gleiche Spiel wie letztes Jahr, sprich: In Anlehnung an Movies & Sports eine nicht nach Präferenz, sondern nur alphabetisch sortierte Vorab-Liste meinerseits, bevor zum Jahreswechsel dann traditionell die gesammelten ET-Jahreslisten zumeist als Top Ten mit Ranking kommen. Weiterlesen…

Ein paar Gedanken zu Zack Snyders neuer Superman-Verfilmung

Was habe ich mich auf den Film gefreut. Ein Actionfeuerwerk, ein rauschhaftes Schnittgewitter ohne Sinn und Verstand, einen digitalen Bilderbogen hatte ich mir vor der Sichtung versprochen. Und die zahlreichen negativen Stimmen aus meinem Bekanntenkreis schienen meine Vermutungen in dieser Hinsicht zu bestätigen. Doch dann kam alles etwas anders.

Man of Steel ist meine erste Begegnung mit Zack Snyders filmischem Universum. Damals als Dawn of the Dead und 300 erschienen sind, hat Snyder mich nicht interessiert, und sein Ruf in cinephilen Zirkeln war auch ziemlich schlecht. Ein Emporkömmling, einer dieser jungen Michael Bay-Epigonen, entsprungen der MTV Generation mit ADHS und keinem aktiven Interesse an Filmgeschichte. So in etwa hatte ich das zunächst, eher negativ konnotiert, abgespeichert. Nachdem einige meiner Freunde und Bekannten dann aber erstaunlicherweise auch ein paar positive Worte für seine Watchmen-Verfilmung übrig hatten, legte sich der einhellig negative Ton ein wenig, und der Mantel des Fanboy-Regisseurs schien von Snyder langsam abzufallen. Die Ausschnitte, die ich aus seinen Filmen danach ab und an zu sehen bekam, weckten jedenfalls meine Lust auf das visuelle Spektakel welches sie zumindest in Aussicht zu stellen schienen. Das waren natürlich alles Beobachtungen aus der Ferne, wie das so ist, wenn man über viele Filme liest und hört, weil man sie unmöglich alle sehen kann, und sich die Gedanken und Eindrücke verselbstständigen. Weiterlesen…

SGE-Heft Nr. 22 und Festival-Hinweise für Mai/Juni 2013




Mit der vor wenigen Tagen erschienenen und hier beziehbaren Ausgabe Nr. 22, dem sogenannten “zweiundzwanzigsten Wurf”, erzielt das essentielle und glamouröse Filmkultur-Magazin SigiGötz-Entertainment auf einen Streich folgende von SGE vermeldete Treffer: “Christoph Huber schreibt über zwei vergessene TV-Adaptionen von Helmut Käutner (worin sein Heimatort, das „austriakische Nowheresville“ Attnang-Puchheim zur Sprache kommt); Ulrich Mannes unterhält sich mit Peter Goedel über dessen neueste Projekte und über den verstorbenen Schnitttmeister Peter Przygodda; Stefan Ertl pickt sich die 17 besten Folgen der Krimiserie DER ALTE (mit Siegfried Lowitz) heraus; Sepp Knarrengeier deutet den „Vollmond der Verachtung“ in der „Filmkritik“. Und sonst? Ein Berlinale-Glamour-Check von Viktor Rotthaler, ein Glamour-Spezial über Hansrudi Wäscher sowie ein paar brisante Medien-Tips.” Besondere Freude beim Stöbern bereiten außerdem natürlich die traditionellen Jahres- und Entdeckungslisten für den Jahrgang 2012, bei denen erstmals auch das Hofbauer-Kommando vertreten ist. Die SGE-Top-Ten 2012 liefert dabei gewissermaßen einen exklusiven Spoiler auf die HK-Jahresliste, deren Online-Erscheinung bis zum heutigen Tage auf sich warten lässt. Die für eine ET-Veröffentlichung im Januar konzipierte Liste feiert ihre Erstveröffentlichung (wenn auch mit zwei Filmen weniger und ohne die traditionellen ausführlichen Kommentare) nun also in einem Print-Magazin im Mai, damit haben wir uns selbst übertroffen…

