
Hiermit also doch bereits während des Festivals der Versuch, zwischendurch zumindest ein paar kurze Kommentare und Notizen zu ein paar Filmen festzuhalten. Weiterlesen “Filmfest München 2011: Kurzkommentare (1)” »

Das 29. Filmfest München findet von 24.6. bis 2.7.2011 statt. Infos: Homepage.
Nach der ersten Enttäuschung über einige im Programm fehlende Filme, auf die ich gehofft hatte, macht sich nach genauerem Durchstöbern des Filmangebots bei mir kurz vor dem Festivalstart doch zunehmend gespannte Vorfreude breit, zumal sich angesichts des schieren Umfangs und der Vielfalt des Programms einmal mehr genug Spannendes finden dürfte, um die acht Festivaltage mühelos auf interessante Weise auszufüllen. Nachdem während des Festival kaum Zeit für eine schriftliche Aufarbeitung bleiben dürfte (dafür aber vielleicht hinterher), versuche ich mich zum Ausgleich wenigstens an ein paar Vorab-Betrachtungen zum Programm, zumal ich nicht zuletzt dank der letztjährigen Viennale auch bereits den ein oder anderen Film gesehen habe und auch sonst vielleicht ein paar Filme auf meiner Sichtungsliste stehen, die in den meisten Berichterstattungen weder vorher noch nachher viel Aufmerksamkeit bekommen dürften. Daher nachfolgend ein paar ausgesprochen subjektive Einschätzungen und Mutmaßungen zu den einzelnen (wichtigsten) Programmsektionen… Weiterlesen “Filmfest München 2011: Warm-Up & Vorab-Überblick” »

Was auch immer man in unseren kulturfeindlichen Zeiten der Filmhistorie unserer lieben Heimat, sei sie preußisch, bayerisch, österreichisch oder schwyzerisch, vorwerfen kann – einen Mangel an verständnisvollen Gefühlen ganz gewiß nicht! Neben diversen unverkrampften ausländischen Billigproduktionen verstanden sich auch die umtriebigen DÖS-Filmhandwerker stets prächtig darauf, die intimsten, aber auch die schändlichsten Geheimnisse der deutschsprachigen Weltbevölkerung ans Licht zu zerren und den begierigen Blicken des kundigen Publikums im Bierkrug darzureichen. Nicht selten waren diese offenherzigen, schonungslosen, aber doch auch unverhüllten Darbietungen gefolgt von Empörung oder gar Verdammung. Jedoch: Ihre Stoß-, Stand- und Unterhaltungskraft hält bis heute an und beschert auch dem jungen und wissbegierigen Dreigestirn des Hofbauer-Kommandos noch freudige Stunden und unaufhörlich strapazierte Hosen.
Daher war das Glück auf unserer Seite, als sich im knospenden Frühling des ersprießlich gedeihenden Jahres 2011 die „Aktion deutscher Film“, inzwischen kurz „DÖS“ (für die anheimelnde Dreifaltigkeit Deutschland-Österreich-Schweiz) genannt, aus den Tiefen der sog. „Blogosphäre“ heraus offenbarte. Das Hofbauer-Kommando fühlt sich den Initiatoren dieser neuen, jungen und hoffentlich in Zukunft auch frisch-frei-fröhlichen Bewegung zu tiefstem Dank verpflichtet und belobigt die moderne Neugierde auf den deutschsprachigen Filmausstoß. Betrüblich mutet hingegen an, dass bislang trotz aller redlichen Bemühungen die sinnliche, lustvolle, erotische, anregende und ausgelassene Seite des DÖS kläglich vernachlässigt wurde (von vereinzelten zu belobigenden Ausnahmen abgesehen). Um es mit den Worten unserer esoterischen Privatsprache zu sagen: Die Hosen blieben bislang leer! Weiterlesen “Aktion deutscher Film #2: Aus den zwielichtigen Kellern lüsterner Filmtheater” »

Erleben Sie Sex und Spannung in einem Film für Kenner! Sehen Sie diesen aktionsbetonten dokumentarischen Krimi von internationalem Rang! Wagen Sie einen Blick in die Nachtlokale und Amüsierstuben unserer Zeit! Es ist die abenteuerliche und gefahrvolle Welt der Halbweltgangster und Sittenstrolche, in der sich alles um Miezen und Moneten dreht und die Triebhaftigkeit ungehindert gedeiht. Eine Welt, in der die Aufrechten den Anfechtungen der Verderbtheit und der Anziehungskraft von halbseidenen Attraktionen ausgeliefert sind.
Strichkatzen, Bordsteinschwalben, Pflasterziegen – sie haben viele Namen, die fleißigen Bienen vom fröhlichen Bock. Ihr Revier ist die Straße, ihre Beute ist das Laster. Sie verstehen es, aus Lüsternheit und Perversion ein einträgliches Geschäft zu machen. Die Moral nehmen sie auf die leichte Schulter, denn gewerbsmäßige Unzucht ist ihr täglich Brot.
Die Girls von heute sind keine Kinder von Traurigkeit. Manch kesse Hupfdohle träumt vom großen Luxus und erliegt dem Lockruf des leichtverdienten Geldes. Versuchungen pflastern ihren Weg, Schamlosigkeit und Versündigung sind oft das Resultat. Ihr flottes Mundwerk und ihr aufreizendes Äußeres bringen so manchen Mann um den Verstand und um das Portemonnaie. Man kann es den Herren bei diesen Hüften auch kaum verargen, dass sie sich nicht mehr mit Gedanken an ihre dürren Klepper zuhause plagen! Ein Gemisch von Sachlichkeit und Raffinement, das fasziniert.
Erleben Sie die hinreißende Vera Tschechowa, den blutjungen Star aus „Noch minderjährig“. Unter der erfahrenen Regie von Rolf Olsen reift ihr Stern zu voller Blüte heran. Zwischen Jet-Set und Hinterzimmer versucht sie ihr Glück. Ihrem charmanten Liebreiz kann sich auch ein junger Mann aus Wien nicht entziehen. Ahnungslos von ihren schlüpfrigen Geheimnissen folgt er ihr nach Frankfurt, doch seine Rechnung geht nicht auf: er hatte sich falsche Hoffnungen auf Ehre und Treue dieser Frau gemacht. Wie Mädchen heute Männer lieben – auch davon berichtet dieser Film.
Gemeine Rauschgiftschmuggler, ruchlose Häscher, dreckige Kindertreiber, fiese Kanaillen, streitsüchtige Radaubrüder – im Moloch der Großstadt tummeln sich lichtscheue Gestalten, denen man nicht auf der Hintertreppe begegnen möchte. Sie verkehren in zwielichtigen Spelunken und heruntergekommenen Animierschuppen. Rücksichtslose Abkocher, die mit allen Wassern gewaschen sind. Mit ihnen ist nicht gut Kirschen essen, denn Anstand und Menschlichkeit sind ihnen fremd.
