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> <channel><title>Eskalierende Träume &#187; Aktuelles Kino</title> <atom:link href="http://www.eskalierende-traeume.de/category/aktuelles-kino/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.eskalierende-traeume.de</link> <description></description> <lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 11:34:41 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Eckhart Schmidts heiße Pläne für 2012</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/eckhart-schmidts-heise-plane-fur-2012/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/eckhart-schmidts-heise-plane-fur-2012/#comments</comments> <pubDate>Tue, 03 Apr 2012 23:54:29 +0000</pubDate> <dc:creator>Das Hofbauer-Kommando</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Das Hofbauer-Kommando]]></category> <category><![CDATA[Filmschaffende]]></category> <category><![CDATA[Hinweise]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=13326</guid> <description><![CDATA[Aus der Rubrik Meldungen, die für sich sprechen möchten wir in freudiger Erwartung die Pläne des derzeit ausgesprochen produktiven Eckhart Schmidt, soweit sie auf der ESF-Homepage skizziert werden, zitieren und weiterreichen &#8211; mit besonderer Betonung auf die mit STICH-WORTE betitelten Memoiren und das neue Filmprojekt CONFESSIONS OF A GIRL IN LOVE: 2012 shapes up to [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/04/stichmotel.png" alt="" title="Stichworte und Motelgirls" width="525" height="375" class="aligncenter size-full wp-image-13328" /><br
/> <br/><br
/> Aus der Rubrik <em>Meldungen, die für sich sprechen</em> möchten wir in freudiger Erwartung die Pläne des derzeit ausgesprochen produktiven Eckhart Schmidt, soweit sie auf der <a
href="http://www.eckhartschmidtfilms.com/" target="_blank">ESF-Homepage</a> skizziert werden, zitieren und weiterreichen &#8211; mit besonderer Betonung auf die mit STICH-WORTE betitelten Memoiren und das neue Filmprojekt CONFESSIONS OF A GIRL IN LOVE:<span
id="more-13326"></span><br
/> <br/><br
/> 2012 shapes up to be a very busy and prolific year for Eckhart Schmidt. Here some highlights!</p><p><strong>Film and Photography:</strong></p><p>* 2011 was a year of high activity. Two new documentaries have been produced and broadcast – “Hollywood Scandals” and “Hollywood&#8217;s Walk of Fame”. Both films received high ratings and raving reviews.</p><p>* In early 2012 Eckhart shot and finished editing a film about L.A.&#8217;s fight against the art of graffiti. The project was shot all over L.A. including in the most hidden and dangerous locations. Title: “The Last Graffiti Show”. This film will come into theaters later this year.</p><p>* 2012: Following in the footsteps of the DVD release success of “Hollywood Fling”, Eckhart began to shoot another feature film in the same raw cinematographic style. Title of the new feature project: “Confessions Of A Girl In Love”.</p><p>* Furthermore Eckhart finished shooting and editing a project called “Motel Girls” and a documentary called “Stripped – Naked – Nude”. Both will be released in April. The accompanying book “Motel Girls” will be published in June by Belleville Verlag.</p><p><strong>Art and Literature:</strong></p><p>* 2011: Two international exhibits for “The Art of Passion&#8221;, Los Angeles and Munich.</p><p>* 2012:  Eckhart showed a selection of his art work from  &#8220;The Last Graffiti Show&#8221; at the renowned Stephen Hoffman Gallery in Munich, entitled L.A. Street Art. The show received high attention from press and public.</p><p>* 2011 Eckhart Schmidt published  a double novel called “Hotel/Minorella”, two shocking stories about the young generation.</p><p>* 2012 published Eckhart “Corridos – Stories”, 12 Stories about passion and death, glamour and violence in Hollywood and Mexico.</p><p>* Coming in the Summer of 2012: the photo book “Motel Girls” and a new novel entitled “Club Girl – Death of a Club Girls”, both to be published by Belleville in June.</p><p>* Eckhart Schmidt just finished writing his memoirs entitled “Stich-Worte”. The book will come out end of the year.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/eckhart-schmidts-heise-plane-fur-2012/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Berlinale 2012: Kurznotizen</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/berlinale-2012-kurznotizen/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/berlinale-2012-kurznotizen/#comments</comments> <pubDate>Sun, 12 Feb 2012 09:57:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Andreas</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Andreas]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Festivals]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=13001</guid> <description><![CDATA[Hiermit also der Versuch, an dieser Stelle zumindest Raum für ein paar kurze, manchmal eher Twitter-artige Anmerkungen zu gesehenen Filmen und Eindrücken der laufenden Berlinale festzuhalten. Das ist bewusst als &#8220;Schmierzettel&#8221; gedacht, nichts ausgefeiltes, nichts definitives, nur schnell Abgesondertes in hoffentlich in den nächsten Tagen gelegentlicher Aktualisierung&#8230; (ist alles nur sehr schnell und hastig eingestellt, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Hiermit also der Versuch, an dieser Stelle zumindest Raum für ein paar kurze, manchmal eher Twitter-artige Anmerkungen zu gesehenen Filmen und Eindrücken der laufenden Berlinale festzuhalten. Das ist bewusst als &#8220;Schmierzettel&#8221; gedacht, nichts ausgefeiltes, nichts definitives, nur schnell Abgesondertes in hoffentlich in den nächsten Tagen gelegentlicher Aktualisierung&#8230; (ist alles nur sehr schnell und hastig eingestellt, Credits werden ggf. nachträglich noch ergänzt)</p><p><strong>Erste Notizen:</strong></p><p>SEXUAL CHRONICLES OF A FRENCH FAMILY (EFM) &#8211; zum Auftakt ein EFM-Abstecher, nachdem die in Berlin weilenden Vertreter des Hofbauer-Kommandos (um es mit Bea Fiedler in MACHO MAN zu sagen) &#8220;Lust auf ein geiles Frühstück&#8221; hatten und der brandneue Filme von Pascal Arnold und Jean-Marc Barr, dem Duo hinter AMERICAN TRANSLATION, genau das versprach. Der Titel lässt an europäische Erotikkrimis der 70er denken, die <a
href="http://www.efp-online.com/en/films/8516/SEXUAL-CHRONICLES-OF-A-FRENCH-FAMILY">Inhaltsbeschreibung</a> erinnert hingegen geradewegs frappierend an den SCHULMÄDCHEN-REPORT. Und tatsächlich kommt der Film zunächst wie ein aktuelles Update von Letzterem daher, mit der peinlichen Berührtheit und Irritation der Lehranstalt angesichts ihrer SchülerInnen, die einen Wettbewerb daraus machen, sich heimlich im Unterricht selbst beim Masturbieren zu filmen. Bald zeigt sich jedoch, dass zur (allerdings nur kurz anhaltenden) Enttäuschung des Sleaze-Connaisseurs der Film tatsächlich sehr schnell die potenzielle Schmierigkeit der Prämisse hinter sich lässt und stattdessen eher eine in ihrer durchdringenden Überzeugung entwaffend schöne Utopie entwirft, in der Sex alle Probleme löst und alles darin aufgeht. &#8220;Heterosexuell, Homosexuell, Bisexuell, ist doch egal &#8211; Sexualität, das ist die Hauptsache!&#8221; heißt es wörtlich im Film, und es gibt zur Krönung sogar eine Prostituierte, die ihre Berufung lebt, weil sie die Männer liebt (&#8220;Alle Männer!&#8221;). Ungebrochen oder exemplarisch ist sowas aber durchaus nicht als Aussage zu verstehen, sondern eben eher als beinahe märchenhafte, romantisch-zärtliche Utopie. Man könnte auch sagen, SEXUAL CHRONICLES ist so etwas wie die Langfilm-Version der Schlusssequenz von KEN PARK.</p><p>KEEP THE LIGHTS ON (Panorama) &#8211; fast wie eine Fortsetzung von WEEKEND, nur diesmal anhand einer neunjährigen Beziehung statt einer Wochenendbekanntschaft. Vor allem in der ersten Hälfte sehr schön, in der zweiten manchmal ein wenig im Kreise fahrend, aber doch insgesamt eine recht feiner Film.</p><p>LOST IN PARADISE (Panorama) &#8211; grotesk entgleistes vienamesisches Stricher-Drama, das mitunter so wirkt (auch im schmalzigen Musikeinsatz), als hätte ein Generator Kitsch-Versatzstücke aneinander gereiht. Eine Nebenfigur mit ihrer Haustier-Ente schießt dabei den Vogel ab &#8211; das immer wieder aufgegriffene Entenschicksal sorgt da schon für einigen absurd-campigen Reiz. Sonst ist hier wenig geglückt, außer der Kameraarbeit. Denn die Bilder sehen in ihrer Materialität so spektakulär gut aus, dass man angesichts einer solchen Demonstration, wie 35mm heute aussehen kann, schon traurig werden kann. Wunderschöne Farben und überhaupt eine unbehauene Textur, wie man sie heute (wo garantiert 95% aller Filme eine digitale Postproduktion durchmachen, auf die hier vermutlich auch eher nur aus Kostengründen verzichtet wurde) nur noch ganz selten zu sehen kriegt. An diesen Look wird wohl nichts Aktuelles mehr rankommen auf dieser Berlinale, aber der Film ist wahrhaftig einzig unter diesem Gesichtspunkt wirklich zu empfehlen.</p><p>HEMEL (Forum) &#8211; erinnert nicht nur einmal an den letztjährigen BROWNIAN MOVEMENT, entsprechend auseinander gehen offenbar auch die Meinungen. Das sprunghafte Porträt einer Getriebenen in Ambient-Collagen, in der ersten Hälfte mit Sleaze-Eskapaden besticht, dann zunehmend mit zärtlich-intimen Beobachtungen durch das Leben einer Frau driftet, die ihrerseits seltsam abgekoppelt von der Welt durchs Leben und durch Sexabenteuer driftet. Tatsächlich für mich bislang einer der Höhepunkte, der zudem mit einem echten &#8220;Verzichter&#8221;-Moment (wer ist &#8220;Der Verzichter&#8221;? Man beachte in <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=_C1mTy8DPWc">diesem Ausschnitt</a> die Aussage bei Minute 2:05) aufwarten kann: &#8220;My cunt is wet, do you wanna touch?&#8221; &#8211; &#8220;Oh, no no no!&#8221;</p><p>A MOI SEULE &#8211; COMING HOME (Wettbewerb) &#8211; betuliches Drama, dass sich angesichts von Markus Schleinzers MICHAEL und dessen viel interessanterem Fokus auf die Täterspektive in seiner hier vorherrschenden Unentschlossenheit doch eher erübrigt und weitgehend rückstandslos durchrauscht.</p><p>DICTADO (Wettbewerb) &#8211; gähnend öder Malen-nach-Zahlen-Genremurks, der im Verbund mit dem ebenfalls blind ausprobierten COMING HOME recht eindringlich gemahnt, den Wettbewerb dann doch lieber nur auteuristisch oder anhand ausdrücklicher Empfehlung zu besuchen, wie ich es die letzten Jahre gemacht habe. Da habe ich mich vorschnell von der insgesamt hochkarätigeren Wettbewerbs-Besetzung täuschen lassen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/berlinale-2012-kurznotizen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>6</slash:comments> </item> <item><title>Ein Drehbuchseminar mit Charlie Kaufman</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/drehbuchseminar-mit-charlie-kaufman/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/drehbuchseminar-mit-charlie-kaufman/#comments</comments> <pubDate>Sun, 15 Jan 2012 19:36:15 +0000</pubDate> <dc:creator>Sano Cestnik</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Filmschaffende]]></category> <category><![CDATA[Hinweise]]></category> <category><![CDATA[Sano]]></category> <category><![CDATA[Charlie Kaufman]]></category> <category><![CDATA[Drehbuchschreiben]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=12846</guid> <description><![CDATA[Dank eines Beitrags auf dem Blog von Revolver, habe ich mir soeben eine Rede Charlie Kaufmans angehört, in der er sich als Philosoph outet, die mich mich deshalb sehr berührt hat, und die ich auf Eskalierende Träume gerne weiterempfehlen würde. Denn seine Ansichten über Sinn und Zweck des Drehbuchschreibens, die auch Ansichten über Sinn und [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Dank eines <a
href="http://revolver-film.blogspot.com/2012/01/craft-is-dangerous-thing.html#comment-form">Beitrags</a> auf dem Blog von Revolver, habe ich mir soeben eine Rede Charlie Kaufmans angehört, in der er sich als Philosoph outet, die mich mich deshalb sehr berührt hat, und die ich auf Eskalierende Träume gerne weiterempfehlen würde. Denn seine Ansichten über Sinn und Zweck des Drehbuchschreibens, die auch Ansichten über Sinn und Zweck des Schreibens an sich sind, des Vorgangs dieser spezifischen Art der Kommunikation mit sich selbst und der Welt, sind grundsätzlich auch meine Ansichten. Wie alle bisherigen Überlegungen Kaufmans die mir aus seinen Drehbüchern und deren Verfilmungen bekannt sind, dreht sich auch hier alles um die Frage der Selbsterkenntnis. Das Drehbuchschreiben ist laut Kaufman, wie jede Art der kreativen Leistung, ein Prozess auf dem Weg dazu. Warum das für andere Leute relevant sein sollte? Weil Kunst Kommunikation ist, und man laut Kaufman sowieso nichts anderes anzubieten hat als sich selbst. Den Zweifel und die Angst als Grundlage und Ausgangspunkt von Kaufmans Überlegungen könnte man zum Wertvollen des persönlichen Ausdrucks transformiert vielleicht mit den Worten von Kierkegaard benennen: <em>Das wahre ethische Individuum ruht mit Sicherheit in sich selbst, weil es keine Pflichten hat, sondern nur eine Pflicht, und weil die Pflicht sich ihm nicht von außen aufdrängt als bloßes Gebot, sondern von innen als der Ausdruck seines innersten Wesens.</em> Das Wort Pflicht zeigt in diesem Kontext wie wichtig und auch schwierig es sein kann, ehrlich zu sein, aber auch wie lohnend es dafür immer wieder ist jemandem zuzuhören, der das versucht. Falls das zu pathetitsch oder monolithisch klingt, kann man die Essenz von Kaufmans Rede aber sicher auch mit Krishnamurti paraphrasieren: <em>Die Suche an sich ist Hingabe, sie selbst ist die Inspiration.</em> In diesem Sinne: <ins
datetime="2012-01-15T19:04:28+00:00">http://guru.bafta.org/charlie-kaufman-screenwriters-lecture-video</ins></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/drehbuchseminar-mit-charlie-kaufman/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Gesammelte Jahreslisten 2011 &#8211; Die Enzyklopädie</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/#comments</comments> <pubDate>Mon, 09 Jan 2012 02:40:07 +0000</pubDate> <dc:creator>Die Redaktion</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Ältere Texte]]></category> <category><![CDATA[Andreas]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Christian]]></category> <category><![CDATA[Christoph]]></category> <category><![CDATA[Das Hofbauer-Kommando]]></category> <category><![CDATA[Listen]]></category> <category><![CDATA[Marian]]></category> <category><![CDATA[Sano]]></category> <category><![CDATA[Bilanz]]></category> <category><![CDATA[Festivalfilme]]></category> <category><![CDATA[Jahresliste 2011]]></category> <category><![CDATA[Kinostarts]]></category> <category><![CDATA[Rückblick]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=12486</guid> <description><![CDATA[<img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Arietty.png" alt="Arrietty staunt über den eskalierenden Listenreichtum" title="Stirnrunzelnd begutachtet Arrietty den eskalierenden Listenwahnsinn" width="525" height="280" class="alignnone size-full wp-image-12589" /></a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><br/><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/arietty/" rel="attachment wp-att-12589"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Arietty.png" alt="Arrietty staunt über den eskalierenden Listenreichtum" title="Stirnrunzelnd begutachtet Arrietty den eskalierenden Listenwahnsinn" width="525" height="280" class="alignnone size-full wp-image-12589" /></a><br
/> <br/><br
/> Was lange währt, wird endlich gut? Wir hoffen es, wenn wir nun nach aufreibenden, von Zeitnot und ungeahnten Komplikationen geplagten Tagen endlich unseren diesjährigen Sammelbeitrag mit den Jahreslisten der aktuellen Filme 2011 veröffentlichen können (der auf unsere <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/ekstase-2011/">Entdeckungslisten 2011</a> in der Tradition der <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2010/">Gesammelten Jahreslisten 2010</a> folgt). Zum Ausgleich bemühen wir uns dabei endgültig um die <span
style="color: #ff0000;"><strong>Sprengung jeden herkömmlichen Rahmens</strong></span>.<br
/> <br/></br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/schnallen/" rel="attachment wp-att-12565"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Schnallen.gif" alt="" title="Schnallen" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12565" /></a><span
id="more-12486"></span><br
/> <br/></br><br
/> <strong><em>Andreas</em></strong></p><p><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/l-apollonide.jpg" alt="" title="'It May Be That Beauty Has Strengthened Our Resolve'? Bertrand Bonellos House of Tolerance" width="525" height="354" class="aligncenter size-full wp-image-12616" /><br
/> <br/><br
/> &#8220;Anschnallen&#8221; ist in der Tat ein gutes Stichwort, denn nachdem sich diesmal leider kein Alex (weder P. noch S.) am Listenwahnsinn beteiligt, fängt die alphabetische Sortierung der Namen mit mir an, und damit dann auch sofort mit der umfangreichsten Liste (nicht jedoch mit dem umfangreichsten Beitrag) dieses Sammelpostings. Ein Sprung ins kalte, tiefe Wasser also, und das hat natürlich seine Gründe: Mein in den letzten Jahren bereits kontinuierlich angestiegenes Sichtungspensum aktueller Filme vergrößerte sich 2011 noch einmal in deutlichem Umfang, was natürlich vor allem mit einigen intensiven Festivalbesuchen zusammen hing. Und obwohl ich bereitwillig vieles mitgenommen habe, was der aktuelle Jahrgang angeboten hat, so habe ich die Auswahl gleichzeitig in aller Regel dennoch sehr selektiv getroffen, jenseits vereinzelter Ausnahmen das Vermeidbare auch tatsächlich lieber vermieden und mit zunehmend ausgeprägterem Gespür nach den potenziellen Trüffeln gefahndet. Berlinale, Filmfest München und Viennale bildeten die breite Basis, zumal ich dort 2011 nicht nur allgemein jeweils mehr Filme als in sämtlichen Vorjahren gesehen habe, sondern vor allem bei ersteren beiden diesmal fast nur aktuelle Produktionen. Ich hatte 2011 schlichtweg oft Lust auf aktuelles Kino (und fühlte mich durch meine Auswahl bestätigt, ein glückliches Händchen hilft natürlich dabei) und die angebotenen Retros waren diesmal in beiden Fällen zudem auch höchstens partiell verlockend. Aber auch darüber hinaus gab es viele kleinere Veranstaltungen, von Fantasy Filmfest über Underdox bis Menschenrechtsfestival, natürlich auch manches im regulären Kinoangebot gesehen oder zuhause nachgeholt. Klar, es waren einige Haufen Mist und Enttäuschungen dabei, aber vor allem eine große Zahl bemerkenswerter, aufregender, mitunter großartiger Filme. Ein Filmjahr ist eben meistens umso besser und ergiebiger, je tiefer man sich in dessen Verwinkelungen begibt, wobei ich gar nicht so tun will, als wäre auch diese Zahl nicht auch bestenfalls ein Schwimmen an der Oberfläche des tatsächlichen jährlichen Produktionsumfangs. Aber warum darum grämen? Warum sich nicht daran erfreuen, was hier und dort zugänglich war/ist und Freude bereitet? Genau durchgezählt habe ich es nicht, aber allein eben durch die geballten Festivalsichtungen dürften es auf jeden Fall über 250 aktuelle Langfilme und noch einmal über 50 aktuelle Kurzfilme gewesen sein. Das verlangt zwangsläufig nach einer ausführlichen Liste, weshalb ich diesmal sowohl eine Kurz- als auch Langfassung meiner Liste erstellt habe, dann kann jeder für sich entscheiden, inwieweit ihn/sie das nun genauer interessiert oder nicht. Eine Komplettliste wie letztes Jahr poste ich dieses Jahr allerdings nicht, nachdem ich in meinem <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/sehtagebucher/andreas/">STB</a> ohnehin separat die meisten gesehenen aktuellen Filme erfasst habe (hier und da fehlt natürlich auch mal was, etwa Viennale oder auch so manche Kurzfilme, aber der Großarteil von 2011 ist dort auf jeden Fall erfasst).</p><p>Mehr Worte braucht es von meiner Seite an dieser Stelle nicht, weshalb ich stattdessen als Warm-Up einige Bonus-Kategorien und die bewährten Awards vergebe, wobei ich hinsichtlich der <em>Materialfetischisten</em> und <em>Pixelforscher</em> natürlich jene Filme hier nicht noch einmal berücksichtigt habe, die bereits bei den Festivalrückblicken zur <a
href="www.eskalierende-traeume.de/spater-vogel-sammelt-wurmkadaver-berlinale-2011/">Berlinale</a>, <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/filmfest-munchen-2011-listen-und-awards-nachschlag/">Filmfest München</a>, <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/fantasy-filmfest-2011-wertungen-und-fazit/">Fantasy Filmfest</a> oder (dieser Beitrag kommt hoffentlich tatsächlich noch) Viennale gewürdigt wurden. Daher die Beschränkung auf jeweils eine prägnante Top 3 an dieser Stelle&#8230;<br
/> <br/><br
/> <em>Der <strong>Materialfetischisten-Award</strong> für besondere Verdienste hinsichtlich Erhalt, Umgang und Einsatz von klassischem Filmmaterial geht (ergänzend zu den Berlin/München/Wien-Preisträgern) an:</em></p><p>Der Name der Leute (Michel Leclerc)<br
/> Whores’ Glory – Ein Triptychon (Michael Glawogger)<br
/> Eighty Letters (Václav Kadrnka)</p><p><em>Unter diesem Gesichtspunkt mit lobender Erwähnung:</em><br
/> Herzensbrecher (Xavier Dolan)<br
/> <br/><br
/> <em>Der <strong>Pixelforscher-Award</strong> für bemerkenswerte Verdienste im Umgang mit den Möglichkeiten des digitalen Filmemachens geht (ergänzend zu den Berlin/München/Wien-Preisträgern) an:</em></p><p>Hollywood Fling (Eckhart Schmidt)<br
/> A Night in Nude: Salvation (Takashi Ishii)<br
/> Hobo with a Shotgun (Jason Eisener)</p><p><em>Besondere Erwähnung für bemerkenswerten Umgang mit 3D:</em><br
/> The Hole 3D (Joe Dante)<br
/> Die Höhle der vergessenen Träume 3D (Werner Herzog)<br
/> <br/><br
/> <strong>Lieblingstrailer des Jahres (eine spontane Top 10 mit Verlinkungen): </strong></p><p><a
href="http://www.youtube.com/watch?v=LNOIbyU3BTg">American Translation</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=DCudtngAqxw">Ars Colonia (HBF/IFFR-Trailer)</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=MgYSdkU-1G8">Cassandras Warnung</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=xifqSMlNwTs">The Day He Arrives</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=xAjHNnQNVEo">House of Tolerance</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=XBgl4Fi7w5s">Lo que mas quiero</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=J_X2tfu7o_0">The Return of Uncle Benon</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=KMFhx-PcpcU">Student Services</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=tWYoqi4Kpw4">The Turin Horse</a><br
/> <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=hDruqLQVl04">Whores’ Glory </a><br
/> <br/><br
/> ***<br
/> <br/><br
/> <img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/oca-lapollonide.png" alt="" title="Oca - House of Tolerance" width="525" height="359" class="aligncenter size-full wp-image-12620" /><br
/> <br/><br
/> ***<br
/> <br/><br
/> <strong>Kurzfassung meiner Jahresliste 2011</strong><br
/> <br/><br
/> <em>Lieblingsfilme des Jahres: </em></p><p>Oča – Dad (Vlado Škafar)<br
/> House of Tolerance (Bertrand Bonello)</p><p><em>Weitere Ultrakunst, um eine handliche Catch-22 voll zu machen: </em></p><p>Eighty Letters (Václav Kadrnka)<br
/> The Terrorists (Thunska Pansittivorakul)<br
/> Hollywood Fling (Eckhart Schmidt)<br
/> Century of Birthing (Lav Diaz)<br
/> Cassandras Warnung [Langfassung] (Dominik Graf)<br
/> The Day He Arrives (Hong Sang-soo)<br
/> Schmugglers&#8217; Songs (Rabah Ameur-Zaïmeche)<br
/> A Night in Nude: Salvation (Takashi Ishii)<br
/> The Innkeepers (Ti West)<br
/> Cut (Amir Naderi)<br
/> This Is Not a Film (Jafar Panahi, Mojtaba Mirtahmasb)<br
/> Aita (José Maria de Orbe)<br
/> Arrietty – Die wundersame Welt der Borger (Hiromasa Yonebayashi)<br
/> Brownian Movement (Nanouk Leopold)<br
/> Dreileben – Komm mir nicht nach (Dominik Graf)<br
/> Guilty of Romance [Langfassung] (Sion Sono)<br
/> Vampire (Shunji Iwai)<br
/> 3 Kreuze für einen Bestseller (Klaus Lemke)<br
/> The Tiniest Place (Tatiana Huezo Sánchez)<br
/> Miss Bala (Gerardo Naranjo)<br
/> <br/><br
/> ###<br
/> <br/><br
/> <strong>Langfassung meiner Jahresliste 2011</strong></p><p>Um die schiere Anzahl der Filme bewältigen zu können, ohne gleichzeitig durch eine allzu ausgebaute Rangliste die hinteren Plätze automatisch abzuwerten, habe ich mich diesmal für eine Aufteilung meiner 2011er Favoriten auf fünf Listen entschieden (eigentlich fünfeinhalb, weil die erstplatzierten der „Überraschungen“ auch noch klar in die Quartalslisten gehört hätten). Vier entfallen auf je ein Quartal des Jahres (nach Sichtungs-, nicht nach Premieren- oder Startzeitpunkt; zu Vermeidung allzu großer Ungleichgewichte habe ich außerdem angesichts der übervollen Viennale-Ausbeute die sonstigen Filme des 4. Quartals, ohnehin zumeist im weiteren Sinne Nachholfilme, komplett ins 3. Quartal verfrachtet), eine weitere widmet sich den Kurz- und mittellangen Filmen bis ca. 50 Minuten. Eigentlich bin ich durchaus kein Freund davon, kurze oder kürzere Filme gesondert zu behandeln, wie sich schon daran zeigen dürfte, dass ich letztes Jahr zwei Kurzfilme in meiner engsten Top 10 hatte. Aber angesichts des übervollen 2011er Jahrgangs schien mir eine Auslagerung kürzerer Filme auf eine separate Liste ganz pragmatisch die beste Lösung, um sie nicht in der Menge untergehen zu lassen, sondern sie besonders zu würdigen, weil ich gerade auch in diesem Bereich in diesem Jahr eine Reihe toller Filme sehen und ungeahnter Entdeckungen machen durfte. Soweit erläuternd zu dieser Handhabung, die weiteren Listen dürften selbsterklärend sein.<br
/> <br/><br
/> <strong>Favoriten des 1. Quartals 2011</strong></p><p>1. The Terrorists (Thunska Pansittivorakul)<br
/> 2. Brownian Movement (Nanouk Leopold)<br
/> 3. Vampire (Shunji Iwai)<br
/> 4. The Turin Horse (Béla Tarr)<br
/> 5. The Hole 3D (Joe Dante)<br
/> 6. The Residents (Tiago Mata Machado)<br
/> 7. The Host and the Cloud (Pierre Huyghe)<br
/> 8. Die Höhle der vergessenen Träume 3D (Werner Herzog)<br
/> 9. Schlafkrankheit (Ulrich Köhler)<br
/> 10. Heaven’s Story (Takahisa Zeze)</p><p><em>Runners-Up: </em></p><p>The Big Eden (Peter Dörfler)<br
/> Essential Killing (Jerzy Skolimowski)<br
/> Im Alter von Ellen (Pia Marais)<br
/> Die Jungs vom Bahnhof Zoo (Rosa von Praunheim)<br
/> Lost Land (Pierre-Yves Vandeweerd)<br
/> Sleepless Nights Stories (Jonas Mekas)<br
/> Unter Kontrolle (Volker Sattel)<br
/> Viva Riva! (Djo Tunda Wa Munga)<br
/> <br/><br
/> <strong>Favoriten des 2. Quartals 2011</strong></p><p>1. Oča – Dad (Vlado Škafar)<br
/> 2. Cassandras Warnung (Dominik Graf)<br
/> 3. The Day He Arrives (Hong Sang-soo)<br
/> 4. Aita (José Maria de Orbe)<br
/> 5. Dreileben – Komm mir nicht nach (Dominik Graf)<br
/> 6. Guilty of Romance [Langfassung] (Sion Sono)<br
/> 7. American Translation (Pascal Arnold, Jean-Marc Barr)<br
