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	<title>Eskalierende Träume</title>
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	<description>von der stummfilmzeit bis zur gegenwart, vom genrefilm bis zum experimentarfilm, von angelopoulos bis zulawski. und am besten möglichst viel und möglichst alles.</description>
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		<title>Fantasy Filmfest 2010 &#8211; Wertungen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 15:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander P.]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Festivals]]></category>
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		<description><![CDATA[Ähnlich wie bereits beim Fazit zum Filmfest München, gibt es nun auch zum Fantasy Filmfest wieder eine Wertungstabelle, die während des Nürnberger Festivals laufend aktualisiert wird. Leider fehlen ausgerechnet unsere beiden einzigen regelmäßigen Filmbewerter Christoph und Alex S. diesmal beim FFF. Trotzdem sind immerhin fünf Teilnehmer dabei (darunter auch unser zukünftiger Gastautor Marian), wobei sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ähnlich wie bereits beim <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/filmfest-munchen-fazit/" target="_blank">Fazit</a> zum Filmfest München, gibt es nun auch zum Fantasy Filmfest wieder eine Wertungstabelle, die während des Nürnberger Festivals laufend aktualisiert wird. Leider fehlen ausgerechnet unsere beiden einzigen regelmäßigen Filmbewerter Christoph und Alex S. diesmal beim FFF. Trotzdem sind immerhin fünf Teilnehmer dabei (darunter auch unser zukünftiger Gastautor Marian), wobei sich die Filmausbeute allerdings in überschaubaren Grenzen halten wird, nachdem niemand von uns eine Dauerkarte besitzt.</p>
<p>Abkürzungen wie gehabt:<br />
() = unter Vorbehalt (wegen Sichtungsumständen, Müdigkeit o.ä.)<br />
* = bereits abseits des FFF gesehen (und nun nicht nochmal geschaut)<br />
** = wiederholt gesehen</p>
<table border="3" cellpadding="30" frame="void" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td>&nbsp;Filmtitel</td>
<td><strong>&nbsp;Alexander P.&nbsp;</strong></td>
<td><strong>&nbsp;Andreas&nbsp;</strong></td>
<td><strong>&nbsp;Benjamin&nbsp;</strong></td>
<td><strong>&nbsp;Marian&nbsp;</strong></td>
<td><strong>&nbsp;Sano&nbsp;</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;AMER<br />
&nbsp;(Hélène Cattet, Bruno Forzani)</td>
<td>&nbsp;6.5*</td>
<td>&nbsp;8.5*</td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;EVIL &#8211; IN THE TIME OF HEROES<br />
&nbsp;(Yorgos Noussias)</td>
<td></td>
<td></td>
<td>&nbsp;*</td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;THE PACK<br />
&nbsp;(Franck Richard)</td>
<td></td>
<td></td>
<td>&nbsp;6</td>
<td></td>
<td>&nbsp;5</td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;OUTRAGE<br />
&nbsp;(Takeshi Kitano)</td>
<td></td>
<td>&nbsp;8</td>
<td>&nbsp;7</td>
<td>&nbsp;8</td>
<td>&nbsp;6</td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;FROZEN<br />
&nbsp;(Adam Green)</td>
<td></td>
<td>&nbsp;4</td>
<td></td>
<td>&nbsp;5</td>
<td>&nbsp;4</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Deutsche Lieblingsfilme #15 und #16 online</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 08:15:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Die Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Lieblingsfilme]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Film]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mit zwei Filmen, die während des Nationalsozialismus gedreht worden sind, hat Sano zwei weitere Einträge für den ewigen Kanon der 100 besten deutschen Filmerzeugnisse verfasst. Jeweils genauer zu begutachten sind sie hier und hier.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Ein-Walzer-für-Dich1.jpg"><img src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Ein-Walzer-für-Dich1.jpg" alt="" title="Heinz Rühmann versucht sich aus Mangel an anderen Talenten am Klavier" width="525" height="383" class="alignnone size-full wp-image-4742" /></a></p>
