Ältere Texte:

Buio Omega (1979)

Gleichermaßen gefeiert wie verhöhnt ob seiner kruden Kunstblutexzesse ist Joe D’Amatos berüchtigter 131er Luzidtraum eines jeden sich gerade in Sturm wie Drang befindlichen Adoleszenten leider auch ein Film, der nur allzu selten seiner beträchtlichen humoristischen Qualitäten wegen Lob einheimsen kann. Dabei steckt sie doch schon in der Ausgangslage des sich anbahnenden Blutrausches drin, die ganze sardonische Tragik der menschlichen Existenz – denn “Buio Omega” ist die Geschichte eines jungen Mannes, der sich aller fast schon vorabendtauglich vorangestellten, die ganz großen Gefühle evorzierenden Krankenhausserienleidenschaft zum Trotze die eine Liebe aller Lieben doch allein, beträchtlichem Talent als Tierpräperator sei gedankt, als leere, immerhin allerdings schmucke Hülle erhalten darf. Gleich nach dem Ableben im wörtlichen wie bildlichen Sinne entkernt, um das von D’Amato so geschätzte Innerste kurzerhand bereinigt, hinterlässt Cinzia Monreale ein Jammertal zwischen Wunsch und Wirklichkeit, in dem der Regisseur mit unnachahmlich bierernster Inszenierung an der inherenten, kaum zu verleugnenden Komik seiner Situationen herumoperieren darf. —> MEHR LESEN

André Malberg

Täglich Underberg und du fühlst dich wohl! – …e per tetto un cielo di stelle (1968)

Glaubt man gängigeren Narrativen, dann ist diese vorgebliche Buddyklamotte einer jener Italowestern, die stark – wichtiger in dieser Wahrnehmung scheint jedoch das Wörtchen “ernst” – anfangen, nur um dann zunehmend in komödiantischen Ausschreitungen zu versumpfen. Jedoch: Alles nicht wahr, weht in Petronis zweitem Genrebeitrag nach dem ungleich formelhafteren “Da uomo a uomo” (1967) doch bei genauerem Hinsehen der sardonischste Wind, der je durch die Wildweststädte Almerías pflügen durfte. Zusammengehalten durch die höchstgradig straffe Inszenierung – alle Eskapaden unseres Heldenduos auf Papier niederzuschreiben würde wohl einige Seiten in Anspruch nehmen und doch läuft der Film eine ganze Ecke kürzer als der relativ geradlinige Vorgänger oder Nachfolger “Tepepa” (1969) – wechseln sich Heiterkeit und Trübsinn in fröhlichster Vollendung ab.

Wahrscheinlichkeitskalkulationen sogleich in ihre Schranken weisend ordnet sich dabei alles streng einem einzigen Motiv unter: Vor den Schattenseiten des Lebens gibt es kein Entkommen! Läuft gerade alles feinst, fällt der Szenenabfolge schon allzu bald wieder ein, dass es so ja nicht weitergehen kann. —> MEHR LESEN

André Malberg

‘The pain of being a woman is too severe!’ – The films of Roberta Findlay: The Altar of Lust (1971)

    In the dime stores and bus stations
    People talk of situations
    Read books, repeat quotations
    Draw conclusions on the wall.
    Some speak of the future
    My love, she speaks softly
    She knows there’s no success like failure
    And that failure’s no success at all.

    (Bob Dylan – Love Minus Zero)

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André Malberg

Public Access (1993)

Bevor es das Internet gab, war der Offene Kanal das ungefilterte Sprachrohr der Bürger. Er war das authentische Beispiel eines nichtkommerziellen, demokratischen Medienangebots. Was würde wohl passieren, wenn man den Offenen Kanal ernstnehmen würde? In Public Access jedenfalls wird er zu einem perfiden Manipulationswerkzeug des Status Quo.
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Sven Safarow
22. Februar 2019 | Kommentieren | Artikel einzeln anzeigen |

‘The pain of being a woman is too severe!’ – The films of Roberta Findlay: Tenement (1985)

    Iron trees smother the air
    But withering they stand and stare
    Trough eyes that neither know nor care
    Where the grass is gone

    (David McWilliams – Days of Pearly Spencer)

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André Malberg
9. Februar 2019 | Kommentieren | Artikel einzeln anzeigen |

‘The pain of being a woman is too severe!’ – The films of Roberta Findlay: Angel Number 9 (1974)

    I’m beautiful in my way
    ‘Cause God makes no mistakes
    I’m on the right track, baby
    I was born this way

    (Lady Gaga – Born This Way)

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André Malberg
2. Februar 2019 | Kommentieren | Artikel einzeln anzeigen |

Zeitnah gesehen: 100 Dinge (2018)

Der Knoten ist geplatzt – etwas mehr als 10 Jahre nachdem Til Schweiger und sein Keinohrhase den Goldstandard einer zeitgenössischen Optik des zutiefst durchkommerzialisierten deutschen Komödienkinos installierten, hat diese Saat nun Früchte getragen, die visuellen Versatzstücke zu einer weiten Spiel- wie Experimentierfläche umformuliert. In Florian David Fitz’ opulenter Minimalismusdramödie “100 Dinge” – benannt nach einer Verzichtswette, 100 Tage und an jedem kehrt allein ein unverzichtbar gewähnter Alltagsgegenstand der Wahl zum Eigentümer zurück, zwischen zwei urbanen Besserlebern – tritt sie an gegen die leergefegt-kargen, aus den entlegensten Winkel des Raumes vermessenen, auf diese Weise zum Refugium gegen die unverbindliche Moderne aufgeblasenen Stahl-und-Glas-Wohnlandschaften. Gegen die wärmende Werbefilmästhetik des ungeliebten Trendsetters mit ihren von der knatschigen Übersättigung beflügelt alles zermalmenden Katalogfarben und das sengend durch jedes noch so kleine Fenster berstende Weißlicht der Sonne. —> MEHR LESEN

André Malberg
29. Januar 2019 | Kommentieren | Artikel einzeln anzeigen |

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