/> 8. Le Havre (Aki Kaurismäki)<br
/> 9. Hanna (Joe Wright)<br
/> 10. Headshots (Lawrence Tooley)</p><p><em>Runners-Up: </em></p><p>Atmen (Karl Markovics)<br
/> Black Field (Vardis Marinakis)<br
/> Bonsái (Cristián Jiménez)<br
/> Chantrapas (Otar Iosseliani)<br
/> Die Räuberin (Markus Busch)<br
/> Jean Gentil (Israel Cárdenas, Laura Amelia Guzmán)<br
/> The Journals of Musan (Park Jung-bum)<br
/> Der Junge mit dem Fahrrad (Jean-Pierre &#038; Luc Dardenne)<br
/> Marimbas from Hell (Julio Hernandez Cordon)<br
/> Lo que más quiero (Delfina Castagnino)<br
/> Mercado de Futuros (Mercedes Álvarez)<br
/> Michael (Markus Schleinzer)<br
/> Ocaso (Théo Court)<br
/> Play (Ruben Östlund)<br
/> Porfirio (Alejandro Landes)<br
/> Truce (Svetlana Proskurina)<br
/> Unten Mitte Kinn (Nicolas Wackerbarth)<br
/> El Velador (Natalia Almada)<br
/> Wasted Youth (Argyris Papadimitropoulos, Jan Vogel)<br
/> Year Without a Summer (Chui Mui Tan)<br
/> <br/><br
/> <strong>Favoriten des 3. Quartals 2011</strong></p><p>1. Eighty Letters (Václav Kadrnka)<br
/> 2. Hollywood Fling (Eckhart Schmidt)<br
/> 3. A Night in Nude: Salvation (Takashi Ishii)<br
/> 4. The Innkeepers (Ti West)<br
/> 5. Arrietty – Die wundersame Welt der Borger (Hiromasa Yonebayashi)<br
/> 6. Whores’ Glory – Ein Triptychon (Michael Glawogger)<br
/> 7. A Stoker (Aleksei Balabanov)<br
/> 8. Bridesmaids (Paul Feig)<br
/> 9. Cold Fish (Sion Sono)<br
/> 10. The Invader (Nicolas Provost)</p><p><em>Runners-Up: </em></p><p>Artificial Paradises (Yulene Olaizola)<br
/> Boxing Gym (Frederick Wiseman)<br
/> Correspondencia Jonas Mekas – J.L. Guerín (José Luis Guerín, Jonas Mekas)<br
/> I Wish (Hirokazu Kore-eda)<br
/> My Soul to Take (Wes Craven)<br
/> Der Name der Leute (Michel Leclerc)<br
/> Portraits deutscher Alkoholiker (Carolin Schmitz)<br
/> Putty Hill (Matthew Porterfield)<br
/> Das schlafende Mädchen (Rainer Kirberg)<br
/> Sibérie (Joana Preiss)<br
/> Sonnensystem (Thomas Heise)<br
/> Weekend (Andrew Haigh)<br
/> The Woman (Lucky McKee)<br
/> The Yellow Sea (Na Hong-jin)<br
/> <br/><br
/> <strong>Favoriten des 4. Quartals 2011</strong></p><p>1. House of Tolerance (Bertrand Bonello)<br
/> 2. Century of Birthing (Lav Diaz)<br
/> 3. Schmugglers&#8217; Songs (Rabah Ameur-Zaïmeche)<br
/> 4. Cut (Amir Naderi)<br
/> 5. This Is Not a Film (Jafar Panahi, Mojtaba Mirtahmasb)<br
/> 6. The Tiniest Place (Tatiana Huezo Sánchez)<br
/> 7. A Simple Life (Ann Hui)<br
/> 8. Crazy Horse (Frederick Wiseman)<br
/> 9. 3 Kreuze für einen Bestseller (Klaus Lemke)<br
/> 10. Summer of Giacomo (Alessandro Comodin)</p><p><em>Runners-Up: </em></p><p>Color Runaway Dog (Andrés Duque)<br
/> The Color Wheel (Alex Ross Perry)<br
/> A Dangerous Method (David Cronenberg)<br
/> Faust (Alexander Sokurov)<br
/> It May Be That Beauty Has Strengthened Our Resolve &#8211; Masao Adachi (Philippe Grandrieux)<br
/> The Last Buffalo Hunt (Lee Anne Schmitt)<br
/> Life Without Principle (Johnnie To)<br
/> Nana (Valérie Massadian)<br
/> The Pettifogger (Lewis Klahr)<br
/> Take Shelter (Jeff Nichols)<br
/> Totem (Jessica Krummacher)<br
/> Two Years at Sea (Ben Rivers)<br
/> A Useful Life (Federico Veiroj)<br
/> Yatasto (Hermes Paralluelo)<br
/> <br/><br
/> <strong>Favoriten unter den kurz- und mittellangen Filmen</strong></p><p>Der Besen (Klaus Schneider)<br
/> Cet Homme (Markus Ruff)<br
/> Conference (Notes on Film 05) (Norbert Pfaffenbichler)<br
/> Correspondence (Robert Fenz)<br
/> Esel mit Schnee (Romuald Karmakar)<br
/> Führung (René Frölke)<br
/> La fuite du jour (Christophe Clavert)<br
/> L’inconsolable (Jean-Marie Straub)<br
/> Leonardos Tränen (Heinz Emigholz)<br
/> Machtentfaltung (Klaus Schneider)<br
/> Memories of a Morning (José Luis Guerín)<br
/> Menschen am Sonntag (Friedl vom Gröller)<br
/> Meteor (Christoph Girardet, Matthias Müller)<br
/> Miss Candace Hilligoss&#8217; Flickering Halo (Vincenzo Core, Fabio Scacchioli)<br
/> Der Mond (Klaus Schneider)<br
/> Oral History (Volko Kamensky)<br
/> The Pushcarts Leave Eternity Street (Ken Jacobs)<br
/> Red Dawn (João Rui Guerra da Mata, João Pedro Rodrigues)<br
/> River Rites (Ben Russell)<br
/> Sack Barrow (Ben Rivers)<br
/> Schakale und Araber (Jean-Marie Straub)<br
/> Schwere Augen (Siegfried A. Fruhauf)<br
/> Slow Action (Ben Rivers)<br
/> The Sole of the Foot (Robert Fenz)<br
/> Wie ich den Sommerwind fing (Reginald Ginster)<br
/> <br/><br
/> <strong>Schönste Überraschungen</strong> <em>(die ersten fünf oder sechs gehören eigentlich in die jeweiligen Quartals-Top-10-Listen, sind aber wegen Überfüllung hier mit besonderer Betonung ausgelagert; gerade bei den ersten dreien, aber auch bei Farhadi, spielt eine Steigerung, Weiterentwicklung oder Neuorientierung gegenüber den letzten Filmen der Regisseure eine große Rolle bei dieser Nennung, bei den anderen hier Genannten bezieht sich die erfreuliche Überraschung wiederum nicht zwangsläufig auf Beteiligte, meist eher auf Negativ-Hype, abschreckende Prämissen o.ä.)</em></p><p>Miss Bala (Gerardo Naranjo)<br
/> Alps (Yorgos Lanthimos)<br
/> Once Upon a Time in Anatolia (Nuri Bilge Ceylan)<br
/> Hobo with a Shotgun (Jason Eisener)<br
/> Declaration of War (Valérie Donzelli)<br
/> Kill List (Ben Wheatley)<br
/> F (Johannes Roberts)<br
/> Ses – The Voice (Umit Unal)<br
/> Super 8 (J.J. Abrams)<br
/> Rebounce (Heidi Maria Faisst)<br
/> Nude Nuns with Big Guns (Joseph Guzman)<br
/> Nader und Simin – Eine Trennung (Asghar Farhadi)<br
/> The Ward (John Carpenter)<br
/> Attack the Block (Joe Cornish)<br
/> <br/><br
/> <strong>Zwiespältig, aber doch bemerkenswert</strong> <em>(Filme, die mich letztlich auf die ein oder andere Weise bereichert und nicht wirklich losgelassen haben, die ich aber nicht guten Gewissens bei den Favoriten einsortieren kann und will, manche nicht wirklich im eigentlichen Sinne mag, nichtsdestotrotz in Teilen oder als Ganzes aber dennoch interessant oder faszinierend finde und sie daher dann doch letztlich lieber erwähne als manchen Teil des hier ungenannten bleibenden, und sei&#8217;s durchaus gelungenen Mittelfelds)</em></p><p>13 Assassins (Takashi Miike)<br
/> Arirang (Kim Ki-duk)<br
/> Drive (Nicolas Winding Refn)<br
/> Good Bye (Mohammad Rasoulof)<br
/> Kidnapped (Miguel Ángel Vivas)<br
/> The Tree of Life (Terrence Malick)<br
/> Twenty Cigarettes (James Benning)<br
/> Vapor Trail (Clark) (John Gianvito)<br
/> <br/><br
/> <strong>Enttäuschungen</strong> <em>(aus verschiedenen Gründen, teils auch einfach Filme, die ich überschätzt finde)</em></p><p>Almayer’s Folly (Chantal Akerman)<br
/> Dreileben – Eine Minute Dunkel (Christoph Hochhäusler)<br
/> Impardonnables (André Téchiné)<br
/> Underwater Love – A Pink Musical (Shinji Imaoka)<br
/> Balada Triste de Trompeta (Álex de la Iglesia)<br
/> Ostende (Laura Citarella)<br
/> Dreileben – Etwas Besseres als den Tod (Christian Petzold)<br
/> Midnight in Paris (Woody Allen)<br
/> Der Preis (Elke Hauck)<br
/> Maya Deren’s Sink (Barbara Hammer)<br
/> Herzensbrecher (Xavier Dolan)<br
/> Jess + Moss (Clay Jeter)<br
/> Martha Marcy May Marlene (Sean Durkin)<br
/> Dirty Eyes (Lawrence Weiner)<br
/> Sennentuntschi (Michael Steiner)<br
/> Potiche (François Ozon)<br
/> Girimunho (Helvécio Marins Jr., Clarissa Campolina)<br
/> The Artist (Michel Hazanavicius)<br
/> Back to Stay (Milagros Mumenthaler)<br
/> Petropolis (Peter Mettler)<br
/> <br/><br
/> <strong>Die Schattenseite: Unerquickliches</strong> <em>(auf den vorderen Plätzen  einfach fad, dann absteigend immer unerträglicher werdend)</em></p><p>Ways of the Sea (Sheron Dayoc)<br
/> Kampf der Königinnen (Nicolas Steiner)<br
/> My Little Princess (Eva Ionesco)<br
/> Americano (Mathieu Demy)<br
/> Medianeras (Gustavo Taretto)<br
/> Stone (John Curran)<br
/> Kriegerin (David Falko Wnendt)<br
/> Point Blank (Fred Cavayé)<br
/> The Company Men (John Wells)<br
/> Unter Schnee (Ulrike Ottinger)<br
/> Die Haut, in der ich wohne (Pedro Almodóvar)<br
/> A Little Closer (Matthew Petock)<br
/> Tyrannosaur (Paddy Considine)<br
/> Mothers (Milcho Manchevski)<br
/> The Colors of the Mountain (Carlos Cesar Arbelaez)<br
/> I Spit on Your Grave (Steven R. Monroe)<br
/> True Grit (Joel &#038; Ethan Coen)<br
/> Repeaters (Carl Bessai)<br
/> The Forgiveness of Blood (Joshua Marston)<br
/> Late Autumn (Kim Tae-Yong)<br
/> Hesher (Spencer Susser)<br
/> The King’s Speech (Tom Hooper)<br
/> I Saw the Devil (Kim Ji-woon)<br
/> The Mountain (Ole Giæver)<br
/> In der Welt habt ihr Angst (Hans W. Geißendörfer)<br
/> Confessions (Tetsuya Nakashima)<br
/> Biutiful (Alejandro González Iñárritu)<br
/> Auschwitz (Uwe Boll)<br
/> Frankfurt Coincidences (Enkelejd Lluca)<br
/> The Divide (Xavier Gens)<br
/> Blubberella (Uwe Boll)<br
/> <br/></br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/sichernsiesichnochheute/" rel="attachment wp-att-12571"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/SichernSiesichnochheute.gif" alt="" title="SichernSiesichnochheute" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12571" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <strong><em>Christian</em></strong></p><p><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/melancholia-tree.png" alt="" title="Melancholia Tree" width="525" height="219" class="aligncenter size-full wp-image-12606" /><br
/> <img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/american-callgirl.png" alt="" title="American Callgirl" width="525" height="221" class="aligncenter size-full wp-image-12607" /><br
/> <br/><br
/> <strong>2011: Top 10</strong></p><p>Es ist schön, dass es heutzutage so einfach ist, einen Film zu machen und ihn zu vertreiben. Schöner wäre es jedoch, wenn man nicht ständig mit digitalem Dreck zugeschüttet werden würde. Zum Glück gibt es Filmemacherinnen und Filmemacher, die verstanden haben, welche Möglichkeiten das digitale Kino bietet. Deren Werke zeigen aber auch, wie schmal der Grat zwischen Gelingen und Scheitern ist. Möglicherweise war es noch nie schwieriger, einen guten Film zu machen.</p><p>American Translation (Jean-Marc Barr &#038; Pascal Arnold)<br
/> Hereafter (Clint Eastwood)<br
/> Hollywood Fling (Eckhart Schmidt)<br
/> <strong>Melancholia (Lars von Trier)</strong><br
/> A Night in Nude: Salvation (Takashi Ishii)<br
/> Paul (Greg Mottola)<br
/> Polisse (Maiwenn)<br
/> Portrait of a Call Girl (Graham Travis)<br
/> The Tree of Life (Terrence Malick)<br
/> Whores´ Glory (Michael Glawogger)<br
/> <br/></br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/vergnugungsspalte/" rel="attachment wp-att-12572"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Vergnügungsspalte.gif" alt="" title="Vergnügungsspalte" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12572" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <strong><em>Christoph</em></strong></p><p><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/attenberg/" rel="attachment wp-att-12598"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Attenberg.gif" alt="" title="Griechischer Reigen" width="525" height="289" class="alignnone size-full wp-image-12598" /></a><br
/> </br><br
/> 2011 muss, hinsichtlich aktueller Filme, der frustrierendste Jahrgang meines bisherigen Cinelebens gewesen sein. Obwohl ich mir tapfer soviele aktuelle Filme wie nur überhaupt möglich zwischen die Schenkel presste und sogar zum ersten Mal seit drei Jahren wieder die faulige Festival-Dusche der Berlinale über mich ergehen lies, ist die Ausbeute so mager, medioker und banal ausgefallen, dass ich mich bedingungslos meinem eskalierenden Mitträumer Sano anschließe: Früher war einfach alles besser (#342), heutzutage wird nur noch alle Lichtjahre einmal ein überhaupt nur interessanter Film auf handwerklich akzeptablem Niveau und 35mm gedreht und eine so exzessive Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Kino lohnt schlicht die Mühen und Festival-&#8221;Burn outs&#8221; nicht! Nachdem mein geschätzter Freund und <em>frater in spirito cinematografico</em>, Alex Pfaehler, mich in der Vergangenheit wiederholt aufgrund &#8220;schwerer Nostalgie&#8221; kritisierte, startete ich nur mit den besten Vorsätzen ins Cinejahr 2011, doch obwohl ich selbiges Vorhaben mit eiserner Standkraft verfolgte, steht am Ende dieser wilden Cinehatz nichts als die ganz große Ernüchterung. Wo sind nur die ehrgeizigen Filmemacher, die Werke von sonderbarer Schönheit, erfüllt vom Hunger auf Kino, auf ein Spiel und eine Affäre mit den Bildern, wo ist nur all das hin? Ständig wurden mir große Versprechungen gemacht, von transgressiven Filmen, die <em>ausschließlich</em> Aufnahmen von mit Mülltonnen kopulierenden Rentnern zeigen sollten, nie wurden dergestaltige Versprechungen eingehalten, stets saß ich, von den Filmen allein gelassen, im dunklen Saal und sehnte mich nach der handwerklichen Professionalität und Luzidität von klassisch geschulten Meisterregisseuren wie Howard Hawks oder Akira Kurosawa. Offenbar ist kinematographische Wahrhaftigkeit und Komplexität heute, im postmodernen Zeitalter filmstudentischen, digitalen und kaum je genuinen &#8220;Filmemachens&#8221;  von den Leinwänden verschwunden, lediglich das einheimische Filmlustspiel wußte mich dieses Jahr zu begeistern – die Vielzahl an verwegenen, provokanten, frischen und originellen, anrührenden und dabei doch von wunderbarer Leichtigkeit durchzogenen Komödien, angeführt von so freudenspendenden, spritzigen Werken wie ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND, RUBBELDIEKATZ, FLIEGENDE FISCHE MÜSSEN INS MEER, KEIN SEX IST AUCH KEINE LÖSUNG, WHAT A MAN oder KOKOWÄÄH gibt Anlass zu der Hoffnung, dass dem deutschen Kino endlich, nach 20 Jahren künstlerischer und wirtschaftlicher Tristesse, eine neue, wirkliche Perspektive für die Zukunft anheim gegeben ist. Leider bin ich damit auch schon am Ende meines Lobes angelangt, denn jenseits des deutschen Filmlustspiels nagte sich der Hunger durch meine Seele, ein schmerzender, erbarmungsloser Hunger, der nie Stillung fand. Deswegen ist meine Bestenliste auch so klein, karg und mager &#8211; trist und geradezu jämmerlich winzig. Aber ich höre schon auf, Trübsal zu blasen. Hier kommt also das <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesamtliste-aller-gesehen-aktuellen-filme-2011/">kümmerlich kleine Händchen</a> voll Filme, das mich 2011 wenn auch nicht begeistert, so doch zumindest nicht verärgert hat:<br
/> </br><br
/> <strong>44 Schönheiten, lose nach Rang geordnet:</strong></p><p>1. <span
style="color: #0000ff;">Melancholia</span> (Lars von Trier)<br
/> 2. <span
style="color: #0000ff;">Die Prinzessin von Montpensier</span> (Bertrand Tavernier)<br
/> 3. <span
style="color: #0000ff;">Polizeiruf 110: Cassandras Warnung</span> (Dominik Graf)<br
/> 4. <span
style="color: #0000ff;">The Innkeepers</span> (Ti West)<br
/> 5. <span
style="color: #0000ff;">American Translation</span> (Pascal Arnold, Jean-Marc Barr)<br
/> 6. <span
style="color: #0000ff;">Truce</span> (Svetlana Proskurina)<br
/> 7. <span
style="color: #0000ff;">Heaven&#8217;s Story</span> (Takahisa Zeze)<br
/> 8. <span
style="color: #0000ff;">My Soul to Take</span> (Wes Craven)<br
/> 9. <span
style="color: #0000ff;">Arietty &#8211; Die wundersame Welt der Borger</span> (Hiromasa Yonebayashi)<br
/> 10. <span
style="color: #0000ff;">A Night in Nude: Salvation</span> (Takashi Ishii)<br
/> 11. <span
style="color: #0000ff;">Esel mit Schnee</span> (Romuald Karmakar)<br
/> 12. <span
style="color: #0000ff;">Road to Nowhere</span> (Monte Hellman)<br
/> 13. <span
style="color: #0000ff;">Dreileben – Komm mir nicht nach</span> (Dominik Graf)<br
/> 14. <span
style="color: #0000ff;">Guilty of Romance</span> (Sion Sono)<br
/> 15. <span
style="color: #0000ff;">Wer ist Hanna?</span> (Joe Wright)<br
/> 16. <span
style="color: #0000ff;">Leonardos Tränen</span> (Heinz Emigholz) [Kurzfilm]<br
/> 17. <span
style="color: #0000ff;">Meek&#8217;s Cutoff</span> (Kelly Reichardt)<br
/> 18. <span
style="color: #0000ff;">Weekend</span> (Andrew Haigh)<br
/> 19. <span
style="color: #0000ff;">Glückliche Fügung</span> (Isabelle Stever)<br
/> 20. <span
style="color: #0000ff;">Hollywood Fling – Diary of a Serial Killer</span> (Eckhart Schmidt)<br
/> 21. <span
style="color: #0000ff;">Headshots</span> (Lawrence Tooley)<br
/> 22. <span
style="color: #0000ff;">Attenberg</span> (Athina Rachel Tsangari)<br
/> 23. <span
style="color: #0000ff;">Wasted Youth</span> (Argyris Papadimitropoulos, Jan Vogel)<br
/> 24. <span
style="color: #0000ff;">The Ward</span> (John Carpenter)<br
/> 25. <span
style="color: #0000ff;">The Woman</span> (Lucky McKee)<br
/> 26. <span
style="color: #0000ff;">Bellflower</span> (Evan Glodell)<br
/> 27. <span
style="color: #0000ff;">The Terrorists</span> (Thunska Pansittivorakul, 2011)<br
/> 28. <span
style="color: #0000ff;">Kill List</span> (Ben Wheatley)<br
/> 29. <span
style="color: #0000ff;">Vampire</span> (Shunji Iwai)<br
/> 30. <span
style="color: #0000ff;">Die Höhle der vergessenen Träume</span> (Werner Herzog)<br
/> 31. <span
style="color: #0000ff;">Caterpillar</span> (Kôji Wakamatsu)<br
/> 32. <span
style="color: #0000ff;">Unter Kontrolle</span> (Volker Sattel)<br
/> 33. <span
style="color: #0000ff;">13 Assassins</span> (Takashi Miike)<br
/> 34. <span
style="color: #0000ff;">Aita</span> (José María de Orbe)<br
/> 35. <span
style="color: #0000ff;">Sleepless Nights Stories</span> (Jonas Mekas)<br
/> 36. <span
style="color: #0000ff;">Hobo With a Shotgun</span> (Jason Eisener)<br
/> 37. <span
style="color: #0000ff;">Die Räuberin</span> (Markus Busch)<br
/> 38. <span
style="color: #0000ff;">Das rote Zimmer</span> (Rudolf Thome)<br
/> 39. <span
style="color: #0000ff;">The Big Eden</span> (Peter Dörfler)<br
/> 40. <span
style="color: #0000ff;">Das schlafende Mädchen</span> (Rainer Kirberg)<br
/> 41. <span
style="color: #0000ff;">Trash Humpers</span> (Harmony Korine)<br
/> 42. <span
style="color: #0000ff;">Saturnus</span> (Bruno Sukrow)<br
/> 43. <span
style="color: #0000ff;">Marimbas From Hell</span> (Julio Hernández Cordon)<br
/> 44. <span
style="color: #0000ff;">Die drei Musketiere</span> (Paul W. S. Anderson)</p><p><em><br
/> 2 heiße Spitzenkandidaten, von negativen Sichtungsumständen beschädigt:</em></p><p><span
style="color: #0000ff;">Dad</span> (Vlado Škafar)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Brownian Movement</span> (Nanouk Leopold)<br
/> </br><br
/> <strong>Runners up</strong><br
/> <em>(in Reihenfolge der Sichtungen)</em></p><p><span
style="color: #0000ff;">Schlafkrankheit </span>(Ulrich Köhler)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">The Residents </span>(Tiago Mata Machado)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Lost Land </span>(Pierre-Yves Vandeweerd)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Scream 4 </span>(Wes Craven)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Atmen </span>(Karl Markovics)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Porfírio </span>(Alejandro Landes)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Essential Killing </span>(Jerzy Skolimowski)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Stadt Land Fluss </span>(Benjamin Cantu)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Bonsái </span>(Cristián Jiménez)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">The Sword and the Rose </span>(João Nicolau)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Aardvark </span>(Kitao Sakurai)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Michael </span>(Markus Schleinzer)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Arirang </span>(Ki-duk Kim)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Jean Gentil </span>(Israel Cárdenas, Laura Amelia Guzmán)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Cold Fish </span>(Sion Sono)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Vier Leben</span> (Michelangelo Frammartino)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">F </span>(Johannes Roberts)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Black Field </span>(Vardis Marinakis)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Finisterrae </span>(Sergio Caballero)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Wie ich den Sommerwind fing </span>(Reginald Ginster)<br
/> </br><br
/> <strong>Bonus #1: 5 x Spaß</strong><br
/> <em>(in Reihenfolge der Sichtungen)</em></p><p><span
style="color: #0000ff;">The Stool Pigeon </span>(Dante Lam)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Rebounce</span> (Heidi Maria Faisst)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Ohne Limit</span> (Neil Burger)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod</span> (Alex de la Iglesia)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Black Bread</span> (Agustí Villaronga, 2010)<br
/> </br><br
/> <strong>Bonus #2: 5 x Guilty Pleasure</strong><br
/> <em>(in Reihenfolge der Sichtungen)</em></p><p><span
style="color: #0000ff;">Bullhead</span> (Michaël R. Roskam, 2011)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Dreileben – Etwas Besseres als den Tod</span> (Christian Petzold, 2011)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Engel des Bösen – Die Geschichte eines Staatsfeindes</span> (Michele Placido, 2010)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Sennentuntschi</span> (Michael Steiner, 2010)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">The Tree of Life</span> (Terrence Malick, 2011)<br
/> </br><br
/> <strong>Bonus #3: Sondermüll und Peinlichkeiten</strong><br
/> <em>(von grauenhaft abwärts bis schlimm)</em></p><p>1. <span
style="color: #0000ff;">Hell</span> (Tim Fehlbaum)<br
/> 2. <span
style="color: #0000ff;">Tatort – Nasse Sachen</span> (Johannes Grieser)<br
/> 3. <span
style="color: #0000ff;">Kampf der Königinnen</span> (Nicolas Steiner)<br
/> 4. <span
style="color: #0000ff;">Herzensbrecher</span> (Xavier Dolan)<br
/> 5. <span
style="color: #0000ff;">Black Swan</span> (Darren Aronofsky)<br
/> 6. <span
style="color: #0000ff;">The Day He Arrives</span> (Sang-soo Hong)<br
/> 7. <span
style="color: #0000ff;">The Angel of Doel</span> (Tom Faessert)<br
/> 8. <span
style="color: #0000ff;">Dreileben – Eine Minute Dunkel</span> (Christoph Hochhäusler)<br
/> </br><br
/> <strong>Einige Filme, die ich gerne gesehen hätte:</strong></p><p><span
style="color: #0000ff;">Eine dunkle Begierde</span> (David Cronenberg)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">The Host and The Cloud</span> (Pierre Huyghe)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Tournee</span> (Mathieu Amalric)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Ostaggi</span> (Lamberto Bava)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Viva Riva</span> (Djo Tunda Wa Munga)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">To Die Like a Man</span> (João Pedro Rodrigues)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Thor</span> (Kenneth Branagh)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Whore&#8217;s Glory</span> (Michael Glawogger)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Le Havre</span> (Aki Kaurismäki)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">The Invader</span> (Nicolas Provost)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">The Hole</span> (Joe Dante)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Eighty Letters</span> (Václav Kadrnka)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Haus der Sünde</span> (Bertrand Bonello)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Self Referential Traverse: Zeitgeist and Engagement</span> (Sun Kim)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">3 Kreuze für einen Bestseller</span> (Klaus Lemke)<br
/> <span
style="color: #0000ff;">Urban Explorer</span> (Andy Fetscher)<br
/> </br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/cw1/" rel="attachment wp-att-12599"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/CW1.png" alt="" title="Polizeiruf-Kommissar Hans von Meuffels lässt das Cinejahr mit einem Freudentänzchen ausklingen" width="525" height="288" class="alignnone size-full wp-image-12599" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/et/" rel="attachment wp-att-12573"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/ET.png" alt="" title="ET" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12573" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <strong><em>Das Hofbauer-Kommando</em></strong></p><p><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/anightinnudesalvation1/" rel="attachment wp-att-12680"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/ANightInNudeSalvation1.png" alt="" title="Die japanische Division des Hofbauer-Kommandos lässt sich in ihrer Lieblingsbar in Shinjuku die anregenden Aussichten bei einem kühlen Drink schmecken" width="525" height="287" class="alignnone size-full wp-image-12680" /></a><br
/> </br><br
/> Bei der <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2010/">letztjährigen</a> Verleihung des <span
style="color: #ff00ff;"><strong>Goldenen Ernst 2010</strong></span> für Verdienste um den Erhalt von Sleaze im gegenwärtigen Kino machten wir abschließend unser Hoffnung auf ein noch saftigeres Jahr 2011 Luft. Hätten wir nur geahnt, welch lüsterne Geister wir damit weckten!<br
/> Die Fülle auszeichnungswürdiger &#8220;Sleisterwerke&#8221; schwoll 2011 mit derartiger Rasanz an, dass sich das unter verschärftem Stoßzwang befindliche Hofbauer-Kommando gezwungen sah, die Anzahl der Preisträger vielfach zu potenzieren, um den prachtvollen Auswüchsen  und enormen Ausbeulungen des Jahrgangs noch gerecht werden und (Hosen)raum bieten zu können. Auch kamen wir nicht umhin, eine Vielzahl einzelner Ressorts einzurichten, die sich um Vorsortierung, Prämierung und schriftliche Auswahlbegründung im jeweiligen Bereich sorgsam kümmern. Nur durch viele personelle Mehrfachbesetzungen und die vereinten Kräfte der jüngst von drei auf vier Kapitäne aufgestockten Führungsebene des Hofbauer-Kommandos war es möglich, den Ansturm in aufwendigen Selektionsprozessen und detaillierten Begründungen zu bewältigen. Insgesamt dürfen nun in finaler Entscheidung für das Jahr 2011 schlagartig 17 Preisträger stolz die Auszeichnung &#8220;besonders sleazevoll&#8221; in Gestalt des &#8220;Goldenen Ernst&#8221; entgegen nehmen. Wir präsentieren nun die riesige Sieger-Wendeltreppe in all ihrer ausladenden Pracht&#8230;<br
/> </br><br
/> <em><span
style="color: #ff00ff;"><strong>Sweet Sixteen</strong></span> mit cremigem i-Tüpfelchen &#8211; eine klebrig-süße Auswahl von 16 Langfilmen und einem Kurzfilm, die sich ihren Goldenen Ernst redlich verdient haben.</em><br
/> </br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/invader/" rel="attachment wp-att-12679"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Invader.gif" alt="" title="Invader" width="525" height="213" class="alignnone size-full wp-image-12679" /></a><br
/> </br><br
/> <strong>Die Begründungen der einzelnen Ressorts:</strong><br
/> </br><br
