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	<title>Comments on: Nicht der Intellektuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt</title>
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	<description>von der stummfilmzeit bis zur gegenwart, vom genrefilm bis zum experimentarfilm, von angelopoulos bis zulawski. und am besten möglichst viel und möglichst alles.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 23 Jul 2010 13:28:21 +0200</lastBuildDate>
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		<title>By: Sano Cestnik</title>
		<link>http://www.eskalierende-traeume.de/blog/nicht-der-intellektuelle-ist-pervers-sondern-die-situation-in-der-er-lebt/comment-page-1/#comment-39</link>
		<dc:creator>Sano Cestnik</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 21:03:53 +0000</pubDate>
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		<description>Ja - Eskalationen hätt ich gerne in filmischer Hinsicht, nicht im persönlichen/privaten Bereich. 

Vielleicht hab ichs ein bisschen übertrieben... bin halt ein ziemlich elitärer Sack. Da kann man sich mal im Ton vergreifen. :-(

Meine hehren Ansprüche werdet ihr ja bald aus meiner vervollständigten Top 100 rauslesen können. :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja &#8211; Eskalationen hätt ich gerne in filmischer Hinsicht, nicht im persönlichen/privaten Bereich. </p>
<p>Vielleicht hab ichs ein bisschen übertrieben&#8230; bin halt ein ziemlich elitärer Sack. Da kann man sich mal im Ton vergreifen. <img src='http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Meine hehren Ansprüche werdet ihr ja bald aus meiner vervollständigten Top 100 rauslesen können. <img src='http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	<item>
		<title>By: Andreas B.</title>
		<link>http://www.eskalierende-traeume.de/blog/nicht-der-intellektuelle-ist-pervers-sondern-die-situation-in-der-er-lebt/comment-page-1/#comment-37</link>
		<dc:creator>Andreas B.</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 19:42:47 +0000</pubDate>
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		<description>Alex, deinen letzten Satz kann ich nur unterstreichen. Da scheint mir nämlich auch manchmal mit zweierlei Maß gemessen zu werden. Will das aber jetzt nicht weiter vertiefen, weil das wirklich nicht hierher gehören würde.
&#160;
Ansonsten kann man der Sache vielleicht immerhin noch den positiven Randaspekt abgewinnen, dass solche &quot;Eskalationen&quot; irgendwie ganz gut zum Titel des Blogs passen. Müssen und sollten natürlich aber trotzdem wirklich nicht sein und werden hoffentlich auch nicht zur Regel.
&#160;
Ändert dennoch nichts daran, dass ich deinen und Sanos Beitrag durchaus amüsant fand, aber halt auch in erster Linie als albern-polemischen Spaß ohne bösartige Intentionen gesehen habe. (Gleichfalls sollte man es mit solchen spezifischen Sachen auch nicht übertreiben, wie ich auch selbstkritisch zu meinem Kommentar bei den Filmkategorien anmerke, der auch viel von einem Insider-Scherz hat, was auf einem öffentlichen Blog die Ausnahme sein sollte, weil man das Blog ansonsten ja schließlich nicht öffentlich führen müsste, wenn sich dann die Beiträge für Außenstehende nur bedingt erschließen lassen. Deswegen werde ich nach dieser einen Kommentar-Ausnahme z.B. auch versuchen, konsequent auf das im Allgemeinen ohnehin eher unbekannte und vor allem meist unnötige p.-Wort und ähnlichen Kram zu verzichten. Denke aber, dass ihr das ähnlich seht.)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Alex, deinen letzten Satz kann ich nur unterstreichen. Da scheint mir nämlich auch manchmal mit zweierlei Maß gemessen zu werden. Will das aber jetzt nicht weiter vertiefen, weil das wirklich nicht hierher gehören würde.<br />
&nbsp;<br />
Ansonsten kann man der Sache vielleicht immerhin noch den positiven Randaspekt abgewinnen, dass solche &#8220;Eskalationen&#8221; irgendwie ganz gut zum Titel des Blogs passen. Müssen und sollten natürlich aber trotzdem wirklich nicht sein und werden hoffentlich auch nicht zur Regel.<br />
