100 deutsche Lieblingsfilme #65: Die Brut des Bösen (1979)

“Die Brut des Bösen”, der einzige wirkliche Easternversuch des bundesdeutschen Kinos erzählt, allein der selbst heute kaum gebrochenen Exponiertheit seines Masterminds wegen, diesseits seiner extrem straff gespannten Narrationslinie stets gleichzeitig die Geschichte eines einstmals millionenschweren Schlagerbarden, der sich ein slickes, wohlinszeniertes Karatepos direkt auf den Leib schneiderte. Nicht, weil der Kinomarkt 1979 unbedingt noch lauthals schreiend danach verlangt hätte, sondern schlicht weil er es in Personalunion als Regisseur, Hauptdarsteller, Produzent, Autor, Komponist und Stuntkoordinator gar zu liefern vermochte. Derart omnipräsent wie hinter den Kulissen ist Christian Anders auch vor der Kamera. Ihr Auge glüht in Liebe auf, wann immer sie ihn erspäht, liebkost seine Züge im Tages- wie nächtlichen Neonlicht gleichermaßen, hängt unablässig an seinen Lippen und zieht uns via unablässigen Subkjektiven arglos mit ins Boot dieser zur höchsten Maxime erhobenen Sehnsucht. Weiterlesen…

100 deutsche Lieblingsfilme #64: Nicht verzeichnete Fluchtbewegungen oder: Wie die Juden in der West-Eifel in die Freiheit kamen (1990)

Am Anfang des Kinos war das Licht und es lehrte den Menschen sehen, den Blick solange feinzustellen, bis ihm die nunmehr schwieligen Augen in ihren Höhlen erstarren. Zu Sehen, gründlich, gebrochen und neujustiert, allumfassend, unter Zuhilfenahme der Bogenlampen, Kondensoren, Blenden des Projektors, das ist ein Verwundbarkeit stiftender Akt, in allen außer den Verhärmtesten nährt er eine der mächtigsten Emotionen des Lebens, das Mitleid. Dietrich Schuberts “Nicht verzeichnete Fluchtbewegungen” handelt von diesen untrennbar verwobenen Wahrnehmungen und Empfindungen. Betulich gleitend tastet sich gleich in einer der allerersten Aufnahmen das Kameraauge am warnschildbehangenen Gitterzaun längs, bevor es, von einem fast schmierestehenden Umschnitt auf den aus der gewählten Perspektive unüberwindbar scheinenden Wassergraben der Feste mit Zugang versehen, ruhigen Schrittes in den tiefschwarzen Eingangstunnel des einst von den deutschen Eroberern zum Auffanglager umfunktionierten Fort Breendonks hineinschreitet. Doch das mechanische Auge ist kein menschliches, eine Gewöhnung an die neuen Lichtverhältnisse bleibt aus. Noch einige Male werden wir im Laufe der folgenden anderhalb Stunden den Aufenthaltsort wechseln, die Dunkelheit indes nie mehr verlassen. Weiterlesen…

100 Deutsche Lieblingsfilme #63: 90 Minuten nach Mitternacht (1962)

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Auftakt einer Alfred Braun-Retrospektive in Köln! & 100 deutsche Lieblingsfilme #62: Spione im Savoy Hotel (1932)

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100 Deutsche Lieblingsfilme #61: Eheinstitut Aurora (1962)

Deutsche Träume anno ’60

Ein Film, der direkt mit einer feinen Überraschung einsteigt: das titelgebende Eheinstitut leitet und der Liebe wildfremder Menschen verpflichtet fühlt sich niemand anderes als die nur allzu oft unnachahmlich strenge Elisabeth Flickenschildt, schreckliche Mutter so vieler in der selben Epoche entstandener Edgar Wallace-Filme. Hier hingegen darf sie schon beim ersten Auftritt mit Gusto Annoncen diktieren, dabei strahlend wie ein Kind durchs Bild tänzelnd, lachend, sich sonnend, in Erfolg wie Adelstitel. Sie derart ausgelassen zu sehen – es ist eine wahre Wonne! Doch dann endet die Eröffnungssequenz, voller Niedertracht schlägt die Härte des Alltags auf. Weiterlesen…

100 Deutsche Lieblingsfilme #60: Melodie des Herzens (1929)

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100 Deutsche Lieblingsfilme #59: Metropolis (1984)

Metropolis

„Eines schönen Tages erschien ein freundlicher Mann, der sich bescheiden als Giorgio Moroder vorstellte, bei Enno Patalas, dem Leiter des Münchner Filmmuseums. Er erzählte, daß er Komponist sei und sich für die Vertonung von Stummfilmen interessiere, es fehle ihm nur der geeignete Film. Ahnungslos und erfreut über das seltene Interesse breitete Patalas, der noch an das Gute im Komponisten glaubte, die Perlen der Filmkunst vor ihm aus und schlug ihm “Metropolis” vor. Das Ton-Drama nahm seinen Disco-Lauf.“

Robert van Ackeren im SPIEGEL
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100 Deutsche Lieblingsfilme #58: He Joe (1966)

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Samuel Beckett hat mit dem 1965 erschienenen, puritanisch betitelten Film (Regie: Alan Schneider) zum ersten Mal ein Drehbuch geschrieben. Sein erster Kinoausflug, ein Stummfilm mit einem alternden Buster Keaton, der die meiste Zeit nur von hinten zu sehen ist, sollte auch sein letzter sein. Aber der Film ließ ihn nicht los. Im Jahr der Premiere hat Beckett dem Süddeutschen Rundfunk (SDR) angeboten, ein Fernsehspiel zu inszenieren. Das Ergebnis wurde 1966 zu Becketts sechzigstem Geburtstag gesendet: He Joe, ein dreißigminütiger Kurzfilm in Schwarzweiß, mit einem schweigenden Hauptdarsteller und einer unsichtbaren Frauenstimme, die ihm zuflüstert.
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100 Deutsche Lieblingsfilme #57: Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960)

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„Der berühmte Druck auf den Knopf. Ich hätt’s getan!“
„Sie sind wahnsinnig!“
„Vielleicht. Aber wo ist die Grenze?“

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100 Deutsche Lieblingsfilme #56: Mädchen mit Gewalt (1969)

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Die Hölle, das sind die anderen. Genauer: die Hölle, das sind zwei Männer und eine Frau. Geschlossene Gesellschaft in der Kiesgrube; gesellschaftliche Neurosen, ausgetragen in einer existenzialistischen Wüste der emotionalen Leere. Das und viel mehr ist Mädchen mit Gewalt.
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