/> <em>Ressort: Tourismus</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>3 KREUZE FÜR EINEN BESTSELLER</strong></span> (Klaus Lemke)<br
/> Genialer Schachzug dieses entspannten Inselfilms in bester Jesus(-Franco)-Manier ist, dass Klaus Lemke selbst eine der drei Hauptrollen spielt und sich so als Spielleiter auf einer innerfilmischen Metaebene in Szene setzt. Es versteht sich von selbst, dass er dabei nicht um allerlei verständnisvolle Ratschläge verlegen ist und mit flotten Sprüchen das triebige Geschehen zusätzlich anzutreiben versucht (&#8220;Das ist so eine vertrocknete Norddeutsche, wenn du da mit deinem Münchnerisch kommst, wird die weich!&#8221;), aber seine Muse auch gern mit fiesen Sprüchen stichelt (&#8220;Das ist Scheiße, das ist Mutter-Migräne-Magersucht-Literatur, was du da schreibst!&#8221;). Der eigentliche Protagonist ist allerdings Sleaze-Shootingstar Henning Gronkowski, der sich nach SCHMUTZIGER SÜDEN erneut als pornöser Gammeljockel im Sprüchereißen und Posieren bewährt. Doch was tatsächlich alles in dieser lässigen Wundertüte von Film steckt, kann auch das härteste Presswerkzeug nicht in so wenigen Zeilen zusammenschnüren. Das Hofbauer-Kommando streckt die Waffen und verzehrt sich schon jetzt nach neuen Taten und Auftritten des wilden Klaus!</p><p><em>Ressort: Gastronomie</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>A NIGHT IN NUDE: SALVATION</strong></span> (Takashi Ishii)<br
/> Was kriecht denn da das Bein der Hauptdarstellerin hinauf? Oh, es ist die Kamera von Takashi Ishii! Ein wunderbares Schmiersüppchen hat uns der freundliche Japano-Lustgreis da geköchelt. Und siehe da: es schwimmt auch noch der eine oder andere Brocken Ultrakunst darin! Damit benetzt man doch gerne den Gaumen.<br
/> Es ist ein Genuss. Ishiis nackte Erlösungs-Nacht spreizt ihre Beine weit zum Spagat zwischen Neo-Noir und Sexploitation. Dazwischen entblößt sie die Zwiespältigkeit ihrer Figuren, hoffnungslos nach Erlösung gierende Seelen in den Neonschluchten der Großstadt. Ein Film über die Psyche, visualisiert durch eine Zelebration des Körpers.<br
/> Dann entwickelt die Kamera ein Eigenleben, wandert unter Tische und Röcke, fährt genüsslich die Fun-Parts diverser Stripperinnen ab und zeigt sich überhaupt herrlich selbstvergessen. Nunja, mit mittlerweile 65 Lenzen auf dem Buckel muss ein Regisseur eben Prioritäten setzen! Doch dann kommt Ishii völlig zu sich und entfesselt im dramatisch-voyeuristischen Finale ein Weitwinkel-Inferno, wie die Welt es noch nicht gesehen hat. Als hätten sich Andrzej Zulawski und Jess Franco zusammengetan, um einen Pinkfilm zu inszenieren! Das Hofbauer-Kommando war den Freudentränen nahe. Definitiv ein Film für Herz und Hose.<br
/> <em><br
/> Ressort: Gentrifizierung</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>CASSANDRAS WARNUNG</strong></span> (Dominik Graf)<br
/> Bewiesen die verehrten Herren Graf und Schütter bereits in ihrer güldenen Vergangenheit hinreichend und -reißend ihr feines Gespür für gefühlsumwölkte Situationen und das kleine, versteckte, schmutzige deutsche Seelchen, so stoßen sie nun mit diesem bayerischen Neo-Giallo an die Grenzen des im Fernsehen Ausziehbaren: Von &#8220;Liebeskunst&#8221;, &#8220;Tittenspechten&#8221; und &#8220;Ständereulen&#8221; ist da die Rede und auch vor angriffslustigen und hingebungsvollen Anstößigkeiten klassischer Prägung (deren mager gesäte Ausformungen im aktuellen Deutschen Kino man nie genug belobigen kann) schrecken unsere reifen Münchner Wunderknaben nicht zurück: In der HK-relevantesten Szene des Films, leider in der entsafteten ARD-Fassung gekürzt, hebt die wohltuend verruchte Alma Leiberg triumphierend das Röckchen, um den umstehenden Bullen nachzuweisen, dass sie kein Transvestit sondern &#8220;eine echte Frau ist&#8221;. Soviel keß blubbernde Verwegenheit verschlug selbst dem anspruchsvollen Hofbauer-Kommando den stockenden Atem. Indes, es ist nicht nur das Rohe sondern auch die lakonische Schönheit dieser Genre-Hymne, in die wir uns verliebten: Maternales Verständnis schlug sich nieder in den betrübten, bitteren Worten der Simmel-Ikone Doris Kunstmann. Als gealtertes Kind der 70iger sehnt sie sich nach unschuldiger Frivolität auf Parkbänken, von denen nunmehr kinderreiches Jungvolk Besitz ergriffen und das einst so fiebrige München in der &#8220;Babyscheiße&#8221; versinken hat lassen. Das Hofbauer-Kommando stimmte nachdenklich, etwas wehmütig, jedoch auch in leiser Verzückung ein in ihr Klagen, hatte man doch eben dieses verlorene Glück gerade 90 Minuten lang in tiefen Zügen aufgesogen.</p><p><em>Ressort: Familienpolitik</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>COLD FISH</strong></span> (Sion Sono)<br
/> Wo der Patriarch in einer Männlichkeitskrise feststeckt, bedarf es eines wahren Fischkenners, die säumigen Familienmitglieder wieder am Futtertrog zu vereinigen. Doch in diesem leuchtenden Bassin schwimmen nicht nur gierige Geldhaie, sondern auch abtrünnige Weibchen, die sich nur zu gerne ein hilfloses Weichtier zwischen die Kiemen schieben. Da muss Papi aufpassen, wo er seine Angel auswirft und welch unergründete Becken dabei zu Entdeckungen einladen. Denn kommt es hart auf hart, wird auch der stramme Hecht schnell zum Zitteraal. Trotz so viel glitschiger Verunsicherung weist jedoch der geschmeidige Schwarm-Anführer stets den Weg ins gemachte Flussbett. Auch sein gewiefter Weitwinkel-Advokat weiß, an welcher Muschel es sich zu horchen lohnt und welcher Kanal noch einen salzigen Zufluss verträgt. Selbst wenn ihm schließlich beim Vorstoß in enge Unterströme die Luft wegbleibt, gibt er als umtriebiger Höhlentaucher doch lange genug ein nur allzu anschauliches Vorbild. So lernt dann auch Vati, wie man die Flosse richtig schwingt. Mit neuer Stärke auf den rechten Weg gebracht, führt er schließlich so manchen roten Hering der artgerechten Fischfutterverarbeitung zu. Wer sodann den Laich im Keller hat, kann nun auch endlich wieder mit erhobenem Haupt seiner Pflicht als Familienernährer nachkommen. Schleimige Selbstfindung im engmaschigen Fischernetz – dieser überschäumende Film hatte auch das Hofbauer-Kommando unversehens am Haken.</p><p><em>Ressort: Karriereplanung</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>ENGEL DES BÖSEN</strong></span> (Michele Placido)<br
/> Auch wenn wir wiederholt schweren Herzens und eingefallener Hose betrübt feststellen mussten, dass das einst so reich durchtränkte, prall glänzende und für seine fachmännisch geschmierte Elastik berühmte italienische Kino inzwischen tragisches Opfer der allgegenwärtigen, Filmförderungs- und Fernsehgesteuerten Entschmuddelung geworden ist – Michele Placido, Haudegen von altem Schrot und Korn, tut wirklich alles, um auch im kühl-stylischen Mainstream-Gloss an vergangene Ruhmestaten anzuknüpfen und Renato Vallanzascas Dasein als Filmgangster, als duften Typen in all seinen von heißen Höschen gesäumten und kumpelhaft-verständnisvollen, schillernden Facetten amoralisch exploitativ schillern zu lassen. Wir meinen, dass solch unmanierliche Ruchlosigkeit und folgenloses Machismo trotz ästhetischer und verschämt ideologischer Vorbehalte einer Belobigung würdig sind. Wir verweisen außerdem auf die <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/%C2%B4kinotipp-%E2%80%93-das-hofbauer-kommando-empfiehlt/">Rezension</a> von HK-Gründungsmitglied Christoph.</p><p><em>Ressort: Literatur</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>FAUST</strong></span> (Alexander Sokurov)<br
/> Nach dem Eröffnungssequenz beginnt dieser saftig-zärtliche FAUST umgehend mit der Großaufnahme eines Schniedelwutz – das kleine Herrchen eines Toten, der dann auch kurzerhand erst einmal ausgeweidet wird. Auch sonst wird nicht an Körperflüssigkeiten gespart, überall ist es stickig und schmutzig, wimmelt und wuselt es. Ein Film nah am Gemenge, aber auch bei der Natur, nah an den natürlichen Elementen! Später wird erst vor, dann in einer Kirche auf dem Boden der Stuhlgang verrichtet, und im Badehaus so mancher Weibesrock lüstern-kichernd gelupft! Gekichert wird von den badenden Damen aber auch über die schrumpelige Falte, die der entkleidete Wucherer im kühlen Nass anstatt eines Genitals präsentiert. Schon  diese wenigen Impressionen sollten als Untermauerung des HK-Urteils genügen: vorzüglich irritierend und wundersam sind die Wege des großen Alexander geraten!</p><p><em>Ressort: Emanzipation</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>GUILTY OF ROMANCE</strong></span> (Sion Sono)<br
/> Am Anfang waren die symmetrisch platzierten Pantoffeln und der wohltemperierte Kaffee, am Ende Wiener Würstchen am Spieß, Pornografie und Perversionen. In der pragmatisch veranlassten klitoralen Ekstase kommt das niedliche japanische Hausfrauchen als fröhlich quiekender Sexualapparatus völlig zu sich in Frauenversteher Sion Sonos episch ausfließendem Bilderbogen der Verworfenheit, liebevoll beschmiert mit pinken Farbbeuteln und aufweichenden Regentropfen, die durch im Neonlicht modernde Dachpappe sickern. Gewiss, einigen Zuschauer auf dem Filmfest München stieg die Zornesröte ins Gesicht ob dieser mit adoleszentem Esprit verkneteten und vulgärphilosophisch verbrämten Verausgabungen, doch vielleicht nahmen sie auch nur aus den Augenwinkeln heraus Anstoß an den zerfetzten Beinkleidern des wohlig in seinen Sitzen versunkenen Hofbauer-Kommandos. Spätestens dieses Werk empfiehlt Sion Sono als heißen Kandidaten für den &#8220;Shiny Ernst Future Award&#8221;.</p><p><em>Ressort: Balzverhalten</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>HOLLYWOOD FLING &#8211; DIARY OF A SERIAL KILLER</strong></span> (Eckhart Schmidt)<br
/> Die vom Hofbauer-Kommando am sehnsüchtigsten erwartete DVD-Veröffentlichung 2011. Wir hatten kaum noch daran geglaubt, Eckhart Schmidts sehr geheim gehaltenen film maudit erblicken zu können. Dieses Wunderwerk der Digitalität, durchgängig aus der Sicht eines Serienkillers erzählt. Wie ein perverser Sex-Cyborg wirkt dieses Monster, dessen Augen die Kamera sind. Aber er ist auch ein Connoisseur weiblicher Sinnlichkeit, den Plastiktitten anwidern. Er sucht die girls next door, ihren Glamour der Natürlichkeit. Auf dem Hollywood Boulevard, der so bizarr zwischen Schäbigkeit und Glitter oszilliert, fixiert er sie mit zärtlichen und gierigen Blicken. Verführerisch und sehnsuchtsvoll lassen sie sich auf das Spiel des vermeintlichen Castingagenten ein. Ihre Hoffnung auf etwas Glück bezahlen sie im Saharan Motor Hotel mit ihrem Leben. Dort erleben wir die unerbittliche Klimax dieses walk of death. Eine in ihrer Intensität die Hose zum Platzen bringende Visualisierung entarteter Triebhaftigkeit, die verstörende Vermählung von Point Of View-Pornografie und Serienkillerfilm. Das Kameraauge zittert, schwankt unkontrolliert, wandert erregt und gehetzt über Brustknospen und Schamlippen &#8211; auch nachdem das Lebensflämmchen dieser zauberhaften Geschöpfe erloschen ist. Der schmerzliche Anblick ihrer verwelkten Blüten der Lust ist unvergesslich. Die FSK empfand “Hollywood Fling“ als “Zumutung“, als “verachtend“, und stufte ihn als jugendgefährdend ein. Wir dagegen sind hocherfreut, wenn Wahrheiten an die Oberfläche gebracht werden, die im perfiden Beruhigungsdiskurs des gediegenen bürgerlichen Kinos in die Tiefe des Mieders gepresst bleiben müssen. Wenn dies auch noch mit einer so mutigen und radikalen Konsequenz geschieht wie beim Grandseigneur des deutschen Autorenfilms, verbeugen wir uns mit tiefstem Respekt.  &#8220;You can see all the stars as you walk down Hollywood Boulevard&#8230;&#8221; (Ray Davies)</p><p><em>Ressort: Völkerverständigung</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>THE INVADER</strong></span> (Nicolas Provost)<br
/> Am Anfang in groß: eine weiße Freudenspalte am FKK-Strand, ungläubig bestaunt vom angespülten Flüchtling! Am Schluss im Dunkel, sich im Schlafzimmer vor einem wohlbetuchten, schlafenden weißen Paar aufbauend: ein schwarzer Lustprengel, am grinsenden Besitzer baumelnd! Kein Wunder, dass sich sogleich die Empörung reckt und streckt, handelt es sich doch um ein Immigranten-Drama, das da vermeintlich sagt: &#8220;Wenn wir den Neger ins Land lassen, macht er sich über unsere Frauen her!&#8221; Das Hofbauer-Kommando wiederum amüsierte sich prächtig darüber, weil es diesen so wunderbar unverschämten, begierlichen und ungenierten Affront von einem Film vor allem für einen hält, der sich über solche Vorstellungen und paranoid-rassistischen Ängste recht bösartig lustig macht. Damit solidarisiert man sich angesichts der meisten billig emotionsheischenden und ihre Figuren oberflächlich als bemitleidenswerte Exoten ausstellenden filmischen Alternativen zum Thema gerne und schließt sich Dominik Kamalzadehs Worten aus der Cargo-SMS an: &#8220;Nicolas Provosts THE INVADER ist ein mutiger, vielleicht sogar radikaler Film. Ein illegaler Afrikaner in der EU, der sich nimmt, was er begehrt. Ein Gegenkonzept zum PC-Sozialdrama, in vibrierenden Oberflächen-Texturen.&#8221;</p><p><em>Ressort: Theologie</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>NUDE NUNS WITH BIG GUNS</strong></span> (Joseph Guzman)<br
/> Ein Film dem gelingt, was gerade den Wiederbelebungsversuchen des Exploitationskinos oft gänzlich fehlt: seine Schmierigkeit hat etwas Organisches und Echtes, fühlt sich nicht platt, verschämt oder behauptet an. Der schöne Schmier ist es dann auch, der diesen Film zusammenquetscht, in den Fugen hält und flutschen lässt, während er sonst vielleicht nicht ohne Abrieb über die Runden käme. Neben delikaten Höhepunkten (eine der getöteten Eltern beraubte Jungfrau wird mit &#8220;Wanna pop her cherry?&#8221; und öliger Gestik dargereicht) schlägt vor allem die Verbindung zwischen zwei Metiers Funken: das klassische American Grindhouse mit seinen wüsten Bikern, schmuddeligen Motels und zwielichtigen Stripbars bildet den Tortenboden, während die Nunploitation italienisch-japanischer Prägung mit ihren lüsternen Ausschlachtungen klerikaler Tabus eine sämige, dicke Sahneschicht dazu spritzt. Dass das Filmherz nicht immer voll auf seine Kosten kommt, lässt sich leicht verschmerzen, wenn bei soviel offenherziger Schmierigkeit dem Hofbauer-Kommando umso schneller die Hose aufgeht.</p><p><em>Ressort: Handelswaren</em><br
/> <span
style="color: #ff00ff;"><strong>VIVA RIVA!</strong></span> (Djo Tunda Wa Munga)<br
/> Aspiring upcoming oil(y) gangster Riva und die anderen, mächtig duften Typen in diesem hibbelig vor lauter Lustdurchwallungen bebenden Film machen nicht zu knapp auf dicke Hose, in der es ganz offensichtlich unentwegt juckt. Im Hexenkessel Kinshasa jagen sich atemlos aufreizende erotische Provokationen und ungeheure Gefühle von vehementer Dringlichkeit. Ob Disco-Schönheiten sich beim heißen Tanz befingern lassen und später in der Pinkelpause ungeniert zur Beobachtung feilbieten. Ob ältere Vermittlerinnen die Gesuche bedürftiger junger Burschen entgegen nehmen, die sich „10 Jahre lang mit den Hängetitten von den Landeiern auf dem Dorf“ begnügen mussten und nun endlich mal „straffe Brüste in der Hand haben“ wollen. Ob Sicherheitsmänner sich bei den im Badezimmer weilenden Kirchendamen erkundigen, inwieweit sie sich denn womöglich die Langweile vertreiben, indem sie sich „die Möse am Waschbecken reiben“. Oder ob in verwinkelten Seitengassen so Manchem plötzlich einfällt, dass er gerade ganz heiß werde und auf der Stelle „seine Ladung loswerden“ müsse, was sodann mit einer eilig herbeigeschafften Straßenstrichbekanntschaft über einer Mülltonne verrichtet wird. Kurzum: Die Gefühle brodeln hier fast ununterbrochen, und das gewiss nicht auf Sparflamme, erst recht, wenn die unverblümten deutschen Untertitel noch ein wenig nachheizen. Auf der eruptiven Zielgeraden wird der Drang zu Vermehrung schließlich ruppig vom Drang zur Auslöschung abgelöst. Töte alle und kehr allein zurück, wenn du es noch kannst – das sind Aufträge, die auch das von derart appetitlichen Aussichten gelockte Hofbauer-Kommando nicht ablehnen kann.<br
/> </br><br
/> <strong>Darstellerpreis</strong> für Sean Bridgers in <span
style="color: #ff00ff;"><strong>THE WOMAN</strong></span> (Lucky McKee)<br
/> Den HK-Darstellerpreis dürfen rechtmäßig nur die Schmierfinger jenes Schweinebären umschließen, dessen performative Eruptionen die Beinkleider des Hofbauer-Kommandos auf die extra-ordinärste Zerreißprobe gestellt haben. Im Jahr 2011 kann damit nur einer gemeint sein.<br
/> Er ist das lauernde Flanellhemd hinter dem amerikanischen Vorgartenzaun. Die Ballung aller Triebe, nur mühsam verborgen hinter dem zahnseidigsten Klaviertastenlächeln diesseits von Tennesse. Er macht keinen Unterschied zwischen Lauf- und Saustall, er ist &#8211; Sean Bridgers als Familienvater in &#8220;The Woman&#8221;!<br
/> Keinem anderen wäre es so wie ihm gelungen, im Spannungsfeld zwischen Terrorfilm und USA-Satire das zarte Pflänzchen Sleaze derart zum erblühen zu bringen. Aber ein dufter Samen boxt sich nun einmal durch. Ob beim ungezwungenen Schäkern mit der Sekretärin, oder dem verständnisvollen Zu-Bett-bringen sorgenvoller Teenager, dieser Dad hat für jede Situation die passende Schmiere parat.<br
/> Verehrter Herr, diesen Preis haben Sie sich verdient!</p><p><strong>Darstellerpreis</strong> für Miranda Colclasure (aka Mimi Le Meaux) in <span
style="color: #ff00ff;"><strong>TOURNEE</strong></span> (Mathieu Amalric)<br
/> Das Hofbauer-Kommando liebt &#8220;Frauen, die sich selbst bedienen&#8221; und damit ist keineswegs nur der Griff zum &#8220;Zauberstab zur Selbstmassage&#8221; gemeint! Eine, die sich gern selbst bedient, ist TOURNEE-Hauptdarstellerin Miranda Colclasure, hier zugleich Protagonistin einer ganzen Truppe von Ami-Wuchtbrummen einer Burlesque-Show auf Tour durchs sinnenfreudige Frankreich. In der hosengefährdendsten Szene des Films schnappt sie sich ohne großes Aufhebens ein Männchen, schleift es auf die Hotel-Toilette, und macht sich mit eindeutigen Absichten an ihm zu schaffen – aber prompt folgt die Ernüchterung: aufgrund dieses erregenden Überrumpelungs-Vorgangs ergießt sich ihr Lustknabe verfrüht in seine eigene Hose! Doch Frau weiß sich zu helfen, nimmt kurzerhand seinen Kopf, drückt ihn zwischen ihre Beine, und lässt sich, auf der Kloschüssel zurückgelehnt, so richtig von des Mannes Zunge den Honig aus den Waben schlecken, während sich draußen einige kleine chinesische Mädchen wundern, ob sich wohl  angesichts der komischen Geräusche &#8220;Tiere&#8221; in der Toilette befänden! Bei so viel animalischer Energie blieb auch dem Hofbauer-Kommando der Mund offen stehen.<br
/> </br><br
/> <strong>Kategorie Dokumentarfilm:</strong></p><p><span
style="color: #ff00ff;"><strong>THE BIG EDEN</strong></span> (Peter Dörfler)<br
/> Nachtclub-Tycoon und Playboy-Urgestein Rolf Eden, gewiss nicht nur aufgrund seiner eindrucksvollen Beteiligung am frühen Hofbauer-Klassiker SCHWARZER MARKT DER LIEBE ein glühender Stern am Himmel der HK-Prominenz, wird spät, aber doch mehr als nur hinreichend verewigt, gewürdigt und verstanden in diesem glamourös aufgebrezelten Gemälde eines umtriebigen Lebens für den Sleaze, in CinemaScope. Dörfler gibt nicht den Moderator, er lässt seinen auch mit wackeren 80 Jahren noch tief in Duftesse und Frauenverständnis watenden Helden sprechen, wirken und strahlen dass es nur so eine Art hat. Vitale Auftritte HK-relevanter Stars wie Uschi Buchfellner und Ingrid Steeger runden dieses Road Movie durch Jahrzehnte deutscher Dekadenz angemessen ab. Das Hofbauer-Kommando ist voll des Dankes für diesen wichtigen Beitrag zur Dokumentation der deutschen Gefühlshistorie, die bisher von der Kinematographie und Filmgeschichtsschreibung schändlichst übergangen wurde.</p><p><span
style="color: #ff00ff;"><strong>CRAZY HORSE</strong></span> (Frederick Wiseman)<br
/> &#8220;Nach einer Stunde mit Titten und Ärschen bin ich gegangen. <em>Sowas</em> schau ich mir doch keine zwei Stunden lang an!&#8221; hörte man später eine verstimmte Zuschauerin wettern. Das Hofbauer-Kommando hingegen sieht sich <em>sowas</em> selbstverständlich sehr gerne zwei Stunden lang an. &#8220;Der Kavalier genießt und schweigt&#8221; heißt es so schön, aber Wiseman schafft es, sowohl zu genießen als auch die Worte sprechen zu lassen. Ungerührt schwelgt der Film fast die halbe Laufzeit in den glitzernden Paraden der Nuditäten, weidet sich an der Pracht der Formen und Rundungen, eröffnet in seinen Bildern die denkbar schönste &#8220;Kurvendiskussion&#8221; (Viennale). Auf der anderen Seite durchleuchtet er aber auch die organisatorische, ökonomische und soziale Stuktur, blickt hinter die Bühne und lässt die Menschen hinter den verführerischen Silhouetten sprechen. Für soviel harmonischen Einklang zwischen soziologischem Interesse und genießender Lüsternheit bleibt dem Hofbauer-Kommando nur aufrichtige Anerkennung.</p><p><span
style="color: #ff00ff;"><strong>LAS MARIMBAS DEL INFIERNO</strong></span> (Julio Hernandez Cordon)<br
/> Wenn im Leben eines Mannes auch vieles den Bach der Dinge hinunter geht, solange er an seiner natürlichen Lässigkeit, seiner &#8220;Duftesse&#8221; festhält, ist Mann gegen arges Geschick gefeit. In &#8220;Marimbas from Hell&#8221; sind solcher geschlagener, aber nicht hilfloser Männer gleich drei, vereint in den Ruinen ihres einstigen Lebens von der Vision einer gemeinsamen Metal-Band – der ersten Metal-Band mit Marimba-Soloist! Freilich dünkt ein solch kühnes Unterfangen steinig und schwer im armen, mit modernem Kulturgut hadernden Guatemala, aber Beharrlichkeit ist bekanntlich die beste Medizin gegen Erschlaffungserscheinungen. Schlaffe Beharrlichkeit ist hingegen, was der koboldhafte Jüngste im Bunde zur Schau trägt, als er sich, im Muskelshirt und die Baggy pants ganz tief hängend, seine Augen schwerfällig in Höhlen rollend und das Kinn fragend nach vorne geschoben, in die Wartesessel eines städtischen Amtes lümmelt, wo es eine Genehmigung einzuholen gilt. Das hat eine natürliche Ruhe, eine charmante Naivität, unschuldiges adoleszentes Machismo, von dem sich die alten Recken mit ihrem Marimbaphon und ihrer verehrten Stretch-Gitarre gerne anstecken lassen. Musiker sein, das bedeutet immer auch, Verführer zu sein, wo man auch geht, steht &#8211; und sitzt.<br
/> </br><br
/> <strong>Kategorie Kurzfilm:</strong></p><p><span
style="color: #ff00ff;"><strong>WIE ICH DEN SOMMERWIND FING</strong></span> (Reginald Ginster)<br
/> Mit keckem Schalk und liebevoller Sentimentalität im Nacken folgen die edlen Kuratoren des &#8220;geheimnisvollen Filmclub Buio Omega&#8221; dem charmanten Herrn Weber, einem pensionierten und passionierten Sammler stilvoller alter Erotica, auf dem Weg ins Glück. Beim nachmittäglichen Käffchen mit dem Frauchen im gemütlichen Stüberl aufgeschreckt von einer Blitzmeldung über den Fund verstaubter Filmdosen in einem Bunker, flitzt besagter Herr in einem Zustand &#8220;minütlich wachsender Erregung&#8221; einer deutschen 35mm-Kopie von Doris Wishmans Nudie-Klassiker NACKT IM SOMMERWIND hinterher, die dann mit der fachmännischen Routine eines Metzgermeisters seziert, in der Badewanne gewaschen und restauriert wird. All das schien den mit Materialfetischismus und profunder Liebe zu klassischer Softerotik ebenso gesegneten Hofbauer-Kommandanten allzu heimelig vertraut. Könnte unser Lebensabend, so fragten wir uns, nicht ganz ähnlich aussehen, abgesehen möglicherweise von Käffchen, Frauchen und Stüberl? Eine charmante Miniatur über einen liebenswerten Schutzengel der siebten Kunst, von verständnisvollen Menschen für verständnisvolle Menschen.<br
/> </br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/anightinnudesalvation2/" rel="attachment wp-att-12681"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/ANightInNudeSalvation2.png" alt="" title="Ein Mitglied des Hofbauer-Kommandos entspannt sich nach getaner Listen-Maloche beim abendlichen Leisure-Programm" width="525" height="287" class="alignnone size-full wp-image-12681" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/schulmadchen/" rel="attachment wp-att-12574"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Schulmädchen.png" alt="" title="Schulmädchen" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12574" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <strong><em>Marian</em></strong></p><p><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Marimbas.jpg" alt="" title="Marimbaspieler in der Probenpause oder doch Mitglieder des Hofbauer-Kommandos bei Beratungen über die Preisvergabe?" width="525" height="296" class="aligncenter size-full wp-image-12536" /><br
/> <br/><br
/> 2011 nach binärem Bewertungssystem (alphabetisch geordnet):</p><p><strong>1:</strong></p><p>A Night in Nude: Salvation (Takashi Ishii)<br
/> A Stoker (Aleksei Balabanov)<br
/> The Adventures of Tintin (Steven Spielberg)<br
/> Arirang (Kim Ki-duk)<br
/> Attack the Block (Joe Cornish)<br
/> Chantrapas (Otar Iosseliani)<br
/> Cold Fish (Sion Sono)<br
/> Essential Killing (Jerzy Skolimowski)<br
/> F (Johannes Roberts)<br
/> Guilty of Romance (Sion Sono)<br
/> The Hole 3D (Joe Dante)<br
/> Kill List (Ben Wheatley)<br
/> Marimbas from Hell (Julio Hernandez Cordon)<br
/> My Soul to Take (Wes Craven)<br
/> Pornografie und Holocaust (Ari Libsker)<br
/> Die Räuberin (Markus Busch)<br
/> Whores&#8217; Glory (Michael Glawogger)<br
/> The Woman (Lucky McKee)</p><p><strong>0:</strong></p><p>Die Haut, in der ich wohne (Pedro Almodóvar)<br
/> I saw the Devil (Kim Ji-woon)<br
/> In der Welt habt ihr Angst (Hans W. Geißendörfer)<br
/> The King&#8217;s Speech (Tom Hooper)<br
/> Melancholia (Lars von Trier)<br
/> True Grit (Ethan Coen, Joel Coen)<br
/> <br/></br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/nimmtdasdennnieeinende/" rel="attachment wp-att-12575"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Nimmtdasdennnieeinende.gif" alt="" title="Nimmtdasdennnieeinende" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12575" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <strong><em>Nübetzki, Hermann</em></strong></p><p><em>(Von der Inkludierung eines Filmbildexzerpts möchte ich an dieser Stelle absehen. Bilder sind ihrer Natur nach profan und unterminieren die Wirkkraft der Sprache.)</em><br
/> <br/><br
/> Die Kinematographie ist seit 1950 tot. Als letzte relevante kinematographische Bewegung ist der italienische Neorealismus anzusehen. Spätestens mit den sogenannten &#8220;Neuen Wellen&#8221; der 1960er Jahre kann von einer Zersetzung jeglicher künstlerischer Integrität gesprochen werden. Ab diesem Zeitpunkt ist die Bildproduktion in festen Händen der Advokaten des Trivialen, die als Erfüllungsgehilfen des Unterdrückungsapparats ihr Werk verrichten und den Bedürfnissen des Publikums zuarbeiten, dessen Verdummung sich in seinem Wunsch nach sogenannter Unterhaltung exemplifiziert. Auch die schriftliche Auseinandersetzung mit Bewegtbildern ist somit in letzter Instanz seit 1974 obsolet. Das Jahr 2011 zementierte den Wahrheitsgehalt dieser Feststellungen neuerlich. Dieser Jahrgang hat lediglich einen qualitativ hinreichenden Film hervor gebracht:</p><p><strong>La musique de la tombloise (Grégoire Wylchadrawski)</strong><br
