Phantom Kommando Revisited



Als ich den Film im Alter von 16 Jahren das erste Mal sichtete, fiel mir der Endkampf zwischen Gut und Böse schon besonders auf, den ich damals in meiner Naivität mit dem lapidaren Kommentar „irgendwie schwul“ quittierte. Dass ich mit dieser unreflektierten Aussage jedoch nicht falsch lag und im Grunde genommen eine der wichtigsten semantischen Ebenen des Films bereits damals erkannt hatte, bestätigte sich erst vor wenigen Tagen. Jetzt, Jahre später, habe ich das gesamte Ausmaß dieses Meisterwerks erkannt, das trotz seines erzkonservativen, ja sogar normativen Grundtons, zu den absoluten Höhepunkten des Actionkinos der 80er Jahre zählt. Denn Phantom Kommando ist nicht nur „irgendwie schwul“, sondern handelt von dem Kampf eines Mannes (Arnold Schwarzenegger) gegen die eigene Homosexualität, von der Zerstörung des homosexuellen Ichs, um zur „Normalität“ der heterosexuellen Kernfamilie zurückzukehren.

Richten wir unseren Blick zuerst auf das Offensichtliche. Der Bösewicht Bennett (Vernon Wells) entspricht ohne Zweifel dem Klischee eines harten Leder-Schwulen, der direkt Cruising oder der „Blue Oyster-Bar“ entspringen könnte. Mit seinem Kettenhemd, der Lederhose und dem pornösen Schnurrbart lässt er schon durch sein Aussehen keinen Zweifel an seiner sexuellen Orientierung zu. Ihn verbindet mit John Matrix eine geheimnisvolle Vergangenheit beim Militär, die zwar angerissen aber niemals genau definiert wird und daher sehr viel Raum für Spekulationen bereithält. Meine Theorie besagt, dass die beiden Kontrahenten irgendwann mal ein Paar waren und der verlassene Bennett nun in einem Anfall von Eifersucht seinen ehemaligen Liebhaber zurückerobern möchte, Letzterer aber mittlerweile zu neuen Ufern aufbricht. Daher vergreift sich der Enttäuschte auch am deutlichsten Anzeichen der neuen „Normalität“, die Einzug erhält im Hause Matrix´: An der Tochter, an dem weiblichen Element, das im Kindesalter steckt und nicht vollständig ausgewachsen ist, aber dennoch als eine Bedrohung fungiert. Zwar steckt die Tochter (Alyssa Milano) momentan in der Entwicklung, der Weg zur Erlangung der libidinösen Kraft der Frau vollzieht sich allerdings sehr schnell. Die Beseitigung einer gefährlichen Konkurrentin ist Bennetts primäres Ziel. Zuvor hat er schon mit der schrittweisen Ermordung der ehemaligen Einheit die männlichen Kontrahenten ausgeknipst.

Es erscheint nicht verwunderlich, dass Matrix dieses kleine Pflänzchen der Weiblichkeit, das Symbol für das neue Leben, aus den Klauen der bösen Männergemeinschaft befreien möchte, die sich immerhin gar nicht mehr so verachtenswert präsentiert, wenn man Liebesschmerz als Handlungsgrundlage ansieht. Die Überwindung der Homosexualität erfordert einen immensen Kraftakt, die Zerstörung einer gesamten Privatarmee beispielsweise, was im späteren Verlauf auf der abgeschiedenen Insel passiert. Mit Handgranaten und Raketenwerfer bewaffnet entfacht Matrix einen Krieg für seine neue Sexualität, die man ihm entwendet hat. Auch Cindy (Rae Dawn Chong) – die vielerorts für ihr wahlloses Handeln kritisiert wird – spielt in dieser Perspektive eine spezifische Rolle. Erst als sie richtig begreift, dass Matrix ohne seine Tochter ein Wesen ohne sexuelle Orientierung verkörpert, setzt ihre Hilfsbereitschaft ein. Im Gegensatz zu den Männern weiß sie nämlich ganz genau was gespielt wird, sie fällt auf die billigen Anmachsprüche von Sully (David Patrick Kelly) nicht rein und entlarvt den Kampf zwischen Matrix und Cooke (Bill Duke) als „macho shit“. Diese sehr kurzen Momente der Selbstironie, die sich aber gottlob nicht zur Parodie zusammenschweißen, machen Phantom Kommando trotz seiner konservativen Tendenzen nicht zu einem unsympathischen Film. Irgendwie macht es ja auch keinen Spaß, wenn der Bösewicht völlig blass daherkommt. Wenn Fieslinge „auffallen“, ist das immer ein Gewinn für den Film. Ob sie jetzt schwul oder (noch schlimmer) undefinierte Latinos (Dan Hedaya) sind, so what? Politisch korrekte Action muss noch erfunden werden.