Einige Festivalhinweise aus dem Off-Kino-Bereich außerdem an dieser Stelle: Bereits in wenigen Stunden beginnt das diesmal nicht in Bochum, sondern im Filmhauskino Köln stattfindende 15. Besonders wertlos-Festival des deutschen psychotronischen Films mit hochgradig HK-relevanten Filmen wie TEUFELSCAMP DER VERLORENEN FRAUEN, RANDALE, DAS GESICHT IM DUNKELN, BLUTIGER FREITAG, WORÜBER MAN NICHT SPRICHT oder dem wunderbar verkommenen DIE JUNGEN AUSREISSERINNEN. Sowie Rolf Thieles VENUSBERG, der es vielleicht sogar schon bald zu einem HK-Kongress schaffen wird.
In München wiederum wird Peter Kubelka am Donnerstag, 16.5.2013, um 19 Uhr im Filmmuseum bei der “Halbzeit” des Underdox-Festivals für Experimental- und Dokumentarfilme eine Lecture halten, den größten Teils seines filmischen Werks zeigen (eine sehr seltene Gelegenheit, denn die Filme sollen auf seinen Wunsch nur vom ursprünglichen Medienträger gezeigt werden und existieren deshalb jenseits des Kinosaals nur in äußerst dürftigen überspielten Versionen) und dabei in einem mitreißenden Plädoyer veranschaulichen, warum für ihn der photochemische Film ein lebenswichtig-elementarer Bestandteil des Kino ist, der in seiner einzigartigen Funktionsweise durch digitale Medien keinesfalls ersetzt werden kann, aber aus ökonomischen und politischen Gründen akut vom Aussterben bedroht ist.
Besonders freuen wir uns auf drei Veranstaltungen im Nürnberger KommKino – dort sind am kommenden Wochenende (10.-12.5.2013) im Rahmen des Retro-Festivals “B-Film Basterds” (wir berichteten bereits) zahlreiche klassische “Bahnhofskino”-Filme in echten Filmkopien zu sehen und der Geheimnisvolle Filmclub Buio Omega aus Gelsenkirchen zu Gast. Eine Woche später ist von 18.-20.5. eine Wenzel-Storch-Werkschau in Anwesenheit des Regisseurs zu sehen. Und Anfang Juni bringt von 6.-9.6. das niederländische BUT-Filmfest aktuelle Produktionen aus dem “B-Movie, Underground & Trash”-Bereich in die Frankenmetropole (darunter echte Perlen wie den japanischen Coming-of-Age-Zombiefilm SCHOOLGIRL APOCALYPSE), während die deutschen Regisseure Jörg Buttgereit und Marian Dora zu Gast sind, und aus Spanien Produzent Ferran Herranz und der langjährige Franco-Hauptdarsteller Antonio Mayans eingeflogen werden, um in deutscher Premiere die letzten drei Filme des kürzlich verstorbenen HK-Säulenheiligen Jess Franco zu präsentieren (wir äußerten bereits letztes Jahr unsere Vorfreude auf diese Werke). Und Münchner dürfen sich darüber freuen, dass die Spanier am nächsten Tag ins Werkstattkino weiterreisen werden, um dort am Sonntag, 9.6., abends AL PEREIRA VS. THE ALLIGATOR LADIES vorzustellen. Ebenso wie im KommKino wird es auch dort sicherlich eine Hommage mit ausgewählten Franco-Klassikern geben. Und Ende Juni wird voraussichtlich auch Dominik Graf im Werkstattkino sein, wo eine Auswahl seiner Filme sowie eine “Carte Blanche” geplant sind.
Viele tolle Veranstaltungen also in nächster Zeit – eine besonders schöne Reihe einer Kinemathek sollte aber noch erwähnt werden: “The Real Eighties” im Filmmuseum Wien, eine großartige Auswahl von US-Filmen aus den 80ern, komplett auf 35mm (auch bei musealen Veranstaltungen bekanntlich keine Selbstverständlichkeit mehr, aber auf die Wiener ist hier bislang Verlass). Allzu gerne wären wir auch dort, aber man kann nicht alles haben. Wer in der Nähe weilt oder im Mai/Juni in Wien ist, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Ecce homo oder Der nackte, tanzende Mensch –
Hommage an Miklós Jancsó bei goEast 2013

 

Miklós Jancsó, 2009

 