In den Gassen dieser Stadt von Weltformat lauert der Tod. Eine Serie von Dirnenmorden bringt Unruhe und Verdruss in die Kaschemmen. Ein Scheusal, ein Monstrum, eine Bestie in Menschengestalt rückt den leichten Mädchen zu Leibe. „Ich will auch Liebe machen“, schäumt es aus ihm hervor, doch mit solchen Zudringlichkeiten ist heutzutage kein Stich mehr zu machen – mit ihm wollen sie es nicht treiben. Krank vor Verlangen, gedemütigt durch Zurückweisung, sticht er nun gnadenlos zu!
Sehen Sie ein schonungsloses Protokoll menschlicher Gier und sittlicher Verkommenheit! Ein authentischer Tatsachenbericht über die Verfehlungen unserer Zeit. Kriminalität aus Müßiggang und Begehrlichkeitsverbrechen steigen weiterhin sprunghaft an. In Frankfurt ist jeder sechzehnte Einwohner straffällig, in anderen Städten ist es nicht besser. Könnten wir aber nicht alle mehr dazu beitragen, überall die Kriminalität zu behindern und Verbrechen verhüten zu helfen? Wir alle – auch Sie! Tun Sie den ersten Schritt! Sehen Sie es mit eigenen Augen: In Frankfurt sind die Nächte heiß!
In Frankfurt sind die Nächte heiß – BRD, Österreich 1966 – 97 Minuten (Videofassung um ca. 35 Minuten gekürzt) – Regie: Rolf Olsen – Drehbuch: Rolf Olsen – Kamera: Karl Löb – Musik: Erwin Halletz – Darsteller: Vera Tschechowa, Erik Schumann, Barbara Valentin, Richard Münch, Walter Kohut, Konrad Georg, Claus Ringer, Christiane Rücker, Fritz Tillmann.

Eskalierende Träume machte bereits letztes Jahr auf die erste Ausgabe von MONSTER MACHEN MOBIL, dem 2010 aus der Taufe gehobenen Hamburger SciFi-Horror-Festival, aufmerksam. Auch dieses Jahr kommt man angesichts des erneut sehr reizvollen Programms nicht umhin, dieses Festival allen auch nur entfernt Genreinteressierten, für die Hamburg in Reichweite liegt, unbedingt ans Herz zu legen. Von Freitag, den 6. Mai bis Sonntag, den 8. Mai 2011 werden im Metropolis-Kino Hamburg an drei Tagen insgesamt neun teils (besonders im Kino) seltene Schmankerl der namensgebenden Genres präsentiert, laut Veranstaltern sämtlich als 35mm-Kopien sowie zusätzlich garniert von „einem bunten Programm aus seltenen Phantastik-Trailern (50ies, 60ies, 70ies Monster-Horror-SciFi), Cartoons, Bühnenshows und dergleichen mehr“. Die Filme im Einzelnen: Weiterlesen “2. Hamburger SciFi-Horror-Festival” »
April 30, 2011 | Veröffentlicht in
Andreas,
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Letztes Jahr verliefen alle Bestrebungen zu einem gemeinsamen Posting mit unseren gesammelten Jahreslisten im Sande. Diesmal haben wir uns fest vorgenommen, es nicht noch einmal so weit kommen zu lassen, sondern einige Tage nach unseren Entdeckungslisten dann auch die Jahreslisten mit unseren Favoriten des aktuellen Film- und Kinojahrgangs (weitgehend ungeachtet der häufig verzögerten regulären Starttermine, stattdessen am tatsächlichen eigenen Sichtungsjahr orientiert, ob Festival, Kinostart oder DVD-Import) folgen zu lassen – und das nicht weniger umfangreich und ausufernd. In einem nachgerade wahnwitzigen Kraftakt ist dieses Unterfangen diesmal ausnahmsweise tatsächlich geglückt, weshalb wir nun nachfolgend das neue Jahr gebührend mit der krönenden Fortsetzung des zum Abschluss des alten Jahres begonnenen Listenwahnsinns einleiten wollen…

Weiterlesen “Gesammelte Jahreslisten 2010” »
Gesamtliste meiner gesehenen aktuellen Filme 2010 (oder: die Langfassung meines Beitrags zu diesem ET-Sammelposting).


Ein in Sachen Kino und Film reichlich wahnsinniges, irrwitziges Jahr. Nicht nur hinsichtlich der bereits gewürdigten älteren Entdeckungen, genauso sehr und mit ähnlicher Begeisterung auch hinsichtlich des aktuellen Jahrgangs. Nie zuvor habe ich so viele (sowohl alte als auch neue) Filme in einem Jahr gesehen wie 2010, und auch wenn es dank komprimierter, kurzzeitig geballter Festivalexzesse (vor allem Berlinale, Filmfest München, Viennale, Fantasy Filmfest) dann im restlichen Jahr bisweilen eher gemäßigt zuging, so kam doch diesmal die bislang für meine Verhältnisse unfassbare Zahl von rund 190 gesehenen aktuellen Filmen (darunter etwa fünfzehn Kurzfilme, der Rest Langfilme) zustande. Unglaublich auch deshalb, weil ich mit gelegentlichen Ausnahmen doch trotzdem ziemlich selektiert geschaut habe und abgesehen von einer Reihe tatsächlich übler Missgriffe mit meiner Ausbeute nicht nur mehr als zufrieden, sondern ausgesprochen begeistert bin. