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What would you do, Daddy? – Hardcore (1979)

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Das schicksalsgegebene Zusammenleben von Menschen in Familien – oder auch größer gedacht in einer Gesellschaft – ist in Hardcore ein schwerlich friedvolles Gut. Vorsichtig formuliert. Die Utopie der USA als Schmelztiegel geht jedenfalls völlig an dem Porträtierten vorbei, denn hier stehen zwei Welten nebeneinander, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Zwei Welten, die schwerlich ineinander aufgehen können, da sie sich zu keinem geringen Anteil aus einer gegenseitigen Abscheu speisen. Auf der einen Seite das gottgefällige Leben eines genüg- wie sittsamen Glücks, auf der anderen die Pornoindustrie als Ausdruck für einen dunkle Schatten in Kauf nehmenden Hedonismus‘ und als Stand-in für die Unterhaltungsindustrie im Allgemeinen. Hardcore, von einem Regisseur und Drehbuchautor konzipiert, der mit jedem Bein in einer der beiden steht, sucht trotzdem gegen jede Chance nach einem Ausgleich, der aber nicht gelingen möchte. Resignation, Verzweiflung und Hoffnung, fast manisch-depressiv gehen die Stimmungslagen ineinander über. Die tiefe emotionale Gebundenheit an zwei sich ausschließende Seiten bedingt einen alles andere als stringenten Film, der einem Spiegel gleicht, in den jemand an seinen inneren Widersprüchen verzweifelt hineingeschlagen hat. —> MEHR LESEN

Robert
21. November 2016 | Kommentieren | Artikel einzeln anzeigen |

Golan: A Farewell to Mr Cinema (2015)

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Screenshot Youtube Menahem Golan
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Sven Safarow
10. Oktober 2016 | 1 Kommentar | Artikel einzeln anzeigen |

Filmvorschau #47

You Were Never Lovelier
William A. Seiter  USA  1942

Sano Cestnik
15. September 2016 | Kommentieren | Artikel einzeln anzeigen |

100 Deutsche Lieblingsfilme #59: Metropolis (1984)

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„Eines schönen Tages erschien ein freundlicher Mann, der sich bescheiden als Giorgio Moroder vorstellte, bei Enno Patalas, dem Leiter des Münchner Filmmuseums. Er erzählte, daß er Komponist sei und sich für die Vertonung von Stummfilmen interessiere, es fehle ihm nur der geeignete Film. Ahnungslos und erfreut über das seltene Interesse breitete Patalas, der noch an das Gute im Komponisten glaubte, die Perlen der Filmkunst vor ihm aus und schlug ihm “Metropolis” vor. Das Ton-Drama nahm seinen Disco-Lauf.“

Robert van Ackeren im SPIEGEL
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Sven Safarow
10. August 2016 | Kommentieren | Artikel einzeln anzeigen |

Atmungssystem – Zu Toni Erdmann von Maren Ade

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Es gibt diese Momente. In denen fühlt sich eine Situation an, als möchte man sie sprengen. Und erst beim Gedanken an die Überschreitung einer sozialen Grenzempfindung formuliert sich eine solche erneut in ihrer Drastik, als Drohung und gleichermaßen als feines System der gegenseitigen Rücksichtnahme und Bekundung von Respekt, als Verteidigung eines legitimen Zwecks durch die Zurückstellung individueller Freiheit. In diesen Momenten muss die Frage angemessen sein, warum ein gesellschaftlicher Code gerade Beachtung findet. Worin besteht die Wurzel einer Übereinkunft und die Natur einer Gesellschaft? Und welche Übereinkünfte bestehen als entwurzelte Fragmente, die sich schleichend zu einer verborgenen Logik des gesellschaftlichen Lebens formen konnten? Um mitten in der Gesellschaft, insbesondere in der Klaustrophobie zivilisatorischer Ballungsräume, Luft zu holen, bedarf es längst Atemtechniken, die an sozialen Codes geschult sind. Das Atmen will gelernt sein. Oder man hält einfach die Luft an. Augen zu und durch. —> MEHR LESEN

Dennis Vetter

100 Deutsche Lieblingsfilme #58: He Joe (1966)

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Samuel Beckett hat mit dem 1965 erschienenen, puritanisch betitelten Film (Regie: Alan Schneider) zum ersten Mal ein Drehbuch geschrieben. Sein erster Kinoausflug, ein Stummfilm mit einem alternden Buster Keaton, der die meiste Zeit nur von hinten zu sehen ist, sollte auch sein letzter sein. Aber der Film ließ ihn nicht los. Im Jahr der Premiere hat Beckett dem Süddeutschen Rundfunk (SDR) angeboten, ein Fernsehspiel zu inszenieren. Das Ergebnis wurde 1966 zu Becketts sechzigstem Geburtstag gesendet: He Joe, ein dreißigminütiger Kurzfilm in Schwarzweiß, mit einem schweigenden Hauptdarsteller und einer unsichtbaren Frauenstimme, die ihm zuflüstert.
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Sven Safarow

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