Neuer Stoff!

Nachdem ich hier auf Eskalierende Träume schon sehr lange nichts mehr geschrieben habe (worüber ich sehr unglücklich bin) und mich manche gelegentlich fragen, ob ich überhaupt noch schriebe, ergehe hiermit endlich der viel zu verspätete Hinweis auf die im vergangenen Oktober erschienene DVD von Sauro Scavolinis erhabener Ultrakunst AMORE E MORTE NEL GIARDINO DEGLI DEI (1972), auf Deutsch nun adäquat übersetzt und anmutig LIEBE UND TOD IM GARTEN DER GÖTTER geheißen. Ich habe für diese unverzichtbare Edition der Firma FilmArt den Hauptfilm wie auch das beigefügte Interview mit Erika Blanc liebevoll aus dem Italienischen heraus ins Deutsche hinein untertitelt und außerdem – und dies ist nun der eigentliche Anlass des Hinweises – einen sehr langen Text geschrieben über Gärten, Filmtitel, Umbrien, Tristkinder, Sauro Scavolini, seinen Film und meine Beziehung zu selbigem. Ein bisschen arg persönlich und trübtropfig ist das wohl geworden, aber ich habe mir auch den ein oder anderen Kalauer geleistet, versprochen. Texte in dieser Ausführlichkeit sind wohl meine Sache nicht, denn Abdriften ist gefährlich, und dieser Film und sein mysteriöser Schöpfer verleiten einen zum Abdriften. Das Ergebnis dieser ersten Übung in Ausführlichkeit liegt der DVD jedenfalls als Booklet (12 Seiten!) bei. Ich höre, dass die guten Stücke wohl schon recht weit abverkauft sind. Kauft, solange ihr könnt! Ich garantiere das vollkommene Cine-Glück. Kommt in den Göttergarten und trefft Orchidea De Santis! (siehe Foto)

AmoreEMorte

Aus der Hocke, auf die Leinwand

Etwas verspätet sei hier noch auf einen besonderen Kino-Jahresrückblick des “Perlentauchers” hingewiesen, der sich ausschließlich mit Filmen befasst, die es nicht in die deutschen Kinos geschafft haben. Zahlreiche hoch geschätzte Kollegen und Freunde sind unter den Autoren, ich selbst habe einige Zeilen über Jess Francos letzten Film AL PEREIRA VS. THE ALLIGATOR LADIES geschrieben, den Andreas und ich – wenn auch nur vor einem Publikum von etwa 25 Zuschauern – im Juni des vergangenen Jahres im Rahmen einer deutschen Ausgabe des niederländischen BUT-Filmfestivals immerhin zumindest für eine einzige Vorstellung auf die Leinwand des Nürnberger KommKinos hieven konnten. Der Film, eines der schönsten, versponnensten und liebenswertesten unter Francos digitalen Spätwerken, ist übrigens aus Spanien auf DVD und Blu-ray zu beziehen, mit deutschen Untertiteln aus meiner verlegenen Feder.

Listen 2013

Wolf Children

Neues Jahr, neue Listen zum vergangenen Jahr. Diesmal sind die Jahres- und Entdeckungslisten 2013 direkt in einem Sammelbeitrag zusammen gefasst, um die üblichen zeitlichen Verschleppungen zu vermeiden. Wir freuen uns, dass Jochen Werner wie bereits letztes Jahr wieder dabei ist, und von den ET-Stammautoren Alex S. wieder in den Kreis der Listenbeiträger zurückkehrt, ebenso wie Sano, der zeitnah noch eine Liste nachliefern will. Es gibt aber auch einigen Schwund zu verzeichnen: Steffen Hildebrandt hat sein Medienpraktikum bei uns beendet, Hermann Nübetzki hält stur an seiner Abkehr vom Kino fest, und sogar Frauke lässt sich wegen angeblicher Prüfungsvorbereitungen diesmal entschuldigen. Ein bisschen was ist trotzdem wieder zusammen gekommen… Weiterlesen…

Filmvorschau #24

Bahía blanca
Jess Franco Spanien 1984

Filmvorschau #18

Ich spüre deine Haut
Günter Schlesinger BRD 1969

Filmvorschau #17

Yaadon Ki Baaraat
Nasir Hussain Indien 1973

Filmvorschau #16

Liebe als Köder – Schrei nach Lust
Günter Schlesinger BRD 1968

Filmvorschau #12

Bestialità
Virgilio Mattei Italien 1976

Filmvorschau #11

Unruhige Töchter
Hansjörg Amon BRD/Schweiz 1967

Auch für mich war dieser Film wie eine Erfüllung…
Ein Dialog zu I lunghi capelli della morte (1964)

SANO: Was mich bei der Sichtung von I LUNGHI CAPELLI DELLA MORTE zunächst am meisten erstaunt hat, war die Tatsache, dass ich bereits nach den ersten Klängen der Vorspannmusik vom Film eingenommen war, und ich bereits nach wenigen Bildern und Einstellungen wusste, dass das ein Lieblingsfilm von mir werden würde. Normalerweise dauert sowas ja ein bisschen, irgendwann im Laufe des Films merkt man wie gut er ist, wie sehr er einem wirklich gefällt. Hier war für mich am Anfang schon alles klar, alles gelaufen, egal was da noch kommen mochte.

CHRISTOPH: Ja, schon wenn die breite Frakturschrift im Vorspanntitel im schwarzweiß flackernden Fackellicht Schatten auf eine grobsteinerne Gewölbewand wirft, zu Carlo Rustichellis düsterem Melodram auf der Tonspur – das mich übrigens trotz seines charakteristisch europäischen Stils oft an klassische amerikanische Musiken wie zum Beispiel von Max Steiner erinnert hat – dann wählt der Film vom ersten Bild an sofort Bilder und Klänge von solcher Prägnanz und assoziativen Stärke, dass man sich dem kaum entziehen kann. Man befindet sich mit einem Schlag in der Kunst- bzw. Märchenwelt des Films, akzeptiert sie augenblicklich.

S: Das dies so intensiv wahrgenommen werden kann, liegt meiner Meinung nach daran, dass es für mich hier nicht um die Handlung, ihre Motivation, oder die Charakterisierung der Figuren geht. Was zählt, ist einzig und allein die Atmosphäre des Films. Und das wird von Anfang an deutlich gemacht.

C: Bezeichnend ist in dieser Hinsicht ja schon die Exposition. Nach einer Schrifttafel* die nichts weiter besagt als das im 15. Jahrhundert Grausamkeit und Aberglaube dunkle Schatten auf die Menschheit werfen, werden wir sofort mitten ins Geschehen geworfen und befinden uns ohne vorherige Einführung oder Erklärung mitten in dem Tumult um die Verbrennung der als Hexe veruteilten Mutter von Barbara Steeles Charakter. Mehr Information brauchen wir nicht, bekommen wir nicht: Finsteres Mittelalter, Aberglaube – das muss reichen. Darin unterscheidet sich der Film auch von Mario Bavas getragenerem, dramaturgisch klassischerem DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT, an dessen Erfolg sich Margheritis Film sicherlich hängen sollte, von dem er sich aber, abgesehen von einigen Plot-Elementen und Barbara Steele, in jeder Hinsicht unterscheidet. Weiterlesen…