Einer der Höhepunkte für den filmhistorisch interessierten Besucher der diesjährigen Ausgabe des goEast-Festivals, das heute Abend in Wiesbaden feierlich eröffnet wird, ist sicherlich das Symposium, welches sich unter dem Titel BRIGHT BLACK FRAMES – DER NEUE JUGOSLAWISCHE FILM ZWISCHEN SUBVERSION UND KRITIK der sogenannten „Schwarzen Welle“ widmet. Zeitlich eingegrenzt durch die Jahre 1963 und 1973 feiert jenes „Goldene Zeitalter“ des jugoslawischen Films somit dieses Jahr seinen 50. Geburtstag. Doch anstatt, wie es auf der Website des Festivals zu lesen steht, „mit wehmütigem Blick die Pracht des sozialistischen Kinos wieder zu beleben, möchte das Symposium vielmehr die politisch-ästhetischen Besonderheiten dieser sehr heterogenen Filmszene nachzeichnen und das spezifisch ‚Schwarze‘ in der Schwarzen Welle erkunden. […] Das Symposium führt ZeitzeugInnen und WissenschaftlerInnen zusammen, erkundet sowohl die Entstehungsgeschichte als auch persönliche Erinnerungsräume und präsentiert Filmklassiker sowie Neuentdeckungen der jugoslawischen Schwarzen Welle“. Da meine Kenntnisse dieser überaus spannenden Periode des jugoslawischen Kinos leider eher begrenzt sind, möchte ich es hier jedoch bei einem Verweis auf das genaue Programm bewenden lassen und stattdessen mein Augenmerk etwas näher auf einen weiteren Höhepunkt des Festivals richten, sprich: die Hommage, die dieses Jahr dem ungarischen Regisseur Miklós Jancsó gewidmet ist. Weiterlesen…

HK-Spezialpreise der Berlinale 2013

Bereits der 9. außerordentliche Filmkongress des Hofbauer-Kommandos Ende Januar, von dem Silvia jüngst wieder einmal wunderbar anschaulich berichtete und der auch in den Sehtagebüchern von Robert und Christoph seinen kommentierten bzw. protokollierten Niederschlag fand (Lukas hingegen war diesmal leider nicht dabei, widmete in letzter Zeit einigen HK-relevanten Filmen allerdings sehr schöne schriftliche Betrachtungen, darunter die vorletztes Jahr vom Hofbauer-Kommando wiederentdeckte und mittlerweile unentwegt immer größere Kreise ziehende HERBSTROMANZE sowie VERDAMMT ZUR SÜNDE), wurde von Zwischenfällen heimgesucht. Ein vorzeitiger Rauswurf an einem Abend, was immerhin aber zu einem denkwürdigen Barbesuch führte, dann über eine große DVD-Kiste verschütteter Eistee am nächsten Abend und schließlich ein fälscherlicherweise ausgelöster und nicht enden wollender Feueralarm am dritten Abend. Bei der kaum eine Woche später startenden Berlinale setzte sich das nahtlos fort, so dass aus verschiedenen Gründen nur eine stark dezimierte Berlinale-Gutachterkommission des Hofbauer-Kommandos vor Ort ihren Dienst verrichten konnte, allerdings auch diesmal wieder ausgewählte Filme mit einer kleinen Prämierung versehen möchte. Weiterlesen…

Upstream Color (2013) – Von Maden und Menschen

Es ist schon seltsam: ich sehe so viele Filme, die mich beeindrucken, begeistern, vor denen ich am liebsten in die Knie gehen würde, alte wie neue, im Kino und zu Hause und meist fällt es mir unglaublich schwer darüber zu schreiben, mir fehlen die Worte oder alles was mir dazu einfällt klingt abgenutzt und unoriginell, voller Klischees oder ist anderswo schon besser gesagt worden. Oder ich finde den Film wirklich groß, aber kurz nach der Sichtung denke ich schon gar nicht mehr daran, denn der Film hat alles schon sagt, ich habe alles schon während des Films gefühlt und gedacht. Und dann kommt ab und an ein Film, der nicht mal „besser“ sein muss als andere Filme, aber zu dem mir sofort Worte kommen, wie ein nicht enden wollender Strom, ein Film, der meine Denkmaschinerie in Gang setzt, die dann auch erstmal nicht mehr zur Ruhe kommt, fast wie bei Wagners „ewigen Melodien“ oder so und diese Denkmaschinerie bewegt sich zudem auch dauernd vom Film weg, dann aber wieder auf ihn zu und umkreist ihn derart. Ein Film der so etwas bei mir in Gang gesetzt hat war UPSTREAM COLOR oder vielleicht habe ich ihn einfach gerade in einem der wenigen Zeitfenster gesehen, in denen mein Hirn bereit ist für diese Art von Denkkaskaden und was ich hier schreibe ist jedenfalls keine Kritik dieses Films sondern allenfalls ein Erfahrungsbericht. Es geht in diesem Text also mehr um mich oder eher das was in mir vorging während ich UPSTREAM COLOR sah und nachdem ich aus dem Kino kam, was mir durch den Kopf ging, während ich nach Hause fuhr und auch im Bett vorm Einschlafen lange nicht abreißen wollte, der gute alte Bewusstseinsstrom eben, passend zum Titel: stromaufwärts Farbe! – stromabwärts Gedanke, fließfloss fuhrbay an Ev’ und Adams… Weiterlesen…