/> Mit distinguierter Bildsteuerung werden Emotionen, Schauwerte und Formverfremdungen en gros suspendiert. Der Zuschauer wird auf seine Urteilskraft zurück geworfen und verbleibt in Ratlosigkeit. Chapeau!</p><p>Gehaltvolle diskursive Ansätze waren darüber hinaus lediglich in <em>La folie Almayer</em> (Chantal Akerman), <em>Cet homme</em> (Markus Ruff), <em>Copie conforme</em> (Abbas Kiarostami) und <em>Eine Serie von Gedanken</em> (Heinz Emigholz) auszumachen. Die gesamte sonstige Filmproduktion des Jahrgangs erwies sich hingegen als minderwertig. Insbesondere ist die dominante Majorität von primitiven narrativen und spekulativen Filmwerken zu desavouieren und scharf abzustrafen. Zu meinem Leidwesen war ich 2011 aus akademischen Obligationen erneut zu einer Auseinandersetzung mit Bewegtbildern gezwungen. Es verschafft mir Erleichterung, dass sich diese Situation mit dem Jahreswechsel gewendet hat. Im neuen Jahr werde ich mein Augenmerk einzig auf Rezitateure des epischen Theaters im frühen neunzehnten Jahrhundert lenken.<br
/> <br/></br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/siewollen/" rel="attachment wp-att-12576"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Siewollen.gif" alt="" title="Siewollen" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12576" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <strong><em>Sano</em></strong><br
/> </br><br
/> Es ist mal wieder Listenzeit. Am Ende des Jahres lässt man traditionell ja gerne das vorige Jahr noch einmal Revue passieren, erinnert sich an Erlebtes und versucht bestimmte Dinge noch einmal festzuhalten. Das ist auch unter Filmliebhabern so. Da werden gerne die 10 besten Filme benannt, die gelungensten Schauspielleistungen, die schönsten Melodien, und die ansprechendsten sonstwas. So weit so gut. Ich mache das ja selbst inzwischen auch schon eine Weile mit, aus der Erinnerung heraus sind es wohl über 10 Jahre, und auch bei mir haben sich inzwischen bestimmte Mechanismen und Strukturen gebildet, die sich hierbei alljährlich wiederholen. Ich finde es grundsätzlich auch bereichernd, sich bestimmte Abschnitte der Vergangenheit wierder ins Gedächtnis zu rufen, und dass Cinephile dieser Tätigkeit gerne um das Jahresende herum ausgiebig und meist mit Enthusiasmus frönen, stört mich ebenso wenig (auch wenn das immer einen gewissen Listen-Overkill mit sich bringt, der nach einer Weile lästig werden kann, was aber bei jedem geballt auftretenden Phänomen der Fall ist – wer kennt das nicht: Nie wieder Alkohol&#8230;).</p><p>Was mir aber jedes Jahr mehr und mehr unangenehm aufstößt, und mich dieses Jahr zum Verfassen dieses Textes genötigt hat, ist die Tatsache, dass solche Jahresrückblicke und Listen sich bevorzugt mit sogenannten „neuen“ oder „aktuellen“ Filmen auseinandersetzen. Das sind Filme, die es vor dem betreffenden Jahr entweder gar nicht, oder nur teilweise (z.B. als Festivalpremieren) zu sehen gab, weil sie meist im Jahr davor noch nicht existiert hatten, sie also in jüngster Vergangenheit erst entstanden sind. Diese „neuen“ Filme sind ja größtenteils das Thema und der Inhalt der meisten Kinos, der meisten Videotheken und auch der meisten Festivals – vermutlich nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern weltweit. Das Fernsehen ist da zwar nicht ganz so exklusiv (ebenso wie das Internet und mit ihm viele Online-Videotheken, oder auch die nicht zu unterschätzenden Stadtbüchereien in den vielen Städten Deutschlands), und tendiert meiner Beobachtung nach eher zu einem breiteren Angebot, in dem der „aktuelle“ Film nur eine, und teilweise nicht einmal die wichtigste Rolle einnimmt. Aber auch das Fernsehen dreht gerne und regelmäßig viel Neues, das es dann verständlicherweise auch sendet, und inzwischen, in Konkurrenz zum Kino, auf den besten Sendeplätzen am Vorabend platziert, und dabei auch nicht müde wird, es gerne als Ereignis der Woche oder des Monats anzupreisen.</p><p>Diese Fokussierung auf dieses umgangssprachlich eben so benanntes „aktuelles“ im Filmbereich ist selbst sicherlich nichts Neues, sondern hat bereits Tradition. Hunderte von alljährlich stattfindenden Galen und Preisverleihungen haben es sich in der Filmbranche inzwischen zur Aufgabe gemacht, junge Produktionen auszuzeichnen und zu ehren, da man in diesem Kontext berechtigterweise davon ausgehen kann, dass die älteren Generationen von Filmen und Filmschöpfern ihren Anteil an Aufmerksamkeit ja bereits erhalten haben. Derselben Logik folgt auch das Kino, und das Verleihgeschäft im generellen. Alte Filme haben ihre Zuschauer bereits gefunden, haben Geld eingespielt, haben kulturell und wirtschaftlich bereits einen Raum erhalten, der nun jüngeren Produktionen zusteht. Großzügig betrachtet, ist das ein immergleicher Kreislauf, der selten in Frage gestellt wird, da er sich in den meisten Produktsegmenten unserer zivilisierten Welt in vergleichbarer Weise abspielt. Auch in der Automobilindustrie, geht es jedes Jahr aufs neue um die gegenwärtigen Entwicklungen und Modelle, und der Blick scheint stetig in die Zukunft gerichtet zu sein. Ebenso im Computerbereich &#8211; kaum einer berichtet heutzutage noch regelmäßig über seine Erfahrung mit einem C64 &#8211; und in den meisten anderen Gebieten scheint es ebenso zu sein. Auch im Literatur- Musik- oder Theaterbetrieb. Was ist daran auch falsch, mag man fragen? Eigentlich nichts. Unsere Produktion von Erzeugnissen ist aus wirtschaftlicher Sicht prinzipiell darauf ausgelegt, Nachfragen zu wecken oder sie zu befriedigen, und diese Sicht scheint sich auf den ersten Blick auch mit den Bedürfnissen der meisten Menschen, die sich als Konsumenten dieser Waren sehen, zu decken. Ich möchte an dieser Stelle auch gar keiner breit angelegten Kulturdebatte anschließen oder Vergleichbares thematisieren. Vielmehr geht es mir um eine Verschiebung des Blicks.</p><p>Denn es gibt auch noch andere Tatsachen. Schreiben oder sprechen wir zum Beispiel über unsere sozialen Erlebnisse als Menschen, machen wir Tagebucheintragungen oder ähnliches, geht es zwar auch immer um Gegenwart, und unsere gegenwärtige Wahrnehmung unserer Vergangenheit und Zukunft, aber eine vergleichbare Unterscheidung in „Neues“ und „Altes“ oder eine einseitige Fokussierung auf einen bestimmten Ausschnitt des Erlebten, findet meiner Erfahrung nach nicht statt. Wir erzählen nicht nur von unseren Begegnungen mit kürzlich geborenen Menschen, sondern zumeist auch von unseren jüngsten Begegnungen mit langjährigen Freunden, Verwandten oder gar den nicht mehr wirklich taufrischen Großeltern oder Urgroßeltern. Auch unser Umfeld besteht in diesen Berichten nicht nur aus Aufenthalten in kürzlich errichteten Gebäuden &#8211; ganz im Gegenteil. Viele Menschen die zum Beispiel von ihren Reisen in bisher Unbekannte Gebiete berichten, erwähnen oft prominent oder exklusiv ihre Begegnungen mit Teilen der Vergangenheit, bevorzugt in Form von Monumenten oder sonstigen baulichen Sehenswürdigkeiten. Auch Menschen die man neu kennenlernt, oder Erlebnisse die man zum ersten mal in seinem Leben macht, sind in erster Linie nicht kürzlich und neu auf diesem Planeten eingetretene Tatsachen, sondern in 99% der Fälle wohl bereits bestehende und existierende Teile unserer Wirklichkeit die eben nur wir zum ersten mal kennengelernt haben, und die daher auf uns lediglich neu wirken, vielleicht auch nur aus diesem Grund für uns &#8220;neu&#8221; oder &#8220;aktuell&#8221; sind. Unsere Gegenwart wirkt auf uns deshalb gegenwärtig, weil wir sie ständig als solche Erleben, und auch „altes“ ist aktuell, solange es in unserem Leben eine Rolle spielt. Es geht also meistens nur um unsere Wahrnehmung, die bestimmt welche Aktualität, welchen gegenwärtigen Stellenwert ein Ereignis für uns einnimmt.</p><p>Man möge mir diese wissenschaftlich sicher nicht haltbaren Verkürzungen und Verallgemeinerungen an dieser Stelle verzeihen, doch dienen sie in diesem Text dem Hinweis auf ein Dilemma, das mich mehr und mehr quält, und das sich dieses Jahr für mich in einer vorläufig finalen Form manifestiert hat. Warum soll ich über diese auf den ersten, allgemeinen Blick als „aktuell“ geltenden Filme schreiben? Und daraus folgend und noch viel wichtiger: Was sind denn eigentlich für mich „aktuelle“ Filme? Ich neige zur Zeit in dieser Hinsicht vermutlich mehr zu den gerade beschriebenen sozialen Erlebniswelten des Alltags, als zur wirtschaftlich orientierten Meinung des Produkttesters, und sehe mich folglich in meinem Selbstverständnis als Autor nicht so sehr als Dienstleister meiner Leser (was auch immer das im Einzelnen bedeuten mag), sondern mehr als jemand, der aus einem inneren Bedürfnis heraus von seinen Filmerlebnissen erzählt, und durch die indirekte Kommunikation über das Internet von seinen (imaginären) Lesern einfach grundlegend erwartet, dass sie das eventuell interessieren könnte. Ich bin also bildlich gesprochen vermutlich mehr derjenige, der in der Kneipe aus einer Laune heraus ein Gespräch mit seinem Tischnachbarn anfängt, als der Handelsvertreter der an der Haustür klingelt. Verhältnisse von Angebot und Nachfrage interessieren mich also in erster Linie nicht. Und meine (gegenwärtige) Erlebniswelt sieht in den letzten Jahren mehr und mehr folgendermaßen aus: von den 500 bis 600 Filmen die ich jährlich sehe, zählen meistens lediglich 100 Stück zu diesen sogenannten „neuen“ oder „aktuellen“ Filmen. Das ist immer noch eine stattliche Anzahl, und ein nicht zu unterschätzender und sicherlich dominanter Anteil, geht man vom durchschnittlichen Auftauchen bestimmter Produktionsjahre seit Anbeginn der Kinematographie innerhalb dieser Menge aus. Daher kann ich auch definitiv immer noch davon sprechen, dass ich 2011 zum Beispiel mehr Filme aus den Jahren 2010 und 2011 gesehen habe, als aus jedem anderen Jahrgang der Filmgeschichte, und daher theoretisch auch mehr zu diesem Bereich beuzusteuern und zu berichten hätte. Aber vieles davon hat eben auch mit Gewohnheiten zu tun, und mit der tatsache, dass viele Festivals in meiner näheren Umgebung die ich immer noch gerne und regelmäßig besuche, in der Mehrheit oder teilweise ausschließlich jüngere Filme im Programm haben. Betrachte ich jedoch unabhängig von Festivalzusammenstellungen meine Auswahl von Filmsichtungen, engt sich das Feld jüngerer und jüngster Produktionen aber noch einmal beträchtlich ein. Nichtsdestotrotz, gibt es persönliche Schwerpunkte natürlich auch mit Hinblick auf andere Bereiche zu verzeichnen – so habe ich letztes jahr auch weit mehr US-amerikanische und deutsche Produktionen gesehen, als beispielsweise indonesische oder thailändische. Dieses Phänomen (sowie alle anderen) hängt natürlich auch zu einem nicht zu unterschätzenden Teil mit dem Angebot, also der gegenwärtigen Verfügbarkeit zusammen. Ich begegne hierzulande beispielsweise zwangsläufig vielen Informationen zu deutschen Filmen, und entwickle dadurch auch ein intensiveres Interesse an einer Begegnung mit ihnen, als wenn ich mich über längere Zeit in einem anderen Land der Welt aufhalten würde. Doch spielt in den meisten anderen Bereichen immer noch ein aktives Interesse meinerseits bei der Wahl der Schwerpunkte eine Rolle. Ich muss gestehen, dass es sich mit der jüngeren Filmgeschichte inzwischen zunehmend anders verhält.</p><p>Ich begegne zwar immer noch in großer Anzahl Informationen zu „aktuellen“ und „neuen“ Filmen (sei es in Filmzeitschriften, Kinos oder auf Filmwebsites), und sehe mir wie gesagt auch weiterhin eine große Anzahl dieser Filme an. Doch kann ich nicht behaupten, dass mich gegenwärtig ein Film aus dem Produktionsjahr 2010 mehr interessieren würde, als ein Film des Jahres 1910. Wenn ich ehrlich bin, ist genau das Gegenteil der Fall. Mein Interesse an einem Film steigt proportional zu seinem Alter, und es geht sogar soweit, dass der „Inhalt“, die „Handlung“ oder das „Thema“ eines alten Films als Auswahlkriterien seiner Sichtung keine ausschlaggebende Rolle mehr spielen müssen. Für einen Film aus dem Jahr 1910 genügt es meist, dass er aus dem Jahr 1910 stammt, um mein Interesse zu wecken; etwas was ich über einen 2010 entstandenen Film in dieser Form überhaupt nicht mehr sagen kann. Auch andere eindeutige Veränderungen kann ich inzwischen an mir beobachten. Beispielsweise würde ich mir vermutlich beinahe jeden beliebigen US-amerikanischen Film der 30er ansehen, während ich um die meisten Filme der USA des letzten Jahrzehnts einen weiten Bogen machen würde. Instinktiv und grundsätzlich. Über die vielfältigen Gründe dieser Entwicklung (denn es war beileibe nicht immer so) möchte ich an dieser Stelle keine Worte verlieren. Es geht mir nämlich nicht um eine Aufwertung der Vergangenheit im Bezug auf die Gegenwart, um keine Apologie eines Nostalgikers oder die Rechtfertigung der durchaus angreifbaren Aussage, dass <a
href="http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/Neunziger_01.jpg">früher alles besser war</a>. Vielmehr geht es mir um eine Gleichberechtigung und Gleichbetrachtung der Dinge, die über ein bloßes Nebeneinander von &#8220;Neuem&#8221; und &#8220;Altem&#8221; weit hinausweist.</p><p>Ich empfinde nämlich zunehmend alle Filme die ich mir zu einem bestimmten Zeitpunkt ansehe als neu oder aktuell, als gegenwärtig für mich relevant, und meiner Aufmerksamkeit bedürfend. Ansonsten würde ich sie mir auch kaum ansehen. Mein Interesse am Film ist eben primär kein wirtschaftliches, kein archäologisches und auch kein eingeschränktes. Film interessiert mich erst einmal als Film. In seiner spezifischen Materialität, genauso wie in seinem kulturellen Kontext, und nicht weniger in seinem individuellen künstlerischen Ausdruck. Das ist jetzt keine Aufzählung, sondern nur eine Illustration meiner Interessen am Film, die weniger damit zu tun haben, aus welchem Jahr ein Film stammt, als mit der Tatsache, dass ich mich gerade (und zumindest in der Zeit der Sichtung, des Ansehens, der zeitlich begrenzten Wahrnehmung einer Vorführung) mit einem Film auseinandersetze. Ein Film ist mir also wichtig, weil ich ihn gerade sehe oder über ihn nachdenke. Und der Großteil dieser Filme sind sogenannte „alte“ Filme. Und das heißt eben nicht, dass alte Filme deshalb interessanter oder relevanter wären, weil sie aus einer anderen Zeit stammen, sondern es verweist lediglich auf die unbestreitbare Tatsache, dass das aktuelle Jahr (und auch alle kommenden) nur eines unter vielen sind. Rein von der Quantität überwiegen ältere Filme neu entstehende Produktionen um solch ein Vielfaches, dass es geradezu idiotisch scheinen müsste, vom &#8220;aktuellen Filmgeschehen&#8221; als mehr als etwas Marginalem zu berichten. Eine Gleichberechtigung des Neuen mit dem Alten zu fordern, ist in dieser Hinsicht nicht weniger idiotisch und kurzsichtig, da es kein allgemeines zusammenzufassendes &#8220;altes&#8221; gibt. Es gibt im Grunde keinen neuen und keinen alten Film, nur gerade neu entstehende, und bereits bestehende. Die immer in irgendeinem Jahr entstanden sind, das für sich genommen auch nicht wichtiger oder unwichtiger als jedes andere Jahr ist. Filme aus dem Jahr 2011 haben daher die absolut gleiche Relevanz, wie Filme aus dem jahr 1958, 1962, 1924 oder 1891. Und wenn ich mich mit Filmen und der Filmgeschichte an sich befassen will, spielen Produktions- oder Aufführungsjahrgänge (von denen der aktuelle eben auch nur ein beliebiger unter vielen ist) an sich eine untergeordnete Rolle.</p><p>Um aber noch einmal zum leidigen und an sich wie gesagt völlig fehlbezeichneten Thema der &#8220;alten&#8221; Filme zu kommen: Für mich sind sie eben gar nicht alt, gar nicht vergangen. Ein Film wird immer zum Zeitpunkt seiner Aufführung wahrgenommen, und auch wenn alt tendenziell etwas sein könnte, das ich bereits kenne, so ist jedes Wiedersehen mit einem Film, den man glaubt bereits zu kennen, ebenso wie jede Begegnung mit der Welt und den Menschen, immer wieder etwas neues, das es im Moment der Entstehung zu begreifen gilt. Das gilt auch unabhängig der Tatsache, dass ich die meisten Filme, die ich mir regelmäßig ansehe, meist vor diesem Zeitpunkt noch gar nie gesehen habe. Jeder Film ist daher so frisch und neu und aufregend, wie es ein Film eben nur sein kann. Und wenn ich mich gezwungen sehe über meine Erlebnisse des vergangenen Jahres zu berichten, erscheint es mir unverständlich, einen eigenen Bereich, einen eigenen Artikel oder eine eigene Aufmerksamkeit auf das fälschlicherweise so benannte „aktuelle“ Filmgeschehen zu werfen, und so zu tun, als ob ältere Filme in meinem Erfahrungsbereich nur eine marginale oder untergeordnete Rolle gespielt hätten, ja gar implizit zu behaupten, dass es für mich eine konzeptionelle Trennung (in welcher Form auch immer) zwischen einem wie auch immer gearteten „neuen“ und „alten“ Film gibt. Den genau diesen Unterschied, dieses Phantasma, gibt es eben ganz und gar nicht! Und es geht mir zunehmend auf die Nerven, mir neu entstandene Filme unter anderem aus dem Grund ansehen zu müssen, dass sie neu entstanden sind, nur um das Gefühl zu haben (oder weiterhin haben zu können) „den Überblick über das aktuelle Geschehen zu behalten“, „auf der Höhe der Zeit zu sein“, oder „mit anderen Filmfans über gerade interessante Ereignisse oder Entwicklungen sprechen zu können“. Diese mehr als diffusen Phrasen sagen ja im Grunde gar nichts aus. Und wieso sollte ich mehrheitlich ein größeres Bedürfnis verspüren, mich mit einem Cinephilen über den letztjährigen Cannes-Wettbewerb zu unterhalten, als über die chinesische Filmproduktion der 60er Jahre?</p><p>Wie gesagt: wenn ich ehrlich bin, interessiert mich die Filmgeschichte als Ganzes, jahresübergreifend, länderübergreifend und auch sonst in all ihren Facetten. Natürlich hat jeder eigene Schwerpunkte, und bestimmte Interessen die sich stärker bemerkbar machen als andere. Aber ich besitze nun mal nicht mehr die Vorstellung mich vorrangig oder auch nur betont mit so etwas diffusem wie dem „aktuellen Filmschaffen“ auseinandersetzen zu müssen, und es stört mich auch relativ wenig, dass ich nicht alle vier- bis fünfhundert 2011 in Deutschland neu im Kino angelaufenen Filme gesehen habe. Viel mehr stört mich da schon, dass ich keine Ahnung habe, was für Filme 2011 in Indien oder Pakistan gedreht worden sind. Was wiederum im Umkehrschluss aber noch nicht heißt, dass ich automatisch ein Interesse daran hätte, einen Großteil dieser Filme auch (sofort) zu sehen. Man sollte wohl unterscheiden zwischen dem Interesse an Information über etwas Spezifisches, und dem Interesses an diesem Spezifischen an sich. Und Filme schauen ist für mich keine Informationsbefriedigung. Ich schaue mir Filme in erster Linie deshalb an, weil sie mich im Moment der Sichtung als Filme, durchaus mit all ihre historischen und kulturellen Implikationen, aber eben als einzelne Werke an sich interessieren. So einfach ist das.</p><p>Das sind jetzt, wie bereits erwähnt, an dieser Stelle natürlich alles Verallgemeinerungen und es gibt Momente und Situationen in denen sich die Dinge anders verhalten. Aber im Großen und Ganzen, kann ich von einem ehrlichen Jahresrückblick nur im Hinblick auf mein <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/ekstase-2011/">letztes Listenposting</a> sprechen. Die vorliegende Aufgabe erscheint mir in diesem Kontext daher eher als eine lästige Pflichtübung, die ich in Zukunft nach Möglichkeit gerne weitestgehend vermeiden würde. Zumindest dann, wenn ich in einem Jahr nicht zu 90% Filme der letzten zwei Produktionsjahrgänge gesehen habe. Denn an sich gibt es an einer Auseinandersetzung mit einem bestimmten Filmjahrgang ja wie gesagt rein gar nichts auszusetzen. Nur warum es ständig und immer wieder der aktuelle sein muss, das leuchtet mir nicht ein. Filme die 2011 entstanden sind waren sicherlich genauso vielfältig interessant wie Filme jedes beliebigen anderen Jahrgangs und werden das auch in hundert Jahren noch bleiben. Doch glaube ich fest daran, dass die Zukunft nicht zeigen wird, dass alles davor entstandene nicht die Brisanz und Relevanz jedes für uns dennoch immer wieder so aufregend neuartig erscheinenden &#8220;akutuellen&#8221; Jahrgangs hatte – auch nicht im Jahre 2011.</p><p>In diesem Sinne, und in Erwartung der Tatsache nächstes Jahr vielleicht endlich alle gesehenen Filme in einem Beitrag abhandeln zu können, und nicht mehr an solch einem exklusiven Unterfangen wie dem jetzigen teilnehmen zu wollen, hier nun dennoch und trotzdem meine Liste und Einordnung der „neuen“ Filme die mir 2011 begegnet sind. Auflistungen, so man sie denn genauer überdenkt, können ja trotz aller spielerischen Aspekte eine Komplexität und Deutungsvielfalt annehmen, die anderen Einordnungsversuchen in nichts nachstehen. Deshalb wäre zur Erläuterung meiner Liste (falls man an einem Verständnis der spezifischen Zusammensetzung interessiert ist) noch folgendes zu sagen: Meine Top 10 beinhaltet inzwischen schon traditionsgemäß grundsätzlich Filme, die ich vermutlich in jedem Jahr und zu jeder Zeit auf eine Top 10 setzen würde. Daher kann sie auch beliebig viele Filme enthalten (meine Top 10 also immer auch aus 24, 42, oder 87 Filmen bestehen könnte), die ich ganz allgemein als Favoriten, oder Lieblingsfilme bezeichnen würde. Ein paar weitere sehenswerte Filme finden diesmal nach der Top 10 Erwähnung, darunter Filme, die nach einer weiteren Sichtung unter Umständen das Potential hätten sich zu meinen Favoriten zu gesellen, aber auch allgemein Filme, die mich aus diversen Gründen zumindest in großen Teilen zu fesseln verstanden. Die in diesem gestaffelten Kontext unaufgelistet bleibenden Filme sind aber nicht einfach „der Rest“, also ein übriggebliebener der Erwähnung nicht würdiger Haufen, sondern reichen von ärgerlich (<em>The Tree of Life</em>, <em>Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2</em>, <em>&#8220;Underwater Love&#8221;</em>), über durchschnittlich (bspw. <em>“Die Nacht der Wölfe”</em> oder <em>“The Colors of the Mountain”</em>) bis zu teilweise wirklich interessanten Arbeiten, die mich aber im Endeffekt nicht zur Gänze überzeugen konnten, sei es aus stilistischen, inhaltlichen oder sonstigen Gründen. Ein sprechendes Beispiel für einen einzigen Teilaspekt der für mich dennoch den ganzen Film abgewertet hat, wäre beispielsweise das Ende des ansonsten außerordentlichen <em>Oral History</em> von Volko Kamensky. Ohne seinen Schlusstwist (der eben leider noch Teil des Films ist) wäre der Film sicherlich mühelos auf meiner Top 10 gelandet. So, muss er sich eben nur mit einer &#8220;lobenden Erwähnung&#8221; zufrieden geben. Andere Zuschauer haben die Auflösung am Ende sicher anders bewertet oder auch komplett anders wahrgenommen, und für manche mag es gar einer der ausschlaggebenden Gründe für eine positive Erwähnung sein. Eindrücke sind natürlich immer etwas flüchtiges, haben mit der Situation während dem Seherlebnis zu tun, können sich aber statt sich zu verflüchtigen auch verfestigen. Aber so sieht es nun mal gerade bei mir aus, es handelt sich also um eine Momentaufnahme des Erstellungszeitpunkts. Und um es nocheinmal zu betonen: Meine Top 10 bestehen daher nicht aus den 10 besten Filmen die ich in diesem Jahr gesehen habe (wie auch immer man „beste“ jeweils definieren möchte), gleichgültig der Tatsache ob ich  alle diese 10 Filme überhaupt genossen hätte. Daher empfinde ich es auch als zwingend notwendig, <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesamtliste-aller-neuen-gesehenen-filme-2011/">eine Gesamtauflistung aller neueren Filme</a> anzubieten, die bei solch einer Zusammenstellung von mir berücksichtigt worden sind. Denn eine Liste von 10 Filmen von einer Person, die überhaupt nur 10 Filme gesehen hat, ist für mich gänzlich anders zu lesen als die äußerlich gleich aussehende Liste einer Person, die jedoch zum Beispiel 500 Filme gesehen hat. Auch wenn man Listen rein als Empfehlungen wahrnimmt (was ich im Grunde auch tue), möchte ich dennoch immer auch gerne wissen, aus welchem Pool von potentiellen Empfehlungen der jeweilige Listenersteller geschöpft hat. Denn ich bin mir sicher, dass wir als Listenleser auch automatisch immer darauf reagieren, wenn ein bestimmter Film <em>nicht</em> auf einer Liste auftaucht. Und daraus ziehen wir gewollt oder ungewollt auch regelmäßig unsere Schlußfolgerungen. Wenn man sich über längere Zeit mit dem Sinn und Unsinn von wertenden Auflistungen eigentlich unkategorisierbarer, unvergleichbarer und nicht objektiv messbarer, scheinbar materieller, aber im Grunde ebenso ideeller Objekte beschäftigt, kommt man zu so mancher weiteren &#8220;Erkenntnis&#8221;, die ich dem Leser dieses Textes jedoch im weiteren ersparen will.</p><p>Ansonsten gäbe es noch anzumerken, dass ich letztes Jahr keinen jüngeren Film gesehen habe, der mir zur Gänze missfallen hätte, und ich eigentlich im Filmjargon sagen muss: keinen einzigen schlechten Film gesehen. Das erstaunt mich selbst am Meisten, und stellt für mich vermutlich ein Novum dar, geht aber passend mit dem Motto dieses Beitrags zusammen: Sehen heißt auch immer wieder hinsehen, und nicht nur danach zu suchen, was man vielleicht gerne sehen würde, sondern aus dem was man zu erkennen glaubt etwas mitzunehmen, das die Möglichkeit einer Bereicherung darstellt.</p><p>Im Einzelnen möchte ich aber nicht mehr viele Worte über die nun kommenden und auf unterschiedliche Art gelisteten Filme verlieren. Den ersten Platz 2011 hält (für mich wiederum wenig verwunderlich) ein neuerer Film von Dominik Graf, zu dem auf Eskalierende Träume bereits Christoph einige <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2015-in-der-ardpolizeiruf-110-cassandras-warnung/">enthusiastische Zeilen</a> gedichtet hat, die ich so auch gerne unterschreibe. Vielleicht folgt in Zukunft auch noch ein eigener Beitrag für die <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/category/deutsche-lieblingsfilme/">&#8220;deutsche Reihe&#8221;</a>. In dieser Hinsicht bemerkenswert ist wahrscheinlich, dass fast die Hälfte aller von mir 2011 gesehenen &#8220;neuen&#8221; Filme in Teilen deutsche Produktionen sind. Daraus erklärt sich dann auch die Häufigkeit und Dominanz deutscher (Ko-)Produktionen bei meinen Auflistungen. Sion Sono hat mich vor einiger Zeit mit <em>&#8220;Love Exposure&#8221;</em> begeistert, der für ihn wohl eine Art Befreiungsschlag darstellen musste, da er sich meiner Auffassung nach mit <em>&#8220;Cold Fish&#8221;</em> in einer klassizistischen, beinahe kubrickesken Phase befindet, die einen formal vollendeten Filmemacher präsentiert, der sich in Zukunft möglicherweise anderen Themen zuwenden sollte, falls er nicht Gefahr laufen will, sich bald nur noch selbst zu zitieren. Vielleicht reicht sein Talent aber auch aus, um diese Gefahr auf andere Weise zu umgehen, und Sono wird sich wie Ford, Miike, Bergman oder Ozu bis zum Ende seiner Karriere weiterhin relativ gleichbleibender Konzepte bedienen. Wie auch immer freue ich mich im Moment auf jeden weiteren seiner Filme. <em>American Translation</em> war hingegen eine Empfehlung und eine Entdeckung die ich <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/filmfest-munchen-2011-kurzkommentare-2/">Andreas</a> zu verdanken hatte. Hier der für mich immer noch sehr ansprechende <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=NV_njOxnXV4&#038;feature=player_embedded#!">Trailer</a>. Eine Entdeckung völlig anderer Art waren die halböffentliche Vorführung einer Handvoll von Filmen von Klaus Schneider, alle von ihm gedreht, montiert, konzipiert und auch vorgeführt: Im Kino auf der großen Leinwand in Vollbild, von farblich bezauberndem stummem Super8-Filmmaterial, mit ebenso kongenial erstellter oder ausgewählter akkustischer Begleitung. Ein Beweis dafür, dass manche genialen Filmemacher nicht mehr als einer Kamera und ihrer eigenen Kreativität bedürfen, die auch ohne finanzielle Mittel grenzenlos erscheinen kann. Der avantgardistische Geist aller do-it-yourself-Pioniere zeigt sich in so einem überraschenden Moment in vollem Glanz, und ich erinnere mich inzwischen nur noch an mein ungläubiges Staunen im Kinosessel, einem künstlerischen Werk zu begegnen, dass unmittelbar auf ein instiktives Talent in der Übersetzung der eigenen Ideenwelt in filmisches Denken schließen lässt. Zuletzt war ich von einem vergleichbar von jeglichen Zwängen ungebundenen cineastischen Geist so beeindruckt beim Entdecken dreier Filme Danny Williams&#8217; auf der Berlinale 2007, die danach zwar auch auf der <a
