Buio Omega (1979)

Gleichermaßen gefeiert wie verhöhnt ob seiner kruden Kunstblutexzesse ist Joe D’Amatos berüchtigter 131er Luzidtraum eines jeden sich gerade in Sturm wie Drang befindlichen Adoleszenten leider auch ein Film, der nur allzu selten seiner beträchtlichen humoristischen Qualitäten wegen Lob einheimsen kann. Dabei steckt sie doch schon in der Ausgangslage des sich anbahnenden Blutrausches drin, die ganze sardonische Tragik der menschlichen Existenz – denn „Buio Omega“ ist die Geschichte eines jungen Mannes, der sich aller fast schon vorabendtauglich vorangestellten, die ganz großen Gefühle evorzierenden Krankenhausserienleidenschaft zum Trotze die eine Liebe aller Lieben doch allein, beträchtlichem Talent als Tierpräperator sei gedankt, als leere, immerhin allerdings schmucke Hülle erhalten darf. Gleich nach dem Ableben im wörtlichen wie bildlichen Sinne entkernt, um das von D’Amato so geschätzte Innerste kurzerhand bereinigt, hinterlässt Cinzia Monreale ein Jammertal zwischen Wunsch und Wirklichkeit, in dem der Regisseur mit unnachahmlich bierernster Inszenierung an der inherenten, kaum zu verleugnenden Komik seiner Situationen herumoperieren darf. Weiterlesen…

18. außerordentlicher Filmkongress des Hofbauer-Kommandos

Gleich zu Beginn des neuen Jahres, bereits von 2.1. bis 6.1.2019, steigt der 18. außerordentliche Filmkongress des Hofbauer-Kommandos (kurz: Hofbauer-Kongress)!

Alle Informationen inklusive Programmübersicht lassen sich auf der KommKino-Homepage und auf Facebook finden. Auf bald in Nürnberg!

17. Hofbauer-Kongress, Aufriss #1: IMMER WENN ES NACHT WIRD…

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Das Glück kommt am Sonntag (1959)

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15. außerordentlicher Filmkongress des Hofbauer-Kommandos

Ein ganzes Jahr ist vergangen seit dem letzten außerordentlichen Filmkongress des Hofbauer-Kommandos – ein zermürbend langes Jahr voller Aufopferung und Entsagung, voll klammer Hoffnung und scheuer Sehnsucht, in dem die Kongressbesucher immer wieder erwartungsvoll auf uns Kommandanten blickten, in ihren hungrigen Blicken ein unmissverständliches „Wann?!“.
Stolz und beseelt von ungeheuren Gefühlen können wir erfreut verkünden: Jetzt, liebe Kinder – jetzt! Gemeinsam mit unseren durchlauchten Gästen (dazu wirst hoffentlich auch DU gehören!) gedenken wir, mit dem besten erotischen Filmfestival der Welt den frisch gebauten, neuen KommKino-Saal standesgemäß zu beschmutzen. Das heißt: Endlich wieder Kultur! Endlich wieder Zärtlichkeit! Endlich wieder Erotik!

Kommt nach Nürnberg und teilt mit uns die infiniten Freuden der Verstrahlung, des 35mm-Materials, den Fleiß des Begehrens und den Preis der Lust! Wälzt euch im Schmier und lasst ihn in euch einwirken, denn er wird euch guttun! Erlebt ENDLICH wieder mit uns pulsierende Ekstasen der Sinne, zuckende Konvulsionen des Zwerchfells und Filme, die man nirgends sonst sehen kann – das gibt’s, wie stets, nur einmal – das kommt nie wieder!

Drüben bei Hard Sensations hat die wunderbare Silvia Szymanski einen Hinweis gepostet, der für all jene, die sich noch nie in die KommKino geheißene Lustgrotte wagten, Verlinkungen zu all den unverzichtbaren Texten enhält, die sie im Lauf der letzten drei Jahre über die Hofbauer-Kongresse geschrieben hat. Wir raten zu!


HK-Teaser NEU

14. Hofbauer-Kongress, Aufriss #10

Blut, Schweiß und Mädchen
Wenn die Mafia das Bahnhofskino betritt, merkt das Hofbauer-Kommando auf. Zu wonnevoll und eindringlich sind die Erinnerungen an Norbert Meisels DER ZERSTÖRER (MAFIA GIRLS), der sich bei einem der frühen Kongresse auf Anhieb den Weg ins HK-Pantheon geschmiert hat. Glückseligmachende und frei aufatmen lassende, abgrundtief trist-brachiale Verkommenheit und Schäbigkeit, bei der uns nachhaltig wohl um Herz und Hose wurde. Einen ähnlichen Meilenstein erwarten wir freilich nicht, wenn wir uns nun dennoch mit einiger Vorfreude einen anderen Mafia-Sexploitationfilm vornehmen, der kurz vor THE GODFATHER veröffentlicht wurde und dessen Originaltitel THE GODSON die Vermutung nahelegt, dass er bereits mit spekulativem Blick auf Coppolas Film eilig runtergekurbelt wurde, um auf zwielichtigerem Territorium auch ein paar Kneten abzugreifen. Weiterlesen…