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass mein Sichtungsjahr gewissermaßen nach vorne (2009er Premieren) und nach hinten (2011er Kinostarts und Importe) ausschlägt, weil einiger meiner Favoriten bereits 2009 international zu sehen waren, aber erst 2010 wirklich rumgekommen sind (bei „Raging Sun, Raging Sky“ habe ich lange gezögert, weil ich den schon bei der Berlinale 2009 unbedingt sehen wollte [er mir insofern dann eigentlich doch fast zu alt war, obwohl seine deutsche DVD-Premiere erst im Dezember 2010 stattfand] und mich dann ärgerlicherweise kurzfristig dagegen entschieden habe, im Gegensatz zu einigen glücklichen ET-Mitautoren), während andere Filme quasi noch frisch aus Venedig bzw. der Viennale stammen und bislang auch international noch kaum zu sehen waren. Was mich dann fast zu der Überlegung, mich ausnahmsweise bei der Jahresliste auf das Produktionsjahr 2010 zu beschränken und verspätet verbreitete 2009er Produktionen nicht zu berücksichtigen, aber das hätte mich nicht nur um meinen Film des Jahres gebracht, sondern ich halte es auch allgemein bei einer Listenerstellung am unmittelbaren Jahresende für ein ungeeignetes, verzerrendes Vorgehen (bei rückblickender Listenerstellung mit mehrjährigem Abstand ist es dagegen natürlich das einzig sinnvolle Vorgehen), das dem Sichtungsjahr auch nicht gerecht geworden wäre. Insofern also lieber die volle Ladung, von einzelnen arg verspätet rumgekommenen 2008er Produktionen abgesehen („Wendy & Lucy“ konnte ich etwa erst Anfang 2010 regulär im Kino sehen, aber es wäre reichlich witzlos, ihn nun im gleichen Jahr auf die Liste zu setzen wie Kelly Reichardts zwei Jahre später entstandenen „Meek’s Cutoff“, den ich wiederum bereits in diesem Jahr sehen konnte). Kurzum: das Spektrum war breit, die Auswahl schwer und am Ende entschied ich mich in Anbetracht dieser Umstände dafür, statt meiner üblichen Top-20 eine Top-40 zu erstellen, die auch auf den letzten Rängen noch dermaßen stark ist, dass in einem schwachen Jahrgang sofort bei jedem dieser Filme auch die Nennung in einer Top-10 absolut vertretbar wäre. Ein Jahr der Extreme, das mich mit so manchem kleinen 35mm- und 16mm-Wunder einerseits immer wieder an die immer noch einzigartigen, ureigenen Möglichkeiten von klassischem Filmmaterial erinnert hat, mich gleichzeitig aber auch mehr denn je mit dem digitalen Kino versöhnt hat, das zum Glück neben ambitionslosen „Fake-Film“-Filmen (aka digital, das via Nachahmung den Eindruck von analog machen möchte) dann zum Glück doch häufig auf hochspannende Weise ästhetisches Neuland erforschte („In the Woods“ oder „Film Socialisme“ wären Musterbeispiele). Auch wenn ich zugeben muss, bei allem mittlerweile entdeckten Genuss, den auch eine gute HDCam-Projektion bieten kann, indem sie der Glätte und Flachheit der digitalen Bilder einen ganz eigenen Reiz gibt, so ist es doch auch sofort wieder um mich geschehen, wenn jemand wie Peter Tscherkassky im direkten Zugriff aufs Rohmaterial das Kino an seinen technischen, handwerklichen Grundlagen anpackt und zum puren Strom der sinnlichen, greifbaren, materiellen Attraktionen gerinnen lässt. Es geht eben um Vielfalt, um die werktreue Entfaltung verschiedener filmischer Ausdrucksmöglichkeiten (analoge Filmformate, digitale Videoformate, Mischformen) in ihrer ureigenen Form, und vielleicht besteht diese in der gegenwärtigen Übergangsphase trotz aller Einschränkungen dann tatsächlich in einer Ausprägung, von der man früher nichts ahnen konnte und musste, und von der man später vielleicht nur noch träumen kann, weil das digitale Kino leider nicht nur das erfreuliche Ziel der Erweiterung der Möglichkeiten von Film/Video, sondern aufgrund der Ziele seiner Verfechter noch viel mehr eine äußerst unerfreuliche ökonomische und technische Verdrängungsstrategie fährt. Umso mehr freue ich mich, solange es geht, an dem, was trotz allem in dieser und anderer Hinsicht immer wieder und noch immer möglich ist. Um noch einmal auf das Sichtungspensum zurück zu kommen: angeregt durch Sanos eigene Handhabung (die hinsichtlich 2010 wohl nachgereicht wird) und den Umstand, dass ich im Gegensatz zu einigen ET-Mitautoren kein regelmäßiges, vollständiges Sichtungstagebuch auf dem Blog führe, habe ich nachfolgend eine grob nach ungefähren Wertschätzungs-Bereichen (innerhalb derer aber nicht) sortierte Gesamtliste aller gesehenen aktuellen Filme erstellt.
Sonderkategorien:
Materialfetischisten-Award für den bestaussehendsten Film des Jahres (nur auf DI-freiem 35mm/1,37:1 nachvollziehbar):
La Vie au Ranch (Sophie Letourneur)
Lobende Erwähnungen für weitere (film)materialästhetische Betörungen: „Get Out of the Car“ & „Let Each One Go Where He May“, die den Beweis antreten, dass es auch heute trotz aller extremen Widrigkeiten noch möglich ist, schlichtweg wunderschöne 16mm-Kopien von 16mm-Filmen herzustellen. Wer das im Kino sieht und einen Sinn dafür hat, kann dem nur mit aufrichtiger Freude und Dankbarkeit begegnen, denn bald wird es damit wohl unwiederbringlich vorbei sein.
Wobei zu diesem Thema großartige 35mm- und überhaupt Kino-Erlebnisse wie „The Portuguese Nun“, „Poetry“ oder „Gallants“ genauso wenig unterschlagen seien wie tolle Super16-to-35mm-Blow-Ups wie „Geburt“, „Amer“ oder „Attenberg“.