href="http://www.viennale.at/cgi-bin/viennale/archiv/film.pl?id=2540;lang=en">Viennale</a> gelaufen sind, von denen ich aber seither leider nichts mehr gehört oder gelesen habe. Zu Schneiders <em>Der Mond</em> wird es daher von mir in demnächst vermutlich ebenfalls einen Text für die &#8220;deutsche Reihe&#8221; geben. Aber nun endlich ohne weitere Umschweife: Auf zur Liste!</p><p></br></p><p><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/?attachment_id=12520" rel="attachment wp-att-12520"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Yellow-Sea.jpg" alt="" title="" width="525" height="223" class="alignnone size-full wp-image-12520" /></a></p><p></br></p><p><strong>Top 10</strong></p><p>1. Cassandras Warnung<br
/> <em>Dominik Graf  Deutschland  2011</em></p><p>2. Tsumetai nettaigyo <em>“Cold Fish”<br
/> Sion Sono  Japan  2010</em></p><p>3. American Translation<br
/> <em>Pascal Arnold, Jean-Marc Barr  Frankreich  2011</em></p><p>4. Hwanghae <em>“The Yellow Sea” [140 min. Fassung]<br
/> Hong-jin Na  Südkorea  2010</em></p><p>5. Der Mond<br
/> <em>Klaus Schneider  Deutschland  2010</em></p><p>6. Whores’ Glory<br
/> <em>Michael Glawogger  Österreich, Deutschland  2011</em></p><p></br></p><p><strong>Runners-up</strong> (in alphabetischer Reihenfolge):</p><p>1000 Gramm<br
/> <em>Tom Bewilogua  Deutschland  2010</em></p><p>Bas-fonds <em>“Gregs”<br
/> Isild Le Besco  Frankreich  2009</em></p><p>Congo in Four Acts<br
/> <em>Dieudo Hamadi, Kiripi Katembo Siku, Divita Wa Lusala, Patrick Ken Kalala<br
/> Demokratische Republik Kongo, Südafrika  2010</em></p><p>Das rote Zimmer<br
/> <em>Rudolf Thome  Deutschland  2010</em></p><p>Die Besen<br
/> <em>Klaus Schneider  Deutschland  2010</em></p><p>El Mocito <em>“The Young Butler”<br
/> Marcela Said, Jean de Certeau  Chile  2010</em></p><p>Führung<br
/> <em>René Frölke  Deutschland  2010</em></p><p>I Know Where I’m Going<br
/> <em>Ben Rivers  GB  2009</em></p><p>Machtentfaltung<br
/> <em>Klaus Schneider  Deutschland  2009</em></p><p>Nûdo no yoru: Ai wa oshiminaku ubau <em>“A Night in Nude: Salvation”<br
/> Takashi Ishii  Japan  2010</em></p><p>Oral History<br
/> <em>Volko Kamensky  Deutschland  2009</em></p><p>Portraits deutscher Alkoholiker<br
/> <em>Carolin Schmitz  Deutschland  2009</em></p><p>Slow Torture Puke Chamber<br
/> <em>Lucifer Valentine  Kanada  2010</em></p><p>Unter dir die Stadt<br
/> <em>Christoph Hochhäusler  Deutschland, Frankreich  2010</em></p><p>Vapor Trail (Clark)<br
/> <em>John Gianvito  USA  2010</em></p><p><br/></p><p>Abschließend möchte ich einen letzten magischen Kinomoment 2011 nicht unerwähnt lassen. In Paula Markovitchs <em>El premio</em> hat mich das Zusammenspiel der Kinderdarsteller, allen voran der Protagonistin Ceci und ihrer besten Freundin, derart umgehauen, dass sich mir in der anschließenden Erläuterung Markovitchs bezüglich ihrer Regiemethode ganz neue Perspektiven für die Zusammenarbeit mit jungen und unerfahrenen Darstellern erschlossen. Eine derartig brillante Gruppendynamik unter Laien habe ich in einem Spielfilm bisher wohl noch nie gesehen, obwohl es mit Hirokazu Koreedas <em>&#8220;Nobody Knows&#8221;</em> (2004) oder Carlos Reygadas&#8217; <em>&#8220;Battle in Heaven&#8221;</em> (2005) in den letzten Jahren in dieser Hinsicht vergleichbare Ansätze gegeben hat. Definitiv ein Film, den man sich schon allein wegen der Schauspieler ansehen muss, um sich mal wieder mit eigenen Augen davon zu überzeugen, welchen Wert bewusst gelenktes &#8220;dokumentarisches&#8221; Material für einen fiktiven Rahmen erhalten kann. Schade, dass man der Hauptdarstellerin Paula Galinelli Hertzog bei der letztjährigen Berlinale nicht den Darstellerpreis zugesprochen hat und ihre atemberaubende Darstellung bei der Preisverleihung gänzlich leer ausging, denn dafür scheint zumindest eine Auszeichnung wie der Silberne Bär für eine herausragende künstlerische Leistung wie geschaffen zu sein. Für mich war diese Leistung auch gegenüber allen gelisteten Filmen wahrscheinlich nicht nur der schauspielerische, sondern sogar der künstlerische Höhepunkt 2011.<br
/> <br/></br><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/inserieren/" rel="attachment wp-att-12577"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Inserieren.png" alt="" title="Inserieren" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12577" /></a><br
/> <br/></br><br
/> <strong><em>Frauke</em></strong></p><p><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/kingsspeech.jpg" alt="" title="King&#039;s Speech" width="525" height="287" class="aligncenter size-full wp-image-12633" /><br
/> <br/><br
/> Solche Listen sind irgendwie schon eine komische Sache. Ich habe deshalb darum gebeten, dass meine Liste trotz alphabetischer Sortierung der Autorennamen erst als letzte dran kommt. Mir fällt so eine Aufstellung nämlich schwer, muss ich sagen. Vor allem wenn ich dann diese ganzen unbekannten, exotischen Titel auf den anderen, endlos langen Listen sehe! Interessiert das wirklich jemanden und wer außer unseren Nerds hier guckt sich sowas an? (sorry, auch wenn wir befreundet sind, muss ich das mal sagen, Jungs). Denn ich finde auch, dass Filme nur dann eine Bedeutung haben, wenn sie von vielen Menschen gesehen werden und alle darüber sprechen können. Bevor ich einen Film ansehe, warte ich eigentlich erst einmal die Besucherzahlen der ersten oder zweiten Woche ab oder sehe mich mal auf facebook oder studivz um. Außerdem ist natürlich ganz wichtig, ob in meinem Bekanntenkreis sich abseits der Filmnerds auch wirklich Leute für den Film interessieren (außer natürlich, es spielt einer meiner Lieblingsschauspieler mit!). Mir nützt es doch nichts, komische Kunstfilme anzusehen, wenn ich mich dabei nur langweile und dann nicht mal mit meinen Freundinnen darüber sprechen kann. Was bringt das?! Deshalb guck ich mir lieber nur ausgewählte Sachen an, von denen ich dann auch wirklich was habe oder zumindest weiß, dass ich hinterher mit anderen darüber lästern kann, wenn mich doch mal ein Film gelangweilt oder genervt hat. Man braucht ja auch noch Zeit fürs real life und wenn man sich soviele seltsame Filme ansieht, frage ich mich manchmal schon, ob das nicht so eine Ego-Tour ist.<br
/> Deshalb beschränke ich mich hier auf ein paar wenige Filme, bei denen ihr dafür aber auch sicher sein könnt, dass sie auch wirklich toll sind und nicht nur ein paar Freaks irgendwas hinein interpretiert haben. Und ich versuche auch, nicht nur nach meinem eigenen Geschmack zu gehen, sondern eine streng objektive Wahl zu treffen denn darauf kommt es schließlich an! Aber ich will euch nicht mit meiner Plauderei nerven, kommen wir also zur Sache &#8211; den <strong>besten</strong> Filmen des Jahres 2011:<br
/> <br/><br
/> <strong>The King&#8217;s Speech (10/10)</strong><br
/> Ich hab mich bei der Berlinale schon morgens um 4 Uhr mit Schlafsack vor den Kassen positioniert, um auf jeden Fall eine Karte für die Premiere zu kriegen! Sogar um die Zeit hatte sich schon eine kleine Schlange vor der Kasse gebildet, aber ich hatte dann doch Glück und hab die gewünschten Karten gekriegt. Und was soll ich sagen, es hat sich mehr als gelohnt, alle meine Erwartungen wurden noch übertroffen! Endlich mal wieder ein Film, der große Schauspiel-Leistungen und eine packende Geschichte verbindet und dabei auch noch anrührt! Ich hatte echt Tränen in den Augen bei ein paar Momenten, so intensiv wird es da, obwohl es &#8220;nur&#8221; um eine Ansprache geht, aber man kann eben trotzdem richtig mitfühlen, welche Ängste und Sorgen der König da ausgestanden hat! Aber ich will keinen falschen Eindruck vermitteln, der Film hat auch viele total lustige und originelle Szenen, es kommen also im Endeffekt alle auf ihre Kosten! Endlich mal ein Film, der den Oscar wirklich verdient hat!</p><p><strong>The Tree of Life (9/10)</strong><br
/> Endlich mal wieder so ein richtiger Film über das wichtigste auf der Welt: Die Familie. Denn seien wir mal ehrlich, ohne unsere Eltern gäbe es uns ja alle gar nicht. Das da vorher natürlich noch viel passiert ist und auch Gott im Spiel war, zeigt uns dieser Film in wahnsinnig tollen Bildern und mit viel klassischer Musik. Und ich sage nur: diese putzigen Dinos! Tiere sind eben auch nur Menschen, und in Gottes Schöpfung hat alles seinen Platz. Aber nochmal zurück zur Familie. Ist schon alles ziemlich toll und gleichzeitig auch ein bisschen traurig, wie da die Familie durch äußere Umstände gezwungen ist ihre Krisen zu überwinden, und dann sogar aus ihrem schönen Haus wegziehen muss. Wie im richtigen Leben, und es geht auch mal alles schnell und ist so verwirrend wie man das ja selber auch kennt: Im Leben passiert ja immer so viel, kaum kommt das eine, schon kommt das nächste. Da kann man ja gar nicht genug davon kriegen! Und im Gegensatz zu seinem letzten Hollywoodfilm mit den indianern ist das diesmal auch nicht so langatmig, sondern richtig schnell und knackig. Als der Bruder gestorben ist, musste ich übrigens total weinen, aber zum Glück sehen sich am Schluss alle wieder. Und so eine liebe Mutter wie im Film hatte ich zum Glück ja auch. Danke Mama! Schade nur, dass Sean Penn nicht so viel zu tun hat, und leider wenig spricht. An seinem gequälten Gesichtsausdruck kann man aber immer erkennen wie wichtig ihm das alles ist. Insgesamt zwar nicht ganz so mitreißend wie King&#8217;s Speech, aber trotzdem genauso ehrlich.</p><p><strong>Hell (9/10)</strong><br
/> Zum Glück habe ich mit ein paar Freunden diesen Film noch in der letzten Woche erwischt, in der er hier im Kino lief. Ich dachte mir: na ja, so ein deutscher Horrorfilm, ob der was taugt? Ich war aber total überrascht, der Film ist richtig gut! Die tolle düstere Atmosphäre bekommen einheimische Produktionen ja fast nie so hin, aber hier hat der junge Regisseur Tim Fehlbaum mal wirklich was von den Amerikanern gelernt. Die Bilder sind richtig stylisch und sorgen für eine echt beklemmende Stimmung, die einen nicht mehr loslässt. Alles ist sehr abwechslungsreich gemacht, ständig passiert etwas und es kommt nie Langweile auf. Die Schauspieler spielen zwar manchmal ein bisschen unrealistisch und übertrieben, das ist eben so bei deutschen Filmen, aber wenigstens traut sich der Film auch was, das sich andere nicht trauen! Das Finale auf dem Bauernhof war mir aber zu krass, fast so heftig wie Michael Bay´s Texas Chainsaw Massacre, ein paar Mal hätte ich mir fast die Augen zugehalten. Nur die Szene, in der Hanna Herzsprung flieht war null glaubwürdig, das hat mich ein bisschen aufgeregt. Ist doch total unlogisch, dass sie dem Typen nur einmal auf den Kopf haut und dann aus dem Fenster steigt, ohne nochmal nachzugucken, oder? Sonst hat mir aber alles gefallen und ich fand ich die Message von dem Film gut, dass wir mehr auf unsere Umwelt achten müssen, damit sowas Schlimmes nicht wirklich passiert. Fazit: Endlich mal ein empfehlenswerter deutscher Horrorfilm, der sich nicht hinter Klassikern wie 28 Days Later oder Dawn of the Dead zu verstecken braucht!</p><p><strong>In der Welt habt ihr Angst (9/10)</strong><br
/> Warmherzig, dramatisch, voller Emotion und Überraschung! Ich fand das total schön, wie der ältere Mann dann im Laufe des Films immer mehr Verständnis für das verzweifelte junge Paar aufbringt und dann sogar lernt, über seinen Schatten zu springen und ihnen zu helfen, obwohl sie ihn vorher heftig bedroht haben! Endlich mal ein guter deutscher Film, bei dem ganzen Müll, der heutzutage aus unserem Heimatland kommt. Obwohl ich mir ja die Filme mit Til Schweiger auch gerne ansehe, aber ich meine jetzt auch eher diese abgehobenen Kunstfilme und dieses ganze Zeug, das kein Mensch versteht. Leider saßen vor mir im Kino ein paar Leute in meinem Alter, die sich dauernd über den Film lustig gemacht haben, das war echt ätzend. Was gibt es denn bitteschön zu lachen an einer so tragischen Geschichte um Kriminalität, Drogensucht und wahre Liebe? Manche Leute werden einfach nie erwachsen, total nervig. Deswegen gehe ich auch immer seltener ins Kino, zuhause auf DVD stört wenigstens keiner. Für den hier hat sichs aber gelohnt, alleine schon, weil er praktisch gleich bei mir vor der Haustür gedreht wurde!</p><p><strong>Herzensbrecher (9/10)</strong><br
/> Einfach der ideale Film für einen schönen Mädels-Abend mit anschließendem Cocktail und Plaudern. Kaum zu glauben, dass dieser Xavier Dolan in diesem Alter schon so ein Riesentalent hat! Jedes Bild ist absolut perfekt, der Film ist wunderschön anzuschauen und die Musik hab ich mir am nächsten Tag gleich auf CD bestellt. Die Story ist eigentlich gar nicht so interessant, aber der edle Look und die tollen schauspielerischen Leistungen machen einiges wett. Den Typen, um den sich die beiden Freunde im Film streiten, fand ich allerdings eher langweilig. Er ist ja schon ganz süß, aber sich wegen dem eine Freundschaft kaputt machen? Diese Streitigkeiten sind dafür aber sehr überzeugend dargestellt, ich hatte das Problem auch mal, als meine beste Freundin und ich in der 9. Klasse in den gleichen Typen verknallt waren. Wir haben dann auch so eine Art Styling-Wettkampf zwischen uns gehabt, ziemlich stressig. Aber Gottseidank wächst man ja über dieses kindische Alter irgendwann hinaus, daher fühlt sich der Film fast ein bisschen nostalgisch an. In den knuffigen Xavier Dolan könnte ich mich aber auch verlieben. Schade, manchmal glaube ich wirklich, dass was dran ist an dem Klischee, das immer die attraktivsten Kerle schwul sind. Komischerweise hat der Film Christoph trotzdem nicht so gefallen. Vielleicht waren ihm da einfach nicht genug eklige behaarte Männer dabei, er steht ja nicht so auf Bubis. *g* Auf jeden Fall ein total erfrischender, origineller und unverbrauchter Film mit unvergesslichen Bildern. Ein bisschen traurig ist er teilweise schon, aber das gehört eben zum träumen von Mr. Right dazu. Ach ja, die Outfits von Mona Chokri waren zum Heulen schön, wo kann man sowas nur kaufen?<br
/> <br/><br
/> Die <strong><em>schlechtesten</em></strong> Filme des Jahres, totaler Müll:</p><p><strong>A Night in Nude: Salvation</strong><br
/> So etwas abartiges und schlechtes hab ich ja noch nie gesehen! Zuerst sieht man ewig nichts als einen alten Knacker, so einen Privatdetektiv, der sinnlos in der Gegend rumläuft und eklige porno-mäßige Strip-Szenen. Am Ende läuft dann so eine durchgeknallte Frau eine halbe Stunde lang völlig nackt durch eine komische riesige Höhle und peitscht sich dabei auch noch selbst. Ich hab meinen Augen nicht getraut. Wer denkt sich sowas aus?!?! Und auch noch total voyeuristisch und frauenverachtend alles! Solche kranken Sachen können sich wohl auch nur die Japaner ausdenken&#8230; Ich hätte es ja wissen müssen und mich nicht von Christoph, Marian und Andreas dazu überreden lassen sollen, den Film mitzugucken. Ich musste mich ständig auf die englischen Untertiteln konzentrieren und dann haben die Jungs neben mir auch noch dauernd so komische Seufzer und Grunzgeräusche von sich gegeben!</p><p><strong>Schlafkrankheit</strong><br
/> Der Titel ist hier echt Programm, mehr muss man dazu gar nicht mehr sagen! Ich hab bei der Berlinale zufällig eine Karte für den Film geschenkt gekriegt, sonst hätte ich mir den bestimmt gar nicht angesehen. Aber ich bin dann bei der Hälfte zu meinem Glück eingenickt, kann also auch nicht viel dazu sagen, außer dass er total zum Einschlafen ist!</p><p><strong>My Soul to Take</strong><br
/> Da dachte ich mir, dass der Film bestimmt gut sein wird, weil er vom Regisseur von Scream ist, und dann so eine billige 08/15 Story um ein paar Teenager, die von einem Killer abgeschlachtet werden. Das ist doch so lahm! Die Macher haben das aber anscheinend selber auch gemerkt und versucht, den Film ein bisschen lustiger und abgefahrener zu machen, was aber in die Hose geht und einfach nur total lächerlich wirkt. Besonders an der Art und Weise, wie die Jugendlichen in dem Film reden, merkt man schon, dass der alte Regisseur gar keine Ahnung von der heutigen Zeit hat. Leider war auch das 3D sehr schwach und ich hab mich kein einziges Mal gegruselt. Schade um das Geld fürs Kino. Warum wird solcher hirnverbrannte Mist überhaupt gedreht?</p><p><strong>Cassandras Warnung</strong><br
/> Krimi am Sonntag Abend ist bei uns zuhause Pflicht und macht immer Spaß, aber sowas langweiliges und verwirrendes ist mir selten untergekommen. Der Ton war teilweise so schlecht, dass man nur die Hälfte vom Satz verstanden hat und dauernd so komische schnelle Schnitte und verwirrende Kamerabewegungen. Und dann wird auch noch ständig sinnlos gezoomt, wie in einem Urlaubsvideo! Die Handlung wird dabei total schlecht erklärt und keiner blickt mehr durch. Das ist doch alles künstlerische Onaniererei! Bei einem Krimi geht es doch um die Story und originelle Wendungen, das wurde hier total vernachlässigt und man kann irgendwann kaum noch was nachvollziehen! Außerdem waren die rassistischen Dialoge und die ganzen sexuellen Anspielungen das letzte! Hab mich vorher total auf diesen neuen München-Polizeiruf gefreut, aber das war echt gar nix, und für sowas zahl ich auch noch Fernsehgebühren?!</p><p><strong>Brownian Movement</strong><br
/> Wieder so ein Film, den mir die Jungs empfohlen haben. Wollen die mich ärgern?! Das war mit Abstand das sinnloseste und ödeste, was ich seit langem im Kino gesehen habe. Sandra Hüller ist schon eine tolle Schauspielerin, aber hier hat sie den ganzen Film über nur den gleichen Gesichtsausdruck. Die Protagonistin ist psychologisch überhaupt nicht nachvollziehbar und es wird nie erklärt, warum sie dauernd mit ganz fetten, behaarten oder verkrüppelten Männern ins Bett geht. Wer würde das freiwillig machen? Das glaubt doch kein Mensch?! Anscheinend ist sie geisteskrank, jedenfalls ist das meine eigene Interpretation. Bis man aber mal soweit ist, hat man sich zwei Stunden zu Tode gelangweilt und dann gibt es noch nichtmal ein richtiges Ende, der Film hört einfach mittendrin auf. Ehrlich Jungs, das nehme ich euch jetzt übel!</p><p>Ich glaube, mehr schlechte Filme hab ich zum Glück nicht gesehen, reicht ja aber auch!</p><p><em>Anmerkung zum Schluss:</em></p><p>Bei dieser seltsamen &#8220;Ekstase&#8221;-Liste (schon bei der Überschrift kriege ich Fremdscham!) kürzlich hab ich übrigens bewusst nicht mitgemacht, weil ich 2011 vermutlich nur zwei oder drei alte Filme gesehen habe. Und das auch nur durch Zufall. Natürlich gibt es schon ein paar gute alte Filme, z. B. Der Himmel über Berlin oder Little Buddha, aber meistens ist es doch überflüssig, sich Filme anzusehen, die älter als fünf oder zehn Jahre alt sind. Damit kann man sich doch überhaupt nicht mehr identifizieren, und die Bilder und die Mode sind total hässlich! Kino muss doch modern sein, sonst kann ich auch gleich in Omas Fotoalben blättern! Wer sich ständig diese alten Dinger anschaut, der wühlt wahrscheinlich auch gern in der Altpapiertonne und hat eine totale Messie-Wohnung! Sowas find ich echt total abtörnend, man muss doch auch der Gegenwart ins Auge blicken, und sich nicht nur in seine Nischen verkriechen. Jaja, ihr habt mich schon richtig verstanden!<br
/> <br/><br
/> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/geschafft/" rel="attachment wp-att-12578"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2012/01/Geschafft.gif" alt="" title="Geschafft" width="525" height="80" class="alignnone size-full wp-image-12578" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/gesammelte-jahreslisten-2011/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>26</slash:comments> </item> <item><title>Zitat der Woche</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/zitat-der-woche-9/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/zitat-der-woche-9/#comments</comments> <pubDate>Mon, 05 Dec 2011 18:38:03 +0000</pubDate> <dc:creator>Sano Cestnik</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Hinweise]]></category> <category><![CDATA[Sano]]></category> <category><![CDATA[Zitate]]></category> <category><![CDATA[Deutscher Film]]></category> <category><![CDATA[fsk]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=11931</guid> <description><![CDATA[Gerade eben über einen interresanten und inzwischen auch kontroversen FSK-Beschluss bezüglich des deutschen Spielfilms Romeos gestolpert, den ich unseren Lesern an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte: Der Film handelt von dem Coming Out des transsexuellen Lukas und dessen Transformation von einer Frau zu einem Mann. Als Zivildienstleistender in Köln, der im Mädchentrakt des Zivi-Wohnheims untergebracht [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Gerade eben über einen interresanten und inzwischen auch <a
href="http://www.out-takes.de/index.php/2011/die-fsk-wird-bunt/#comments">kontroversen</a> <a
href="http://sabine-bernardi.de/wp-content/uploads/2011/11/SPROFUN11112512530.pdf">FSK-Beschluss</a> bezüglich des deutschen Spielfilms <em>Romeos</em> gestolpert, den ich unseren Lesern an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte:</p><p></b></p><blockquote><p>Der Film handelt von dem Coming Out des transsexuellen Lukas und dessen Transformation von einer Frau zu einem Mann. Als Zivildienstleistender in Köln, der im Mädchentrakt des Zivi-Wohnheims untergebracht ist und von seiner besten Freundin Ine von Party zu Party „geschleift“ wird, muss er verschiedene Situationen meistern. In Köln weis außer seiner Freundin, der Leiterin des Wohnheims und deren Chef keiner von Lukas‘ Coming Out. Das bereitet ihm im Umgang mit den anderen Jugendlichen Schwierigkeiten und so manche peinliche Situation, in der er in Erklärungsnot gerät. Lukas verliebt sich in Fabio, der nicht unterschiedlicher zu ihm sein könnte. Fabio erwidert dieses Gefühl. Durch Lukas kleine Schwester erfährt Fabio allerdings, dass Lukas eigentlich ein Mädchen ist. Fabio kehrt Lukas den Rücken und fängt eine Liebelei mit einem Mädchen an. Doch Lukas gibt nicht auf und kämpft auf seine Art um Fabios Liebe. Der Film zeigt einen leidenden jungen Menschen, der auf seinem Weg der Geschlechtsumwandlung mit seinem Umfeld, mit Spott und Vorurteilen zu kämpfen hat. Damit behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, die sich in diesem Alter in ihrer sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte. Das Thema selbst ist schon schwierig für 12- bis 13-Jährige und die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken, auch wenn der Film auf Bildebene nicht schamverletzend ist und niemanden diffamiert. Der Film spiegelt eine verzerrte Realität wider, die Kinder aufgrund keiner oder zu geringer Erfahrungen nicht erkennen können. Der Film bedient sich keiner zotigen Sprache und diskriminiert Homosexuelle nicht, so dass er für ältere Altersgruppen nicht als problematisch beurteilt wird. Für ältere Rezipienten ist die Filmgeschichte einordbar und verkraftbar.</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/zitat-der-woche-9/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>6</slash:comments> </item> <item><title>Filmemacher in Deutschland</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/filmemacher-in-deutschland-2/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/filmemacher-in-deutschland-2/#comments</comments> <pubDate>Wed, 16 Nov 2011 02:29:31 +0000</pubDate> <dc:creator>Sano Cestnik</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Filmschaffende]]></category> <category><![CDATA[Hinweise]]></category> <category><![CDATA[Interviews]]></category> <category><![CDATA[Sano]]></category> <category><![CDATA[Cinemenschensorgen]]></category> <category><![CDATA[Rudolf Thome]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=11760</guid> <description><![CDATA[Ein Magischer Moment: Gerade eben in Rudolf Thomes Online-Tagebuch einen Ausschnitt aus dem Making-Of seines neuen Films Ins Blaue gesehen, der bei Youtube hochgeladen wurde. Es geht um Film als Lebensenergie. Ich bin ganz elektrisiert, und freue mich nicht nur erneut auf Ins Blaue sondern auch auf das Making-Of. Wenn es nur halb so intensiv [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ein Magischer Moment: Gerade eben in Rudolf Thomes <a
href="http://www.moana.de/Blog/Tagebuch/2011/Tagebuch%201111.html">Online-Tagebuch</a> einen Ausschnitt aus dem Making-Of seines neuen Films <em><a
href="http://www.moana.de/Blog/Dreharbeiten/InsBlaue/1.Woche.html">Ins Blaue</a></em> gesehen, der bei Youtube hochgeladen wurde. Es geht um Film als Lebensenergie. Ich bin ganz elektrisiert, und freue mich nicht nur erneut auf <em>Ins Blaue</em> sondern auch auf das Making-Of. Wenn es nur halb so intensiv wie dieser kurze Einblick wird, gibt es 2012 vielleicht sogar 2 Filme um Thome zu entdecken.</p><p></b></p><p><object
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isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=11535</guid> <description><![CDATA[<img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/10/Os-residentes1.jpg" alt="" title="Os residentes" width="525" height="310" class="aligncenter size-full wp-image-11542" />]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/10/Os-residentes1.jpg" alt="" title="Os residentes" width="525" height="310" class="aligncenter size-full wp-image-11542" /><br
/> <br/><br
/> Nächste Woche beginnt die <a