100 Deutsche Lieblingsfilme #45: Der Mond (2010)

“One of these days I’m going to cut you into little pieces“

Ein selbstgebasteltes Schild erscheint. Titeleinblendung, liebevoll, ungelenk. Wir befinden uns im Universum von Super 8, dem Filmformat für Filmliebhaber, günstig und magisch zugleich. Es ist ein Farbfilm, den Klaus Schneider uns vorführt, ich sitze neben Andreas im dunklen Raum, und ich fühle mich fast wie ein Kind, das wieder das Kino für sich entdeckt. Zeit und Raum verschwimmen, in diesem Film ganz besonders, für mich der Höhepunkt aus Klaus’ Kurzfilmprogramm, das selbst wie eine Aneinanderreihung von Höhepunkten erscheint. Weiterlesen…

Zitat der Woche

Aus Frédéric Jaegers bei critic.de erschienenem und auch über das Zitat hinaus sehr lesenswertem Jahresrückblick 2012:

9. November: Zunächst hört sich das nach einer Randnotiz aus dem parlamentarischen Betrieb an: Der Bundestag beschließt, den Kulturetat für 2013 um 100 Millionen Euro zu erhöhen (gesamt 1,28 Milliarden). Die Auflistung, wofür das Geld eingesetzt werden soll, liest sich noch dazu recht unspektakulär: Hier etwas für die Denkmalpflege und Infrastruktur, dort etwas für Sanierungsarbeiten, aber auch das Kino soll nicht leer ausgehen: Immerhin 10 Millionen Euro werden für den Film reserviert und fließen in die Erhöhung des Budgets des Deutschen Filmförderfonds (DFFF). Sind das nicht gute Nachrichten? Jein: So richtig dagegen sein kann ja niemand (außer Klaus Lemke), wenn mehr Geld in die Filmförderung fließt – aber Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat sich erneut für eine Aufwertung der automatischen, nach wirtschaftlichen Fragen operierenden Subvention entschieden. Und das, natürlich, unter dem Deckmantel der Kulturförderung. Es sagt alles über die Prioritäten von Neumann aus, wenn gleichzeitig für 2013 eine Anpassung der Richtlinien ebendieser Förderung verabschiedet wurde, die innerhalb dieser technokratischen Lösung (jeder, der die Kriterien erfüllt, kriegt Geld) dafür sorgen soll, dass kleinere Filme mit nur geringer marktwirtschaftlicher Rentabilität ausgeschlossen werden. Denn wer künftig noch Geld will, muss einen Verleiher finden, der rechtsverbindlich zusagt (und dies vor Drehbeginn), dass er den Film mit mindestens 20 Kopien ins Kino bringen wird (ungeachtet des fertigen Films und dessen tatsächlicher Chancen im Kino). Für viele kleinere Projekte ist ein solches Versprechen schlicht nicht zu halten. Die wären dann auf eine Kulturförderung angewiesen, könnte man meinen. Dafür aber wurde trotz erhöhtem Kulturetat kein Geld reserviert. Ein Paradoxon? Ja, und ein Skandal.