Der Endkampf zwischen Matrix und Bennett ist ohne Zweifel der Kulminationspunkt des Gezeigten, wenn man sich für diese besondere Lesart des Films entscheidet. Er findet ganz paradigmatisch in einem unterirdischen Raum statt, der mit vielen dampfenden Rohren und einem brennenden Feuer zu einer phallischen Hölle stilisiert wird. Es geht unserem Helden um nichts anderes als die Auseinandersetzung mit der eigenen Triebstruktur. Die Pistolen werden zugunsten von Messern verworfen: „You want to put the knife in me. Look me in the eyes. See what’s going on in there while you turn it. That’s what you want to do to me, right? Come on, let the girl go. You and me. Don’t deprive yourself of some pleasure. Come on, Bennett: Let’s Party!” (Matrix). Auf diese relativ offensichtliche Aufforderung zum Sexualakt reagiert Bennett mit ungebremster Euphorie, einer Euphorie, die ihm aber auch das Leben kostet, denn sein Begehren erfährt eine geradezu zynische Befriedigung. Am Ende eines der lächerlichsten Kämpfe des Actionfilms rammt ihm Matrix – in einem Moment, in dem sich alle Grenzen der Physik auflösen – ein riesiges Rohr in den Oberkörper, aus dem anschließend ejakulationsartig heißer Dampf austritt: „Let off some steam Bennett“ (Matrix). Damit endet der Kampf des Helden gegen die eigene Homosexualität. Matrix greift sich seine Tochter und begibt sich zurück zur Oberfläche, wo ihn schon der General erwartet, der ihn prompt zur Rückkehr in die „Einheit“ bewegen möchte. Matrix lehnt das Angebot mit Blick auf die heranstürmende Cindy ab. Das Heterogene sagt ihm momentan mehr zu. Die neuformierte Kernfamilie nimmt im Wasserflugzeug Platz und fliegt dem Himmel entgegen. Auf der Tonspur läuft „We fight for love“ der Band Power Station.

Eigentlich verbietet sich an dieser Stelle ein Fazit. Dennoch bleibt darauf hinzuweisen, dass sich eine der fundamentalsten Paradoxien des Actionfilms an Phantom Kommando besonders deutlich manifestiert. Zwar wird der böse Bennett nach allen Regeln der Filmkunst als „Mitglied einer sexuellen Minderheit“ entlarvt und eindeutig negativ konnotiert, aber die Kamera verpasst im Gegenzug kaum eine Gelegenheit, sich am spektakulären Körper Arnold Schwarzeneggers zu ergötzen. Dieser scheinbar unüberbrückbare Riss in der Struktur, den man durchaus auch als Heuchelei beschreiben kann, ist von essenzieller Bedeutung, da er den Film für ein breiteres Publikum genießbar macht. Weder Rassismus noch Homophobie sind in diesem Kontext in irgendeiner Art und Weise ernst zu nehmen. In jeder Hinsicht bleibt Phantom Kommando somit ein epochaler Film (ohne schlechtes Gewissen).

Dieser Beitrag wurde am Freitag, August 12th, 2011 in den Kategorien Ältere Texte, Blog, Blogautoren, Essays, Filmbesprechungen, Simon Frauendorfer veröffentlicht. Sie können alle Kommentare zu diesem Beitrag über den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können diesen Beitrag kommentieren, oder einen Trackback von ihrer eigenen Seite setzen.

10 Antworten zu “Phantom Kommando Revisited”

  1. vannorden on August 15th, 2011 at 17:32

    Sehr schön. Muss ihn endlich mal sehen. Ich mag ja Filme wie Top Gun, wo die Hauptdarsteller mit ihrer Homosexualität kämpfen. :)

  2. Sieben Berge on August 15th, 2011 at 19:39

    Einer musste ja mal die Axt an die Wurzel des achtziger Jahre Actionfilms legen. Nur immer her mit den steilen Thesen.

