Die Bewegung ist der Motor der Träume – Mondo cannibale (1980)

    I Have a Dream, a fantasy
    To help me through, reality
    And my destination, makes it worth the while
    Pushin’ through the darkness, still another mile

    (ABBA – I Have a Dream)

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Somatische Verdichtungen im Außerweltlichen – Los ojos del doctor Orloff (1978)

    You took the dream I had for us
    Turned my dreams into dust
    I watch a phone that never rings
    I watch a door that never rings
    Bring you back into my life
    Turn this darkness into light
    I’m all alone in this house
    Turn this house to a home

    (Four Tops – Seven Rooms of Gloom)

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Eugenie und das An- und Absinken der Begierde – Die Jungfrau und die Peitsche (1970)

So manches Mal bedarf es im Leben wie der Kunst gar nicht vieler Erläuterungen, Worte oder gar Rückversicherungen. Aus dem Bildzwischenraum, der einige ausgiebigst von Manuel Merinos Kamera vermessene Hochhäuser und die irgendwo in einem dieser Horte im Bett lesende Maria Rohm voneinander trennt, ergibt sich ganz mühelos die gedankliche Ausrichtung des den Zuschauenden neckisch vorenthaltenen Buchtitels. So sinnlich das Kameraauge die gewaltigen, frei in die Lüfte ragenden Türme umgarnt, wie mit einer genießenden Zunge versehen betulich an ihnen emporgleitet, so züchtig nimmt sich das Geschehen im Schlafzimmer selbst abseits eines wissend-genussreichen Lächelns über die Seiten hinweg aus und doch, man weiß genau, was sie liest, muss es wissen. Es ist gerade das Ausgelassene, die Leerstelle – weniger jene an kinematografischen Standards, das ausbleibende Vorlesen aus dem Off, der nicht im Detail erfasste Buchdeckel oder -rücken – sondern die zwischen direktem Eindringen von außen nach innen klaffende, das Aneinanderlöten zweier gegensätzlicher Eindrücke, von lüsterner Architektur und friedfertigem Gedankenabenteuer in suggestiver Verbindung, die Klarheit verschafft. Idiosynkratische Perfektion der Montage, des rechten Augenblickes, Erzählen aus den Fugen und Nähten des Filmens, wie es symptomatisch ist für das Fieber in Jesús Francos Kino. Ein Erzählen, das weder klassisch narrativ noch das herausgebildet strukturelle des klassisch avantgardistischen Kinos ist, vielmehr rein sinnlich und dementsprechend von Haus aus erhöhter Gefahr des Übersehenwerdens ausgesetzt. Jesús Franco erzählt über zwischen den Schnittstellen austretende Gefühle, die wir entweder annehmen oder frei der Resonanz verhallen lassen. Weiterlesen…

Neigungswinkel im Nachtclubdunst – Musikalische Selbstermächtigung und der Einstellungswinkel als Raumvermesser bei Jesús Franco am Beispiel von “Labios rojos” (1960)

“Labios rojos”, der zweite Langfilm erst des notorisch arbeitswütigen Jazzmusikers wie Filmemachers Jesús Franco und auf den bemerkenswerten Gesamtkarriereumfang gerechnet nicht einmal ein Prozent der Dinge, die da noch kamen, ist dennoch – wie auch sein ein Jahr früher entstandenes Debüt “Tenemos 18 años”, wenngleich im weniger ausladenden Umfange – ein Film, der beispielhaft verdichtet, was sich über mehrere kinematografische Häutungen hinweg wieder und wieder in neu wie anders gedachter Form herausschälen sollte. Musik, konkreter – und in Abgrenzung zu mit der Wirkung dezidiert und selbst im Universum des Filmes nicht selten bereits eingefangenen Aufnahmen erzählenden Musikliebenden wie Roberta Findlay oder Eckhart Schmidt – der Akt des Musizierens an sich, die Performance, auch das Improvisieren über melodische Grundrisse. Dazu das Spiel mit der Architektur des Filmischen selbst, die Grenzüberschreitung des guten Konstruktionsgeschmackes, deren Extravaganzen die Figuren prägen und von diesen zurückgeprägt werden. Weiterlesen…