14. Hofbauer-Kongress, Aufriss #9

Ich schlafe mit meinem Mörder
„Die Siebziger begannen Ende der Sechziger“. Das stellte Markus Caspers in seinem famosen Buch „70er – einmal Zukunft und zurück“ fest. Und „Dekaden halten nicht immer 10 Jahre und schon gar nicht, was sie versprechen“. Ab 1974 ging es schon wieder bergab. Die regressive Desillusionierungsmaschinerie startete, man flüchtete in Bekanntes und Bewährtes. Folgerichtig, dass schon 1971 die ersten Memoiren Rosemarie Heinikels erschienen, die nicht erst durch ihren Auftritt in Peter Baumgartners …UND NOCH NICHT SECHZEHN zu einem leuchtenden Stern im HK-Kosmos wurde. „Rosy Rosy“ ist eine Gehirnsynapsen sprengende Radikalperformance in
Worten, ein einzigartiges Zeitmonument, das von Seite zu Seite wilder und delirierender, schöner und wahrhaftiger wird. Ein Buch, das lebt.

Von 1969 bis 1971 war in München noch jeder Nerv in fiebriger Erregung. Die Realität lief der Fantasie davon. Und hatte einen großen Vorsprung. Es war ein Schlaraffenland der pikanten Genüsslichkeiten. Ein hedonistisches Karussell der allgegenwärtigen Verlockungen. Frechen Küken und hungrigen Seejungfrauen strömte es heiß durch Mark und Bein, die Luft vibrierte vor Euphorie. Schwabing schien das Zentrum des Universums zu sein. Hübsche Mädchen hießen Hasen. Die Playboys, „Münchner Raben“ genannt, gingen ihnen gerne zur Hand, mehr smart als hart. Noblesse oblige. Schließlich liebte man die Frauen. Und nicht nur eine. München war die Stadt mit offener Bluse und ohne BH. „Was nutzt die schönste Frau, wenn es die eigene ist?” fragte seinerzeit Klatschkönig Michael Graeter, und das nicht zu selten, denn er wusste alles über eine Gesellschaft, „die sich die Hand im fremden Schritt gibt.“ Weiterlesen…

14. Hofbauer-Kongress, Aufriss #7

Ei ei, was sticht mich denn da?

Anknüpfend an den kleinen skandinavischen Schwerpunkt beim Frankfurter HK-Sondergipfel, verschlägt es uns auch im Januar noch einmal für eine Spielfilmlänge nach Dänemark. Zu einem einstigen Skandalfilm, der bei seinem Erscheinen 1966 für einigen Wirbel sorgte und indirekt als einer der Wegbereiter für die Liberalisierung der Filmzensur in Dänemark gilt, wo bereits 1969 das Verbot von Pornografie aufgehoben wurde – was das Land für einige Jahre zu einer der führenden Exportnationen auf diesem Gebiet machte, bevor nach und nach andere europäische Länder nachzogen. In Deutschland musste man sich noch bis 1975 gedulden und zunächst auf dem florierenden Schwarzmark mit heimlich importierten Materialien der nordischen Nachbarn vorlieb nehmen. Weiterlesen…

14. Hofbauer-Kongress, Aufriss #2

Des Mannes Niedertracht war im HK-Kosmos schon immer besonders bestürzend, wenn er sich an der Seite einer scheidungs- und/oder vereinigungsunwilligen Gemahlin auf dem kalten Lattenrost des Ehebettes wiederfand, bestrebt, sich um jeden Preis aus dem ehelichen Verzicht heraus- und in erbschaftliche Annehmlichkeiten hineinzuwinden. Im vorliegenden, frühen Sündenfall des kanadischen Kinos, zu deutsch IM FIEBER DER LUST (Rudi Dorn, 1967) hat sich ein blaubärtiger Intrigant für eine aufsehenerregende, alternative Methode des Ehefrauen-Dumpings entschieden: Auftragsmord durch Hypnose! Weiterlesen…

14. Hofbauer-Kongress tagt Anfang Januar 2015!

hk14

Der 1. Sondergipfel in Frankfurt ging erst vor wenigen Tagen zu Ende, da kündigt sich bereits das nächste Stelldichein zur wonnevollen Begutachtung von allerlei filmischem Schmier, Trunst, Nuditäten, Poesie und Schlumor an: Gleich am ersten Wochenende des neuen Jahres findet vom Abend des 2. Januar bis in die Morgenstunden des 6. Januar diesmal wieder in der gewohnten fränkischen Heimat der 14. außerordentliche Filmkongress des Hofbauer-Kommandos statt! Doch auch an den rastlosen Kommandanten geht die zuletzt etwas hohe Veranstaltungsdichte nicht spurlos vorbei, weshalb bereits darauf hingewiesen wird, dass nach dem 14. Kongress eine längere schöpferische Pause ansteht. Mit anderen Worten: Einen weiteren Kongress wird es 2015 voraussichtlich nicht geben, oder zumindest frühestens in der Wintersaison gegen Ende des Jahres. Ein Grund mehr, sich die kommende Januar-Ausgabe in Nürnberg nicht entgehen zu lassen!