href="http://viennale.at/">Viennale</a>, ein guter Anlass also, schon einmal voraus zu blicken auf eines der reichhaltigsten und in schönster Weise eigensinnigsten europäischen Filmfestivals, das sich befreit von Wettbewerbszwängen eine außergewöhnlich stark an künstlerischen Gesichtspunkten orientierte Auswahl an Filmen leistet, die sich zu weiten Teilen aus den Aufstellungen der großen Wettbewerbsfestivals Rotterdam, Berlin, Cannes, Locarno und Venedig speist, zudem aber von eigenen Entdeckungen sowie der Pflege bevorzugter Filmemacher ergänzt wird. Ganz so ausführlich wie die diesjährige Filmfest-München-<a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/filmfest-munchen-2011-warm-up-vorab-uberblick/">Vorschau</a> soll das hier nicht werden und auch gar nicht so sehr auf einzelne Filme eingehen (dafür gibt es im Zweifelsfall genug Quellen, die zu recherchieren und kompilieren mir diesmal etwas zu ausufernd wäre), es ist eher ein -vergleichsweise- kurzer Vorab-Überblicksversuch in Listenform mit einigen sich daran anschließenden allgemeinen Worten. Und weil ich vor allem in <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/spater-vogel-sammelt-wurmkadaver-berlinale-2011/">Berlin</a> und <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/filmfest-munchen-2011-listen-und-awards-nachschlag/">München</a> eine ganze Handvoll der Viennale-Filme bereits gesehen habe, bietet es sich natürlich an, mit einigen von mir geschätzten, freilich aber mitunter nicht gerade jedermanns Geschmack treffenden Filmen anzufangen&#8230;<span
id="more-11535"></span> (man verzeihe die etwas primitive, aber zeitsparende Sortierung der Filmtitel nach &#8220;Maschinen-Alphabet&#8221; mit vorangestellten Artikeln)<br
/> <br/></p><p><strong>Empfehlungen – 15 sehenswerte (teils exzellente) aktuelle Filme:</strong></p><p><a
href="http://viennale.at/deutsch/programm/filme/4116.shtml">Aitá / Father</a> (José Maria de Orbe)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/3986.shtml">Book chon bang hyang / The Day He Arrives</a> (Hong Sang-Soo)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/4145.shtml">Eine Serie von Gedanken / A Series of Thoughts</a> (Heinz Emigholz)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/4054.shtml">Führung</a> (René Frölke)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/4111.shtml">Koi no tsumi / Guilty of Romance</a> (Sion Sono)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/3962.shtml">Le Gamin au vélo / Der Junge auf dem Fahrrad</a> (Jean-Pierre &#038; Luc Dardenne)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/3973.shtml">Le Havre</a> (Aki Kaurismäki)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/4136.shtml">Let Each One Go Where He May</a> (Ben Russell)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/4110.shtml">Musan il-gy / The Journals of Musan</a> (Park Jung-bum)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/4177.shtml">Os residentes</a> / <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/4230.shtml">The Residents</a> (Tiago Mata Machado)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/3955.shtml">Schlafkrankheit</a> (Ulrich Köhler)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/3934.shtml">Slow Action</a> (Ben Rivers)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/3953.shtml">Sonnensystem / Solar System</a> (Thomas Heise)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/3930.shtml">The Big Eden</a> (Peter Dörfler)<br
/> <a
href="http://viennale.at/de/programm/filme/4173.shtml">Unter Kontrolle</a> (Volker Sattel)</p><p>Ganz besonders sei dabei <em>Let Each One Go Where He May</em> (Ben Russell) ans Herz gelegt, der von allen obigen Empfehlungen am dringlichsten nach einer Kinosichtung verlangt und vielleicht nach dem Festival in hiesigen Breitengraden nie wieder als 16mm-Kopie (die zumindest letztes Jahr noch wirklich wunderschön aussah) zu sehen sein wird. Auch wenn es verwunderlich ist, dass er jetzt nach zweijähriger Festivaltour plötzlich doch noch in Wien auftaucht und Russells jüngster, ergänzender Kurzfilm <em>River Rites</em> leider fehlt, ist es natürlich eine tolle Sache für alle, die ihn noch nicht kennen und sich für diese Art Kino interessieren. Über die oben Genannten hinaus kann man zumindest wegen der Filmausschnitte und ein paar Anekdoten auch auf <em>Corman&#8217;s World: Exploits of a Hollywood Rebel</em> (Alex Stapleton) einen Blick werfen, wenn sich nichts anderes anbietet, und den meines Erachtens zwar leicht überschätzten, aber dennoch sehenswerten <em>Jodaeiye Nader az Simin / Nader und Simin &#8211; Eine Trennung</em> (Asghar Farhadi) habe ich raus gelassen, weil er in Deutschland längst und Österreich auch kurz nach dem Festival seinen regulären Kinostart hat. Auffällig noch, dass von <em>Guilty of Romance</em> nur die Exportfassung läuft, die gegenüber der Cannes/München-Langfassung um rund eine halbe Stunde kürzer ist, was bei diesem lustvoll überbordenden Werk erst einmal skeptisch stimmt.<br
/> Apropos verspätetet Auftauchendes: Eine etwas befremdliche Erscheinung im Programm ist der selbst beim Fantasy Filmfest bereits letztes Jahr gelaufene und generell meist eher verrissene <em>La casa muda / The Silent House</em> (Gustavo Hernández), auch über Filme wie <em>Habemus Papam</em> (Nanni Moretti), <em>Hesher</em> (Spencer Susser), <em>The Future</em> (Miranda July), <em>Margin Call</em> (JC Chandor), die Miniserie <em>Mildred Pierce</em> (Todd Haynes), <em>Submarine</em> (Richard Ayoade) oder <em>Melancholia</em> (Lars von Trier), von denen die meisten ohnehin bald anlaufen (in Deutschland tun sie es teilweise bereits), bin ich persönlich nicht gerade begeistert, auch wenn als Mischkalkulation ihre Platzierung offensichtliche Gründe und Legitimationen hat. In der Summe gleicht sich sowas dann zumindest in Wien ohnehin schnell wieder aus, wenn man sich ansieht, was darüber hinaus eben alles angeboten wird. Nachfolgend nur eine kleine subjektive Auswahl:<br
/> <br/></p><p><strong>Vorfreude – 25 Filme, auf die ich besonders gespannt bin:</strong></p><p>3 Kreuze für einen Bestseller (Klaus Lemke)<br
/> Abrir puertas y ventanas / Back to Stay (Milagros Mumenthaler)<br
/> Alpis / Alps (Yorgos Lanthimos)<br
/> American Falls (Phil Solomon)<br
/> Bir zamanlar Anadolu&#8217;da / Once Upon a Time in Anatolia (Nuri Bilge Ceylan)<br
/> Color perro que huye / Color Runaway Dog (Andrés Duque)<br
/> Crazy Horse (Frederick Wiseman)<br
/> Cut (Amir Naderi)<br
/> Duo mingjin / Life Without Principle (Johnnie To)<br
/> É na terra não é na lua / It&#8217;s the Earth Not the Moon (Gonçalo Tocha)<br
/> Els noms de Crist / The Names of Christ (Albert Serra)<br
/> In film nist / This Is Not a Film (Jafar Panahi, Mojtaba Mirtahmasb)<br
/> L&#8217;Apollonide (Souvenirs de la maison close) / House of Tolerance (Bertrand Bonello)<br
/> La Folie Almayer / Almayer&#8217;s Folly (Chantal Akerman)<br
/> La vida útil / A Useful Life (Federico Veiroj)<br
/> Les Chants de Mandrin / Smugglers&#8217; Songs (Rabah Ameur-Zaïmeche)<br
/> L&#8217;estate di Giacomo / Summer of Giacomo (Alessandro Comodin)<br
/> Miss Bala (Gerardo Naranjo)<br
/> Nana (Valérie Massadian)<br
/> Siglo ng Pagluluwal / Century of Birthing (Lav Diaz)<br
/> Tao jie / A Simple Life (Ann Hu)<br
/> The Color Wheel (Alex Ross Perry)<br
/> The Pettifogger (Lewis Klahr)<br
/> Totem (Jessica Krummacher)<br
/> Two Years at Sea (Ben Rivers)</p><p>Und das nur mal ein Auszug, der sich bewusst eher auf außergewöhnliches versprechende Filme konzentriert, die gleichzeitig nicht so schnell wieder im Kino zu sehen sein werden (Filme mit fixem Kinostart daher ausgeklammert). Zudem stammen sie überwiegend aus dem Spielfilm- und Dokumentarfilm-Angebot, daneben reizen im Kurzfilmsegment etwa Werke von Robert Fenz, Linda Christanell, Siegfried A. Fruhauf, Jean-Marie Straub, Martin Arnold oder Norbert Pfaffenbichler, sowie die Retrospektive und einzelne ältere Filme im regulären Programm wie <em>Gingakei</em> von Adachi Masao oder <em>The Tomb of Ligeia</em> von Roger Corman. Dazu schöne Special-Programs etwa zu Lee Anne Schmitt, zum Kahn-Leiner-Kollektiv, über &#8220;Leuchtende Filmkader&#8221; der Friedl-Kubelka-Schule und nicht zuletzt als wichtiges und tolles Genre-Gegengewicht das Soi-Cheang-Tribute (sehr schade allerdings, dass sein jüngstes Werk <em>Motorway</em> offenbar nicht rechtzeitig fertig wurde, um das Tribute krönend zu ergänzen). Und darüber hinaus wird es sicher unter den weniger bekannten Titeln die ein oder andere Überraschung geben. Um trotz dieser Fülle allerdings den Selbstanspruch der Viennale als verdichtender Ort für einen Überblicksversuch über das aktuelle Kino- und Festivalgeschehen (was alles in allem ja meist doch ziemlich fabelhaft gelingt, auch wenn größere Lücken und ein unterschiedliche Auffassungen im Detail natürlich unvermeidlich sind angesichts der nicht einmal näherungsweise zu überschauenden jährlichen weltweiten Filmproduktion) etwas zu kontrastieren, hier auch noch eine Liste mit Filmen, auf die ich vergeblich im Viennale-Programm gehofft hatte, weil man sie vor allem im Kino so schnell wohl nicht zu sehen bekommt&#8230;<br
/> <br/></p><p><strong>Vermisstes – 25 Filme, die ich gerne im Programm gesehen hätte:</strong></p><p>4:44 Last Day on Earth (Abel Ferrara)<br
/> Bellflower (Evan Glodell)<br
/> Beyond the Black Rainbow (Panos Cosmatos)<br
/> Buenas noches, España (Raya Martin)<br
/> Chatrak / Mushrooms (Vimukthi Jayasundra)<br
/> Damsels in Distress (Whit Stillman)<br
/> Die Herde des Herrn (Romuald Karmakar)<br
/> Himizu (Sion Sono)<br
/> Hors Satan (Bruno Dumont)<br
/> Imagens de uma cidade perdida (Jon Jost)<br
/> Into the Abyss (Werner Herzog)<br
/> Killer Joe (William Friedkin)<br
/> Kiseki / I Wish (Hirokazu Kore-eda)<br
/> Kotoko (Shinya Tsukamoto)<br
/> Mishen / Target  (Alexander Zeldovich)<br
/> O Abismo prateado / The Silver Cliff (Karim Aïnouz)<br
/> River Rites (Ben Russell)<br
/> Seeking the Monkey King (Ken Jacobs)<br
/> Sibérie (Joana Preiss)<br
/> The Invader (Nicholas Provost)<br
/> The Return (Nathaniel Dorsky)<br
/> Tokyo Koen / Tokyo Park (Shinji Aoyama)<br
/> Un amour de jeunesse / Goodbye First Love (Mia Hansen-Løve)<br
/> Un été brulant / A Burning Hot Summer (Philippe Garrel)<br
/> Verano (José Luis Torres Leiva)</p><p>Auch das natürlich nur ein kleiner Auszug, der zwangsläufig eher an eigenen Erwartungen sowie Berichten anderer orientiert ist, und von daher allzu abseitiges ohnehin noch gar nicht berücksichtigt. Voraussichtlich bald regulär zu sehende Filme sind auch hier ausgeklammert. Ein wenig verwundert bin ich mit Blick auf diese Liste schon über das Fehlen einiger Viennale-more-or-less-Regulars wie Ferrara, Martin, Karmakar, Kore-eda, Jacobs oder Garrel. Ebenfalls wahnsinnig gerne gesehen hätte ich <em>Serbuan maut / The Raid</em> (Gareth Huw Evans) und <em>O Barão / The Baron</em> (Edgar Pêra), stellte aber nun beim Erstellen dieses Beitrages fest, dass sie offenbar erst kürzlich Ende September bereits beim Wiener <a
href="http://slashfilmfestival.com/">Slash-Filmfestival</a> liefen und damit wohl von vornherein nicht in Frage kamen. Die zuletzt noch verbliebene Hoffnung auf <em>The Raid</em> als Viennale-Überraschungsfilm (als solcher lief er beim Slash-Festival) dürfte damit auch dahin sein. Spaßeshalber wage ich unabhängig davon mal eine <em>wild guess</em> auf den Überraschungsfilm, den ich diesmal wohl besuchen werde, und tippe auf <em>Dark Horse</em> von Todd Solondz, vielleicht einfach nur, weil der Titel irgendwie genau dazu passen würde. Einer der oben genannte &#8220;Vermissten&#8221; wäre mir zwar lieber, aber reichlich unwahrscheinlich. Hauptsache, es ist kein ohnehin kurz darauf anlaufender Semi-Blockbuster oder gar etwas bereits Gesehenes.</p><p>Vielleicht noch kurz zu ein paar kleineren Negativpunkten, wozu vor allem der aus meiner Sicht sehr unglücklich zerrissene Timetable zählt, aber da kann man es natürlich sowieso nie allen recht machen. Dennoch halte ich zumindest die Platzierung des sechsstündigen Lav-Diaz-Mammutblocks ganz am Ende des Festivals aus verschiedenen Gründen für ziemlich unglücklich. Wirklich enttäuschend ist allerdings hinsichtlich der sich über den ganzen Monat erstreckenden Chantal-Akerman-Retrospektive (bei der fast alle Filme zur Viennale-Zeit zumindest als Wiederholung zu sehen sind), dass die ohnehin geradezu erschreckend einfallslose Carte Blanche für Chantal Akerman obendrein terminlich sehr unglücklich programmiert wurde: mit <em>Le bonheur</em> (Agnès Varda) und <em>La région centrale</em> (Michael Snow) laufen ausgerechnet zwei der wenigen zumindest im Kino selten zu sehenden Filme gar nicht zur Festivalzeit, sondern ohne Wiederholung bereits vorab, während unnötigerweise andererseits ein erst vor ein paar Jahren regulär im Kino gelaufener Film wie <em>Last Days</em> (Gus van Sant) zur Festivalzeit gezeigt wird sowie einige ohnehin regelmäßig in Programmkinos zu sehende Filme wie <em>Angst essen Seele auf</em> (Rainer Werner Fassbinder) oder <em>Mamma Roma</em> (Pier Paolo Pasolini) sogar wiederholt laufen. Das muss einem nun natürlich nicht die Laune verderben, aber es ist schlichtweg beim besten Willen schwer nachvollziehbar.<br
/> Interessant ansonsten, dass diesmal doch eine Reihe bemerkswerter Berlinale-Filme nicht dabei sind. Das Fehlen von Béla Tarrs <em>The Turin Horse</em> hat dabei sicher nicht nur bei mir für einiges Erstaunen gesorgt, aber auch Filme wie <em>Vampire, The Terrorists, Heaven&#8217;s Story, Viva Riva!, Eighty Letters, Sleepless Nights Stories</em> (um nur mal bei denen zu bleiben, die ich gesehen habe) hätte ich zumindest zum Teil erwartet. Mir soll’s insofern recht sein, als dass dadurch mehr Platz für noch unbekanntes bleibt und sich damit der Berlinale-Abstecher auch unter diesem Gesichtspunkt mehr als üblich gelohnt hat, während sich die Viennale-Auswahl diesmal offenbar stattdessen deutlich stärker auf den insgesamt sehr gut weggekommenen Locarno-Jahrgang konzentriert hat. Egal aus welcher Perspektive man es sieht: Alles kann man sowieso nicht haben, aber soweit es sich vorab sagen lässt, gibt es im reichhaltig und vielfältig anmutenden Angebot viele Gelegenheiten für neugierige Streifzüge durchs Programm und daher mehr als genug berechtigten Anlass zur Vorfreude!<br
/> <br/><br
/> <img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/10/Aita.jpg" alt="" title="Aitá" width="525" height="228" class="aligncenter size-full wp-image-11537" /></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/viennale-2011-empfehlungen-vorfreude-und-vermisstes/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>18</slash:comments> </item> <item><title>Gespräch mit RP Kahl (Teil 1)</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/gesprach-mit-rp-kahl-teil-1/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/gesprach-mit-rp-kahl-teil-1/#comments</comments> <pubDate>Sat, 24 Sep 2011 19:01:42 +0000</pubDate> <dc:creator>Sano und Andreas</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Ältere Texte]]></category> <category><![CDATA[Andreas]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Filmschaffende]]></category> <category><![CDATA[Interviews]]></category> <category><![CDATA[Sano]]></category> <category><![CDATA[Angel Express]]></category> <category><![CDATA[Interview]]></category> <category><![CDATA[RP Kahl]]></category> <category><![CDATA[Silvester Countdown]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=11307</guid> <description><![CDATA[<img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/silvester-countdown2.jpg" alt="" title="silvester countdown2" width="525" height="352" class="aligncenter size-full wp-image-11314" /> "und hatte fast schon vergessen, dass ich als Kind und Jugendlicher immer ins Club-Kino in Bärenstein gerannt bin"...]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des RP-Kahl-Specials (siehe auch die Besprechungen zu <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/film-und-dvd-angel-express-directors-cut-19982011/">ANGEL EXPRESS</a> und <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/">BEDWAYS</a>) starten wir nun mit dem ersten Teil eines Gesprächs mit RP Kahl, das im Juni 2010 im Anschluss an eine Vorführung im Nürnberger <a
href="http://kommkino.com/">KommKino</a> (die erste Station der BEDWAYS-Kinotour) geführt wurde. Wir wollten uns dabei bewusst gar nicht so sehr auf seinen neuesten Film fokussieren, vielmehr interessierte uns seine Filmlaufbahn als Gesamtes und damit auch ein möglicher Abriss des unabhängigen deutschen Filmschaffens der letzten 15 Jahre. Was zunächst als Interview gedacht war, entwickelte sich aber im Verlauf zu einem angeregten zweistündigen Gespräch, in dem wir größtenteils in chronologischer Abfolge über RP Kahls Werdegang sprachen, und das wir nun auszugsweise auf Eskalierende Träume veröffentlichen möchten. Aufgrund des Umfangs haben wir uns entschlossen es in mehrere Teile, als in sich schlüssige Einheiten, zu gliedern. Der vorliegende erste Teil dreht sich, von seiner frühen Kinoleidenschaft und seinem Zwischenstopp im Theater ausgehend, vor allem um die ersten filmischen Gehversuche und den daran anschließenden Startschuss als Produzent (SILVESTER COUNTDOWN) und Regisseur bis zum Kinostart von ANGEL EXPRESS. Die weiteren Teile des Gesprächs folgen demnächst.<br
/> <br/><br
/> <img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/silvester-countdown.jpg" alt="" title="silvester countdown" width="525" height="354" class="aligncenter size-full wp-image-11311" /><br
/> <br/><span
id="more-11307"></span><br
/> <strong>Eskalierende Träume: Gleich mal zum Einstieg gefragt: wie bist du zum Film gekommen? Wann hast du begonnen, dich für Film zu interessieren, zunächst vermutlich als Zuschauer?</strong></p><p>RP Kahl: Bei mir war es eigentlich wirklich so, dass ich relativ spät auf einer professionellen Ebene zum Film gefunden habe. Ich habe als Schauspieler angefangen, aber eigentlich als Schauspieler, der zum Theater wollte, und auch Theater gemacht hat. Anfangs wollte ich also wirklich nur Theater machen, bin auch mit diesem Ziel auf die Schauspielschule gegangen. Ganz komisch eigentlich – und hatte fast schon vergessen, dass ich als Kind und Jugendlicher immer ins Club-Kino in Bärenstein gerannt bin, und den Sportunterricht ausfallen lassen habe, um SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD sehen zu können&#8230; (alle lachen)<br
/> Und irgendwie hatte ich so ein Heftchen, wo ich Western gesammelt habe, also so Ausschnitte aus der Fernsehzeitung, mit zwei Mitschülern aus meiner Klasse, wir waren echte Westernfans, die alles von Terence Hill bis eben SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD gesehen hatten. Auf diese Weise bin ich ein bisschen vom Film sozialisiert worden, und es gab im DDR-Fernsehen im zweiten Programm immer am Mittwoch um 19 Uhr eine Reihe, in der bestimmte Schauspieler vorgestellt wurden. Da gab es die Jean-Gabin-Filmreihe, eine Alain-Delon-Filmreihe, die Romy-Schneider-Filmreihe. Damit bin ich echt sozialisiert worden, denn 19 Uhr war noch eine Zeit, zu der man aufbleiben durfte, bis 20 Uhr, und dann konnte man noch so lange rumnörgeln, bis halb 9, bis der Film durch war – und dann hab ich natürlich DER CLAN DER SIZILIANER und solche Sachen gesehen.<br
/> Später ist das dann quasi wieder wachgerüttelt worden, nachdem ich Schauspieler war und Theater gespielt habe, und auch meine ersten Filmrollen spielte. Da habe ich bemerkt, dass mich das doch ziemlich stark interessiert. In der Schauspielschulzeit war ich auch wahnsinnig viel im Kino, und so ist es dann gekommen, dass ich feststellte, dass mich nicht nur Schauspiel und vor allem nicht nur Theaterschauspiel interessiert. Ich bin also wieder eher vom Theater weggegangen und habe mehr vor Kameras gedreht. Diese Zusammenstellung von Leuten, die da zusammen kommen mit einer Idee, sich für eine gewisse Zeit treffen, eine Vision haben, und das gemeinsam machen, jeder auf seine Weise – der Beleuchter dort, der Schauspieler da, der Regisseur da – das hat mir sehr gefallen. Auch vom Lebensgefühl oder vom Rhythmus. Man trifft sich für sechs Wochen und ist eine eingeschworene Gemeinschaft. Man muss ganz schnell zueinander finden, weil man nur diese sechs Wochen hat. Am Theater ist man dagegen zwei Jahre engagiert&#8230;</p><p><strong>Ist es dir dann im Theater zu sehr Routine?</strong></p><p>Genau. Da redet man sechs Wochen über einen Satz, aber im Kino, da ist in sechs Wochen der Film vorbei. So. Und das hat mir sehr gefallen, und die Leute, die ich dort kennen gelernt habe, haben mir sehr gefallen, haben mich sehr inspiriert, haben mich begeistert; die Art, wie sie das gemacht haben. Mit 24 habe ich deshalb beschlossen, &#8220;okay, ich dreh jetzt selber mal nen Film&#8221;, und musste erst schauen, wie man das macht&#8230; (lacht) Ich habe dann mit meiner American-Express-Karte meinen ersten Kurzfilm als Produzent finanziert, und war gleichzeitig auch Regisseur, Drehbuchautor, und habe auch selber noch gespielt. Und als das dann passiert war, nun&#8230;</p><p><strong>Du warst dann quasi infiziert&#8230;?</strong></p><p>Infiziert (lacht), genau, sozusagen. Da kommt man nicht mehr los, wenn man es einmal gemacht hat.</p><p><strong>Wann war das?</strong></p><p>1995, mein erster Kurzfilm: AUSGESPIELT.</p><p><strong>Wie habt ihr den gedreht, auf Super 8, auf Video&#8230;?</strong></p><p>16mm, meine Lieben, im Vergleich sehr teuer, die Kreditkarte war also sehr stark belastet zum Schluss (alle lachen). Vier Drehtage. Acht Minuten, glaube ich. Also auf 16mm gedreht, dann mit Internegativ auf 35mm, und so war er dann auch als Vorfilm in Berlin im Kino, wo er vor Ralf Huettners DER KALTE FINGER lief. Und so kam ich auch mit Ralf in Kontakt. Danach eben auf Festivals, wie man das so macht, Kurzfilmfestivals von Bamberg bis weiß der Teufel. Und dann war ich infiziert. Als nächstes kam SILVESTER COUNTDOWN, den ich produziert hatte, zusammen mit Oskar Roehler. Das war dann gleich der erste lange Film, 1997. Der war dann Super 16, im Format 1.66:1.</p><p><strong>Dieses Bildformat war aber damals doch schon am Aussterben? Heute gibt es ja fast kein 1.66:1 mehr, also auch jenseits der digitalen Sachen.</strong></p><p>Das kam wohl einfach mit dem Dreh auf Super 16. Soweit ich mich erinnere, hatten wir einen Negativschaden, weil im Kopierwerk immer dort, wo eigentlich beim normalen 16mm dann der Ton wäre, der Abtaster nochmal eingeritzt hat, und da war dann in einigen Szenen ein Fehler drin.<br
/> Das war also 1997, und das war schon ziemlich aufregend. Ich hatte den ersten Kurzfilm gedreht, hatte mit ANGEL EXPRESS meinen ersten Langfilm geschrieben, und Oskar Roehler kennengelernt. Oskar hatte einen 60-minütigen Film zu der Zeit gedreht: GENTLEMAN. Wirklich ein raffes, wildes Teil, das wirklich irre ist in beide Richtungen. Großartig. Die Filmgalerie 451 hat ihn inzwischen <a
href="http://www.filmgalerie451.de/film/gentleman/">in einer DVD-Reihe</a> rausgebracht, ziemlich schön, 60 Minuten Film. Und ich weiß noch, dass bei der Premiere etwa zwei Drittel der Leute rausgerannt sind. Ich hab ihn allein gesehen, im Brotfabrikkino in Berlin, und fand ihn super, interessant und spannend. Es war ja letztlich &#8220;American Psycho&#8221;, eine Bret Easton Ellis Verfilmung. Das fand ich schon ziemlich wild &#8211; und zu dem Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht, wer Bret Easton Ellis ist.<br
/> So habe ich Oskar kennengelernt, und dann haben wir uns irgendwann zusammengetan, und haben SILVESTER COUNTDOWN produziert &#8211; und wurden natürlich von allen als Irre erklärt, nicht ernst genommen und fast schon ausgelacht. Aber trotzdem sind wir beim Münchner Filmfest 1997 gelaufen und haben dort den Hypo-Preis gewonnen, und auf einmal wurden wir überall hin eingeladen, konnten uns aussuchen, ob wir nach Locarno wollen oder San Sebastian. Wir sind nach San Sebastian gegangen, in Toronto gelaufen, in Karlovy Vary, auf der Berlinale, in Rotterdam, haben also sozusagen <em>die</em> internationale Festivalrunde die man so machen kann mitgenommen, und Kinowelt hat ihn gekauft. Wir sind zwar im Kino gefloppt, aber haben große Aufmerksamkeit gekriegt, gutes Feedback, international wurde er gut verkauft, und die DVD ist dann irgendwann auch ganz gut gelaufen. Dadurch hatten wir eben trotz der schlechten Kinozahlen Auftrieb bekommen und haben das Geld wiedergekriegt, das wir investiert hatten.<br
