Filmvorschau #39

Ruckus
Max Kleven  USA  1980

Filmvorschau #37

Breathless
Jim McBride  USA  1983

Filmvorschau #36

Two Moon Junction
Zalman King  USA  1988

Bericht vom 2. Festival des 35mm-Films in Ljubljana, 18.-21. Juni

Vorrede

Wer heutzutage ein „Festival des 35mm-Films“ organisiert, der trifft im Vorfeld zwei Entscheidungen: Die eine – er wird keine (von wenigen Ausnahmen abgesehen) in den letzten Jahren entstandenen Filme zeigen, die andere – er wird eine Position beziehen, gegen die Brutalität der großen Filmstudios und –verleiher, gegen die Ignoranz des breiten Kinopublikums, sich von einer x-beliebigen Vorführungsform berieseln zu lassen.
Die Slowenische Kinemathek (im Folgenden: Slovenska kinoteka) in Ljubljana hat vom 17. bis 21. Juni ein „Festival des 35mm-Films“ organisiert, die 2. Ausgabe nach 2013. Es wurden mehrere Kinematheken eingeladen, um in Cartes blanches Archivschätze zu präsentieren und einzuführen, namentlich: Cinémathèque française, Anthology Film Archive, Österreichisches Filmmuseum. Schon vor Monaten hatte ich mir eine Reise nach Ljubljana aus diesem Anlass vorgenommen.

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13. Hofbauer-Kongress, Aufriss #12


Einen Film, der “die Tür zu den verbotenen Leidenschaften und verborgenen Wünschen öffnet”, werde man sehen, das versprach dem frisch sensualisierten deutschen Kinopublikum des Jahres 1968 die Verleihwerbung der “Neue Fortuna Film Holger Nocke”.
Wie Kenner des Werks von Erotik-Pionier Joseph W. Sarno (1921 – 2010) bestätigen werden, eine nicht einmal unpassende, sondern beinahe kongeniale Tagline. Ungeheure Gefühle, erzwungenermaßen heimlich hinter Hosenställen und Miederwaren köchelnd, die sich irgendwann unweigerlich und gegen alle gesellschaftlich bedingten Hemmungen und Bedenken ihren Weg an die erogene Oberfläche stoßen, waren stets Sarnos großes Thema, dem er meist erstaunlich ehrlich unter Verzicht auf Kolportage und albernen Schnickschnack mit empathisch genießendem und stilbewusstem Kameraauge nachfühlte. Um nur einige der zahlreichen psychosexuellen Verhaltensforschungsarbeiten zu nennen, die Sarno in jenen Tagen fertigte: SIN IN THE SUBURBS (1964), NACKT FÜR EINE NACHT (1965), GRÜNE WITWEN – BILLIG ZU HABEN (1966), PORNOSPIELE MIT STOCK UND PEITSCHE (1967), VERDAMMT ZUR LUST (1967), MY BODY HUNGERS (1967), INGA – ICH HABE LUST (1967), KATJA – ALLE BRAUCHEN LIEBE (1968), MICH WILL JEDER (1968), ALL THE SINS OF SODOM (1968), DIE LIEBESORGEL (1968), PASSION IN HOT HOLLOWS (1969) oder natürlich auch der ewig gehandelte und dann doch nie gezeigte Kongress-Wunschfilm REITET DAS ROSAROTE PFERDCHEN (1967), den wir jedoch ganz bestimmt irgendwann auch noch vor euren liebesbedürftigen Augen ausbreiten werden. Weiterlesen…

13. außerordentlicher Filmkongress des Hofbauer-Kommandos: Die Aufrisse

Alle Monate wieder, respektive drei wundersame Male im Jahr, laden wir, das hochwohllöbliche Hofbauer-Kommando, im Kommkino/Filmhauskino Nürnberg und im Uferpalast Fürth, zu unseren längst umjubelten außerordentlichen Filmkongressen, in deren Rahmen wir dem Schmierigen, dem Zärtlichen und dem Verstrahlten zu neuer Ehrerbietung zu verhelfen trachten. Besucher wie Veranstalter schätzen sie als ein Happening, das mit lustbetonten filmischen Schauwertigkeiten die Herzen zu öffnen und die Hosen zu sprengen vermag – aber das haben wir hier weiß Gott ja schon oft genug betont! Wie inzwischen stets, werden wir auch diesmal vorab in den sog. “Aufrissen” in aller Ausschweifung Auskunft über die besonderen Filmgenüsse geben, die wir vom 24. bis zum 27. Juli mit vor Stolz geschwollenem Busen auf der großen Kinobildwand präsentieren werden. Da diese Texte ursprünglich auf Facebook erschienen sind, bzw. erscheinen, und auch dafür konzipiert wurden, bitten wir um Verständnis für ein besonders hervorstechendes Maß an informeller Flapsigkeit und diverse Schnodderismen. Weiterlesen…