&nbsp;<br />
Ändert dennoch nichts daran, dass ich deinen und Sanos Beitrag durchaus amüsant fand, aber halt auch in erster Linie als albern-polemischen Spaß ohne bösartige Intentionen gesehen habe. (Gleichfalls sollte man es mit solchen spezifischen Sachen auch nicht übertreiben, wie ich auch selbstkritisch zu meinem Kommentar bei den Filmkategorien anmerke, der auch viel von einem Insider-Scherz hat, was auf einem öffentlichen Blog die Ausnahme sein sollte, weil man das Blog ansonsten ja schließlich nicht öffentlich führen müsste, wenn sich dann die Beiträge für Außenstehende nur bedingt erschließen lassen. Deswegen werde ich nach dieser einen Kommentar-Ausnahme z.B. auch versuchen, konsequent auf das im Allgemeinen ohnehin eher unbekannte und vor allem meist unnötige p.-Wort und ähnlichen Kram zu verzichten. Denke aber, dass ihr das ähnlich seht.)</p>
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	<item>
		<title>By: Alexander Schmidt</title>
		<link>http://www.eskalierende-traeume.de/blog/nicht-der-intellektuelle-ist-pervers-sondern-die-situation-in-der-er-lebt/comment-page-1/#comment-26</link>
		<dc:creator>Alexander Schmidt</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jan 2009 20:13:34 +0000</pubDate>
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		<description>@Christoph
ich weiß nicht genau, ob sich dein kommentar jetzt nur auf sanos vorigen oder auch auf meine glosse selbst bezieht, die du doch als witzig empfunden zu haben bekundet hattest. bei beidem geht es jedenfalls (ich hoffe hier auch in sanos sinn zu sprechen) mit sicherheit nicht um persönliche konflikte, sondern um eine satirische (und satire darf ja auch bissig sein) auseinandersetzung mit bestimmten oft mindestens genauso polemischen angriffen auf bestimmte angeblich völlig verkopfte und für den normalzuschauer nicht mehr rezipierbare filme, wie nicht nur du sie ab und an vorbringst. wer so gerne wie du die argumentativen taktiken der verzerrung und gnadenlosen überspitzung nutzt, muss das doch auch anderen zubilligen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Christoph<br />
ich weiß nicht genau, ob sich dein kommentar jetzt nur auf sanos vorigen oder auch auf meine glosse selbst bezieht, die du doch als witzig empfunden zu haben bekundet hattest. bei beidem geht es jedenfalls (ich hoffe hier auch in sanos sinn zu sprechen) mit sicherheit nicht um persönliche konflikte, sondern um eine satirische (und satire darf ja auch bissig sein) auseinandersetzung mit bestimmten oft mindestens genauso polemischen angriffen auf bestimmte angeblich völlig verkopfte und für den normalzuschauer nicht mehr rezipierbare filme, wie nicht nur du sie ab und an vorbringst. wer so gerne wie du die argumentativen taktiken der verzerrung und gnadenlosen überspitzung nutzt, muss das doch auch anderen zubilligen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Christoph Wirsching</title>
		<link>http://www.eskalierende-traeume.de/blog/nicht-der-intellektuelle-ist-pervers-sondern-die-situation-in-der-er-lebt/comment-page-1/#comment-25</link>
		<dc:creator>Christoph Wirsching</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 15:51:19 +0000</pubDate>
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		<description>Ich weiß, es ist ungeheuer verführerisch, sich an meiner vermeintlichen Engstirnigkeit, meinem Anti-Intellektualismus und meinem einfachen, ungebildet-dummdreisten Gemüt zu berauschen, dennoch möchte ich hiermit anregen, gewisse Konflikte, die so persönlicher Natur sind (denn es scheint mir offensichtlich, dass es sich hier ausschließlich um Gegen-Stellungnahmen zu gewissen Äußerungen oder Ansichten [das wollen wir nicht verwechseln, gelle?] von mir handelt), lieber in konstruktiven, bemüht unpolemischen Diskussionen anzugehen anstatt mich mehr oder minder öffentlich zur Fascho-Karikatur meiner selbst zu machen. Offensichtlich ist der Bogen überspannt, fragt sich nur auf welcher Seite.