Aber Moment, es geht ja noch weiter. Der Beauftragte für Kultur und Medien, so der volle Titel von Staatsminister Neumann, behauptet immer wieder, der DFFF sei auch eine kulturelle Förderung. Wer sich noch wundert, was das wohl bedeuten kann in Deutschland, der sei auf den Kriterienkatalog für die kulturellen Merkmale verwiesen. Denn Filme müssen einen „Eigenschaftstest“ durchlaufen, um zu zeigen, wie deutsch und wie kulturell sie sind. In den Richtlinien finden sich dann lauter Aspekte, die dies garantieren sollen: Neben den rein praktisch-nationalistischen Fragen nach Drehorten und der Staatsbürgerschaft von Crew und Cast gibt es eine ganze Reihe an Punkten für den gewünschten Gehalt: Wer auf einer literarischen Vorlage aufsetzt, ist schonmal im Plus, wer Künstler oder Kunstgattungen behandelt, auch, deutsche Motive und deutsche Figuren sind ebenso ein Bonus wie die Behandlung einer „Persönlichkeit der Zeit- und Weltgeschichte (z.B. Gandhi) oder eine[r] fiktionale[n] Figur der Kulturgeschichte (z.B. Herkules, Siegfried, Hänsel und Gretel)“. Historische Ereignisse, Weltanschauungen oder „Themen von aktueller gesellschaftlicher oder kultureller Relevanz (z.B. Kopftuchfrage, Flüchtlingsproblematik etc.)“ wirken sich nochmal positiv auf die Förderungschancen aus. Prost, Deutschland, auf viele weitere Jahrzehnte vorgeschriebener Bedeutungsschwere im Kino.

Gesammelte Jahreslisten 2012



Ähnlich wie die traditionell erst in den Januar hinein langsam erscheinenden Double Features bei Mubi oder der “World Poll 2012” bei Senses of Cinema, lassen wir uns gerne ein wenig Zeit mit unseren Jahreslisten, um sie dafür etwas ausufernder zu gestalten. Nachdem wir diesmal aber doch etwas stärker in zeitlichem Verzug sind, drehen wir die ET-Listen-Tradition um und präsentieren zuerst unsere Jahreslisten mit Favoriten des aktuellen Jahrgangs 2012 (maßgeblich ist dabei wie gehabt weder der viel Spannendes vermissen lassende reguläre deutsche Kinostartplan, noch beschränken wir uns streng auf die reinen weltweiten Premieren; Premieren-Überhänge aus 2011, die erst 2012 weitere Verbreitung fanden, sind nach jeweils eigenem Ermessen also auch inbegriffen), demnächst folgen dann noch 2012 erstmals gesehene Entdeckungen aus der zeitlich unbeschränkten Filmgeschichte.

Der Listenwahnsinn in unseren Jahreslisten 2011 fiel, auch durch ausführliche mitgelieferte Texte, derart extrem aus, dass der Beitrag seinerzeit tatsächlich den WordPress-Editor gesprengt hat und gar nicht mehr auf gewöhnliche Weise, sondern nur mit Umwegen und Tricks überhaupt fertiggestellt werden konnte. Eine Steigerung ist an diesem Punkt also schon technisch nicht mehr möglich, weshalb der diesjährige Beitrag zumindest im Vergleich etwas überschaubarer ausgefallen ist. Auch bedingt dadurch, dass einige bisherige Stammteilnehmer nicht mehr dabei sind. Außerdem wird Christoph seine Liste erst zu einem späteren Zeitpunkt nachliefern, und das Hofbauer-Kommando seinen Rückblick auf das aktuelle Jahr als separaten Artikel verfassen. Dafür freuen wir uns sehr, dass neben dem sich uns unabweisbar aufgedrängt habenden Hollywood-Nachwuchsreporter Steffen Hildebrandt diesmal erstmals auch Robert dabei ist, der seit 2012 fest zur ET-Autorenschaft gehört und zugleich einer der fleißigsten STB-Schreiber ist. Ebenso sehr freuen wir uns, dass außerdem Jochen Werner (u.a. Perlentaucher und critic.de) quasi als Listen-Gastteilnehmer seine Top-50 beiträgt – eine spontane Idee, weil wir es schade gefunden hätten, wenn seine von uns immer sehr geschätzte Liste ansonsten nur einem kleinen Facebook-Zirkel vorbehalten geblieben wäre. So fand sich am Ende also doch wieder eine kleine Teilnehmerschar zusammen. Weiterlesen…