Mächtige Bäume – weiche, saftige Früchte

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Joshua Tree: ein Film über die kalifornische Wüste und ihre mächtigen Bäume. Die Joshua Trees gehören zur Gattung der Palmlilien und sind emblematische Symbole der nordamerikanischen Wüstenflora. Sie gedeihen in der trockenen Einsamkeit und Abgeschiedenheit der Wüste, auf mineralischem Untergrund, fernab vom Lärm und regen Treiben der kalifornischen Megapolis Los Angeles. Die unablässige Glut der Sonne kann ihnen nichts anhaben: Sie ragen stark und entschieden aus dem Boden heraus, erreichen Wuchshöhen von bis zu 15 Metern und Alter von über 900 Jahren. Joshua Trees sind Monumente der Ewigkeit und des Lebens in einer unwirtlichen Umgebung, spritziges grün in monotonem gelb.
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Videolecture mit Bill Plympton

Plymptons CHEATIN'

Gerade zufällig darüber gestolpert, bei der Recherche über Bill Plympton, habe ich das Video sofort laufen lassen, und will es nun gleich hier teilen, verbreiten, weiterverbreiten. Bill Plympton. Einer meiner liebsten Filmemacher. Ich wollte schon immer über ihn schreiben, oder irgendwas machen. Ok, das ist nur eine Verlinkung, aber ein bisschen was kann ich doch zu Papier bringen. Sozusagen. Weiterlesen…

Sleeping Johnny…

Sleep

John Giorno, sleeping in SLEEP (1963)

“Schlafe, mein Johnny, schlaf ein…” – So womöglich könnte die einzige Regieanweisung Warhols bei den Dreharbeiten zu SLEEP geheißen haben, die er 1963 seinem Darsteller John Giorno mit auf den Weg gegeben, ihm mit seiner brüchigen, dennoch sanften Stimme ins Ohr gesäuselt hat… Und wer heute (Donnerstag, 12.12.) abend Zeit hat, den GANZEN Abend Zeit hat, kann sich das Ergebnis, dieses über einen Zeitraum von mehreren Wochen (in mehreren “Sleeping Sessions”) entstandene “masterpiece of quiescence” (Stephen Koch) im Filmmuseum Frankfurt auf der Leinwand ansehen… Weiterlesen…

Ein paar Gedanken zu Zack Snyders neuer Superman-Verfilmung

Was habe ich mich auf den Film gefreut. Ein Actionfeuerwerk, ein rauschhaftes Schnittgewitter ohne Sinn und Verstand, einen digitalen Bilderbogen hatte ich mir vor der Sichtung versprochen. Und die zahlreichen negativen Stimmen aus meinem Bekanntenkreis schienen meine Vermutungen in dieser Hinsicht zu bestätigen. Doch dann kam alles etwas anders.

Man of Steel ist meine erste Begegnung mit Zack Snyders filmischem Universum. Damals als Dawn of the Dead und 300 erschienen sind, hat Snyder mich nicht interessiert, und sein Ruf in cinephilen Zirkeln war auch ziemlich schlecht. Ein Emporkömmling, einer dieser jungen Michael Bay-Epigonen, entsprungen der MTV Generation mit ADHS und keinem aktiven Interesse an Filmgeschichte. So in etwa hatte ich das zunächst, eher negativ konnotiert, abgespeichert. Nachdem einige meiner Freunde und Bekannten dann aber erstaunlicherweise auch ein paar positive Worte für seine Watchmen-Verfilmung übrig hatten, legte sich der einhellig negative Ton ein wenig, und der Mantel des Fanboy-Regisseurs schien von Snyder langsam abzufallen. Die Ausschnitte, die ich aus seinen Filmen danach ab und an zu sehen bekam, weckten jedenfalls meine Lust auf das visuelle Spektakel welches sie zumindest in Aussicht zu stellen schienen. Das waren natürlich alles Beobachtungen aus der Ferne, wie das so ist, wenn man über viele Filme liest und hört, weil man sie unmöglich alle sehen kann, und sich die Gedanken und Eindrücke verselbstständigen. Weiterlesen…