Es hat gesprochen: Der kulturfeindliche, anspruchslose, unzufriedene, uniformierende Prätentions-Nazi mit der ungedeckten Lizenz zum Schubladen-Terror.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß, es ist ungeheuer verführerisch, sich an meiner vermeintlichen Engstirnigkeit, meinem Anti-Intellektualismus und meinem einfachen, ungebildet-dummdreisten Gemüt zu berauschen, dennoch möchte ich hiermit anregen, gewisse Konflikte, die so persönlicher Natur sind (denn es scheint mir offensichtlich, dass es sich hier ausschließlich um Gegen-Stellungnahmen zu gewissen Äußerungen oder Ansichten [das wollen wir nicht verwechseln, gelle?] von mir handelt), lieber in konstruktiven, bemüht unpolemischen Diskussionen anzugehen anstatt mich mehr oder minder öffentlich zur Fascho-Karikatur meiner selbst zu machen. Offensichtlich ist der Bogen überspannt, fragt sich nur auf welcher Seite.</p>
<p>Es hat gesprochen: Der kulturfeindliche, anspruchslose, unzufriedene, uniformierende Prätentions-Nazi mit der ungedeckten Lizenz zum Schubladen-Terror.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Sano Cestnik</title>
		<link>http://www.eskalierende-traeume.de/blog/nicht-der-intellektuelle-ist-pervers-sondern-die-situation-in-der-er-lebt/comment-page-1/#comment-20</link>
		<dc:creator>Sano Cestnik</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 08:01:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eskalierende-traeume.de/blog/?p=57#comment-20</guid>
		<description>
Höchstallerliebster Alexander, dein Text ist wahrlich Balsam für meine wunde Seele. Vernehme, dass auch ich einmal beinahe in den Klauen dieses schrecklichen Übeltäters gelandet wäre. Du wirst es nicht für möglich halten, aber auch ich habe in meiner sündigen Cineastenjugend dem Teufel gehuldigt, und bin den Klauen des hochgefährlichen P.G. nur durch weitgehende Unkenntnis seines Werkes entkommen. Aber ein Anderer, vielleicht noch viel schlimmerer Satan hatte mich damals beinahe vollständig unter seine Kontrolle gebracht. Ich nenne ihn mal vorsichtshalber J.L.G.aus F. (nicht zu verwechseln mit einem weiteren, in jüngster Zeit mal wieder gepriesenen Prätendenten, J.L.G. aus Sp.), ein so perfider Hochstapler und Heuchler, dass er es bereits in seinem ersten Spielfilm wagte, seine verleumderischen Methoden unter dem Deckmantel der Unterhaltung und der Genrekonvention feilzubieten, um bereits von Anfang an auch die Unbedarftesten und Unwissendsten unter den Cinejüngern, unter seine Herrschaft zu zwingen. Aber glücklicherweise blieb sein Plan die Cinewelt zu infiltrieren, auf dass sie nie wieder so sei wie wir sie kannten (und liebten), nicht unerkannt. Seine hässliche Fratze wurde über die Zeit immer deutlicher, da er sich aufgrund der allgemeinen Tumulte und aufwieglerischen Tendenzen der 60er Jahre in Sicherheit wähnte, und seine wahren Absichten nun deutlicher in den Vordergrund zu stellen wagte. Nach dem vergeblichen Versuch in den 70ern auch noch die Weltherrschaft an sich zu reißen, gelang es ihm in den folgenden Jahrzehnten dank des klaren Blicks des Menschengeschlechts, nicht mehr so einfach seine Absichten zu kaschieren, und die arroganten Grundtendenzen seines schändlichen Werkes traten nun vollends zutage. Nachdem wir in unserer heutigen Zeit glücklicherweise in der Lage sind solche Bestien zu zähmen, mag dir mein Geständnis vielleicht mehr als Ausrede denn als aufrichtige Buße erscheinen. Doch höre mich weiter an. 