/> Oskar hat sofort mit Kinowelt den nächsten Film gemacht, GIERIG, der dann glaube ich nicht so richtig gezündet hat und etwas untergegangen ist. Und ich konnte dann eben sofort meinen ersten Spielfilm als Regisseur machen, ANGEL EXPRESS, weil ich in München beim Filmfest Luggi Waldleitner kennen gelernt hatte, den alten, großen Produzenten, der auf der einen Seite Petersen, Geißendörfer, Fassbinder produziert hat, aber auch italienische Soft-Erotikfilme, also eine große Bandbreite von Filmen.</p><p><strong>Und wohl auch einiges mit Italien koproduzierte?</strong></p><p>Ja, ein ganz cooler Typ, ein lässiger, älterer Herr, der mit mir zusammen produziert hat, der mir diesen Film ermöglichte und das ganze Geld vorgestreckt hat. Ich hatte einen Three-Picture-Deal mit ihm, alles schien bestens, aber leider ist er dann nach den Dreharbeiten des ersten Films gestorben&#8230; Und so fing dann die Malaise an, wenn man so will. Aber das war so die wilde Zeit, Ende der 90er, 1996 mit SILVESTER COUNTDOWN &#8211; mit Oskar den Film produzieren und zusammen schneiden, und dann meinen Film vorbereiten, das alles &#8211; bis 1999.</p><p><strong>Habt ihr selbst Schnitt und Drehbuch gemacht bei den Filmen?</strong></p><p>Bei SILVESTER COUNTDOWN hat Oskar das Drehbuch geschrieben, und ich hab immer ein bisschen meinen Senf dazu gegeben. Ich hab ihn ausführend produziert, mit Oskar zusammen, aber die Organisation hab ich gemacht. Wir haben ihn zusammen geschnitten, obwohl wir eine Cutterin hatten, die das dann immer noch ein bisschen poliert hat, und uns vermutlich gehasst hat, weil wir immer selber geschnitten haben. (lacht)</p><p><strong>Das war ja letztlich alles noch Negativschnitt?</strong></p><p>Es gab schon die Möglichkeit, die Schnitte quasi mit einem Computerprogramm zu planen und zu skizzieren. Ich weiß nicht mehr wie das hieß, es war ein Vorgänger von Final Cut und Avid, aber wirklich unterste Kajüte. Und anhand der dort gemachten Vorgaben wurde dann der Negativschnitt gemacht. Es gab also einen 16mm-Negativschnitt, von dem sie für die Premiere in München noch ein Direkt-Blow-Up gemacht haben, bei Film und Video Print. Und später hat dann Kinowelt noch ein Internegativ und ein Positiv angefertigt. Davon wurden dann die 35mm-Kinokopien gezogen. ANGEL EXPRESS war dagegen von Anfang an auf 35mm gedreht, wurde aber auch noch von Hand geschnitten, also auch richtiger Negativschnitt. Es gibt bei ANGEL EXPRESS eine ziemlich rasante Anfangssequenz mit schnellen Schnitten, vielen Einstellungen. Ich glaube, die ersten drei Minuten haben fast genauso viele Schnitte wie der restliche Film. Hier 400 Schnitte und da 400 Schnitte &#8211; also die Negativcutterin ist auch irgendwann fast verrückt geworden (lacht), weil sie alle zwei, drei Bilder Schnitte machen musste. Das war damals noch so richtig nach der alten Schule.</p><p><strong>Habt ihr die ganzen Leute dann praktisch über Luggi Waldleitner bekommen, also die Cutterin und die Techniker?</strong></p><p>Nein, Luggi hat uns eigentlich nur das Geld gegeben – was heißt nur! –, und die Leute waren eigentlich alle von mir. Viele kannte ich von SILVESTER COUNTDOWN und von meinem Kurzfilm, und eben viele, die ich als Schauspieler kennen gelernt hatte.</p><p><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/silvester-countdown2.jpg" alt="" title="silvester countdown2" width="525" height="352" class="aligncenter size-full wp-image-11314" /></p><p><strong>Noch vom Theater?</strong></p><p>Viele vom Film, genauer gesagt vor allem vom Fernsehen. Mit der Hauptbesetzung hatte ich vorher als Schauspieler gearbeitet, und so war es auch geplant: ANGEL EXPRESS wollten wir fast wie so ein Actors Seminar machen, weil wir damals als Jungschauspieler zu der Zeit gemerkt hatten, dass wir zwar wahnsinnig viel spielen konnten, aber nur Fernsehen. Und dass wir eigentlich nichts können, oder zumindest keine Zeit hatten, was auszuprobieren. Theater wollten wir aber eben auch nicht machen.</p><p><strong>Und ihr bekamt auch nicht so viele Rollen, oder? Mit der Filmindustrie war doch damals wie heute nicht viel los?</strong></p><p>Doch, zu der Zeit bekamen wir wahnsinnig viele Rollen &#8211; aber nur im Fernsehen. Von 1995 bis 2000 gab es vor allem viele Eigenproduktionen vom Privatfernsehen. Da hat RTL 2 Filme gemacht, Pro 7 eigene Filme, Sat 1, fast alle haben Filme gemacht und Serien gedreht. Wer drei Sätze einigermaßen geradeaus sprechen konnte, einigermaßen ok aussah und irgendwie ein bisschen Talent hatte, der kam zu der Zeit eigentlich immer irgendwo unter, wenn er wollte. Da konnte man es sich aussuchen wo man spielte, und hat immer so mit dem Lineal seine Zeilen markiert, (macht Unterstreichungs-Bewegungen) „so, WOLFFS REVIER, dreimal so“ (lachen), und auch mal dies und das einfach sein lassen. Heute unvorstellbar. Es wurde ungefähr doppelt so viel gedreht wie heute, grob geschätzt. Und es gab auch ordentliche Gagen. Aber eben alles Fernsehen. Kino war zu dem Zeitpunkt unter aller Sau, würde ich sagen.</p><p><strong>Damals gab es ja auch noch nicht im jetzigen Ausmaß diese Koproduktionen, bei denen das Fernsehen auch fürs Kino mitproduziert, und die Filme dann zwar erst ins Kino kommen, aber eigentlich eher vom Fernsehen gefördert und auch für die dortige Auswertung vorgesehen sind.</strong></p><p>Das fing gerade an. STADTGESPRÄCH von Rainer Kaufmann war mit der erste Film in der Richtung. Er war als Fernsehfilm konzipiert, lief dann mit großem Erfolg auf dem Münchner Filmfest, und kam danach dann doch ins Kino. Das war der erste, der es auf diese Weise vom Fernsehen ins Kino schaffte, als damals dieser Komödienboom losging. Da waren dann natürlich SILVESTER COUNTDOWN und ANGEL EXPRESS absolute Gegenbeispiele &#8211; und dann kam eben auch LOLA RENNT. Und der kam leider früher ins Kino als ANGEL EXPRESS, was ein großes Problem war. Der war auch für sich genommen super, für das was er sein will, und was er ist, aber der hat mir nicht geholfen. Das war dahingehend kein Türöffner, eher ein Türschließer. Da galt man sozusagen als die intellektuellere, kühlere Variante.</p><p><strong>Als ob man jetzt auf die Welle aufspringt.</strong></p><p>Genau, obwohl ich vorher gedreht hatte, aber ich kam halt später raus.</p><p><strong>Woran lag das, dauerte die Postproduktion länger?</strong></p><p>Das hat sich leider alles hingezogen, vor allem vom Verleih. Beim Münchner Filmfest 1998 lief LOLA RENNT in einer Geheimvorstellung, und wir liefen im Wettbewerb. Aber LOLA RENNT kam dann eben sofort im August noch ins Kino, und bei uns verzögerte es sich bis April 1999. Forget it! Da war dann schon wieder was Anderes angesagt. Es war letztlich auch so irgendwie ganz gut, weil wir beide bei der Bavaria waren, und wir wurden dann immer in ein Paket zusammen geworfen. So hatten wir einerseits den Vorteil, dass wir zumindest im Schlepptau von LOLA RENNT mitschwimmen konnten, andererseits aber eben nicht wirklich als eigenständiger Film wahrgenommen wurden. Insgesamt war es dann ein Nachteil, sowohl finanziell, vom Ansehen, als auch von den Festivalmöglichkeiten. Und es war nach dem Erfolg von SILVESTER COUNTDOWN, der einfach bei Presse, Festivals und Auslandsverkäufen voll eingeschlagen ist, letztlich schon etwas enttäuschend. Beim Kinostart hatten wir mit ANGEL EXPRESS zwar viel Aufmerksamkeit, aber letztlich noch schlechtere Zahlen als SILVESTER COUNTDOWN. Über den Verkauf ans Fernsehen konnte das aber wieder etwas ausgeglichen werden.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/gesprach-mit-rp-kahl-teil-1/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Fantasy Filmfest 2011: Wertungen und Fazit</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/fantasy-filmfest-2011-wertungen-und-fazit/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/fantasy-filmfest-2011-wertungen-und-fazit/#comments</comments> <pubDate>Sun, 18 Sep 2011 21:38:40 +0000</pubDate> <dc:creator>Die Redaktion</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Andreas]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Christoph]]></category> <category><![CDATA[Festivals]]></category> <category><![CDATA[Listen]]></category> <category><![CDATA[Marian]]></category> <category><![CDATA[Sano]]></category> <category><![CDATA[American Translation]]></category> <category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category> <category><![CDATA[Fantasy Filmfest 2011]]></category> <category><![CDATA[Fantasy Filmfest Nights 2011]]></category> <category><![CDATA[Wertungen]]></category> <category><![CDATA[Wertungstabelle]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=10341</guid> <description><![CDATA[COLD FISH war tatsächlich der einzige Film des diesjährigen Fantasy Filmfestes, den alle vier Teilnehmer der ET-Wertungstabelle gesehen haben &#8211; und nachdem ihn auch noch alle vier toll fanden, schmückt er nun folgerichtig diesen endlich abgeschlossenen Beitrag, der nach Ende des Festivals und einer obligatorischen Verzögerungspause nun mit einer letztmalig aktualisierten und alphabetisch umsortierten Wertungstabelle [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/Cold-Fish.jpg" alt="" title="Cold Fish - der ET-FFF-Konsensfilm 2011" width="525" height="344" class="aligncenter size-full wp-image-11123" /></p><p>COLD FISH war tatsächlich der einzige Film des diesjährigen Fantasy Filmfestes, den alle vier Teilnehmer der ET-Wertungstabelle gesehen haben &#8211; und nachdem ihn auch noch alle vier toll fanden, schmückt er nun folgerichtig diesen endlich abgeschlossenen Beitrag, der nach Ende des Festivals und einer obligatorischen Verzögerungspause nun mit einer letztmalig aktualisierten und alphabetisch umsortierten Wertungstabelle sowie einem ausführlichen Fazit von zwei der Wertungsteilnehmer abgerundet wird.<br
/> <span
id="more-10341"></span></p><p>Wie schon <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/fantasy-filmfest-2010-wertungen/">letztes Jahr</a> gab es also auch dieses Jahr wieder eine kleine Wertungstabelle zum <a
href="http://fantasyfilmfest.com/">Fantasy Filmfest</a>, die während das Festival (u.a.) in Nürnberg und München gastierte, von 25.8. bis 7.9., laufend aktualisiert und hinterher abgeschlossen wurde. Diesmal mit vier Teilnehmern: Andreas, Christoph, Marian und Sano. Als kleines Warm-Up gibt es außerdem zunächst noch nachgereichte Wertungen zu den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights, und in der Tabelle selbst wird diesmal nicht zwischen &#8220;schon auf anderen Festivals gesehen&#8221;, &#8220;zuhause gesehen&#8221; und &#8220;tatsächlich beim Fantasy Filmfest gesehen&#8221; unterschieden, im Fazit wiederum werden aber zumindest erstere sicherlich ausgeklammert&#8230; Und es versteht sich natürlich von selbst und ist recht offensichtlich, dass das Wertungssystem von den Teilnehmern teils sehr unterschiedlich ausgelegt wird, die reinen Zahlen also nicht eins zu eins vergleichbar sind.</p><p>Legende:<br
/> - = wegen äußerer Umstände (technische Probleme etc.) nicht oder nicht adäquat gesehen<br
/> x = wegen eigener Verfassung (Müdigkeit etc.) nicht wirklich zu beurteilen<br
/> # = abgebrochen bzw. vorzeitig den Saal verlassen.<br
/> <br/><br
/> <strong>Fantasy Filmfest Nights 2011:</strong></p><table
border="3" cellpadding="30" frame="void" width="100%"><tbody><tr><td>&nbsp;Filmtitel</td><td><strong>&nbsp;Andreas&nbsp;</strong></td><td><strong>&nbsp;Christoph&nbsp;</strong></td><td><strong>&nbsp;Marian&nbsp;</strong></td><td><strong>&nbsp;Sano&nbsp;</strong></td></tr><tr><td>&nbsp;13 ASSASSINS<br
/> &nbsp;(Takashi Miike)</td><td>&nbsp;6</td><td>&nbsp;9</td><td>&nbsp;6.5</td><td>&nbsp;6</td></tr><tr><td>&nbsp;BURKE &#038; HARE<br
/> &nbsp;(John Landis)</td><td></td><td></td><td>&nbsp;6</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;ESSENTIAL KILLING<br
/> &nbsp;(Jerzy Skolimowski)</td><td>&nbsp;7</td><td>&nbsp;8</td><td>&nbsp;8</td><td>&nbsp;</td></tr><tr><td>&nbsp;THE HOLE 3D<br
/> &nbsp;(Joe Dante)</td><td>&nbsp;8</td><td>&nbsp;</td><td>&nbsp;8.5</td><td>&nbsp;</td></tr><tr><td>&nbsp;I SAW THE DEVIL<br
/> &nbsp;(Kim Ji-woon)</td><td>&nbsp;2</td><td></td><td>&nbsp;2</td><td>&nbsp;</td></tr><tr><td>&nbsp;I SPIT ON YOUR GRAVE<br
/> &nbsp;(Steven R. Monroe)</td><td>&nbsp;3</td><td>&nbsp;</td><td>&nbsp;2</td><td>&nbsp;</td></tr><tr><td>&nbsp;KIDNAPPED<br
/> &nbsp;(Miguel Ángel Vivas)</td><td>&nbsp;5</td><td>&nbsp;</td><td>&nbsp;4.5</td><td>&nbsp;</td></tr><tr><td>&nbsp;THE TROLL HUNTER<br
/> &nbsp;(André Øvredal)</td><td>&nbsp;5</td><td>&nbsp;</td><td>&nbsp;6</td><td>&nbsp;</td></tr></tbody></table><p><br/><br
/> <strong>Fantasy Filmfest 2011:</strong></p><table
border="3" cellpadding="30" frame="void" width="100%"><tbody><tr><td>&nbsp;Filmtitel</td><td><strong>&nbsp;Andreas&nbsp;</strong></td><td><strong>&nbsp;Christoph&nbsp;</strong></td><td><strong>&nbsp;Marian&nbsp;</strong></td><td><strong>&nbsp;Sano&nbsp;</strong></td></tr><tr><td>&nbsp;3D SEX AND ZEN: EXTREME ECSTASY<br
/> &nbsp;(Christopher Sun Lap Key)</td><td>&nbsp;5</td><td></td><td>&nbsp;5</td><td>&nbsp;&#8211;</td></tr><td>&nbsp;22ND OF MAY<br
/> &nbsp;(Koen Mortier)</td><td></td><td></td><td></td><td>&nbsp;x, #</td></tr><tr><td>&nbsp;A HORRIBLE WAY TO DIE<br
/> &nbsp;(Adam Wingard)</td><td>&nbsp;6</td><td>&nbsp;7.5</td><td>&nbsp;5.5</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;AMERICAN TRANSLATION<br
/> &nbsp;(Pascal Arnold, Jean-Marc Barr)</td><td>&nbsp;8</td><td>&nbsp;10</td><td></td><td>&nbsp;8</td></tr><tr><td>&nbsp;ATTACK THE BLOCK<br
/> &nbsp;(Joe Cornish)</td><td>&nbsp;6</td><td></td><td>&nbsp;7</td><td>&nbsp;4</td></tr><tr><td>&nbsp;COLD FISH<br
/> &nbsp;(Sion Sono)</td><td>&nbsp;8</td><td>&nbsp;8.5</td><td>&nbsp;8</td><td>&nbsp;8</td></tr><tr><td>&nbsp;THE DEAD<br
/> &nbsp;(Howard J. Ford, Jonathan Ford)</td><td>&nbsp;5</td><td>&nbsp;6.5</td><td></td><td>&nbsp;6</td></tr><tr><td>&nbsp;THE DIVIDE<br
/> &nbsp;(Xavier Gens)</td><td>&nbsp;1</td><td></td><td></td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;DON&#8217;T BE AFRAID OF THE DARK<br
/> &nbsp;(Troy Nixey)</td><td>&nbsp;5</td><td></td><td></td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;F<br
/> &nbsp;(Johannes Roberts)</td><td>&nbsp;7</td><td></td><td>&nbsp;6</td><td>&nbsp;4</td></tr><tr><td>&nbsp;HAIR OF THE BEAST<br
/> &nbsp;(Philippe Gagnon)</td><td></td><td></td><td></td><td>&nbsp;4</td></tr><tr><td>&nbsp;HELL<br
/> &nbsp;(Tim Fehlbaum)</td><td></td><td>&nbsp;1</td><td></td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;HESHER<br
/> &nbsp;(Spencer Susser)</td><td>&nbsp;2</td><td></td><td></td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;IN YOUR HANDS<br
/> &nbsp;(Lola Doillon)</td><td></td><td></td><td></td><td>&nbsp;4</td></tr><tr><td>&nbsp;THE INNKEEPERS<br
/> &nbsp;(Ti West)</td><td>&nbsp;8</td><td>&nbsp;10</td><td></td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;KILL LIST<br
/> &nbsp;(Ben Wheatley)</td><td>&nbsp;7.5</td><td>&nbsp;9</td><td>&nbsp;7.5</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;LARGO WINCH II: THE BURMA CONSPIRACY<br
/> &nbsp;(Jérôme Salle)</td><td></td><td></td><td>&nbsp;4</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;PERFECT SENSE<br
/> &nbsp;(David Mackenzie)</td><td></td><td></td><td></td><td>&nbsp;6</td></tr><tr><td>&nbsp;POINT BLANK<br
/> &nbsp;(Fred Cavayé)</td><td>&nbsp;3</td><td></td><td>&nbsp;4</td><td>&nbsp;7</td></tr><tr><td>&nbsp;RED STATE<br
/> &nbsp;(Kevin Smith)</td><td>&nbsp;4</td><td></td><td>&nbsp;3</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;REPEATERS<br
/> &nbsp;(Carl Bessai)</td><td>&nbsp;2</td><td></td><td></td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;SHAOLIN<br
/> &nbsp;(Benny Chan)</td><td></td><td></td><td></td><td>&nbsp;5</td></tr><tr><td>&nbsp;STAKE LAND<br
/> &nbsp;(Jim Mickle)</td><td>&nbsp;5</td><td></td><td>&nbsp;#</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;SUPER<br
/> &nbsp;(James Gunn)</td><td>&nbsp;6</td><td></td><td>&nbsp;7</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;THE VALDEMAR LEGACY<br
/> &nbsp;(José Luis Alemán )</td><td>&nbsp;1</td><td></td><td>&nbsp;1</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;WASTED ON THE YOUNG<br
/> &nbsp;(Ben C. Lucas)</td><td>&nbsp;4</td><td></td><td></td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;THE WOMAN<br
/> &nbsp;(Lucky McKee)</td><td>&nbsp;8</td><td>&nbsp;9</td><td>&nbsp;8</td><td></td></tr><tr><td>&nbsp;THE YELLOW SEA<br
/> &nbsp;(Hong-jin Na)</td><td>&nbsp;7</td><td></td><td></td><td>&nbsp;8</td></tr></tbody></table><p><br/><br
/> <strong>Abschließendes Fazit zum Festival:</strong><br
/> <br/><br
/> ***<br
/> </br><br
/> <strong>Andreas</strong></p><p>Das Fantasy Filmfest 2011 ist vorbei, und wenn man über eine Woche später noch einmal zurück blickt, gab es wie meistens erfreuliche und weniger erfreuliche Seiten. Fangen wir mit den eher enttäuschenden Aspekten an, und gerade mit Blick auf die Programmauswahl insgesamt ist oft natürlich der Frust des Einen die Freude des Anderen und umgekehrt.<br
/> Rein nominell fällt erst einmal auf, dass sich – und diese Quote war in den letzten Jahren ohnehin meist nicht sehr hoch, scheint mir aber noch einmal ein wenig gesunken zu sein – nur neun Produktionen ohne deutschen Verleih im rund 65 Langfilme umfassenden Programm des FFF 2011 befinden (AMERICAN TRANSLATION, CHILLERAMA, GRAVE ENCOUNTERS, IN YOUR HANDS, ON THE ICE, RABIES, REPEATERS, THE REVENANT, SUICIDE ROOM). Das ist an sich nicht weiter schlimm, weil die meisten anderen FFF-Filme trotz Verleih dann hierzulande nicht im Kino, sondern direkt im DVD-Regal landen, das Festival also häufig &#8211; und natürlich vor den regulären deutschen Veröffentlichungsterminen &#8211; die einzige Möglichkeit bietet, sie auf der großen Leinwand zu sehen, wo zwar beileibe nicht alle, aber doch einige auch hingehören. Die weitgehende Orientierung am deutschen Verleiherangebot schmeckt aber doch immer auch ein wenig nach verpassten Chancen, wenn man Festivals eben auch als Orte des Entdeckens jenseits des ohnehin kommerziell Vermarktbaren begreift – was das FFF ursprünglich auch ausdrücklich war (seinerzeit natürlich im Angesicht der ungleich schwereren Zugänglichkeit von internationalen Video-Veröffentlichungen, unzensierten Fassungen und Originalsprache), während es durch diese Tendenz zumindest in Teilen zum verlängerten Arm der Verleiher und zur Preview-Abspielstation von deren Heimvideokatalog zu werden droht. Und gleichzeitig bei den Filmen ohne Verleih in einigen Fällen etwas rätselhaft ist, warum man sich unter den unzähligen Alternativen ausgerechnet für diese entschied – eine so schöne wie unerwartete und durchaus gewagte Überraschung in der Auswahl wie AMERICAN TRANSLATION ausdrücklich ausgenommen.<br
/> Grundsätzlich darf aber schon die Frage gestattet sein: Warum nicht mehr ungewöhnliche Filme abseits der ausgetretenen Pfade und Länder, etwa aus der Türkei, Indonesien oder dem Kongo? Es gibt sie, so ist es nicht. Und ich meine gar nicht mal völlige Obskuritäten, sondern durchaus Filme, die auch auf internationalen Festivals und als Import-DVD auftauchen. Und im Gegensatz zu manch größerem Titel z.B. aus dem Cannes-Programm, um den sich das FFF nach <a
href="http://forum.cinefacts.de/215650-25-fff-2011-a-15.html#post7296075">eigener Aussage</a> vergeblich bemühte, käme man dort sicherlich auch zum Zuge. Ganz konkret könnte man auch die Frage stellen, warum man aus dem Berlinale-Programm mäßig passende Filme wie THE MORTICIAN 3D, SUICIDE ROOM oder ON THE ICE zeigt, anstatt von dort optimalen und erfrischend umgesetzten Genre-Stoff wie VAMPIRE oder VIVA RIVA (da gäbe es sogar schon eine deutsch untertitelte Kopie!) oder auch die mir zwar noch unbekannten, aber zumindest Geschmacklosigkeiten versprechenden THE DEVIL’S DOUBLE oder GANDU auszuwählen? Und natürlich HEAVEN&#8217;S STORY, dessen 5-stündige Laufzeit sowohl finanziell als auch logistisch eine Integration ins FFF-Programm zugegebenermaßen natürlich sehr schwer macht.<br
/> Überhaupt wirken die Vorstöße in den Arthouse-Bereich immer wieder eher unmotiviert und willkürlich, ein Konzept oder eine kuratorische Handschrift lässt sich dabei kaum erkennen, was gerade im Zusammenspiel mit den ungenutzten Chancen in der Kernkompetenz des Genrekinos bedauerlich ist. Natürlich ist das FFF als kommerzielles Festival nicht mit den gleichen Maßstäben wie ein stark subventioniertes Großstadtfestival zu messen, zudem kämpft es sicherlich auch mit der mangelnden Aufgeschlossenheit von größeren Teilen seines Stammpublikums gegenüber allzu herausfordernden und experimentierfreudigen Filmen, selbst innerhalb von Genre-Strukturen (das zeigt sich ja schon an der Ablehnung, die etwa bereits ein KILL LIST in diesen Kreisen erfahren hat und bezeichnenderweise in keiner einzigen Stadt unter die Top-3 beim „Fresh Blood“-Wettbewerb kam). Ein bisschen mehr Wagnisse und wirkliche Abseitigkeiten würde man sich gerade in den Slots, die stattdessen oft mit formelhaften Standardthrillern aufgefüllt werden, allerdings dennoch wünschen.<br
/> Ein wenig verwundern kann zugleich schon, dass ein durch sieben deutsche Städte tourendes Festival, das dementsprechend zumindest in den Primetime-Vorstellungen ein enormes Publikumspotenzial hat, dann offenbar doch immer wieder große Probleme hat, an die namhafteren unter den gewünschten Filmen zu kommen. Ob man hier die eigenen Pfunde nicht ausreichend in die Waagschale wirft, schlicht ein Imageproblem hat oder man sich tatsächlich einfach an befremdlichen Strategien von Vertrieben und Verleihen vergeblich die Zähne ausbeißt, bleibt letztlich Spekulation. Ziemlich beschämend ist es darüber hinaus aber schon, dass es das Festival noch nicht einmal im 25. Jubiläumsjahr für nötig hielt, wenigstens mit einer kleinen Retrospektive der eigenen Historie, der Festivaltradition und dem Genrekino der vergangenen Dekaden Tribut zu zollen. Es müssten ja gar nicht schweineteure restaurierte Import-Kopien sein, es gibt durchaus günstige Alternativen, die gleichzeitig sicherlich nicht weniger publikumsträchtig wären als so manch aktueller Lückenfüller (im Gegenteil erlebt man immer wieder, dass bestimmte Klassiker auf anderen Festivals regelrechte Publikumsmagneten sein können). Und es geht letztlich auch einfach um die Geste, die von einer solchen Retro ausgeht. Aber das ist eben auch eine Frage des Wollens und der Präferenzen, und was auch bei eingeschränktem Rahmen möglich ist, bewies etwa das derzeit auf Eis gelegte Asiafilmfest München in allen fünf Jahren seines Bestehens. Ohnehin nur neidvoll blicken kann man indes aufs Ausland, wo sich nahezu jedes größere Genrefestival umfangreiche und oft auch einfallsreiche Retro-Sektionen leistet.<br
/> Aber genug des Gemeckers – denn hat man sich einmal mit oben genannten Abstrichen abgefunden, bereitet das Festival alles in allem doch immer wieder einiges Vergnügen. Zwar waren in meiner Auswahl auch dieses Jahr einige üble Gurken und Enttäuschungen dabei, die insgesamt aber von einer ordentlichen Handvoll wirklich sehenswerter Filme wieder ausgeglichen wurden. Im Gesamten auf jeden Fall eine durchaus zufriedenstellende Ausbeute, vielleicht noch einen Tick stärker als 2010 und auf jeden Fall deutlich vor dem schwachen 2009er-Jahrgang (der mit THE SKY CRAWLERS dafür allerdings den m.E. besten FFF-Film der letzten Jahre zu bieten hatte, und mit dem herrlich humorlos-stumpfen MACABRE das genuinste, ausnahmsweise tatsächlich dem Begriff gerecht werdende <em>guilty pleasure</em>). Wirklich schwach war 2011 allerdings die asiatische Sektion besetzt, zwar mit einzelnen Höhepunkten, aber eben mit mangelnder Breite und Vielfalt – und auch rein zahlenmäßig dürften sechs Filme den einsamen FFF-Negativrekord der einst so blühenden Focus-Asia-Reihe darstellen. Auf der positiven Seite unbedingt hervor zu heben ist wiederum die Festival-Treue zu Regisseuren wie Ti West oder Lucky McKee, deren neue Werke zu meinen Favoriten gehörten.<br
/> Erfreulich auch, dass sich mittlerweile ein gewisser Standard bei den früher oft sehr problematischen Digitalprojektionen des FFF etabliert hat, auch wenn einige Pannen und unnötige, selbst verschuldete Schlampigkeiten (siehe Sanos Fazit) den Sorgenkind-Charakter des Technik-Umstiegs noch immer nicht ganz in den Griff bekamen. Überhaupt machte sich fast noch stärker als bereits bei der Berlinale und beim Filmfest München nun beim Fantasy Filmfest die Verlagerung von analoger auf digitale Projektion bemerkbar. Wurden bislang und auch noch jüngst bei den Nights die große Mehrheit der Film von 35mm projiziert (was eigentlich ohnehin verblüffend war und dem entsprechenden Engagement und der Präferenz der Festivalmacher zu verdanken ist &#8211; wie auch <a
href="http://berliner-filmfestivals.de/2011/08/fantasy-filmfest-interview-mit-leiter-rainer-stefan/2">dieses Interview</a> mit Festivalleiter Rainer Stefan bestätigt -, das muss bei der Gelegenheit auch gesagt werden), sank dieser Anteil schlagartig nun auf nur noch rund die Hälfte der Filme und wird wohl bald die absolute Ausnahme darstellen.<br
/> Dementsprechend schwierig gestaltet sich dann auch, um hier gleich auf meine <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/filmfest-munchen-2011-listen-und-awards-nachschlag/">jüngst</a> <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/spater-vogel-sammelt-wurmkadaver-berlinale-2011/">etablierte</a> Festival-Awards-Vergabe einzuschwenken, die Vergabe des Materialfetischisten-Awards. Letztes Jahr wurden tatsächlich noch fast alle von mir gesehenen Filme von 35mm gezeigt, und selbst bei einem nicht sonderlich gemochten Film wie THE KILLER INSIDE ME war das Kinoerlebnis auch unter diesem Gesichtspunkt ein echter Zugewinn, während ich bei Digitalprojektionen von bereits auf Heimvideo-Medien verfügbaren Filmen dann manchmal eben doch eher überlege, ob sich das auch nicht gerade günstige Eintrittsgeld lohnt, oder es auch eine Sichtung zuhause tut (bei COLD FISH z.B. habe ich mich aber, obwohl der Film bereits zuhause lag, für die digitale Kinosichtung entschieden und es nicht bereut, oft ist es dann halt doch eine Frage des Einzelfalls &#8211; und freilich besteht auch für mich das Kinoerlebnis nicht nur in einer Materialfrage&#8230;). Wäre letztes Jahr also der <strong>Materialfetischisten-Award</strong> eine klare Dreier-Vergabe an AMER, OUTRAGE und vor allem an den, wenn man mit seinen sentimentalen Anflügen und dem nicht sonderlich originellen Plot kein Problem hat (was von seiner Scope-Kinetik und dem ungemein würdevollen Blick auf die gealterten Heroen spielend wett gemacht wird), zumindest im Kino zum Heulen schönen GALLANTS gewesen (mit KILLER INSIDE ME als Runner-Up), kämen dieses Jahr eigentlich nur DON’T BE AFRAID OF THE DARK und ATTACK THE BLOCK wirklich als Kandidaten in Frage, womit sich Eröffnungs- und Abschlussfilm als durchaus lohnende Kinoerlebnisse bewährt hätten, wenn auch beide nicht ganz auf Augenhöhe mit den drei Vorjahres-Siegern.<br
/> Und wo letztes Jahr beim Pixelforscher-Award mit MONSTERS, RUBBER und THE LOVED ONES drei jeweils auf recht unterschiedliche Weise tolle digitale Filme sich die Auszeichnung geteilt hätten (seinerzeit sogar auch noch alle drei von 35mm projiziert, was jeweils prima funktionierte – ganz im Gegensatz zum grässlich aussehenden „Fake-Film“-Film LOVE CRIME –, wie mir überhaupt der umgekehrte und leider zukünftig dominierende Weg von 16mm/35mm-Dreh zu Digitalprojektion mittlerweile deutlich problematischer erscheint, mit THE DEAD und THE INNKEEPERS gab es dieses Jahr auch zwei Beispiele, bei denen man sich wirklich eine 35mm-Projektion gewünscht hätte, was letzteren dann vermutlich auch zum Materialfetischismus-Award-Kandidaten gemacht hätte, was so leider ausgeschlossen ist), gibt es 2011 mit F zumindest einen absolut bemerkenswerten <strong>Pixelforscher-Award</strong>-Preisträger (der zugleich auch insgesamt wohl die unverhoffteste positive Überraschung aller von mir gesehenen FFF-Filme war), wobei zudem auch COLD FISH und A HORRIBLE WAY TO DIE eine lobende Erwähnung gebührt. Eine Einschätzung, die freilich von vielen nicht geteilt wird, aber während eine glatte, sterile, hochauflösende HD-Oberfläche sicherlich bei entsprechendem Einsatz auch ihre Reize haben kann, ebenso wie der bewusst tiefenunscharfe Fotokamera-Look eines RUBBER mir sehr gefällt (was einige auch ganz anders sahen), finde ich gerade die Grenzbereiche eines niedriger auflösenden, verrauschten, pixelnden, mit Schärfeebenen und Fokus experimentierenden Digitaleinsatzes dann doch oft spannender als die manchmal eher klinische HD-Glätte.<br
/> Bliebe abschließend noch der <strong>Fantasy-Sleaze-Award</strong>, der letztes Jahr an REYKJAVIK WHALE WATCHING MASSACRE (oder zumindest an dessen saftige erste Hälfte) ging, während es dieses Jahr mit Sion Sonos blutroter und bitterböser Killer-, Kapitalismus-, Gesellschafts- und Familien-Satire COLD FISH einen wahrhaftig haushohen Sieger gibt, dessen brachiale schlüpfrig-schmierige Entgleisungen selbst das Hofbauer-Kommando  sprachlos, beinahe überrumpelt, erschlagen, aber zutiefst beglückt zurück ließen. Unbedingt zu erwähnen auch die denkwürdige Performance von Sean Bridgers in THE WOMAN – eine vergleichbar widerwärtige Figur konnte dann noch nicht einmal COLD FISH aufbieten. Schon jetzt kann jedenfalls als gesichert gelten, dass sich die prächtig gedeihende Jahresliste des Hofbauer-Kommandos mit beiden Leistungen noch eingehender befassen wird.<br
