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100 Deutsche Lieblingsfilme #61: Eheinstitut Aurora (1962)

Deutsche Träume anno ’60

Ein Film, der direkt mit einer feinen Überraschung einsteigt: das titelgebende Eheinstitut leitet und der Liebe wildfremder Menschen verpflichtet fühlt sich niemand anderes als die nur allzu oft unnachahmlich strenge Elisabeth Flickenschildt, schreckliche Mutter so vieler in der selben Epoche entstandener Edgar Wallace-Filme. Hier hingegen darf sie schon beim ersten Auftritt mit Gusto Annoncen diktieren, dabei strahlend wie ein Kind durchs Bild tänzelnd, lachend, sich sonnend, in Erfolg wie Adelstitel. Sie derart ausgelassen zu sehen – es ist eine wahre Wonne! Doch dann endet die Eröffnungssequenz, voller Niedertracht schlägt die Härte des Alltags auf. —> MEHR LESEN

André Malberg
3. Dezember 2017 | 2 Kommentare | Artikel einzeln anzeigen |

Deutschland im Film: Das gelbe Haus am Pinnasberg (1970)

Von der eingesperrten Liebe

Hamburg, Ende der 60er Jahre. Ein illustrer Haufen Männer versammelt sich auf einem Friedhof, nimmt Abschied von Jemandem, der unzweifelhaft einer der ihren war. Leicht im Abseits, ein gestrenger Herr: Werner Zibell heißt er, General a.D., Relikt des (immer wieder wird es angedeutet, aber nie ausgesprochen) Zweiten Weltkrieges. Nicht nur ein Zementwerk – das er allerdings spürbar weniger zu lieben scheint- leitet dieser mustergültige Macher des deutschen Wirtschaftswunders, sondern auch ein Bordell. Ein Bordell nicht für Männer, sondern vielmehr speziell geeicht auf die Bedürfnisse der “modernen Frau”, wie man immer wieder zum Besten zu geben weiß. Und Episoden aus diesem gelbgestrichenen Refugium abseits genormter Sexualität serviert Alfred Vohrer uns in diesem Film, moderiert von der real-existenten, beinahe gebrechlichen Amateurautorin Bengta Bischoff, deren gleichnamiger Roman als Vorlage diente. —> MEHR LESEN

André Malberg
3. November 2017 | 1 Kommentar | Artikel einzeln anzeigen |

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