100 Deutsche Lieblingsfilme #56: Mädchen mit Gewalt (1969)

mädchenmitgewalt

Die Hölle, das sind die anderen. Genauer: die Hölle, das sind zwei Männer und eine Frau. Geschlossene Gesellschaft in der Kiesgrube; gesellschaftliche Neurosen, ausgetragen in einer existenzialistischen Wüste der emotionalen Leere. Das und viel mehr ist Mädchen mit Gewalt.
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100 Deutsche Lieblingsfilme #55: Der Felsen (2001)

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100 Deutsche Lieblingsfilme #54: Condottieri (1937)

(mit Dank an Bruce Baillie)

Als ich ins Kino komme, haut es mich fast hintenüber, versucht mein Körper reflexartig rückwärts stolpernd umzufallen, wohl erstaunt von den Bildern, die ihm von der Leinwand entgegentreten. Der Film läuft bereits, und ich stehle mich, etwas benommen und schwankend, in eine der vorderen Sitzreihen, um mich in seine Welt hineinfallen zu lassen, deren Entstehung ich jedoch verpasst habe. Auf einer Burgmauer thronend, klagt das Gesicht einer Kriegerin, einer Mutter (eine Medici, wie ich später erfahren werde) die Welt an, fordert sie gleichzeitig heraus, wie Johanna von Orleans auf einem Rennaisancegemälde. Der ganze Film ist ein Renaissancegemälde, eine Abfolge malerischer Tableaus in gemeißeltem oder gaziertem Schwarzweiß. Das Glücksgefühl der Erkenntnis in etwas für mich Besonderes hineingeraten zu sein, überkommt mich sofort, und die verzögerte Realisation desselben lässt mich bereits erahnen, dass dieses Gefühl für den Rest der Vorstellung andauern wird. Liebe auf den ersten Blick also. Weiterlesen…

100 Deutsche Lieblingsfilme #53: Der Bulle & das Mädchen (1985)

Another chance to fall in love
Another chance to turn you on
Another chance to turn you on
Here comes that golden feeling
It’s shining in your eyes

- Golden Feeling
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100 Deutsche Lieblingsfilme #52: Blutiger Freitag (1972)

blutigerfreitag1

Exploitationfilm und Satire zugleich. Ein Heist-Movie ohnegleichen. Einer der besten deutschen Gangsterfilme. Und vielleicht der Film, der Rolf Olsen seinen Platz im Film-Himmel garantiert.
Es war mein erster Olsen, und ich bekam eine leicht verzerrte Sichtweise auf sein Werk und auf die Filme, die ich noch zu sehen bekäme. Nachdem die Enttäuschung darüber, dass sich kein zweiter Blutiger Freitag darunter befinden würde abgeklungen war, kehrte ich dankbar zu der Tatsache zurück, dass Rolf Olsen, Regisseur der tollen Reeperbahnfilme, immer noch der Schöpfer von Blutiger Freitag ist. Und mir ist bewusst, dass ich seinem wahrscheinlich größten Triumph mit diesem Text kaum gerecht werde. Ich kapituliere also hiermit vor einem der schönsten deutschen Gangsterfilme. Nicht ganz kampflos, versteht sich.
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100 Deutsche Lieblingsfilme #51: Wachtmeister Rahn (1974)

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„Das Glück kommt nie von allein. Man muss immer was dafür tun.“ Weiterlesen…

100 Deutsche Lieblingsfilme #50: Gib Gas – Ich will Spaß (1982)

Gib Gas

„Ich heul nicht, ich tu nur so.“

Bundesrepublik 1982. Markus und Nena stürmen die Charts. Ein Film muss her. So in etwa könnte man sich die Entstehungsgeschichte von Gib Gas – Ich will Spaß zusammenreimen. Wäre da nicht… aber lassen wir das. Es genügt, wenn wir sagen: Es war wohl ziemlich chaotisch. Alles rein und mehrmals kräftig umrühren. Sieht man sich den Film heutzutage an, möchte man aber gar nicht, dass irgendetwas anders verlaufen wäre. Er ist perfekt. So perfekt wie ein Film dieser Machart nur sein kann. Was für ein Wunder Wolfgang Büld da vollbracht hat?

Ein Film der so sehr einen bestimmten Zeitgeist ausschöpft, sich seinen Protagonisten auf Gedeih und Verderb ausliefert und sich dem Moment seiner Entstehung in dieser Form hingibt, scheint hierzulande leider nur alle paar Jubeljahre zu entstehen. Und noch seltener wird diese Leidenschaft geschätzt oder gar belohnt. Zum finanziellen Misserfolg gesellt sich oft noch eine tüchtige Portion Häme, und die Mär vom peinlichen Kommerzprodukt nimmt ihren gewohnten Lauf (man denke beispielsweise an die vielgeschmähte Wundertüte Daniel, der Zauberer (2004)). Fremdscham ist in Deutschland immer noch ein Volkssport. Weiterlesen…