<p>Mit zwei Filmen, die während des Nationalsozialismus gedreht worden sind, hat Sano zwei weitere Einträge für den ewigen Kanon der 100 besten deutschen Filmerzeugnisse verfasst. Jeweils genauer zu begutachten sind sie <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/100-deutsche-lieblingsfilme-15-der-engel-mit-dem-saitenspiel-1944/">hier</a> und <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/100-deutsche-lieblingsfilme-16-ein-walzer-fur-dich-1934/">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Leben, Das Universum, und der ganze Rest</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 18:58:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Benjamin]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Sano]]></category>
		<category><![CDATA[The Secret]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Blog-Gemeinde,
es ist leider Gottes Teil unserer elenden conditio humana, daß wir alle mehr oder weniger tiefgreifende Probleme haben, uns tag ein tag aus damit herumschlagen, Gesundheit, Beziehung, Karriere, gesellschaftliches und politisches Leben. Sie alle zwicken uns und drücken uns, nur weil wir eine, erschreckend simple Wahrheit einfach nicht wahr haben wollen, weil wir uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Blog-Gemeinde,</p>
<p>es ist leider Gottes Teil unserer elenden conditio humana, daß wir alle mehr oder weniger tiefgreifende Probleme haben, uns tag ein tag aus damit herumschlagen, Gesundheit, Beziehung, Karriere, gesellschaftliches und politisches Leben. Sie alle zwicken uns und drücken uns, nur weil wir eine, erschreckend simple Wahrheit einfach nicht wahr haben wollen, weil wir uns habituell selbst belügen und in unserem anerzogenen Masochismus einfach nicht gücklich sein wollen oder können. Daher haben uns wir, liebe Gemeinde, heute entschieden, mit diesem elenden Zustand bei uns allen ein für allemal ein Ende zu machen, einfach allen und jeden, der es hören will, auf einen Schlag darüber zu informieren, wie er mit einem Schlag all diese Läuschen ein für allemal aus seinem Pelz bekommt und fürderhin ein vor Glück, Zufriedenheit und noch viel wichtiger Geld, Schmuck und Autos nicht nur erfülltes, sondern geradezu überbordendes Leben führen wird. Darum, liebe Blog-Gemeinde, reichen wir einander die Hände, stimmen wir ein in den Chor der vier Prozent glücklicher, zufriedener über das alles umspannende und doch gar so simple Geheimnis aufgeklärter Menschen, mit der alten fränkischen Volksweisheit: Lieber reich und gesund als arm und krank!<br />
</br><br />
</br></p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/_b1GKGWJbE8?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/_b1GKGWJbE8?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
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		<title>100 Deutsche Lieblingsfilme #16: Ein Walzer für Dich (1934)</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 15:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sano</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsche Lieblingsfilme]]></category>
		<category><![CDATA[Filmbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sano]]></category>
		<category><![CDATA[Adele Sandrock]]></category>
		<category><![CDATA[Camilla Horn]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Film]]></category>
		<category><![CDATA[Film im Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Zoch]]></category>
		<category><![CDATA[Heinz Rühmann]]></category>
		<category><![CDATA[Louis Graveure]]></category>
		<category><![CDATA[Maria Sazarina]]></category>
		<category><![CDATA[Theo Lingen]]></category>

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		<description><![CDATA[