/> Die beißende Gesellschaftskritik eines COLD FISH steht dabei nicht alleine da, denn wie jüngst auch im (vierten Teil vom) <a
href="http://cinema-scope.com/wordpress/cs-online/cinema-scope-tiff-2011-roundtable/">TIFF-Roundtable</a> des Filmmagazins Cinema Scope hinsichtlich KILL LIST vermerkt wurde, scheint das Potenzial des Genre- und insbesondere Horrorkinos als politische Allegorie, wie es gerade in den 70ern einige Filmemachern in mitunter subversiver Weise zu nutzen und gestalten wussten, nun mit Filmen wie KILL LIST und THE WOMAN, aber auch F, THE DEAD oder THE YELLOW SEA langsam wieder verstärkt entdeckt zu werden. Und das erfreulicherweise zumeist nicht als aufdringliches Themen- und Thesenkino, das mit Aussagen und Botschaften um sich schmeißt, sondern (wenn auch jeweils sehr unterschiedlich) in einer komplexeren, subtileren, impliziteren, abstrakteren Weise, die sich auch vor roher Energie nicht scheut, ohne dabei in plattes Phrasendreschen abzugleiten.</p><p>Was gibt es sonst zu sagen? Im Fazit bin ich leider kaum näher auf einzelne Filme eingegangen, habe aber zumindest zu Beginn des Festivals versucht (was leider wie letztes Jahr nach wenigen Filmen wieder versandet ist, eventuell werde in den nächsten Tagen noch was nachtragen), wenigstens zu ein paar Filmen einige Zeilen als Kurzkommentar im <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/sehtagebucher/andreas/">STB</a> zu hinterlassen, weil sich in schnöden Wertungszahlen ambivalentere Haltungen bekanntlich kaum abbilden lassen.<br
/> Und nachdem kürzlich auch das Gerücht verbreitet wurde, dass es eventuell noch vor dem Jahreswechsel einen zusätzlichen FFF-Abend geben könnte (mit einer HALLOWEEN-2-Preview und einem einmaligen Asien-Special in einigen Städten gab es in der Vergangenheit bereits Versuche in dieser Richtung), kann man eigentlich nur hoffen, dass es tatsächlich dazu kommt, weil gerade die große Lücke zwischen dem Sommer-Festival im August, das etwas unglücklich mit dem britischen FrightFest kollidiert und kurz vor den Festivals in Toronto und Sitges angesiedelt ist, so dass dem FFF auch aus diesem Grund der Zugang zu manch ganz aktuellem Film verwehrt bleibt, und den erst im März stattfindenden FFF-Nights damit ein wenig überbrückt würde &#8211; und sich dafür einige größere Filme, mit denen es im Sommer noch nicht geklappt hat (von THE THEATRE BIZARRE über THE RAID bis zu LIVID oder LIFE WITHOUT PRINCIPLE), sehr naheliegend anbieten würden. Wäre jedenfalls eine begrüßenswerte Ergänzung zu den beiden etablierten jährlichen FFF-Veranstaltungen im Frühjahr und Sommer.</p><p>Außerdem wie gehabt die Tops &#038; Flops in Listenform, wobei ich AMERICAN TRANSLATION und THE VALDEMAR LEGACY ausgeklammert habe, da bereits auf anderen Festivals gesehen.</p><p>Top 5:</p><p>1. THE INNKEEPERS (Ti West)<br
/> 2. COLD FISH (Sion Sono)<br
/> 3. THE WOMAN (Lucky McKee)<br
/> 4. KILL LIST (Ben Wheatley)<br
/> 5. F (Johannes Roberts)</p><p><em>Runners-Up</em>: YELLOW SEA, ATTACK THE BLOCK, SUPER, A HORRIBLE WAY TO DIE.</p><p>Flop 3:</p><p>1. THE DIVIDE (Xavier Gens)<br
/> 2. HESHER (Spencer Susser)<br
/> 3. REPEATERS (Carl Bessai)</p><p></b></p><p>***</p><p></b></p><p><strong>Sano</strong></p><p>Dieses Jahr war für mich wohl eines der besten Fantasy Filmfeste. Ich habe zwar mit 11 Filmen mal wieder nur die Hälfte von dem was ich eigentlich sehen wollte geschafft, werde jedoch vieles sicher noch auf DVD und Blu-Ray nachholen können (dabei freue ich mich besonders auf THE INNKEEPERS und THE WOMAN). Der Nachteil, dass das FFF-Programm die letzten Jahre über einfallsloser und kommerzieller zu werden scheint, wird dann zu einem Vorteil, da man fast bei keinem der Filme mehr befürchten muss, dass sie in der langen medialen Auswertungskette nirgendwo einen Platz finden werden. Vieles hat dann sogar noch einen regulären deutschen Kinostart vor sich. Da das Fantasy Filmfest seine Rolle als Entdecker von internationaler Filmkost somit endgültig aufgegeben zu haben scheint, ist es auch einfacher geworden, sich über die Filme bereits im Vorfeld ausgiebiger zu informieren oder sie bereits gesehen zu haben (bei mir geschehen mit COLD FISH, den ich bereits auf der Nippon Connection auf der Leinwand bewundern durfte, und somit auf dem FFF einfach noch ein weiteres mal genießen konnte).<br
/> Daher höre ich auch endgültig mit meinen Lamenti zur abgesetzten Retro auf &#8211; obwohl es diesmal wieder einmal bezeichnend und ein wirkliches Armutszeugnis war, dass nicht einmal zum 25. Jubiläum irgendeine Klassiker-Veranstaltung durchgeführt worden ist &#8211; und wundere mich ebenfalls auch nicht mehr darüber, dass das Fantasy Filmfest wohl immer <a
href="http://forum.cinefacts.de/215650-25-fff-2011-a-15.html#post7296075">weniger Zugang</a> zu sperrigeren Werken der Filmkunst bekommt. Man ist dann vermutlich einfach nur glücklich, dass es eine solche Veranstaltung (noch) gibt.<br
/> Dieses Jahr war für mich wie <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/fantasy-filmfest-2010-wertungen/">das letzte</a> deshalb vor allem dadurch gekennzeichnet, dass ich keine miesen Filme über mich ergehen lassen musste. Dem einzigen potentiellen Kandidaten (das existentialistische Drama 22ND OF MAY von Koen Mortier, der davor den feinen EX-DRUMMER gedreht hat), habe ich mich zunächst nach ca. 20 Minuten bewusst durch ein kleines Nickerchen entzogen, um dann nach Erwachen nach weiteren 10 Minuten einfach den Saal zu verlassen. Was soll ich sagen: es hat sich gelohnt, die Folter blieb aus, und über den Film kann ich jetzt auch nicht wirklich was sagen (und somit auch nichts schlechtes). Ärgerlich waren aber diesmal zwei technische Reinfälle der besonderen Art. Nachdem mir (und Andreas) die hundsmiserable digitale Projektion von HOUSE OF THE DEVIL bei der vorletzten Ausgabe 2009 den Filmgenuss deutlich verbrämt hat, ist an den digitalen Vorführungen des Fantasy Filmfests inzwischen (zumindest in Nürnberg, wo ich die letzten Festivaljahre verbracht habe) nichts mehr auszusetzten. Fast nichts mehr&#8230; Denn man glaubt es kaum: einige der Filme wurden in Nürnberg in den Sälen, in denen sie laufen sollten, vorher nicht getestet. Das heißt, man übernahm einfach die Einstellungen aus den vorherigen Spielstätten der Städte, in denen sie bereits gezeigt worden waren, und hoffte darauf, dass bei der Vorführung im auserkorenen Saal in Nürnberg schon alles laufen würde. Fehlanzeige. Die Generalprobe einfach auszulassen, kann sich nämlich als unlösbares Problem herausstellen. Eine Tatsache, der sich jeder Kinovorführer (auch heute noch) bewusst ist. Von daher ist es schon als sehr fahrlässig zu bezeichnen, dass das Team vom Fantasy Filmfest sich (wohl aus Zeitgründen und Transportengpässen) den Test am zahlenden Zuschauer geleistet hat. Wenige schien das wirklich zu stören &#8211; vielleicht ist das FFF-Publikum aber auch einfach ein sehr geduldiges &#8211; und kaum einer hat sich beschwert. Jedenfalls bei den zwei Vorstellungen, bei denen ich dabei war. Nichtsdestotrotz ist so etwas nicht nur ärgerlich, sondern im Prinzip völlig unnötig. Diesen Aufwand (zu testen, ob man Filme im vorgesehenen Saal überhaupt adäquat präsentieren kann) MUSS sich ein Festival einfach leisten können, denn dass die Vorführbedingungen stimmen ist der Grund- und Minimalanspruch, den ein jedes Festival zu erfüllen hat (neben der Voraussetzung, dass die Filme selbst da sind). Man stelle sich vor ein Musikfestival würde einen Liveauftritt komplett aus der Konserve begleiten, oder bei einer CD-Release-Party wäre der Klang nur in MP3-Qualität zu genießen.<br
/> In der Hoffnung, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passieren wird, widme ich mich daher endlich den positiven Dingen: Den Filmen. Und den guten bis sehr guten digitalen wie auch analogen Projektionen, die man dieses Jahr durchweg loben muss. Weiter so. Ich bin euch wirklich dankbar. Wirklich! Kein Gemeckere: Alles war prima. Aber zurück zu den Filmen. Wie gesagt, habe ich mal wieder viel zu wenig gesehen. Dass aber gleich zwei neue Lieblingsfilme unter meinen Kandidaten sein sollten, hätte ich nicht gedacht. Zu COLD FISH habe ich nicht viel zu sagen. Wurde schon genug drüber geschrieben, und Sion Sono scheint sich nach LOVE EXPOSURE endgültig befreit zu haben, sowie eben im Kreis der Meisterregisseure der Gegenwart angelangt zu sein. AMERICAN TRANSLATION war für mich hingegen eine Entdeckung aus dem Nichts. Im Voraus bereits von <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/filmfest-munchen-2011-kurzkommentare-2/">ET-Kollege Andreas mit Lob bedacht</a>, musste ich mich dennoch persönlich überzeugen lassen, ob der Film was für mich sein könnte. Und ob er das konnte! [Man mache sich jetzt auf allerlei Klischee-Sätze gefasst.] AMERICAN TRANSLATION behandelt das Serienkiller-Motiv auf eine so frische, unverbrauchte und beiläufige Weise, wie ich das im Kino bisher noch nicht erlebt habe. Man ist es ja schon gewöhnt, dass inzwischen meist auf den moralischen Zeigefinger verzichtet wird, und auch der Horror und Schrecken dieser Taten weichen teilweise bereits anderen Interessen (siehe auch COLD FISH). Aber das ein Film, bei dem es im Grunde um nichts anderes geht, der seine ganze Berechtigung und Energie aus diesen Morden zu ziehen versucht, eben (auch) eine ganz andere Geschichte erzählt, etwas anderes als das &#8220;eigentliche&#8221; Thema in den Vordergrund stellt: das ist dann doch schon äußerst bemerkenswert. Wenn die Morde nicht wären, es könnte um alles mögliche gehen. Liebe, Freiheit, Macht, Wahnsinn, Jugend, Politik, und was in AMERICAN TRANSLATION sonst noch angerissen oder ausgiebig bebildert wird. Nach anfänglichem Glückstaumel musste ich nach 30 Minuten (nachdem die Serienmordthematik sich dennoch auf ihre Weise in den Vordergrund drängt) zwar zumindest ein wenig auf den Boden der Tatsachen (und Filmkonventionen) zurückkommen, aber der Film macht im Grunde nichts falsch und ist auch von seinem Ende betrachtet konsequent großartig. Dass er zudem am Ende mit erklärenden Schrifttafeln aufwartet (etwas, das in 99% der Fälle scheitert und einem Film meiner Meinung nach nur schaden kann), diese jedoch <em>für</em> die Klasse des Films sprechen, und ihm sogar noch zuarbeiten, macht den Film für mich schlussendlich zu einem Phänomen. Mehr davon würde man sich wünschen, aber woher? Schule wird Arnolds und Barrs Konzept und Stil wohl nicht machen (und ist auf den ersten Blick betrachtet beileibe auch nichts Neues &#8211; man möchte manchmal fast Epigonentum entdecken, wäre es in Wahrheit nicht die reinste Cinephilie), daher bleibt nur die Hoffnung auf weitere Filme der beiden, und die Tatsache, dass sie ja schon einige gemeinsame (und auch individuelle) Projekte in ihrer Filmographie vorzuweisen haben, die ich jetzt mit besonderer Vorfreude aufsuchen werde. Eines sollte aber noch auf jeden Fall erwähnt werden, und sollte (und könnte eventuell) auch Schule machen. Dass ein Regisseur auch sein eigener Kameramann sein kann (siehe z.B. James Benning, Heinz Emigholz, Peter Hyams, oder Tarantino bei DEATH PROOF).<br
/> Bevor ich jetzt zu meinem letzten FFF-Highlight komme, aber noch ein paar allgemeine Anmerkungen zu manch anderem Film. Toll fand ich zum Beispiel noch Fred Cavayés POINT BLANK. Ein Actionfilm, der fast ausschließlich auf Action setzt und diese nur rudimentär mit Dingen wie Figurenzeichnung, Plot und sonstigem Firlefanz ausgestaltet. Dass ich den Protagonisten und seine Frau unsympathisch und uninteressant fand, die Handlung völlig konventionell und vorhersehbar daherkam, etc. etc. &#8211; das alles verlor für mich an Bedeutung, da der Regisseur formal wie inhaltlich vor allem auf die Inszenierung der Bewegungssequenzen aus war. Die Figuren entwickelten sich somit eben auch (und eigentlich primär) aus den Actionszenen selbst, wurden durch sie charakterisiert und vertieft, und die Handlung war die Action. Ohne sie, wäre der ganze Film nur ein aufgeblasener Furz. Sie sind das Herzstück. Aber ein Herzstück das tatsächlich auch den größten Raum einnimt und auch von der reinen Laufzeit des Films betrachtet klar die qunatitative Oberhand behält. Eigentlich für einen Actionfilm nichts besonderes, scheint dieses Tugend heutzutage bereits antiquiert zu sein. Wie ein Bekannter neben mir nach der Sichtung in etwa verlautbaren ließ: Wenn Blockbusterkino immer so aussähe, wäre ich Stammgast im Multiplex.<br
/> Des weiteren war über weite Strecken die formale Gestaltung des Paranoia-Films F ein absolutes Highight. Zwar im Endeffekt für meinen Geschmack doch wieder zu viel Handlung (ich bin, wie man inzwischen gemerkt haben könnte, Anhänger <a
href="http://www.filmforen.de/index.php/blog/1/entry-6364-disney-sollte-mehr-autorenfilme-finanzieren/">dieser</a> Sichtweise), was aber nur dem Film &#8220;als ganzes&#8221; schadet. Sehenswert ist er daher durchaus. Und manch einer wird ihn sicher auch anders betrachten als ich (meiner Meinung nach ein im Ansatz interessanter Aliens als Bodysnatcher Endzeitplot auf ein Schulgelände verdichtet).<br
/> Ansonsten gab es solide bis zufriedenstellende Genre- und Arthousekost mit teilweise großartigen Ansätzen und Ideen, die sich aber formal (z.B. In YOUR HANDS, HAIR OF THE BEAST) oder inhaltlich (z.B. PERFECT SENSE, THE DEAD) nicht wirklich über Allgemeinplätze und Klischeebilder hinwegzusetzen vermochte. Lediglich die Kameraführung von THE DEAD möchte ich an dieser Stelle noch hervorheben, die vor allem in der ersten Hälfte durch das inzwischen leider allgegenwärtige und überstrapazierte, &#8220;Nähe&#8221;-evozierende und an den Gesichtern und Körpern klebende Konzept der klaustrophobischen Gestaltung seiner Endzeitstimmung adäquaten Ausdruck verleihen konnte. Ob das alles so gewollt war mal dahingestellt, habe ich mich selten bei einem modernen Horrorfilm so unwohl und beklommen gefühlt. Danke dafür.<br
/> Schlussendlich möchte ich aber auch noch ein paar Worte über meinen dritten FFF-Favoriten THE YELLOW SEA verlieren. Ein in Konzept und Ausführung bewunderswertes Wagnis eines Überblicks über das (kommerzielle) südkoreanische Filmschaffen der letzten 15 Jahre, als hintergründiger und selbstironischer Blockbuster voller Verweise, Zitate, Hommagen aber auch Parodien an seine Vorgänger gestaltet, setzt er nicht nur ein Fazit sondern gibt auch einen Ausblick über die unerschöpflich scheinenden Potentiale des südkoreanischen Mainstreamkinos. Wenn man THE YELLOW SEA glauben schenkt, sieht die Zukunft der heimischen Filmproduktion rosig aus. Das südkoreanische Filmwunder hätte somit erst begonnen. Für jemanden wie mich, der zwar vergleichsweise wenig gesehen hat, aber bisher von der Annahme ausging, dass sich der Boom und die innovativen Kräfte nach 2004, 2005 wieder zurückentwickelt hätten, und wir einer Stagnation und einem möglichen Ausklang der eigenständig-nationalen Potentiale der südkoreanischen Filmindustrie engegenblicken, birgt THE YELLOW SEA den Beweis und die Hoffnung, dass dem nicht so ist, und es auch noch für die kommenden Jahrzehnte nicht der Fall werden muss. So macht Industriekino wirklich Spaß (und zeigt dem in dieser Hinsicht längst dahingesiechten Hollywoodfilm zum wiederholten Mal auf, wie man es wirklich machen sollte). Ich muss jetzt unbedingt Hong-jin Nas Vorgängerfilm THE CHASER sehen, und bekomme noch einmal Lust mich durch meine 30, 40 ungesehenen alten Koreaner zu wühlen, die zu Hause noch ihrer Sichtung harren.<br
/> Wie auch immer. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Fantasy Filmfest Nights und Fantasy Filmfest 2012.</p><p>Meine Top 3 des FFF 2011:</p><p>1. COLD FISH (Sion Sono)<br
/> 2. AMERICAN TRANSLATION (Pascal Arnold, Jean-Marc Barr)<br
/> 3. THE YELLOW SEA (Hong-jin Na)</p><p><br/><br
/> ***</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/fantasy-filmfest-2011-wertungen-und-fazit/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>18</slash:comments> </item> <item><title>Bedways (2010)</title><link>http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/</link> <comments>http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/#comments</comments> <pubDate>Wed, 14 Sep 2011 22:23:50 +0000</pubDate> <dc:creator>Sano Cestnik</dc:creator> <category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category> <category><![CDATA[Ältere Texte]]></category> <category><![CDATA[Blog]]></category> <category><![CDATA[Filmbesprechungen]]></category> <category><![CDATA[Hinweise]]></category> <category><![CDATA[Sano]]></category> <category><![CDATA[Deutscher Film]]></category> <category><![CDATA[RP Kahl]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/?p=10993</guid> <description><![CDATA[<a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00003-2/" rel="attachment wp-att-10997"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/vlcsnap-000031.jpg" alt="" title="" width="525" height="394" class="alignnone size-full wp-image-10997" /></a> Es geht um Sex. Soviel steht fest. Und irgendwie auch um Liebe, Verlangen, Gefühle.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p></br></p><p><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00013-2/" rel="attachment wp-att-11010"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/vlcsnap-000131.jpg" alt="" title="" width="525" height="394" class="alignnone size-full wp-image-11010" /></a></br></p><p></b></p><p>Es geht um Sex. Soviel steht fest. Und irgendwie auch um Liebe, Verlangen, Gefühle. Irgendwie. Denn das Interesse an Sex ist zwar da, aber die Abwesenheit von Sex auch, das Interesse an Nähe bei gleichzeitiger Abwesenheit von Nähe, das Erzeugen von Gefühlen bei Abwesenheit von Gefühlen, das Reden über Liebe bei Abwesenheit von Liebe. Es soll hervorgebracht, es soll hergestellt werden, da es herbeigewünscht wird. Das Mittel dazu ist ein Film. Nina ist die Hauptfigur, die diesen Film drehen will. Dazu hat sie Hans und Marie für Probeaufnahmen engagiert. Das Problem ist nur: Nina weiß nicht was sie will. Da hilft auch kein Sex. Denn Nina ist ein gebranntes Kind. Und nicht nur Nina. In <em>Bedways</em> sind alle Figuren unsicher, distanziert, verschlossen, haben sich eine Schutzhülle aufgebaut und tragen ihre Posen vor sich her, da sie Angst vor Verletzungen haben. Keine Jugendlichen mehr, aber auch noch nicht im eigenen Leben angekommen. Zumindest wenn man damit Dinge wie Verantwortung, Bewusstsein, Bestätigung im eigenen Ich und ähnliches assoziiert. Verlorene, ohne ein Bild von sich, ohne Vertrauen, und daher im Außen suchend, mit der Kamera tatsächlich nach diesem Bild suchend, in dem man erblicken könnte, was es ist, das fehlt. Die Kunst hat schließlich schon oft als Weg zur Erkenntnis gedient, als beliebtes Mittel um Selbstreflexion zu befördern. In <em>Bedways</em> geht es dabei aber gar nicht so sehr um Verlust oder Schmerz. <em>Bedways</em> ist keine melodramatische Nabelschau versehrter Persönlichkeiten: Denn die Figuren haben im Grunde ja noch nichts verloren, sondern sind Suchende. Suchende nach sich selbst. Wer sich noch nicht gefunden hat, kann sich schließlich kaum verlieren. Was aber auch ein Problem sein kann. Ein Dilemma.<span
id="more-10993"></span></p><p></b></p><p><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00007/" rel="attachment wp-att-11005"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/vlcsnap-00007.jpg" alt="" title="" width="525" height="394" class="alignnone size-full wp-image-11005" /></a></p><p></b></p><p><em>Bedways</em> ist ein Amateurfilm. Der Begriff Amateur bezeichnete früher einmal jemanden, der eine Sache aus Liebe, aus Interesse, aus Leidenschaft verfolgt. Er war positiv besetzt. Heute wird er meist abwertend benutzt und beim Film nennt man sowas dann gerne „amateurhaft“. Auf <a
href="http://www.amazon.de/Bedways-Miriam-Mayet/dp/B004HHHO06/ref=sr_1_1?s=music&#038;ie=UTF8&#038;qid=1316036918&#038;sr=1-1">Amazon</a> kann man in ein paar Kundenrezensionen nachlesen, wie die Zuschauer heutzutage mit so einem Unterfangen umgehen. Bei den negativen Stimmen heißt es etwa „primitiver schlechter Film“, oder &#8220;Wie kann man […] in der heutigen Zeit noch im Format 4:3 drehen“, während bei den positiven Rezensionen die Atmosphäre gelobt, und der Film sogar als der „beste deutsche Film des letzten Jahres“ bezeichnet wird. Keine Frage, <em>Bedways</em> polarisiert. Mich persönlich haben die Charaktere durchgehend nicht interessiert. Ich fand sie grundlegend unsympathisch. Und ich fand den Film zu keinem Zeitpunkt erotisch. Aber ist das ein Problem, muss das ein Problem sein? Muss ein Film interessante Charaktere haben, müssen die Figuren dem Zuschauer sympathisch sein, muss ein Film der als Erotikfilm vermarktet wird auch erotisch sein? Nein, nein, und auch ein drittes Mal nein. Ein Film muss zunächst einmal gar nichts. Auch <em>Bedways</em> nicht. Ich gebe zu: er könnte auf den ersten Blick von einem Debütanten stammen. Auf den zweiten Blick erweist er sich jedoch als durch und durch professionelles Werk. Kahl ist vielleicht nicht Godard, und <em>Bedways</em> ist kein Essayfilm – hat aber deshalb nicht weniger zu sagen.</p><p></b></p><p><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00005/" rel="attachment wp-att-11003"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/vlcsnap-00005.jpg" alt="" title="" width="525" height="394" class="alignnone size-full wp-image-11003" /></a></p><p></b></p><p>Vergleicht man <em>Bedways</em> mit Kahls letztem abendfüllenden Spielfilm <a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/film-und-dvd-angel-express-directors-cut-19982011/"><em>Angel Express</em></a> (1998) ist man zunächst erstaunt. Denn eigentlich erwartet man von einer Laufbahn gegenteiliges. Zunächst das Experiment, dann die Perfektion. Zunächst wenig Geld, um mit dem nächsten Projekt etwas Teures realisieren zu können. Und zunächst das Einfache, Reduzierte, um&#8230; – ja, ja, schon klar. Aber RP Kahl ist eben kein Wolfgang Petersen oder Roland Emmerich, und jemandem wie Jean-Luc Godard dann eben doch näher. <em>Angel Express</em> hatte eine Vision. <em>Bedways</em> bekundet hingegen sein Desinteresse an einer Vision. Ist Experiment, ist Versuch, ist Idee, ist Spiel, ist alles was seine Figuren und ihre Handlungen &#8211; also der vermeintliche Inhalt &#8211; nicht sind. Er ist offen, seiner selbst zutiefst bewusst, eigenwillig, und in jeder Hinsicht erwachsen. Und er ist als Zustandsbeschreibung des Berliner Winters dadurch auch um ein vielfaches düsterer und desillusionierter als sein Vorgänger geraten. Wenn man möchte, könnte man sagen, dass die Figuren aus <em>Angel Express</em> in <em>Bedways</em> mit einem gehörigen Kater aus ihrer Partyzeit in der Ausnüchterungszelle erwacht sind. Dem Drang sich verlieren zu wollen, entspricht dann verständlicherweise der Drang zur Selbstfindung. Die 90er und die 2000er. Drogen und Naturkost. Willkommen danach.</p><p></b></p><p><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00011/" rel="attachment wp-att-11008"><img
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href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00008/" rel="attachment wp-att-11006"><img
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href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00004/" rel="attachment wp-att-11002"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/vlcsnap-00004.jpg" alt="" title="" width="525" height="394" class="alignnone size-full wp-image-11002" /></a></p><p></b></p><p>Kommen wir aber nochmal aufs Zeitliche zurück. Das Danach wie Davor. Wenn ich zum Beispiel behaupte, dass die Gegenwart in <em>Bedways</em> nicht stattfindet, so spreche ich aus der Perspektive der Figuren, die auf der Suche nach ihr sind. Die Kamera zeichnet die Schauspieler dabei auf, und am Ende des Films wird für den Zuschauer klar, dass das was man zu sehen bekommen hat es wohl war: die Gegenwart. Wenn sie aber dennoch die Leerstelle des Films ist, der Moment als einer der gesucht wird, und damit auf einer gewissen Ebene durch seine Abwesenheit fasziniert, und der Film zwar parallel zu den Figuren, aber auch immer eigenständig eine andere Gegenwart und auch eine anderer Wahrheit sucht, erhalten wir dadurch ständige Verschiebungen und Doppelungen, eine klassische zweite Ebene, und der Film thematisiert sich auf beiden ständig selbst: durch Dialoge, Einstellungen, durch Fragen, die er permanent stellt, ohne sie beantworten zu wollen. <em>Bedways</em> ist dadurch auch eine Reise in den Kopf des Filmemachers geworden, eine Phantasie über das Was-wäre-wenn, und dadurch auch eine Zeitschleife für den Zuschauer: Vor dem Film ist nach dem Film.</p><p></b></p><p><a
href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00015-2/" rel="attachment wp-att-11012"><img
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href="http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/vlcsnap-00003-2/" rel="attachment wp-att-10997"><img
src="http://www.eskalierende-traeume.de/wp-content/uploads/2011/09/vlcsnap-000031.jpg" alt="" title="" width="525" height="394" class="alignnone size-full wp-image-10997" /></a></p><p></b></p><p>Für alle, die den Film im Fernsehen verpasst und auch vergessen haben sollten den Videorecorder anzuschmeißen, gibt es ihn zurzeit noch <a
href="http://videos.arte.tv/de/videos/bedways-4112974.html">Online in der ARTE-Mediathek</a> zu sehen. Anzumerken wäre aber, dass diese Fassung &#8211; die auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde &#8211; nach Angaben der <a
href="http://probeaufnahmen.wordpress.com/2000/01/01/arte-fassung/"><em>Bedways</em>-Webseite</a> aber vor allem in den Nacktszenen leicht entschärft worden ist. Der Film ist jedoch glücklicherweise &#8211; wie auch einige andere von RP Kahl &#8211; bereits vor einigen Monaten beim hauseigenen Label <a
href="http://www.indie-spirit.de/">Independent Partners Film</a> auf DVD (und zusätzlich auch auf Blu-Ray) erschienen. Auf dem Silberling gibt es neben den obligatorischen Trailern und Untertiteln in Deutsch und Englisch als Zusatz noch ein Musikvideo zum Titelsong „Flesh is the Law“ von Mypark, sowie ein ausführliches Gespräch zwischen Kahl und Hauptdarstellerin Miriam Mayet. Was ich außerdem nicht unerwähnt lassen wollte, da es mich in <em>Bedways</em> besonders überrascht hat, ist Arno Frisch in einer kleinen Nebenrolle als Marquard-Bohm-Verschnitt. Er sieht so aus wie Bohm, bewegt sich wie Bohm, und redet wie Bohm. Zumindest ist es ein schöner Versuch, eine schöne Hommage. RP Kahl wollte einmal ein Remake von Rudolf Thomes <em><a
href="http://www.moana.de/FilmeDeutsch/DRo/DRoCl.html">Rote Sonne</a></em> drehen. Schade, dass es aufgrund des Todes von Luggi Waldleitner nicht mehr dazu kam.</p><p></b></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.eskalierende-traeume.de/heute-um-2325-uhr-auf-arte-bedways-von-rp-kahl/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> </channel> </rss>