Denn JA, in meiner Jugend bin ich tatsächlich jenem J.L.G., P.G. und auch manch anderem Rattenfänger gefolgt, und meist auf ihre Täuschungsmanöver und Hinterlistigkeiten hereingefallen. Lange ist sie her, diese Zeit der Unschuld und Freiheit. Denn ich glaubte damals doch tatsächlich daran, dass es das Ziel des Films sein müsse möglichst viele verschiedene Ausdrucksarten und Sichtweisen auf die Welt zu ermöglichen, und ich war auch noch so naiv vom Regisseur zu erwarten, dass er mir seine Sicht der Dinge präsentierte, wenn auf dem Vorspann des jeweiligen Filmes sein Name prangte. Aber wie konnte ich es nur wagen, eine solche Individualität zu fordern, jeden Film und Regisseur nach seinen eigenen Maßstäben zu messen, und mich gar auf Neues und Unbekanntes einzulassen? Jugendlicher Leichtsinn. 
Heute habe ich natürlich erkannt was entartete Kunst ist, und was den gesunden Volkskörper stärkt. Wie jeder erleuchtete Cineast merke ich das sofort! Man muss nur die Einstellung des Filmemachers untersuchen (was, seien wir doch mal ehrlich, jeder verantwortungsbewusste Cinemensch schon zehn Meter Gegen den Wind riechen kann – faule Luft stinkt eben), um beurteilen zu können ob ein Film es ehrlich mit einem meint oder nicht. Denn höchste Aufgabe eines jeden Films ist es nun einmal offen und ehrlich, und ohne Umschweife (das betone ich hier noch einmal deutlich!) auf den Punkt zu kommen, und sich nicht in den Dunstkreisen des abgehobenen Intellekts zu verlieren. Und die Hauptaufgabe eines Pflichtbewussten Cinehüters ist es vor allem das Wahre vom Falschen zu trennen, und dafür zu sorgen, dass die Schäfchen und unwissenden Cineanfänger dem Fliegenfänger nicht auf den Leim gehen. Heute preise ich lieber den einfachen Splatter eines Dario A., die direkte Körperlichkeit eines Lucio F. oder labe mich an der Bescheidenheit eines Harald R. Das sind WAHRE Volkskünstler!
Natürlich besteht auch bei diesen Filmemachern die Gefahr ihre Werke „gegen den Strich“ zu lesen, (wobei manch erfahrener und gegen die Gefahren und Fallen ausreichend gewappneter Rezipient, es sich durchaus mal erlauben darf besagte Filmgötter zu „prätentieren“), doch im Grunde sieht man bei ihnen sofort worauf sie hinaus wollen. Blut und nackte Brüste auf der einen Seite, schöne Menschen in schönen Landschaften auf der Anderen. 
Ja, auch ich habe das Licht endlich gesehen, und dem Teufel und seinen Jüngern vollends abgeschworen. Heute weiß ich, dass die Tränen die ich über zahlreichen Filmen vergossen habe Falsch, und meine Versuche die Welt in ihrer Vielschichtigkeit zu erfassen eine Lüge waren. Wie konnte ich nur annehmen, dass ich manche Dinge vielleicht nicht verstünde, oder nicht zur Genüge durchdacht und durchfühlt hätte. Oder dass mein Geschmack sich nicht notwendigerweise mit dem anderer Menschen decken müsse. Ha, welch Einfalt! Denn Ziel besagter Kreaturen war es natürlich nie sich einfach nur auf die ihnen natürliche und angemessene Art auszudrücken, sondern vielmehr jeden Cinemenschen so weit es nur geht vor den Kopf zu stoßen und mit pseudokulturellem Gewäsch zu verblöden. Eine Verschwörung von Filmterroristen mit weiten Ausläufern, die heutzutage Wellen schlägt und Kreise von Cineasten erreicht, von denen man nie angenommen hätte, dass sie solchen Scharlatanen jemals zum Opfer fallen könnten. Deshalb meine Brüder und Schwestern, müssen wir im Kampf gegen die falschen Propheten umso entschiedener vorgehen, und ohne Erbarmen oder falsches Mitleid jegliches Gewürm zerquetschen, auf dass es nie mehr die Leinwand eines anständigen Kinos besudelt.