In einem Fantasiestaat tritt ein Tenor die Nachfolge als Herrscher an, während die bisherige Thronfolgerin abgesetzt wird, weil sie eine Frau ist. Es folgen ein paar kleinere Verstrickungen und Geschlechterrangeleien, bis schlussendlich das erwartete Happy-End eintritt. Bei so einem Thema kommen mir unverzüglich Vergleiche zu Lubitschs musikalischen Komödien der frühen 30er. Aber im Gegensatz zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Ein-Walzer-für-Dich.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4716" title="Adele Sandrock, Maria Sazarina und Camilla Horn sinnieren über die Männer" src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Ein-Walzer-für-Dich.jpg" alt="" width="525" height="398" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">In einem Fantasiestaat tritt ein Tenor die Nachfolge als Herrscher an, während die bisherige Thronfolgerin abgesetzt wird, weil sie eine Frau ist. Es folgen ein paar kleinere Verstrickungen und Geschlechterrangeleien, bis schlussendlich das erwartete Happy-End eintritt. Bei so einem Thema kommen mir unverzüglich Vergleiche zu Lubitschs musikalischen Komödien der frühen 30er. Aber im Gegensatz zu Lubitch, bleibt bei Georg Zoch alles Skizze. Dem Präzisen tritt das Fahrige Gegenüber, dem ausgeklügelten Humor kleine kabarettistische Späße. Und die Handlung wird mit einer Beiläufigkeit abgespult, dass jedem Drehbuchautor die Haare zu berge stünden. Genau das macht aber den enormen Reiz dieses Kleinods aus. Viele Szenen scheinen improvisiert, oft wurde wohl auf eine wiederholte Aufnahme einer nicht vollständig gelungenen Szene verzichtet, und man hat das Gefühl den Schauspielern noch im Probenprozess zuzusehen. Insgesamt erweist sich die Zusammenführung von vier völlig unterschiedlichen Charakteren und deren unausweichliche Auflösung in zwei Liebespaare als Glücksgriff. Nichts passt so richtig zusammen in diesem Film, aber es spielt einfach keine Rolle. Neben der teilweise experimentierfreudigen  Kameraführung und dem mäandernden Plot, sind es vor allem die Schauspieler die sich nach belieben austoben dürfen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ursprünglich war <em>Ein Walzer für Dich -</em> wie es auch der Titel bereits  nahelegt &#8211; wohl um den damals erfolgreichen Sänger Louis Graveure konzipiert, der im Film immer wieder auf amüsante Weise schauspielerisch überfordert wirkt, sich aber vor allem durch seine zahlreichen Gesangseinlagen dennoch überzeugend über die Runden zu retten weiß. Heinz Rühmann und Theo Lingen sind heutzutage wahrscheinlich noch die bekannten Namen aus diesem Film. Wer mir jedoch mehr imponiert hat als diese zwei Herren, waren die beiden Hauptdarstellerinnen Camilla Horn und Maria Sazarina. Horn besitzt genuine schauspielerische Qualitäten, die sich in manchen Szenen tatsächlich entfalten können, während Sazarina durch ihre Unbekümmertheit und zwei großartige Tanzeinlagen zu überzeugen weiß, und durch ihre nonchalante Präsenz (so widersprüchlich es auf den ersten Blick auch erscheinen mag) so etwas wie den nötigen Ruhepol im ungezwungenen Durcheinander der filmischen Konstruktion bildet.</p>
<p>Im Grunde kann man <em>Ein Walzer für Dich </em>als Vorgänger der späteren Schlagerfilme die in Westdeutschland in den 60ern und 70ern so populär wurden betrachten. Was ihn jedoch von diesen unterscheidet, ist seine genuine Verspieltheit und das scheinbar damals noch vorhandene Interesse an der Musik, welches wohl mit der Neuheit des Tonfilms zusammenhing. Vieles erinnert auch einerseits an die ausgestellte Künstlichkeit mancher amerikanischer Musicals der frühen 30er (siehe z.B. Ray Enrights <em><a href="http://www.tcm.com/video/videoPlayer/?cid=61511&amp;titleId=603">Dames</a></em>), andererseits an die beginnende Screwball-Comedy gekoppelt mit den freizügigen Geschlechterdarstellungen vor der Durchsetzung des Hays-Codes.Das eine so „undeutsche“ und beiläufig anarchische Aufeinanderfolge von Sketchen und Musiknummern als Film verpackt noch 1934 die Zensurstellen der Nazis passieren konnte, spricht für die ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten der Filmkunst.<br />