    Trotzdem möchte ich hier die Rolle des Zweiflers übernehmen. Die Körperkultaction von Stallone und Schwarzenegger hat natürlich eine mehrdeutige sexuelle Lesbarkeit, wie einzelne der hier geschilderten Handlungselemnte auch. Aber: Die Argumentationsschraube zieht nur bis zu einem gewissen Punkt in diesem Film. Beim Lesen des Textes überkam mich der Eindruck, du hättest die Schraube ein paar Drehungen zu viel angezogen. Dann gibt es einen Knack und das ganze Gewinde verliert seine Tragfähigkeit.

    All die belegbaren Tatsachen, all die halbwegs plausiblen Argumente und all die immerhin möglichen Lesarten, die du mit dem Film verbindest, verfugst du auf eine doch etwas schematisierende und monolithische Art der Theoriebildung. Phantom Kommando zu einer allegorischen Erzählung zu machen, die derartig durchkomponiert im Subtext angelegt sein soll, sei’s von den Autoren beabsichtigt, sei’s – noch waghalsiger spekuliert – unbewußt so geschehen – entfernt sich meilenweit vom empirischen Befund. Da werden nicht nur alle Gegenargumente ausgeblendet, sondern auch die mehrdeutigen Lesarten nun unter umgekehrten Vorzeichen gewaltsam ins Eindeutige umgebogen.

    Als Diskussionsgrundlage ist die These schön, aber ansonsten melde ich mal ernste Zweifel an.

    Ach so: Wenn ich dir erzählen würde, wer in den Siebzigern und frühen Achtzigern so alles mit einem Schnurrbart rumrannte, dann… ‘s war ein gottseliges Schnurrbartjahrzehnt.

    @vannorden: Bei Top Gun sieht die Sache in der Tat etwas anders aus, aber man soll ja nicht vom Darsteller auf die Rolle schließen ;)

  3. Schameng on August 16th, 2011 at 12:08

    Sehr amüsant zu lesender Beitrag mit interessantem Ansatz! Theorie ist herrlich spekulativ & faktisch verwoben. ;)

  4. nightmare city on August 19th, 2011 at 20:14

    herrlich! warst du besoffen als du das verfasst hast? :)
    ich weiss, ich weiss.. so ein B-actioner aus den 80ern ist schon harter stoff für das arthouse crowd aber gleich so ein umfassendes meta-ebenen gewitter abzufackeln macht den film auch nicht besser!

  5. Alexander S. on August 19th, 2011 at 20:28

    Gratulation, Simon, astreine Dekonstruktion, für die dir Judith Butler irgendeinen Preis verleihen sollte ;)

    Das heißt, das vermute ich mal, denn ich kenne leider nur ein paar Ausschnitte von PHANTOM COMMANDO. Vielleicht ist es ja doch die RE-Konstruktion des “wirklich wahren” Subtextes, ach nee quathsc, mit derart rektionären Konzepten wollen wir hier gar nicht erst anfangen zu operieren! Auf jeden Fall will ich den jetzt unbedingt auch sehen!!!

    Was deine These noch weiter stützt ist übrigens die Bedeutung des Namens des Helden: Matrix heißt bekanntlich “Gebärmutter” :D

  6. Sano Cestnik on August 20th, 2011 at 00:49

    Schon interessant zu sehen, wie weit die Meinungen außeinandergehen. Während die einen es als mögliche Interpretation des Films auffassen, scheint es bei anderen auf geistige Verwirrung des Textschreibers schließen zu lassen. :-D Ich zähle mich eher zu ersterem Lager, wobei ich aber finde, dass Simons Interpretationsansatz ziemlich klar und rational daherkommt, ich also eher die Verwunderungen nicht nachvollziehen kann, da ja vor allem in Actionfilmen der 70er und 80er oft erstaunlich viele homosexuelle Subtexte mitschwingen – ganz zu schweigen von Filmen aus Hong Kong, in denen solche Thematiken auch explizit Tradition hatten (z.B. Heroic Bloodshed-Filme). Und die 80er waren ja überhaupt aus heutiger Sicht ein unfassbar queeres Jahrzehnt, vor allem was die amerikanische Mainstreamkultur angeht (unfglaublich wie prüde wir im Vergleich dazu inzwischen alle geworden sind). Desweiteren ist De Souza ja auch kein Drehbuchautor, der mit Ironie und Subtexten nichts anzufangen wüsste.