Nieder mit der Kultur! Es Lebe das Proletariat!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Höchstallerliebster Alexander, dein Text ist wahrlich Balsam für meine wunde Seele. Vernehme, dass auch ich einmal beinahe in den Klauen dieses schrecklichen Übeltäters gelandet wäre. Du wirst es nicht für möglich halten, aber auch ich habe in meiner sündigen Cineastenjugend dem Teufel gehuldigt, und bin den Klauen des hochgefährlichen P.G. nur durch weitgehende Unkenntnis seines Werkes entkommen. Aber ein Anderer, vielleicht noch viel schlimmerer Satan hatte mich damals beinahe vollständig unter seine Kontrolle gebracht. Ich nenne ihn mal vorsichtshalber J.L.G.aus F. (nicht zu verwechseln mit einem weiteren, in jüngster Zeit mal wieder gepriesenen Prätendenten, J.L.G. aus Sp.), ein so perfider Hochstapler und Heuchler, dass er es bereits in seinem ersten Spielfilm wagte, seine verleumderischen Methoden unter dem Deckmantel der Unterhaltung und der Genrekonvention feilzubieten, um bereits von Anfang an auch die Unbedarftesten und Unwissendsten unter den Cinejüngern, unter seine Herrschaft zu zwingen. Aber glücklicherweise blieb sein Plan die Cinewelt zu infiltrieren, auf dass sie nie wieder so sei wie wir sie kannten (und liebten), nicht unerkannt. Seine hässliche Fratze wurde über die Zeit immer deutlicher, da er sich aufgrund der allgemeinen Tumulte und aufwieglerischen Tendenzen der 60er Jahre in Sicherheit wähnte, und seine wahren Absichten nun deutlicher in den Vordergrund zu stellen wagte. Nach dem vergeblichen Versuch in den 70ern auch noch die Weltherrschaft an sich zu reißen, gelang es ihm in den folgenden Jahrzehnten dank des klaren Blicks des Menschengeschlechts, nicht mehr so einfach seine Absichten zu kaschieren, und die arroganten Grundtendenzen seines schändlichen Werkes traten nun vollends zutage. Nachdem wir in unserer heutigen Zeit glücklicherweise in der Lage sind solche Bestien zu zähmen, mag dir mein Geständnis vielleicht mehr als Ausrede denn als aufrichtige Buße erscheinen. Doch höre mich weiter an.<br />
Denn JA, in meiner Jugend bin ich tatsächlich jenem J.L.G., P.G. und auch manch anderem Rattenfänger gefolgt, und meist auf ihre Täuschungsmanöver und Hinterlistigkeiten hereingefallen. Lange ist sie her, diese Zeit der Unschuld und Freiheit. Denn ich glaubte damals doch tatsächlich daran, dass es das Ziel des Films sein müsse möglichst viele verschiedene Ausdrucksarten und Sichtweisen auf die Welt zu ermöglichen, und ich war auch noch so naiv vom Regisseur zu erwarten, dass er mir seine Sicht der Dinge präsentierte, wenn auf dem Vorspann des jeweiligen Filmes sein Name prangte. Aber wie konnte ich es nur wagen, eine solche Individualität zu fordern, jeden Film und Regisseur nach seinen eigenen Maßstäben zu messen, und mich gar auf Neues und Unbekanntes einzulassen? Jugendlicher Leichtsinn.<br />
