
Screenshot Youtube Menahem Golan
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Versuch von Erinnerungen an die Filme von und eines Nachrufs auf Andrzej Żuławski

Es muss im Dezember 2006 gewesen sein, als ich Sano kennenlernte. Ich hatte im KommKino Benedek Fliegaufs DEALER vorgeführt, den Sano sich zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage angesehen hatte. Nach dem Film kamen wir, mittlerweile alleine (es hatte ohnehin nur eine Handvoll Zuschauer den Film sehen wollen), im Foyer ins Gespräch. Ich wusste mir auf Sanos erratisch scheinenden Geschmack keinen Reim zu machen, war aber fasziniert von seinen Ausführungen über das stete Shiften in der eigenen Filmrezeption – bei der Erstsichtung zwei Tage zuvor hatte er DEALER nichts abgewinnen können (ich schon), nun, nach der Zweitsichtung, war er beinahe enthusiasmiert. Schnell landeten wir im Reich unserer jeweiligen filmhistorischen Obsessionen, und bei Walerian Borowczyk, von dem Sano in einer Art und Weise schwärmte, die mir schon damals nahelegte, es mit einem geborenen Erotomanen zu tun zu haben. Ich hatte mir vorgenommen, nach Ende der öffentlichen Vorstellung noch privat eine DVD im Kinosaal zu sichten – so, wie ich es damals nach fast jeder meiner Vorführungen tat. Aus einem spontanen Bauchgefühl heraus lud ich Sano ein, an diesem Ritual teilzuhaben. „Hm. Eigentlich muss ich morgen früh in die Uni. Was hast du denn für Filme dabei?“ Verschämt, im Gefühl, diesem offenbar weltmännisch cinephilen und intellektuellen Geschöpf nichts bieten zu können, legte ich die vier oder fünf DVDs, die ich mitgenommen hatte, auf den Thresen. Es dürfte sich dabei überwiegend um italienische Genrefilme gehandelt haben. Sano begutachtete jede einzelne DVD kurz, bis ihm Andrzej Żuławskis POSSESSION unter die Augen kam. „Aaaaaaaaaaaaah!“ entfuhr es ihm. Weiterlesen “Aus der Unterwelt der Gefühle ins Licht des Seins” »
Achtung, Endspurt bei einer wichtigen Crowdfunding-Aktion: Rettet die Schwedin!
Nur noch wenige Tage, nämlich bis kommenden Sonntag, 31.1., bleibt Zeit, um sich an der Initiative zur Digitalisierung und Verfügbarmachung auf DVD (und ggf. Blu-ray) dieser einzig in aufgrund des Essigsyndroms verfallsbedrohten deutschen 35mm-Verleihkopien überlieferten britisch-schwedischen Rarität DER PERSER UND DIE SCHWEDIN aus den 60er Jahren zu beteiligen. Bei unserem 10. Hofbauer-Kongress erlebte der Film seine umjubelte Wiederentdeckung in Nürnberg und wurde seither auch in diversen anderen Off-Kinos der Republik gezeigt und gefeiert. Nun gilt es, dieses besondere Werk vor dem Verfall zu bewahren und nach vielen Jahrzehnten in der Vergessenheit endlich auch für heimische Bildschirme verfügbar zu machen – bereits ein kleiner Betrag, der lediglich dem Kaufpreis der liebevoll und aufwändig gestalteten DVD/BD entspricht, hilft dabei! Wer mehr geben kann, hilft natürlich noch mehr und erhält attraktive Prämien wie eine Privatvorführung einer ausgewählten Archiv-Rarität oder sogar eine der beiden originalen deutschen 35mm-Filmkopien. Aber es bleiben nur noch wenige Tage Zeit, daher nicht zögern – gebt euch einen Ruck und helft gleich heute mit! Lasst uns gemeinsam die Schwedin retten!
Warum der Film unbedingt gerettet werden sollte, erläutern in Texten und kurzen Interviewbeiträgen auf der Crowdfunding-Seite viele Besucher der Hofbauer-Kongresse. Außerdem kann hoffentlich auch der originale Kino-Trailer dazu motivieren, sich an dieser guten Sache im Sinne einer vielfältigen Filmkultur zu beteiligen:
Mit dem noch immer chronisch unterschätzten Lamberto Bava werden sich auf critic.de in den nächsten Wochen geschätzte Freunde und Kollegen beschäftigen, in Texten zu bekannten ebenso wie unbekannteren Filmen des Pop-Auteurs unter den italienischen Horror-Filmemachern. Neben Autoren wie Lukas Foerster, Michael Kienzl, Christopher Klaese, Oliver Nöding und Silvia Szymanski werden sich dort auch Alexander P., Robert und Sven über Bava-Filme auslassen. Ich selbst habe dazu einen kleinen Einführungstext geschrieben und würde mich freuen, wenn sich der ein oder andere unserer Leser zu diesem Special verirrt.
Zudem sei auch noch auf die vor Kurzem von X-Rated veröffentlichte DVD/Blu-ray-Edition von Bavas Frühwerk LA CASA CON LA SCALA NEL BUIO (1983) hingewiesen, die auch einen Audiokommentar enthält, den Pelle Felsch und ich im April dieses Jahres eingesprochen haben und der jene Hörer, die die erste Filmhälfte trotz meines Stotterns durchhalten, am Ende mit Ausführungen über Tennisbälle im Horrorfilm und 35mm-Filmklebepressen straft/belohnt.