Spaßfilm des Jahres:
Piranha 3D (Alexandre Aja)
Trailer des Jahres:
Who Killed Captain Alex? (ein kleines, verheißungsvolles Wunder)
Top 40 meiner Lieblingsfilme 2010:
1. The Portuguese Nun (Eugène Green)
2. Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives (Apichatpong Weerasethakul)
3. Film Socialisme (Jean-Luc Godard)
4. In the Woods (Angelos Frantzis)
5. Poetry (Lee Chang-dong)
6. Coming Attractions (Peter Tscherkassky)
7. Les herbes folles (Alain Resnais)
8. Raging Sun, Raging Sky (Julián Hernández)
9. Das rote Zimmer (Rudolf Thome)
10. Get Out of the Car (Thom Andersen)
11. Let Each One Go Where He May (Ben Russell)
12. Meek’s Cutoff (Kelly Reichardt)
13. Oxhide 2 (Liu Jiayin)
14. Die Autobiographie des Nicolae Ceausescu (Andrei Ujica)
15. The Lips (Santiago Loza, Iván Fund)
16. Oki’s Movie (Hong Sang-soo)
17. Das elektrische Paradies (Michael Busch)
18. The Strange Case of Angelica (Manoel de Oliveira)
19. Attenberg (Athina Rachel Tsangari)
20. The Life and Death of a Porno Gang (Mladen Djordjevic)
21. Bas-Fonds (Isild Le Besco)
22. Los jóvenes muertos (Leandro Listorti)
23. Geburt (Silvia Haselbeck, Erich Langjahr)
24. Orly (Angela Schanelec)
25. Amer (Hélène Cattet, Bruno Forzani)
26. Guest (José Luis Guerín)
27. Road to Nowhere (Monte Hellman)
28. Gallants (Derek Kwok, Clement Cheng)
29. Woman on Fire Looks for Water (Ming Jin Woo)
30. Von Menschen und Göttern (Xavier Beauvois)
31. My Joy (Sergei Loznitsa)
32. Outrage (Takeshi Kitano)
33. Hadewijch (Bruno Dumont)
34. Winter House (Gonzalo Castro)
35. The Day Was a Scorcher (Ken Jacobs)
36. Caterpillar (Koji Wakamatsu)
37. You All Are Captains (Oliver Laxe)
38. Der Räuber (Benjamin Heisenberg)
39. You Think You’re the Prettiest, But You Are the Sluttiest (José Manuel Sandoval)
40. La bocca del lupo (Pietro Marcello)
Runners-Up:
Im Schatten (Thomas Arslan)
Villalobos (Romuald Karmakar)
The Sword and the Rose (João Nicolau)
La Pivellina (Tizza Covi, Rainer Frimmel)
Shadow Cuts (Martin Arnold)
Double Tide (Sharon Lockhart)
The Four Times (Michelangelo Frammartino)
El Sicario, Room 164 (Gianfranco Rosi)
Piranha 3D (Alexandre Aja)
Nostalgia de la luz (Patricio Guzmán)
Ha Ha Ha (Hong Sang-soo)
Paula-Paula (Jess Franco)
The Oath (Laura Poitras)
Boris Lehman et ses amis: Retouches et réparations / Choses qui me rattachent aux êtres / Un peintre sous surveillance (Boris Lehman)
Paju (Park Chan-ok)
White Material (Claire Denis)
Carlos (Olivier Assayas)
Trash Humpers (Harmony Korine)
Bedways (RP Kahl)
Alamar (Pedro González-Rubio)
Bemerkenswert:
The Road (John Hillcoat)
Der Wanderer (Avishai Sivan)
Mundane History (Anocha Suwichakornpong)
I Travel Because I Have To, I Come Back Because I Love You (Marcelo Gomes, Karim Aïnouz)
Unter dir die Stadt (Christoph Hochhäusler)
Un día menos (Dariela Ludlow)
Tetro (Francis Ford Coppola)
Eighteen (Jang Kun-jae)
Belair (Bruno Safadi, Noa Bressane)
The Stranger’s Land (Xavier Marrades)
Der Vater meiner Kinder (Mia Hansen-Løve)
Lourdes (Jessica Hausner)
The Loved Ones (Sean Byrne)
Monsters (Gareth Edwards)
Rubber (Quentin Dupieux)
The Land Inhabited (Anna Sanmartí)
Survival of the Dead (George A. Romero)
La Vie au Ranch (Sophie Letourneur)
A Loft (Ken Jacobs)
The Social Network (David Fincher)
Aurora (Cristi Puiu)
Tranquility (Siegfried A. Fruhauf)
W2 (Alexander Biedermann)
Marwencol (Jeff Malmberg)
Unstoppable (Tony Scott)
Gelungen:
Crab Trap (Oscar Ruíz Navia)
Portrait of the Fighter as a Young Man (Constantin Popescu)
La belle visite (Jean-François Caissy)
Kyoto Story (Yamada Yoji, Abe Tsutomu)
Red Riding: 1974 (Julian Jarrold)
Anvil! The Story of Anvil (Sacha Gervasi)
The Exploding Girl (Bradley Rust Gray)
Mr. Nice (Bernard Rose)
I Wish I Knew (Jia Zhang-Ke)
I’m Glad My Mother is Alive (Claude Miller, Nathan Miller)
Valhalla Rising (Nicolas Winding Refn)
Dev. D (Anurag Kashyap)
Redland (Asiel Norton)
My Son, My Son, What Have Ye Done? (Werner Herzog)
Shutter Island (Martin Scorsese)
Symbol (Hitoshi Matsumoto)
Schmutziger Süden (Klaus Lemke)
The Ape (Jesper Ganslandt)
We Are What We Are (Jorge Michel Grau)
Ip Man 2 (Wilson Yip)
Gamer (Mark Neveldine, Brian Taylor)
Self-Examination Remote Control (Eve Heller)
Cycle (Volker Schreiner)
Tuesday, After Christmas (Radu Muntean)
Night Mayor (Guy Maddin)
Maybe Siam (Christoph Girardet, Matthias Müller)
The Stool Pigeon (Dante Lam)
Reise nach Agatis (Marian Dora)
Bal (Semih Kaplanoğlu)
Okay:
Eastern Drift (Sharunas Bartas)
Summer Wars (Mamoru Hosoda)
Nénette (Nicolas Philibert)
Winter’s Bone (Debra Granik)
Missing Man (Anna Fenchenko)
About Her Brother (Yoji Yamada)
Vincent will Meer (Ralf Huettner)
Turistas (Alicia Scherson)
Die Fremde (Feo Aladag)
Little Baby Jesus of Flandr (Gust Van den Berghe)
Café Noir (Jung Sung-Il)
Persécution (Patrice Chéreau)
Inception (Christopher Nolan)
Kaboom (Gregg Araki)
A Serious Man (Joel & Ethan Coen)
Free Land (Minda Martin)
La vida sublime (Daniel V. Villamediana)
Studien zum Untergang des Abendlandes (Klaus Wyborny)
Guerra Civil (Pedro Caldas)
Transit (Angela Zumpe)
Fire of Conscience (Dante Lam)
Enter the Void (Gaspar Noé)
Greenberg (Noah Baumbach)
Humpday (Lynn Shelton)
I Killed My Mother (Xavier Dolan)
Mouse Palace (Harald Hund, Paul Horn)
Summer of Goliath (Nicolás Pereda)
Mäßig:
Haze (Tayfun Pirselimoglu)
The Well (Umesh Vinayak Kulkarni)
Waste Land (Lucy Walker, João Jardim, Karen Harley)
Heartless (Philip Ridley)
Hotel Atlântico (Suzana Amaral)
Life During Wartime (Todd Solondz)
Frozen (Adam Green)
The Killer Inside Me (Michael Winterbottom)
Red Hill (Patrick Hughes)
Reykjavik Whale Watching Massacre (Julius Kemp)
Trinkler (Marie-Catherine Theiler)
Wednesday Morning Two A.M. (Lewis Klahr)
The Forgotten Space (Allan Sekula, Noël Burch)
Cyrus (Jay Duplass, Mark Duplass)
Versailles (Pierre Schoeller)
Schwach:
Bad Family (Aleksi Salmenperä)
Exit Through The Gift Shop (Banksy)
Engel mit schmutzigen Flügeln (Roland Reber)
Up in the Air (Jason Reitman)
[Rec] 2 (Jaume Balagueró, Paco Plaza)
Rampage (Uwe Boll)
Darfur (Uwe Boll)
Khargosh (Paresh Kamdar)
Illégal (Olivier Masset-Depasse)
Certified Copy (Abbas Kiarostami)
The Dark House (Wojtek Smarzowski)
Greetings from the Woods (Mikel Cee Karlsson)
The Human Centipede (First Sequence) (Tom Six)
Four Lions (Chris Morris)
Rammbock (Marvin Kren)
A Screaming Man (Mahamat-Saleh Haroun)
Dream Home (Pang Ho-Cheung)
Somewhere (Sofia Coppola)
Quälend mies:
A White Night (Masahiro Kobayashi)
Der Doppelgänger (Christopher Lenke & Philip Nauck)
Love Crime (Alain Corneau)
Adèle und das Geheimnis des Pharaos (Luc Besson)
Absolut unerträglich:
La Herencia Valdemar (José Luis Alemán)
No Reason (Olaf Ittenbach) (zzgl. partiellem Schlock-Spaß!)
