100 Deutsche Lieblingsfilme #61: Eheinstitut Aurora (1962)

Deutsche Träume anno ’60

Ein Film, der direkt mit einer feinen Überraschung einsteigt: das titelgebende Eheinstitut leitet und der Liebe wildfremder Menschen verpflichtet fühlt sich niemand anderes als die nur allzu oft unnachahmlich strenge Elisabeth Flickenschildt, schreckliche Mutter so vieler in der selben Epoche entstandener Edgar Wallace-Filme. Hier hingegen darf sie schon beim ersten Auftritt mit Gusto Annoncen diktieren, dabei strahlend wie ein Kind durchs Bild tänzelnd, lachend, sich sonnend, in Erfolg wie Adelstitel. Sie derart ausgelassen zu sehen – es ist eine wahre Wonne! Doch dann endet die Eröffnungssequenz, voller Niedertracht schlägt die Härte des Alltags auf. Weiterlesen “100 Deutsche Lieblingsfilme #61: Eheinstitut Aurora (1962)” »

Deutschland im Film: Das gelbe Haus am Pinnasberg (1970)

Von der eingesperrten Liebe

Hamburg, Ende der 60er Jahre. Ein illustrer Haufen Männer versammelt sich auf einem Friedhof, nimmt Abschied von Jemandem, der unzweifelhaft einer der ihren war. Leicht im Abseits, ein gestrenger Herr: Werner Zibell heißt er, General a.D., Relikt des (immer wieder wird es angedeutet, aber nie ausgesprochen) Zweiten Weltkrieges. Nicht nur ein Zementwerk – das er allerdings spürbar weniger zu lieben scheint- leitet dieser mustergültige Macher des deutschen Wirtschaftswunders, sondern auch ein Bordell. Ein Bordell nicht für Männer, sondern vielmehr speziell geeicht auf die Bedürfnisse der „modernen Frau“, wie man immer wieder zum Besten zu geben weiß. Und Episoden aus diesem gelbgestrichenen Refugium abseits genormter Sexualität serviert Alfred Vohrer uns in diesem Film, moderiert von der real-existenten, beinahe gebrechlichen Amateurautorin Bengta Bischoff, deren gleichnamiger Roman als Vorlage diente. Weiterlesen “Deutschland im Film: Das gelbe Haus am Pinnasberg (1970)” »

Das Glück kommt am Sonntag (1959)

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Deutschland im Film: Vulkan der höllischen Triebe (1968)

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Deutschland im Film: Der Fälscher von London (1961)

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100 Deutsche Lieblingsfilme #60: Melodie des Herzens (1929)

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Die Macht der Bewegung – Phenomena (1985)

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Deutschland im Film: Ein Mädchen aus Flandern (1956)

Von den Strapazen des Menschseins

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Dostoevsky’s Travels (1991) oder Rette uns, Dimitri!

Dimitri Dostojewski ist der Urenkel des großen russischen Schriftstellers gleichen Namens. Drüben in der zerfallenden Sowjetunion ist er ein arbeitsloser Straßenbahnfahrer. In Europa hingegen ist er nicht nur der letzte Nachkomme, sondern auch ein Platzhalter für die viel besungene russische Seele und alles, was sonst so gut ist an der Russiana! Er, der Pragmatiker mit dem zaghaften Gemüt, wird von der schleswig-holsteinischen Dostojewski-Gesellschaft als „Experte“ geladen, um fachkundige Vorträge über Literatur und Gesellschaft zu halten; er wird durch diverse Empfänge und Diskussionsrunden geschleift, weil sich die Menschen Antworten erhoffen, was mit diesem großen Land geschehen wird, wohin es steuert (doch hoffentlich Richtung Demokratie) und ob die Lektüre des ehrenwerten Fjodor das russische Volk wird erretten können; und außerdem weil sein Name, ach, dieser Name, so schön funkelt. Und dabei will Dimitri doch nur einen Mercedes kaufen.
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Andrej schafft sie alle – Opfer (1986)

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Es gibt diese emblematische Einstellung irgendwann zu Beginn von Andrej Tarkowskijs letztem Film, Opfer. Sie besteht aus dem Blick in ein Buch. Erland Josephsons Hände blättern Seite um Seite gemächlich um und die darauf abgebildeten Ikonenmalereien werden ausladend präsentiert. Das Bezeichnende daran ist, dass Alexander, der von Josephson gespielte Hauptdarsteller, sie nicht einfach anschaut, sondern kommentiert. Unschuldig seien sie, tief und unschuldig. Er kann seine Überwältigung nicht stehen lassen, sondern muss behaupten… behaupten, was seiner Meinung nach zu sehen ist. Aber wie wenn Mormonen bei einem zu Hause auf der Couch sitzen und einem mit auswendig gelernten Argumentationen den Blick auf die Welt zurechtrücken wollen, sind diese Erklärungen dabei kaum mehr als Worthülsen. Leere Sentenzen. Slogans der eigenen Ergriffenheit, die sich dieser aber nicht annähern und keinen Wert haben. Tief und unschuldig, was heißt das schon. Weiterlesen “Andrej schafft sie alle – Opfer (1986)” »