Blossom Time



Jane Baxter spielt in diesem Film die Tochter des Vermieters von Franz Schubert, in die sich Schubert unsterblich verliebt hat. Nur schafft er es eine Weile nicht, ihr seine Gefühle direkt zu vermitteln, und lässt alles in seine Musik einfließen. Die meiste Zeit des Films ist von einem großen Missverständnis, aber keinem Ungleichgewicht der Gefühle geprägt. Denn die Vermietertochter hat sich ihrerseits in einen Grafen verliebt. Als Sie von Schuberts großer Liebe erfährt, ist es sozusagen “zu spät”, denn ihre Liebe gilt bereits einem Anderen. Schuberts Musik hat ihr jedoch immer wieder das Herz geöffnet. Und Schubert hat dafür gesorgt, dass der Graf sich ebenfalls zu seinen Gefühlen bekennt, und beide am Ende heiraten. Die etwas älter wirkende Dame in den zwei dazwischengeschobenen Bildern der Screenshot-Reihe ist nämlich Athene Seyler, welche die Regentin Österreichs spielt, und in dieser Szene in bittersüßen Erinnerungen an ihre eigene, große Liebe schwelgt, während Schubert am Klavier spielt und singt. Schubert – mit atemberaubenden Gesangseinlagen großartig verkörpert von Richard Tauber – hatte sich zuvor absichtlich wegen Majestätsbeleidigung verhaften lassen, um vor sie geführt zu werden, und ihr das Versprechen abzuringen, dass ein Adeliger eine Bürgerliche heiraten darf. Ihre unerfüllte Jugendliebe galt damals ebenfalls einem mittellosen Musiker.

Jane Baxters Augen-Blicke in den Screenshots gelten hier aber immer (auch) Franz Schubert, sind von ihm und seiner Welt durchdrungen.

Musik, Musik – da wackelt die Penne.


Blossom Time [Dein ist mein Herz] – Großbritannien 1934 – 91 Minuten – Regie: Paul L. Stein – Produktion: Walter C. Mycroft – Drehbuch: Roger Burford, G.H. Clutsam, John Drinkwater, Franz Schulz, nach einer Oper von Heinrich Berté – Kamera: Otto Kanturek, Bryan Langley – Schnitt: Leslie Norman – Musik: G.H. Clutsam – Darsteller: Richard Tauber, Jane Baxter Jane Baxter, Carl Esmond, Athene Seyler, Paul Graetz, Charles Carson, Marguerite Allan, Edward Chapman, Lester Matthews, Gibb McLaughlin, Ivan Samson, Frederick Lloyd, Cecil Ramage

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, Februar 27th, 2018 in den Kategorien Ältere Texte, Blog, Blogautoren, Filmbesprechungen, Sano, Verschiedenes veröffentlicht. Sie können alle Kommentare zu diesem Beitrag über den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können diesen Beitrag kommentieren, oder einen Trackback von ihrer eigenen Seite setzen.

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