Weiterlesen “„Ich denke, sein bester, ehrlichster Film ist ivansxtc“ – Lisa Enos über das Filmgeschäft, Tolstoi und Bernard Rose – Teil 2” »

Weiterlesen “THE CHELSEA GIRLS – documentation of a split-screen projection, 05/06/2014” »
Mit SigiGötz-Entertainment und seinem Herausgeber Ulrich Mannes haben wir bei diesem Kongress gleich noch einen zweiten besonderen Gästebesuch (zum ersten siehe Aufriss #4), auf den wir uns sehr freuen. Diese Einladung war schon länger geplant und allzu naheliegend, wenn man bedenkt, wie viele Überschneidungen es gibt zwischen den liebevoll als SGE-Kosmos bezeichneten Schwerpunkten des glamourösen Off-Filmmagazins und dem, was wir HK-Relevanz zu nennen pflegen. So ist es auch kein Zufall, dass die jeweiligen Aktivitäten gegenseitig aufmerksam verfolgt werden. Während wir regelmäßig auf neue SGE-Hefte bei Eskalierende Träume hinweisen und das Hofbauer-Kommando seit 2012 jährlich seine Jahres- und Entdeckungslisten (teils exklusiv!) in der Print-Ausgabe von SigiGötz-Entertainment veröffentlicht, waren die rasenden SGE-Reporter natürlich auch in der Vergangenheit bereits auf unseren Kongressen unterwegs und berichteten darüber etwa in Ausgabe 23. Zudem gelang es SigiGötz-Entertainment dank seiner gewieften Strategen als bislang einziger Publikation, ein exklusives Print-Interview mit den vier Mitgliedern des Hofbauer-Kommandos als Generationen-Gespräch bereits in Ausgabe 21 zu veröffentlichen. Höchste Zeit also, dass der Kongress zu einem offiziellen SGE-Special einlädt und mit gleich drei Programmen tief in den SGE-Kosmos eintaucht. Den Auftakt macht am Freitag, 25.7. um 17:00 Uhr im KommKino ein „SGE meets FWU“-Kurzfilmprogramm, bei dem zwei große deutsche filmbezogene Institutionen aufeinander treffen!
Weiterlesen “13. Hofbauer-Kongress, Aufriss #6” »

Die Geschichte Nakahiras, geboren am 3. Januar 1926 in Tokio, ist vor allem die Geschichte EINES Films: CRAZED FRUIT (Kurutta kajitsu) von 1956. Zumindest ist dies der Eindruck, den man gewinnen könnte, wenn man sich intuitiv auf die Suche nach dem Namen Nakahira in unterschiedlichen filmhistorischen Darstellungen macht, immer wieder auf diesen Film verwiesen wird, der als epochaler Meilenstein gilt, als einer der wichtigsten Filme der 1950er Jahre, der das japanische Nachkriegskino wie kaum ein anderer mit seinem wilden Ungestüm umkrempelte und nahezu im Alleingang die japanische „Neue Welle“ in Gang gesetzt zu haben scheint. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, Nakahira hätte nach dieser imposanten Großtat den Regisseursberuf an den Nagel gehängt und sich in den frühzeitigen Ruhestand verabschiedet. Doch was kam wirklich danach? Eine kleine (unvermeidlich ebenso unvollständige wie kursorische) Spurensuche anlässlich der bevorstehenden Retrospektive bei der diesjährigen Ausgabe der NIPPON CONNECTION in Frankfurt… Weiterlesen “CRAZED FRUIT und dann? Auf den Spuren von Kô Nakahira…” »