Heute habe ich natürlich erkannt was entartete Kunst ist, und was den gesunden Volkskörper stärkt. Wie jeder erleuchtete Cineast merke ich das sofort! Man muss nur die Einstellung des Filmemachers untersuchen (was, seien wir doch mal ehrlich, jeder verantwortungsbewusste Cinemensch schon zehn Meter Gegen den Wind riechen kann – faule Luft stinkt eben), um beurteilen zu können ob ein Film es ehrlich mit einem meint oder nicht. Denn höchste Aufgabe eines jeden Films ist es nun einmal offen und ehrlich, und ohne Umschweife (das betone ich hier noch einmal deutlich!) auf den Punkt zu kommen, und sich nicht in den Dunstkreisen des abgehobenen Intellekts zu verlieren. Und die Hauptaufgabe eines Pflichtbewussten Cinehüters ist es vor allem das Wahre vom Falschen zu trennen, und dafür zu sorgen, dass die Schäfchen und unwissenden Cineanfänger dem Fliegenfänger nicht auf den Leim gehen. Heute preise ich lieber den einfachen Splatter eines Dario A., die direkte Körperlichkeit eines Lucio F. oder labe mich an der Bescheidenheit eines Harald R. Das sind WAHRE Volkskünstler!<br />
Natürlich besteht auch bei diesen Filmemachern die Gefahr ihre Werke „gegen den Strich“ zu lesen, (wobei manch erfahrener und gegen die Gefahren und Fallen ausreichend gewappneter Rezipient, es sich durchaus mal erlauben darf besagte Filmgötter zu „prätentieren“), doch im Grunde sieht man bei ihnen sofort worauf sie hinaus wollen. Blut und nackte Brüste auf der einen Seite, schöne Menschen in schönen Landschaften auf der Anderen.<br />
Ja, auch ich habe das Licht endlich gesehen, und dem Teufel und seinen Jüngern vollends abgeschworen. Heute weiß ich, dass die Tränen die ich über zahlreichen Filmen vergossen habe Falsch, und meine Versuche die Welt in ihrer Vielschichtigkeit zu erfassen eine Lüge waren. Wie konnte ich nur annehmen, dass ich manche Dinge vielleicht nicht verstünde, oder nicht zur Genüge durchdacht und durchfühlt hätte. Oder dass mein Geschmack sich nicht notwendigerweise mit dem anderer Menschen decken müsse. Ha, welch Einfalt! Denn Ziel besagter Kreaturen war es natürlich nie sich einfach nur auf die ihnen natürliche und angemessene Art auszudrücken, sondern vielmehr jeden Cinemenschen so weit es nur geht vor den Kopf zu stoßen und mit pseudokulturellem Gewäsch zu verblöden. Eine Verschwörung von Filmterroristen mit weiten Ausläufern, die heutzutage Wellen schlägt und Kreise von Cineasten erreicht, von denen man nie angenommen hätte, dass sie solchen Scharlatanen jemals zum Opfer fallen könnten. Deshalb meine Brüder und Schwestern, müssen wir im Kampf gegen die falschen Propheten umso entschiedener vorgehen, und ohne Erbarmen oder falsches Mitleid jegliches Gewürm zerquetschen, auf dass es nie mehr die Leinwand eines anständigen Kinos besudelt.<br />
Nieder mit der Kultur! Es Lebe das Proletariat!</p>
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		<title>By: Scott</title>
		<link>http://www.eskalierende-traeume.de/blog/nicht-der-intellektuelle-ist-pervers-sondern-die-situation-in-der-er-lebt/comment-page-1/#comment-18</link>
		<dc:creator>Scott</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 01:10:00 +0000</pubDate>
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		<description>Dieser Jess Franco ist auch so ein Fall. Nicht nur, dass die Bilder besonders auffällig im Set platziert sind - nein, die Akteure sprechen sogar noch darüber!!!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Jess Franco ist auch so ein Fall. Nicht nur, dass die Bilder besonders auffällig im Set platziert sind &#8211; nein, die Akteure sprechen sogar noch darüber!!!</p>
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