</br><br />
<span style="font-size: x-small;"><br />
Die Fassung die ich sehen konnte, war leider nur 78 Minuten lang, und entsprach wohl der 1954 wiederaufgeführten Version mit dem Titel <em>Hilfe, ich bin Minister</em>. Was genau fehlt, konnte ich nicht herausfinden, jedoch vermute ich, dass es sich vor allem um Risse und schlecht erhaltenes Material handeln könnte, da die für die DVD abgetastete Kopie erhebliche Qualitätsschwankungen aufzuweisen hat. Eine zusätzliche Möglichkeit wäre das Fehlen der vollständigen Tonspur, bzw. ihre zu starke Beschädigung, da deren Restaurierung Anfang der 50er für einen Kinoneustart zu aufwendig gewesen sein muss.</span><br />
</br><br />
</br><br />
<span style="font-size: x-small;"><em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=3Xnu5vCL2co">Ein Walzer für Dich</a> &#8211; Deutschland 1934 &#8211; 94 Minuten &#8211; Regie: Georg Zoch &#8211; Drehbuch: Hans H. Zerlett, Georg Zoch &#8211; Produktion: Vahayn Badal &#8211; Kamera: Willy Winterstein &#8211; Musik: Will Meisel &#8211; Liedtexte: Hans H. Zerlett &#8211; Schnitt: Alwin Elling &#8211; Bauten: Erich Czerwonsky &#8211; Darsteller: Louis Graveure, Heinz Rühmann, Camilla Horn, Maria Sazarina, Theo Lingen, Fritz Odemar, Adele Sandrock</em></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Neues Buch über Rudolf Thome</title>
		<link>http://www.eskalierende-traeume.de/blog/neues-buch-uber-rudolf-thome/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 09:52:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sano</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Filmbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Filmschaffende]]></category>
		<category><![CDATA[Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Sano]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Film]]></category>
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		<description><![CDATA[
Endlich ist das neue Buch über Rudolf Thome und seine Filme erschienen. Bisher gab es meines Wissens nach nur ein zwar sehr schönes, aber inzwischen doch schon arg überholtes Heft der Freunde der Deutschen Kinemathek (Nr. 66 &#8211; Rudolf Thome) aus dem Jahr 1983 (bestellt werden kann es im Internet z.B. noch hier).  Seitdem hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Thomebuch_MG_3580.jpg"></a><img class="alignnone size-full wp-image-4651" title="Formen der Liebe. Die Filme von Rudolf Thome. Herausgegeben von Ulrich Kriest. Schüren Verlag. Marburg. 2010. Das Covermotiv zeigt einen Ausschnitt aus Thomes vorletztem Kinofilm &quot;Pink&quot; (2008)." src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Thoembuch-Cover.jpg" alt="" width="525" height="525" /><br />
Endlich ist das neue Buch über Rudolf Thome und seine Filme erschienen. Bisher gab es meines Wissens nach nur ein zwar sehr schönes, aber inzwischen doch schon arg überholtes Heft der Freunde der Deutschen Kinemathek (Nr. 66 &#8211; Rudolf Thome) aus dem Jahr 1983 (bestellt werden kann es im Internet z.B. noch <a href="http://www.buchfreund.de/productListing.php?used=1&amp;productId=47810963" target="_blank">hier</a>).  Seitdem hat Thome, der mit zunehmendem Alter scheinbar immer fleißiger wird, bereits 18 weitere Filme abgedreht. Bei seinem neuesten Werk <em>Das Rote Zimmer</em>, das voraussichtlich nächstes Jahr in die Kinos kommt, hat er vor wenigen Tagen die Dreharbeiten abgeschlossen und sitzt gerade an der Montage. Thome dokumentiert seine Arbeit schon seit mehreren Jahren im <a href="http://www.moana.de/" target="_blank">Internet</a>, wo man Einblicke in seine Drehbücher bekommt, und z.B. den täglich aktualisierten Bericht über die <a href="http://www.moana.de/Blog/Dreharbeiten/Das%20rote%20Zimmer/1.Woche.html" target="_blank">Dreh-</a>  und <a href="http://www.moana.de/Blog/Montage/Das%20rote%20Zimmer/RotesZimmerSchneiden.html" target="_blank">Schneide</a>arbeiten auf seiner Website mitverfolgen kann.</p>