A Serbian Film (Srdjan Spasojevic)
Centurion (Neil Marshall)
Der letzte schöne Herbsttag (Ralf Westhoff)
4 x 10+ = das Entdeckungsjahr 2010 in vier 10er-Listen plus Ergänzungen
Ältere Filme, erstmals gesehen: Entdeckungen 2010 – es handelt sich um die ausufernde, maßlose, unbeherrschte Langfassung meiner Liste aus diesem Sammelposting. Und dieser Beitrag hier ist nicht nur eine Ergänzung, sondern eine Komplettfassung, insofern überschneidet er sich natürlich zu großen Teilen mit dem Sammelposting. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der nachfolgende Beitrag lediglich für Listen-Fetischisten und besonders Unerschrockene geeignet sein dürfte. Obwohl ich sehr, sehr vieles aussortiert habe, ist die Auswahl noch immer ziemlich wahnwitzig, was gewissermaßen dann aber eben doch recht gut dem Sichtungsjahr entspricht. Irgendwann hatte ich auch einfach keine Zeit, Lust und Nerven, noch weitere Aussiebungsrunden durchzuführen. Und nach einer Weile wird das Erstellen einer solchen Extended-Liste dann bei allem eigentlich antreibenden Spiel & Spaß dann doch dermaßen enervierend, dass man irgendwann einfach nur noch den ganzen Kram fertig stellen und loswerden möchte. Zumindest ging’s mir in diesem Fall so. Insofern fehlt bestimmt noch immer einiges (manches ganz bewusst, andereres vielleicht nur aus Versehen), manch anderes hätte man vielleicht auch durchaus noch rausschmeißen können, aber egal: passt schon alles irgendwie so. Dass die Filme mitunter aus sehr unterschiedlichen Gründen und aus sehr unterschiedlichen Kontexten heraus auf der Liste gelandet sind (z.B. würde man angesichts meiner Vorliebe für Sleaze, Trash und mitunter Schlock wohl kaum vermuten, dass ich zu den wenigen Menschen auf diesem Planeten gehöre, die im berühmt-berüchtigten MANOS keine Spaßgurke, sondern tatsächlich einen auf äußerst eigenwillige, inspirierte Weise interessanten, guten Film sehen, der aber von konventionellen Qualitäts-Kriterien natürlich denkbar weit entfernt ist), dürfte sich von selbst verstehen, lässt sich im Rahmen einer solch umfassenden Liste aber natürlich leider in keiner Weise transparent machen (dazu bräuchte es wohl ein riesiges begleitendes Handbuch ;)). Und ja, das ist schon alles ziemlich pervers, hier werden diesmal halt keine halben Sachen gemacht, sondern es wird richtig ausgeholt. Insofern geht’s nun auch gleich in die Vollen…
10 entdeckte Regisseure (Bedingung: jeweils mindestens drei gesehene, sehr geschätzte, neu entdeckte Filme in diesem Jahr), jeweils drunter dann meine drei zugehörigen Lieblingsfilme (bei Hofbauer und Franco musste ich auf vier aufstocken, nicht zuletzt wegen der im Vergleich zu den anderen Regisseuren deutlich höheren Anzahl gesehener Filme):
* Rogério Sganzerla
Copacabana mon amour
The Woman of Everyone
Sem Essa, Aranha
* Susumu Hani
Das Mädchen Nanami
Sie und Er
Die Bewährung
* Helmut Dziuba
Sabine Kleist, 7 Jahre
Der Untergang der Emma
Als Unku Edes Freundin war…
* Zbyněk Brynych
Engel, die ihre Flügel verbrennen
Oh Happy Day
Mravenci nesou smrt
* Ernst Hofbauer
Wenn die prallen Möpse hüpfen
Erotik im Beruf – Was jeder Personalchef gern verschweigt
Schwarzer Markt der Liebe
Was Schulmädchen verschweigen
* Ernst Ritter von Theumer
Ich, die Nonne und die Schweinehunde
Der Irre vom Zombiehof
Camp der Verdammten
* Rolf Olsen
Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
Das Stundenhotel von St. Pauli
* Siegfried A. Fruhauf
Mirror Mechanics
Palmes d’Or
Exposed
* Raymond Depardon
San Clemente
Afrika: Was machen die Schmerzen?
