Le Foto di Gioia (1987)

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In dem Interviewband Spaghetti Nightmares sagt Luigi Montefiori aka George Eastman über seine Zusammenarbeit mit Lamberto Bava: „Lamberto is a fairly good director but I only acted in Blastfighter and Le Foto di Gioia to make money. I don’t think much of either film, though I’ll admit the former had more originality and style.“
Harte Worte von einem Mann, der behauptet, sein Drehbuch zu Joe D’Amatos Sesso nero (1980) basiere auf Max Frischs Homo Faber. Und auch wenn er nicht ganz Unrecht hat, markiert Lamberto Bavas Spätachtziger-Giallo mit Serena Grandi doch eine Art Zäsur in seinem filmischen Schaffen. Nach diesem Film sollte er sich mit einigen interessanten, doch selten gewordenen Fernsehfilmen künstlerisch emanzipieren.
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Neuer Stoff!

Nachdem ich hier auf Eskalierende Träume schon sehr lange nichts mehr geschrieben habe (worüber ich sehr unglücklich bin) und mich manche gelegentlich fragen, ob ich überhaupt noch schriebe, ergehe hiermit endlich der viel zu verspätete Hinweis auf die im vergangenen Oktober erschienene DVD von Sauro Scavolinis erhabener Ultrakunst AMORE E MORTE NEL GIARDINO DEGLI DEI (1972), auf Deutsch nun adäquat übersetzt und anmutig LIEBE UND TOD IM GARTEN DER GÖTTER geheißen. Ich habe für diese unverzichtbare Edition der Firma FilmArt den Hauptfilm wie auch das beigefügte Interview mit Erika Blanc liebevoll aus dem Italienischen heraus ins Deutsche hinein untertitelt und außerdem – und dies ist nun der eigentliche Anlass des Hinweises – einen sehr langen Text geschrieben über Gärten, Filmtitel, Umbrien, Tristkinder, Sauro Scavolini, seinen Film und meine Beziehung zu selbigem. Ein bisschen arg persönlich und trübtropfig ist das wohl geworden, aber ich habe mir auch den ein oder anderen Kalauer geleistet, versprochen. Texte in dieser Ausführlichkeit sind wohl meine Sache nicht, denn Abdriften ist gefährlich, und dieser Film und sein mysteriöser Schöpfer verleiten einen zum Abdriften. Das Ergebnis dieser ersten Übung in Ausführlichkeit liegt der DVD jedenfalls als Booklet (12 Seiten!) bei. Ich höre, dass die guten Stücke wohl schon recht weit abverkauft sind. Kauft, solange ihr könnt! Ich garantiere das vollkommene Cine-Glück. Kommt in den Göttergarten und trefft Orchidea De Santis! (siehe Foto)

AmoreEMorte

Terza Visione – 1. Festival des italienischen Genrefilms (April 2014)

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Wir empfehlen eine Reise nach Nürnberg: Terza Visione – 1. Festival des italienischen Genrefilms zeigt von 25. bis 27. April 2014 zwölf ausgesuchte und teils sehr seltene Filme des italienischen Genrekinos der 1960er bis 80er Jahre. Aus der Veranstaltungsankündigung: Weiterlesen…

Zoom In: Sex Apartments (1980)

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Das Schöne an roman pornos und pinku eigas ist ja, dass wirklich die ganze restliche Filmwelt darin aufgegangen ist … nur halt mit mehr entblößten Brüsten. Ich bin mir sicher, es gibt bestimmt auch eine Pinkfilmversion eines Spätwesterns. Bei ZOOM IN: SEX APARTMENTS finden wir uns aber in der Welt der Gialli wieder. Ein lederbehandschuhter Psychopath im Trenchcoat zündet Frauen vornehmlich an ihren private parts an und lässt sie elendig verbrennen. Ein Gemälde und die Vergangenheit bieten die Schlüssel zu dem Geheimnis des Mörders. Eine feurige Farbdramaturgie und die obsessive Ausstellung von spitzen metallenen Gegenständen tuen ihren Rest. Kurosawa Naosuke mag Dario Argento, es ist kaum zu übersehen. Weiterlesen…

Die vierte Wand (1969)


Zurück nach vier Jahren Studium in England, wo alles noch so mondän poppig, friedlich und ace war, findet sich Marco (Paolo Turco), Sohn eines Kunststoff-Fabrikanten, im heimatlichen Italien aufgelöst zwischen ziellosem Studentenaufstand und zielloser Großbürger-Tristesse, “wie ein anachronistischer Candide”. Seine letzte Nacht in England verbrachte er noch auf einem Polizeirevier – wir erfahren nicht warum – zwischen Säufern, Hippies und reisenden Musikern, die den blassen Morgen streichen. Italien ist nach vier 60iger-Jahren jedenfalls nicht minder mondän, kann es sein.
Motorräder, Kameras, Mode, kalter Sex, phlegmatische Gemeinheiten, Phrasen-Tennis, Verbilligung der Gefühle, Austreibung der Gefühle, Manufaktur der Gefühle, moralistische Unmoral, Kunstgewerbe, Kapitalismus, Chic, Lesben, Schwule, Pop-Art, Prinzipien der Lüge, Nagellack, Lachen, Plastics, inszenierter Dreck, Retorten-Ideologien, im Kreis fahren mit Auto und Motorrad, schwedische Sekräterinnen, Marketing, Prediger im Park, bankrotte Kleinunternehmer, bedröhnte Engel des Verfalls auf düsteren Parties, Obst klauende Herumtreiberinnen, Fotografinnen, Shareholding, Raserei im Regen, libidinöse Gärtner, Radio, reisende Hippie-Antiquare, Gewitter, Wald, Schrottplätze, Inzest, Kinder die vor einem Güterzug voller Rinder im Matsch spielen. Schein oder Täuschung vor, Wut oder Angst hinter der Kamera? Weiterlesen…

Heute um 20:15 in der ARD:
Polizeiruf 110: Cassandras Warnung

“Giallo a Monaco”


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La camera nel labirinto

Ein Film, der wabert, der sich hebt und senkt wie ein atmender Körper. Ein organischer Film, in dem der psychologische Widerspruch einer Narration keinen Platz findet. Eine halbe Stunde vergeht, ohne dass etwas erzählt wird.

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