100 Deutsche Lieblingsfilme #49: Schleppzug M 17 (1933)

Schleppzug M 17

Der Film wirkt zunächst wie zusammengeschustert, zusammengestöpselt, zusammengeklaubt und zusammengeklebt, aus mehreren Filmen zusammengefügt, und von verschiedenen Händen zusammengesetzt. Alles funktioniert nach diesem Prinzip, der Zentripetalkraft des Kunstwerks, welches imstande ist sich vieles einzuverleiben und sich zu eigen zu machen. Unscharfe Aufnahmen, traumähnliche Ellipsen, im Nachhinein im Synchronstudio gezimmerte Szenenübergänge. Heterogene Elemente werden vermischt, der Film zerfasert, franst aus, birst an allen Ecken und Enden. So flüchtig vieles erscheint, und so rasch die Impressionen auch vorüberziehen, noch lieber verweilt die Kamera auf ausgesuchten Dingen, zeigt sie aus verschiedenen Perspektiven, und lässt manche Sequenz gerne auch laufen, einfach weiterlaufen, ihre Wirkung intensivieren, indem sie Momente streckt und sie innerhalb einer Plansequenz auf der Stelle treten lässt. Ein bisschen merkt man dann, wie das ist im Leben, wenn die Zeit stillsteht und nicht vergehen will, wenn es auf einmal stockt, der Augenblick uns im Stich lässt oder uns einsaugt und sich Gefühle zu dehnen scheinen bis der Raum sich zu dehnen scheint, Nahaufnahmen aus der Totale. Weiterlesen…

100 Deutsche Lieblingsfilme #48: Laß jucken, Kumpel 5 (1975)

Lass jucken, Kunpel 5

Für Alex P.

Wenn ein Film einen in die eigene Kindheit zurückversetzt und unschuldige Erinnerungen an unbeschwerte Freuden weckt, die sich damals wie selbstverständlich von einem Tag in den anderen ergossen, dann muss er schon etwas ganz Besonderes besitzen, dieses “gewisse Etwas”, welches frei von der Filmhandlung und ihren spezifischen Gegebenheiten eine Assoziationskette der Vertrautheit auszulösen vermag, während der man sich in jeder Situation des Films zu Hause fühlt, ohne sie je (mit)erlebt haben zu müssen. Ein bezaubernder Film ist das, ein Film voll reinem Wohlgefallen, in dem jeder Konflikt ein fröhliches Ende findet, sodass auch die Schurken, liebevoll gezeichnet und voller Verständnis betrachtet, als intergrierte Außenseiter eines harmonischen Ganzen, in ihrer Funktion als Katalysatoren selbst zum kleinen Glück der kleinen Leute beitragen können. Magische Filme sind das, Filme für einen Sonntagnachmittag, zu Hause oder im Dorfkino um die Ecke, mit Kakao und Keksen, Filme wie Pippi Langstrumpf (1969), oder “Der Zauberer von Oz” (1939), Filme wie Laß jucken, Kumpel 5. Weiterlesen…

100 Deutsche Lieblingsfilme #47: Verspieltes Leben (1949)

Wo kommen sie nur her, fragen einige von uns bei Eskalierende Träume sich immer noch und immer wieder, diese vielen unbekannten deutschen Filme, diese bizarren Meisterwerke, die uns jedes Mal von Neuem erstaunt auf die Leinwand blicken lassen, und denen es so einfach gelingt uns zu überrollen und in ekstatische Schwärmerei zu versetzen (und ab und an auch dazu zu bewegen, einen Text für diese Reihe zu verfassen)? Wie die meisten ihrer Filme über die Jahrzehnte verloren und verschütt gegangen, erscheint uns die deutsche Filmgeschichte (vor allem in ihrer eigenen Geschichte, den zahlreichen Erzählungen von sich selbst), als ein nicht versiegen wollendes Füllhorn, dessen Faszination für uns bevorzugt von den unzähligen, teilweise unerforschten Neben- und Seitensträngen augeht, und deren enorme Vielfalt bis heute bevorzugt unterdrückt, missachtet oder verkannt worden ist. Wer hat sie schon gesehen und wer interessiert sich überhaupt für die hunderte von Filmen, die in Deutschland jedes Jahr entstanden sind und immer noch entstehen? Die FFA benennt allein für 2012 die Zahl der in den deutschen Kinos gestarteten Spielfilme(!) mit 149 (man sollte sich diese Zahl einmal auf der Zunge zergehen lassen…) und rein quantitativ gehörte Deutschland, auch über die politischen Veränderungen hinweg, zu allen Zeiten zu den produktivsten Filmländern der Welt. Deutschland, eine filmverrückte Nation? Es bleibt wohl weiterhin eines der großen ungelösten Rätsel, warum bis auf die beliebten Schlagwörter Expressionismus und Neuer Deutscher Film generell immer noch gerne ein qualitatives Dahinvegetieren des heimischen Filmschaffens perpetuiert wird. Weiterlesen…