New York, NY
* Yasujiro Shimazu
The Trio’s Engagement
The Lights of Asakusa
So Goes My Love
Lediglich von Hofbauer und Olsen kannte ich vorher schon Filme, entdeckte aber erst dieses Jahr wirklich ihr Werk in größerem Umfang. Hinzu kommen außerdem zwei Filmemacher, von denen ich vorher schon eine ganze Menge kannte und sie zu meinen Favoriten zählte, jedoch 2010 noch einmal neue Facetten und vor allem einige neue Lieblingsfilme aus ihrem Werk kennen lernte, so dass eine gesonderte Nennung durchaus gerechtfertigt ist:
* Jess Franco
Die Sklavinnen
Küss mich, Monster
Lolita am Scheideweg
Jungfrau unter Kannibalen
* Rainer Werner Fassbinder
Rio das Mortes
Querelle
Wildwechsel
Einzelfilme: 10 herausragende Entdeckungen (fett markiert) mitsamt haufenweise spaßeshalber assoziativ zugeordneten zusätzlichen Entdeckungen:
Serenade für zwei Spione (Michael Pfleghar)
Häschen in der Grube (Roger Fritz)
Sukkubus – Den Teufel im Leib (Georg Tressler)
Der wilde Blonde mit der heißen Maschine (Adrian Hoven)
Bengelchen liebt kreuz und quer (Marran Gosov)
Vanessa (Hubert Frank)
Madame und ihre Nichte (Eberhard Schröder)
Im Schloss der blutigen Begierde (Adrian Hoven)
Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar (Harald Reinl)
Noch minderjährig (Georg Tressler)
Das zweite Gesicht (Dominik Graf)
Liebe, so schön wie Liebe (Klaus Lemke)
Jagdszenen aus Niederbayern (Peter Fleischmann)
Paul (Klaus Lemke)
Le départ (Jerzy Skolimowski)
Dealer Connection (Enzo G. Castellari)
Ratsy (Francisco Lara Polop)
Kommissar X – In den Klauen des goldenen Drachen (Gianfranco Parolini)
Samurai Cop (Amir Shervan)
Die Brut des Bösen (Christian Anders)
Blutrausch der Zombies (León Klimovsky)
Frankenstein ’80 (Mario Mancini)
Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein (Al Adamson)
Dolemite (D’Urville Martin)
Fire Syndrome (Tobe Hooper)
Wie treu ist Nik? (Eckhart Schmidt)
Bruce Lee gegen die Supermänner (Chia Chun Wu)
Nachtlied des Hundes (Gábor Bódy)
Tanzender Habicht (Grzegorz Królikiewicz)
Krieg der Welten – Das nächste Jahrhundert (Piotr Szulkin)
Igla – Die Nadel (Raschid Nugmanow)
Ich, die Gräfin (Petar Popzlatev)
Aufstieg (Larissa Schepitko)
Die Legende der Festung Suram (Sergej Paradshanow, David Abaschidse)
Überall ist es besser, wo wir nicht sind (Michael Klier)
Die Frau und der Fremde (Rainer Simon)
O Sangue (Pedro Costa)
Killed the Family and Went to the Movies (Júlio Bressane)
Das Mädchen, das ich wegwarf (Kiriro Urayama)
Letter to the Prison (Marc Scialom)
Kasaba (Nuri Bilge Ceylan)
D’Est (Chantal Akerman)
Arcana (Giulio Questi)
Stimmen in der Zeit (Franco Piavoli)
Prof. Bernhards Eisenbahnfilm (Dietmar Brehm)
Crystal Voyager (David Elfick)
Pacific 231 (Jean Mitry)
Stille Tage in Clichy (Jens Jørgen Thorsen)
Dionysus (Brian De Palma)
The Telephone Book (Nelson Lyon)
Naomi, die Unersättliche (Yasuzo Masumura)
Delitto carnale (Cesare Canevari)
Was? (Roman Polanski)
Little Tony (Alex Van Warmerdam)
Der Teufel in Miss Jonas (Erwin C. Dietrich)
Anna Obsessed (Martin & Martin)
Nightdreams (Stephen Sayadian)
Angela, the Fireworks Woman (Wes Craven)
Der Mieter (Alfred Hitchcock)
Turksib – Die Stahlstraße (Victor A. Turin)
Asphalt (Joe May)
The Iron Horse (John Ford)
Underworld (Josef von Sternberg)
Die Carmen von St. Pauli (Erich Waschneck)
Abstecher (Ulrich Weiß)
Rangierer (Jürgen Böttcher)
Stroszek (Werner Herzog)
Das Ding im Kanal (Rainer Fürst)
Eolomea – Unheimliche Zeichen aus dem All (Herrmann Zschoche)
Berlin – Ecke Schönhauser (Gerhard Klein)
Il Nero – Hass war sein Gebet (Claudio Gora)
Der Tod zählt keine Dollar (Riccardo Freda)
Die sich in Fetzen schießen (Tanio Boccia)
Man nannte ihn Hombre (Martin Ritt)
Schreie in der Nacht (Antonio Margheriti)
Man-Eater – Der Menschenfresser (Joe D’Amato)
The Long Hair of Death (Antonio Margheriti)
Gestapo’s Last Orgy (Cesare Canevari)
Verdrehte Verhältnisse durch ein eigenartiges Schicksal im azurblauen Meer des August (Lina Wertmüller)
Sieben Schönheiten (Lina Wertmüller)
Ich habe sie gut gekannt (Antonio Pietrangeli)
Man, Woman and Beast (Alberto Cavallone)
Der verbotene Christus (Curzio Malaparte)
Dirty Angels (Mauro Severino)
Holocaust 2 (Angelo Pannacciò)
Sklaven ihrer Triebe (Ottavio Alessi)
Oily Maniac (Meng Hua Ho)
Assault! Jack the Ripper (Yasuharu Hasebe)
Malabimba – Komm und mach’s mit mir (Andrea Bianchi)
Zieh dich aus, Puppe (Ákos Ráthonyi)
Die Schulmädchen vom Treffpunkt Zoo (Walter Boos)
Bruce Lee – Das war mein Leben (Mar Lo)
Unter den Dächern von St. Pauli (Alfred Weidenmann)
…soviel nackte Zärtlichkeit (Günter Hendel)
Oswalt Kolle: Was ist eigentlich Pornographie? (Oswalt Kolle)
Griechische Feigen (Siggi Götz)
Schön, nackt und liebestoll (Roberto Bianchi Montero)
Giallo a Venezia (Mario Landi)
Die Liebesengel (Rino Di Silvestro)
Heroin (Gianni Martucci)
Manos: The Hands of Fate (Harold P. Warren)
Some Came Running (Vincente Minnelli)
Imitation of Life (Douglas Sirk)
Party Girl (Nicholas Ray)
M. Butterfly (David Cronenberg)
Achterbahn (James Goldstone) [in Sensurround]
The Crazies (George A. Romero)
God Told Me To (Larry Cohen)
The Texas Chainsaw Massacre 2 (Tobe Hooper)
Charley Varrick (Don Siegel)
Emperor of the North Pole (Robert Aldrich)
Honkytonk Man (Clint Eastwood)
The Long Goodbye (Robert Altman)
Die Verfluchten (Roger Corman)
Haus der Todsünden (Pete Walker)
Teufelskerle auf heißen Feuerstühlen (Bruce Brown)
Nouvelle Vague (Jean-Luc Godard)
Später Frühling (Yasujirô Ozu)
Dust in the Wind (Hou Hsiao-Hsien)
Train of Shadows (José Luis Guerín)
Antonio das Mortes (Glauber Rocha)
Utopia (Sohrab Shahid Saless)
Die innere Narbe (Philippe Garrel)
Sauve qui peut (la vie) (Jean-Luc Godard)
Die Frau des Fliegers (Eric Rohmer)
Love Streams (John Cassavetes)
Wiederentdeckungen – 10 plus 1 großartige Kinoerlebnisse mit bereits bekannten Filmen:
Solaris (Andrej Tarkowski)
Bad Lieutenant (Abel Ferrara)
Opfer (Andrej Tarkowski)
Ekel (Roman Polanski)
Ordet (Carl Theodor Dreyer)
Dressed to Kill (Brian De Palma)
Deadlock (Roland Klick)
Barbarella (Roger Vadim)
Dolls (Takeshi Kitano)
Manhattan (Woody Allen)
The Searchers (John Ford)
plus: Terminator 2 (James Cameron) [in 70mm über Sensurround-Anlage]
Außerdem zur Abwechslung noch eine Flop-10 des absoluten Bodensatzes, um auch dem sich angesichts obiger Listen-Exzesse wohl aufdrängenden Verdacht des wahllosen Abfeierns mit der kontrastierenden Hervorhebung einiger grausiger Unerträglichkeiten entgegen zu treten:
Teen-age Fantasies: An Adult Documentary (Fred Spokeman)
Der Ostfriesen-Report (Walter Boos)
Liebe zwischen Tür und Angel – Vertreterinnen-Report (Ralf Gregan)
Frauenstraflager (Ned Morehead)
Demon Night (Jim Kaufman)
Natalie 3 – Babystrich online (Dagmar Damek)
Der Todesschrei der Hexen (Gordon Hessler)
Drei Bayern in Bangkok (Siggi Götz)
Sie sind keine Schulmädchen mehr! (Jack Remy)
Urlaubsgrüße aus dem Unterhöschen (Walter Boos)
plus: diverse fade Rohrkrepierer von durchaus (teils sehr, sehr) geschätzten Regisseuren:
Central Station (Walter Salles)
Genealogien eines Verbrechens (Raoul Ruiz)
Noon Wine (Sam Peckinpah)
Frauen ohne Unschuld (Jess Franco)
Diese Liste ließe sich noch um einiges erweitern und vor allem um haufenweise herbe Enttäuschungen, Ernüchterungen, Langweiler ergänzen, aber da es hier in erster Linie um die (positiven, aus welchen mitunter eigenwilligen Gründen auch immer) Entdeckungen gehen sollte und nicht um eine Gurkenparade, war das lediglich als kleine relativierende Anmerkung zum Schluss beabsichtigt.