Auf Wanderschaft in Ausfluchtslandschaften: La corrupción de Chris Miller (1973)

Glauben Sie, dieser junge Mann läuft vor etwas davon? Ob einer was ausgefressen hat, so heißt es, erkenne man an der Abruptheit der Bewegungen, daran, wie er oder sie rastlos und ohne Plan von A nach B eilt. Auch in Juan Antonio Bardems spanischer Giallo-Variante “La corrupción de Chris Miller” lässt eine vage Unruhe im Gewissen oder der Vergangenheitsbewältigung zahlreiche Charaktere anlasslos rotieren. Nach seinem Auftaktmord rast in der Creditssequenz ein Zug zu Waldo de los Ríos unruhig-süßlichen Melodien quer durch durch ein Landschaftsstillleben Kantabriens, übergangslos bildlich hervorgegangen aus der noch befußten Flucht des Mörders. Ihm entsteigt Herumtreiber Barney (Barry Stokes), der auf der Suche nach Bleibe bald bei dem ungleich unflexibler im gemachten Nest des abspenstigen Gatten wie Vaters aussichtslos dessen Rückkehr harrenden Mutter-Schwiegertochter-Gespanns Ruth (Jean Seberg) und Chris Miller (Marisol) aufschlägt. Lange bevor Bardem sie auch narrativ zusammenfinden lässt, weiß man, dass Barney und Chris wie geschaffen füreinander sind, bewegt sie sich doch auch mit Gusto auf Pferd oder Rad zwischen den wenigen Ablenkungsorten der Provinz hin- und fort. Doch scheint ihr der Ausritt an sich wichtiger zu sein als die Pferde und der recht zutrauliche Hofbesitzer. Weiterlesen…

100 deutsche Lieblingsfilme #66: Marschier oder krepier (1962)

Ein letztes Aufbäumen des deutschen Expressionismus – wie prächtig aufblitzende, allzu bald jedoch schon wieder zu verglimmende Sternschnuppen segeln Stewart Grangers Männer in totenstiller Wüstennacht am Fallschirm dem weichen Boden entgegen. Aufgereiht wie die Glieder einer Kette, einer rigiden Richtschnur vielmehr, gleich einer Übertragung des Wasserballettes in die Lüfte. Fausto Tozzi, der getroffen in Richtung Kamera tänzelt, fällt, sich aufrappelt, den Schmerz aus seinem Gesicht wischt, wieder und wieder von vorn, bis ihm eine letzte Salve unbekannter Hand endlich den Garaus macht. Dem Kampf geht in Frank Wisbars vorletztem Kinofilm jegliche Satisfaktion ab, seine wie in den Kriegsfilmen Sam Fullers zumeist unsichtbaren Feinde sind nie Anlass heroischer Körperverschmelzung im Ringen Mann gegen Mann, stets eine außerhalb der Kadrage wütende, die Menschengeschicke darin indes lenkende Urkraft. Für den die zeitlebens miterlebten Kriege offenkundig müden Wisbar ist der Konflikt nichts als ein Reigen determinierter Ereignisse. Peter Carsten, dem der Enthusiasmus für die Zunkunft die Vorsicht raubt, Riccardo Garrone, der große zweifelnde Gaukler, dem in der Fürsorge für seine ihn im Sterben umringenden Kameraden endlich wieder sein Gott erscheint, bevor die Kugeln ihm den Rücken zerfetzen. Weiterlesen…

Drácula contra Frankenstein (1972) or: Deconstructing horror with Jess Franco

    As you look through my window
    Deep into my room
    At the tapestries all faded
    Their vague and distant glories
    Concealed in the gloom
    The icy fingers of forgotten passions
    Softly brushing my lips
    At the tips of my primitive soul

    (Black Sabbath – Born Again)

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Schweinehunde beten nicht

vlcsnap-2015-03-03-19h47m02s91 Weiterlesen…

Filmvorschau #41

Lo voglio morto
Paolo Bianchini  Italien/Spanien  1967

Filmvorschau #30

Fieras sin jaula
Juan Logar  Spanien/Italien  1971