    Wie auch immer: auf jeden Fall muss ich mir den FIlm jetzt mal endlich ansehen. Habe immer mehr das Gefühl, dass sich Mark Lester zu einem meiner bevorzugten Filmemacher entwickeln könnte, und was ich bisher von PHANTOM KOMMANDO erblicken durfte, sah wahrlich exquisit aus.

    Allen Lester-interessierten, möchte ich an dieser Stelle den großartigen MISBEGOTTEN (1997) empfehlen, in dem es noch um weitaus komplexere Sachverhalte als die (verdrängte) Sexualität geht. Das Drehbuch hat in dem Fall übrigens Larry Cohen verfasst. :-)

  7. Der Außenseiter on August 20th, 2011 at 02:44

    Die von Simon vorgeschlagene Lesart – zumindest die, dass es sich bei Matrix und Bennett um ein altes Liebespaar handelt und Bennett nun eifersüchtig ist, dass Matrix den “gesellschaftlichen Weg” geht – ist natürlich eine legitime Art den Film zu sehen und zu erfahren. Ich habe PHANTOM KOMMANDO in den letzten 25 Jahren mehr als 30mal gesehen und allein 3 Sichtungen sind einzig für diese Lesart draufgegangen. Einmal davon in größerer Runde, was uns einen äußerst vergnüglichen Filmabend beschert hat. Möchte man sich diesem Themenkomplex aber genauer nähern, und dass würde dann auch die von Sieben Berge geforderte Empirie inkludieren, müsste erst mal eine klare Trennung zwischen den Begriffen Homophilie, Homoerotik und Homosexualität vorgenommen werden. Erst wenn die Distinktion dieser Begriffe herausgearbeitet wurde, kann man auch entsprechende, z.T. empirisch abgesicherte Thesen und Theorien über die Homophilie und Homoerotik in gleichgeschlechtlichen Konstellationen und Institutionen bzw. die Wahrscheinlichkeit deren Auftretens bestimmen. Unter dem wichtigen Gesichtspunkt, dass homosexuelle Handlungen – wohlgemerkt noch nicht Homosexualität – in gleichgeschlechtlichen Gruppen (Männer überwiegen in ihrem Wahrscheinlichkeitsanteil Frauen nur leicht, deutlicher jedoch in der Häufigkeit) bei zeitlich andauernder Komponente vorkommen und männliche Sexualität in ihrer Auslebung durch die Möglichkeit zur Penetration an einen Akt des Übergriffs gebunden ist (rein biologisch gesehen, natürlich können Frauen zu Hilfsmitteln greifen) ist die Konnotation, dass es in männlich organisierten Hierarchiestrukturen, sei es nun Militär, Gefängnis, Sportvereine etc., zu selbigen kommt, eine durch die Statistik bestätigte Tatsache (zumindest nach einem Bayesianischem Überprüfungsprinzip, wir können Poppers Kritischen Rationalismus zur Wahrheitsfindung nur i.S. der Induktion anwenden, auch wenn er sich darüber die Haare raufen würde). Nicht zuletzt deshalb lassen sich in der Anthropologie, der Sozio-Kultur und Religion immer wieder Hinweise finden, dass der Mann unter Männern sich nicht der sexuellen Lust hingeben soll (es geht tatsächlich nie um Frauen und auch nicht um Homosexualität), da ein patriarchalisches System, welches die Frau unterdrückt, sie an Haus und Hof bindet und sie nur zur Gebärmaschine degradiert, förmlich dazu einlädt unter sich in Männerpfründen zu bleiben und dort – je mehr die Gesellschaft homosexuelle Übergriffe unter Repression stellt, desto verdrängter und gewalttätiger – einfache Körperformen von Sexualität auszuleben und sich nicht mit komplexerer, weiblicher Sexualität auseinandersetzen zu müssen (nochmals angemerkt: homosexuelle Handlungen, nicht Homosexualität). Der traurige Ausweg für Frauen in so einem rigiden Männersystem zu einer sexuellen Befreiung zu finden ist oft nur der Weg zur Hure. Insofern wird uns bei PHANTOM KOMMANDO eigentlich durch das Patch-Work-Family-Konzept alles andere als ein reaktionäres Prinzip vorgeführt. Cindy verfügt über Fähigkeiten, die Matrix nicht hat und die ihm weiterhelfen. Dass Matrix, überlebensgroß durch Arnie verkörpert, kaum Hilfe benötigt, ist weniger ein Abfeiern des Machismo, als mehr ein letzter Sieg reiner Homoerotik. Das sich selbst genügen, wie es Jungs im Kinderspiel oft gelingt. Das Ende ist ein sich ergeben in eine neue Struktur. Das wird durch die Besetzung Cindys mit Rae Dawn Chong, die chinesisch-schottisch-afrikanisch-irisch- kanadische Wurzeln hat, nur noch auf die Spitze getrieben. Es handelt sich also nicht nur um eine Sprengung der Geschlechterrollen, sondern auch der Ethnien. Und zum Schluss noch etwas zum Intentionalismus. Ob das den Machern so klar war – ich wage es zu bezweifeln, da Lester sich mehr am Formalismus seiner geometrisch orientierten Montage interessiert zeigt – ist unerheblich. Evolutionär bedingtes Verhalten – und homosexuelle Handlungen gehören beim Menschen im entscheidenden Maße dazu, was die empirischen Verhaltenswissenschaften ordentlich auf Trab hält – und kulturelle Symbolik werden von Generation zu Generation weiter transportiert. Egal, ob man sich darüber im Klaren ist oder nicht. ;)