Dezember 27, 2010 | Veröffentlicht in
Andreas,
Listen |
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Eine weit ausholende Einleitung dürfte sich an dieser Stelle erübrigen. Wie offensichtlich sein sollte, handelt es sich um die Fortführung der letztes Jahr eingeführten gesammelten Entdeckunglisten, dieses Jahr jedoch wohl noch einmal eine Spur umfangreicher und maßloser (was sich auch daran zeigt, dass es nun gleich mehrere zusätzliche Ergänzungslisten gibt und vermutlich noch mindestens eine weitere folgen wird), und erfreulicherweise diesmal sogar mit sechs statt fünf Teilnehmern. Bliebe vielleicht nur noch etwas zu sagen zur letztjährigen Ankündigung, dass „demnächst“ nach den Entdeckungslisten mit älteren Filmen auch die Jahreslisten mit den Favoriten des aktuellen Jahrgang folgen würden, was dann aufgrund jämmerlichen Versagens aller diesbezüglichen Vorhaben leider nun auch ein knappes Jahr später noch immer nicht passiert ist.
Wir geloben jedoch Besserung und möchten die nun folgende, exzessive Sammlung von Zeugnissen unserer unerschrockenen Leidenschaft für Listen als Beweis für unsere nimmermüden guten Vorsätze betrachten. Nun sind wir gefeit für die listologische Aufarbeitung des Jahrgangs 2010…
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…oder: endlich *wirklich* wieder Neues vom Hofbauer-Kommando.

Es begab sich gleich zu Beginn des Jahres, in der Mitte des Januars, um der Genauigkeit zum Recht zu verhelfen, dass zu Ehren des in ET-Kreisen verehrten Jesus Franco eigens eine Filmnacht mit vier seiner Schöpfungen zur Durchführung gelangte. Die Schar der Zuschauer schien, mit seinem Werk nicht unvertraut, auf alles gefasst. Doch in einem jener Erzeugnisse, das dem lieblichen Titel DIE SKLAVINNEN gehorchte, wendete sich plötzlich zwischen den Darbietungen leichtbekleideter Damen die Chefin jenes munteren Kontaktlokals ans Publikum, in einer Weise, dass es den Eindruck machen konnte, sie würde die Zuseher im Film und die Zuschauer des Filmes zugleich addressieren. Was dann über ihre Lippen kam, kann fürwahr als vollmundiges Versprechen bezeichnet werden: „Gleich platzt Ihnen die Hose, meine Herren!“ Man traute den eigenen Ohren kaum – sollte es tatsächlich soweit kommen, dass…? Bei allem Entzücken über dergestaltige Verheißungen war man sich zunächst dennoch der prophetischen Tragweite dieser Ankündigung nicht gewahr. Doch von diesem Moment an sollte der gewohnte Lauf der Dinge nicht mehr der gleiche sein. Frönte man zuvor nur in wohldosierten Portionierungen den zweifelhaften Verlockungen, war nun der Nährboden für Größeres bereitet. Und um die schönen Hosen war es ohnehin geschehen – es sollte nicht mehr lange dauern, bis sie schließlich beinahe im wöchentlichen Takt zu platzen begannen. Dabei hätte man spätestens bei KOMM UND MACH’S MIT MIR gewarnt sein müssen, gemahnte dieser doch besonders eindringlich der drohenden Gefahren, konnte im gleichen Atemzug jedoch nicht über deren Anziehung hinweg täuschen: „Schau mich noch einmal an, deine Augen sind voll von meinem Körper. Du wirst gar nicht anders können, als an mich zu denken. Du hättest mich haben können! Denk darüber nach, wenn du im Bett liegst und ungeheure Gefühle bekommst!“ Schien man angesichts derart nebulöser Gefühle noch einmal zur Vorsicht geneigt, half doch bald alles nichts mehr. Zu stark war der Drang, eben jenen Gefühlen nachzugeben, sich ihnen auszuliefern, ganz und gar den Wonnen der Fleischeslust und dem Lockruf des Zwielichtigen anheim zu fallen. Doch oh liebreizende Schönheit, oh vollendetes Kunstwerk – nicht missen wollte man dich und fragte sich darob: magst du auch hier in diesen schummrigen Tiefen zu finden sein? Zum allgemeinen Erstaunen ertönte mit einem Mal ein Echo, kaum vernehmbar zunächst, doch Zug um Zug verstärkte es sich zu einer mehrstimmigen Ermunterung. An ein Trugbild mochte man schnell nicht mehr glauben, offenbarte sich doch just in jener Verfassung des mannigfaltigen Zweifels der Ernst der Lage gleich doppelt und gebar die beiden Antworten, die man sich zu erhoffen kaum gewagt hatte: den ritterlichen Ernst und den bäuerlichen Ernst. Ritter von Theumer und Hofbauer, so sollte man sie nennen, stand alsbald geschrieben. Nun schienen auch die Bedürfnisse des Geistes zu ihrem Recht zu gelangen und sogleich war das Gewissen beruhigt. Weiter bohren und hinein stechen, lautete die Devise, auf dass sich Tiefergehendes, womöglich gar Künstlerisches im Tiefen und Niedrigen zu offenbaren vermöge. Und es geschah, es gedieh und es kulminierte – trotz ketzerischer Gegenreden und Anzweifelungen lief alles auf einen Punkt zu: das Hofbauer–Kommando musste Wirklichkeit werden.
Doch nicht nur einsame Ausbeulungen sollten nun die Belastbarkeit von Kleidungsstücken strapazieren, vielmehr wurde überdies auch die beherzte Erschütterung benachbarter Körperregionen versprochen: „In diesem Film passieren die frechsten Sachen, so manchem platzt die Hose vor Lachen!“. Doch so sehr man sich am neu entdeckten Ernst und seinen vielseitigen Qualitäten labte, so wollte man gleichwohl auch nicht den südlichen Nachbarn entsagen, lockte dort neben Gordon-„I know everything, haha haha ha!“-Mitchell schließlich nicht nur hemmungslos „so ein Gefühl wie Weihnachten und Ostern zusammen„, sondern bisweilen auch empathische Gefühle: „Sie ist für uns alle ein großer Verlust. Sie war nicht nur Hure, sondern auch Mensch!“ An derart warmen Worten, an soviel menschlicher Herzlichkeit versuchte man sich bisweilen allerdings auch in deutschen Landen, denn es galt, sich gegen den drohenden Niedergang von Moral und Sittlichkeit („Zu jung? Heutzutage treiben sie’s schon auf der Schulbank.“ – „Hör mal! Du hast wohl viel zu viele Sexfilme gesehen, hm? Wie heißen’s denn, Schulmädchenreport?“ – „Ist doch Blödsinn, so einen Schmarrn schau ich mir doch nicht an.“ – „Ist alles nicht mehr so, wie’s früher war. Es gibt kei‘ Moral mehr und auch kei‘ Sittlichkeit ned. Es geht alles drunter und drüber.“ – „Amen.“) zu stemmen, wie Curd Jürgens in einzigartiger Weise zu vermitteln wusste („Aggressivität, berufsmäßiges Rabaukentum – das dulde ich nicht!“). Wie er agierte, was er sagte, wie er es sagte und welch stoischem Nachdruck er sich befleißigte – so etwas war noch nie dagewesen! Eine solche Persönlichkeit zeichnete freilich auch aus, dass er wusste, wann es geboten war, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: „Na, ganz schön alt sind wir geworden!“ – „Ach, macht nichts, Hauptsache die Mädchen sind jung!“ Ja, das waren sie, und dann mischte sich auch noch die eigene Tochter ins Spiel… Von dem Zauber, der den „knospenden Körpern“ inne wohnte, und von „lustigen Abenteuern und fröhlicher Keßheit„, die das Leben der Heranwachsenden bestimmten, ließ sich einst ohne Zweifel auch so mancher betagtere Kenner beglücken. Von dieser unwiderstehlichen Herrlichkeit wollte auch Jürgen Enz gegenüber der wissbegierigen älteren Generation Zeugnis ablegen. Dabei gelang es der zugehörigen Vorschau endlich, sich von falscher Scheu zu befreien und den Fokus unverblümt auf die entscheidenden Anreize zu legen: „Parties, die nur von ungestümen Teens gefeiert werden können! Young love, hot love! Aus dem Tagebuch einer Siebzehnjährigen! Noch nie wurde die Liebe zwischen jungen Menschen so hinreißend verfilmt. Zauberhafte junge Mädchen, deren Gefühle entbrennen. Taufrische, erwachende Körper, die in Liebe erbeben. Junge Liebe, heiße Liebe! Ein gewagter Film, aber auch ein Film voll Poesie und Romantik. Ein Erlebnis, das so schnell nicht wiederkehren wird!“ Zweifelsohne waren längst weitere Hosen fällig geworden, und im Zuge derart unverhohlener Spekulationen schlichen sich selbst bei einzelnen Hofbauerern gelegentliche Bedenken ein, so dass sich schließlich die E-Dreifaltigkeit des Hosen-Platzens manifestierte: Erregung, Erheiterung und Empörung – damit waren die wesentlichen Auslöser ausfindig gemacht (eine zweite E-Dreifaltigkeit, die Erstaunen, Entgeisterung und Entsetzen umfasste, sei jedoch nicht unterschlagen), die es ohne fremdes Zutun bewerkstelligen konnten, dass es heißt: „Jetzt wird dir gleich die Hose zu eng werden!„. Und die Einbahnstraße der „Hintertreppenprodukte“ musste schließlich unausweichlich auf den BABYSTRICH IM SPERRBEZIRK führen, wo mitunter dann tatsächlich die Empörung sich anschickte, die Erregung und die Erheiterung als Triebfeder der Hosen-Überdehnung abzulösen: „Nachts, wenn die Neonreklamen aufleuchten, die Sterne durch den Smog kommen und die Männer wild auf Sex sind, finden sie hier das, was sie suchen: jung, jünger, am jüngsten. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Und die Qual der Wahl macht auch Onkel Gustav vom Seniorenverein Graue Panther immer noch heiße Ohren.“ Da konnte mancher freilich nur noch zu folgender Schlussfolgerung kommen: „Hier kommt alles zusammen, was man eigentlich nur in kleinen Dosen zu sich nehmen sollte. Schlechteste Sexzoten, gräuliche Musik, fragwürdige Kommentare, Schmuddelstimmung. Um den Film in passender Atmosphäre zu betrachten, sollte man ihn sich in einem schmierigen Bahnhofskino zu Gemüte führen…“ War der schöne Traum von den reuelosen Wonnen des Sleaze damit plötzlich in Frage gestellt, oder handelte sich nur um eine faszinierende Irritation, von der man sich jedoch nicht weiter irritieren lassen sollte? Zweifellos konstituierte sich zwischen den platzenden Hosen, den ungeheuren Gefühlen und der kessen Fröhlichkeit ein Schlüsselmoment, und so kam es zur passenden Schlussszene des Films: Auf die Frage, ob sie jungen Interessentinnen zu ihrem Gewerbe raten könne, endete die Antwort einer „Liebesdienerin“ nach kurzen Erörterungen dann doch mit einer eindringlichen Absage, die der Film über seine letzten tristen, schummrigen Bilder von „Vergnügungsvierteln“ in wiederholender Schleife nachhallen ließ: „Nein, ich kann nicht zuraten… nicht zuraten… nicht zuraten… nicht zuraten… nicht zuraten…“
So mag es mancher in Anbetracht solcher Auswucherungen vorziehen, sich der Besinnlichkeit zuzuwenden und den Versuchungen einstweilen zu entsagen. Doch es empfiehlt sich, keine falschen Sicherheiten zu suchen und sich nichts vorzumachen – zu eindrücklich veranschaulichten unsere spanischen, italienischen und deutschen Lehrmeister das ewige Verhängnis, dass die Gefühle zurück kommen werden. So muss man wohlmeinend die Nachdenklichkeit beschließen und unumwunden die frohe Botschaft verkünden: Liebe Leser, auch Ihnen wird eines Tages die Hose platzen!