  8. Hagen on August 31st, 2011 at 10:08

    Einspruch Re: “Die Beseitigung einer gefährlichen Konkurrentin ist Bennetts primäres Ziel. Zuvor hat er schon mit der schrittweisen Ermordung der ehemaligen Einheit die männlichen Kontrahenten ausgeknipst.” – Wieso ist Jenny denn eine “Konkurrentin”? Damit unterstellst du ja zumindest Bennett, dass er Matrix unterstellt, seine Tochter als potentielles Sexobjekt zu sehen. Das halte ich für nicht haltbar. (Wenn schon, dann: Nicht ignorieren, dass es in Matrixens neuer Familie keine Frau gibt u. dass er am Frühstückstisch seine Irritation über “Boy George” äußert, dem er vorschlägt, er solle sich lieber “Girl George” nennen. [Vielleicht wäre der Sänger dann, mit dem neuen Namen und der neuen Identität ein für Matrix vor sich selbst legitimierbares Sexobjekt...])

    Ergänzung: Re: Kampf mit Cooke / Endkampf: Nicht übersehen, dass auch der Kampf gegen Cooke mit einer Penetration endet!

    Link: Die immer noch unterhaltsamste Indiziensammlung und Argumentation bezüglich der unglaublichen, unter-schwelligen(!) Homosexualität in “Commando” bleibt: http://www.ruthlessreviews.com/1413/commando/ (“Commando almost features more murders than it does homosexual innuendos. Almost.”)

  9. vannorden on Januar 5th, 2012 at 02:56

    Nachdem ich ihn jetzt sah (naja schon etwas her) finde ich die Theorie mit der eindringenden Homosexualität in Matrixens Leben besser den je. Tochter und Cindy würde ich aber völlig anders interpretieren: Matrix ist auch mit seiner Tochter ein Wesen ohne sexuelle Orientierung. All diese sauberen, unsexuellen Dinge, die er am Anfang mit ihr macht. Das glückliche Lächeln in einem sterilem Umfeld ist seine gescheiterte Sexualität (oder besser seine nicht vorhande, will ihm ja nicht vorschreiben, dass er sowas zu haben hat :P ) und genau deshalb ist Cindys Handeln nicht wahllos. Sie fühlt sich eben durch ihn nicht gefährdet, weil er sie nicht anmacht, wie es die Machos um sie sonst tun (siehe Sully). Sie fühlt sich von seiner Sterilität angezogen und ist damit quasi das sagen wir hollywoodsche Vorbild einer Frau, die nicht an Sex, sondern an Zuneigung, Schutz und Sauberkeit interessiert ist. Das sie von keinem Interesse (zu keinem Zeitpunkt) für Matrix ist, spielt für sie keine Rolle. Scheitern wird sie damit ebenfalls … oder eben wie gesagt, sie endet ohne Sex wie Matrix, vll gefällt es ihr ja :)

  10. DAS PHANTOM-KOMMANDO: Kritik zum Schwarzenegger-Kult-Actioner | Cellurizon on April 10th, 2014 at 13:33

    […] annehmen könnte lediglich als banale Ballerorgie lesen, neben dem homoerotischen Subtext (hier von Simon Frauendorfer auf Eskalierende Träume erörtert) nimmt das Geschehen zunehmend sarkastische Züge an, es antwortet seinem Zeitgeist mit […]

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