<p><span id="more-4645"></span></br></p>
<p><a href="http://www.moana.de/Bilder/Tagebuecher/Tagebuch0810/_MG_3580.jpg"><img title="Rudolf Thome und die Hauptdarsteller seines neuesten Kinofilms &quot;Das rote Zimmer&quot;, Katharina Lorenz, Peter Knaack, und Serpil Turhan, begutachten das gerade erschienene Thomebuch." src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Thomebuch_MG_3580.jpg" alt="Rudolf Thome und die Hauptdarsteller aus seinem neuesten Kinofilm &quot;Das rote Zimmer&quot; Katharina Lorenz, Peter Knaack, und Serpil Turhan begutschten das neue Thomebuch." width="525" height="350" /></a></br></p>
<p><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Thomebuch_MG_3580.jpg"></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das neue ThomeBuch, das mich heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit in einem kleinen Päckchen auf dem Briefkasten erwartet hat, ist nach wiederholten Verzögerungen nun endlich im <a href="http://www.schueren-verlag.de/" target="_blank">Schüren Verlag</a> erschienen. Es ist nicht nur schön handlich und mit 350 Seiten auch recht umfangreich geworden, sondern bietet meiner Meinung nach Beiträge von einigen der besten deutchsprachigen Filmautoren. Unter anderem sind darunter auch ein paar meiner persönlichen Favoriten zu finden: Olaf Möller, Rainer Knepperges, Ulrich Mannes (Herausgeber der essentiellen Filmzeitschrift <a href="http://www.sigigoetz-entertainment.de/?n=start" target="_blank">SigiGötz-Entertainment</a>) und Rüdiger Tomzcak (Herausgeber der nicht minder großartigen <a href="http://www.shomingeki.de/" target="_blank">shomingeki</a>). Des weiteren gibt es noch Beiträge von Stefan Ertl, Enno Patalas, Frieda Grafe, Hans-Christoph Blumenberg, Livia Theuer, Ekkehard Knörer, Rainer Gansera, Norbert Grob, Doris Kuhn, Rolf Aurich, Sascha Westphal, Karsten Witte, Josef Lederle, Petra Seeger, Peter Körte, Michael Gierke, Stefan Volk, Frank Kuehner, Herbert Spaich, und Ulrich Kriest, der auch der Herausgeber des Bandes ist. Als wäre das nicht genug, gibt es noch  kurze Würdigungen von zwei weiteren Größen des deutschen Films, Hanns Zischler und <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/im-schatten-2010/" target="_blank">Thomas Arslan</a>, sowie weitere Texte und Gespräche von und mit Rudolf Thome selbst, der in seinem Leben auch viele Jahre über Filme geschrieben hat.<br />
</br><br />
Wer schon mal übers Internet einen Blick in das Buch werfen möchte, und vielleicht auch den ein oder anderen Text lesen, kann das an <a href="http://bookview.libreka.de/retailer/urlResolver.do?id=9783894726812&amp;retid=100080#X2ludGVybmFsX0ZsYXNoRmlkZWxpdHk/eG1saWQ9OTc4Mzg5NDcyNjgxMiUyRkZDJmltYWdlcGFnZT0mX19zdGI9U3VjaHRleHQ=" target="_blank">dieser Stelle</a> tun. Und noch ein kleiner Hinweis: ein weiteres,  etwas unauffälligeres Highlight, sind zwei kurze bereits an anderer Stelle erschienene Gespräche, die Olaf Möller mit zwei früheren Weggefährten Thomes geführt hat: Klaus Lemke und Max Zihlmann (!). Wenn das mal kein Buch ist, das jeden Thomeliebhaber zufriedenstellen könnte! <img src='http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p></br></p>
]]></content:encoded>
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		<title>100 Deutsche Lieblingsfilme #15: Der Engel mit dem Saitenspiel (1944)</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 12:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sano</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsche Lieblingsfilme]]></category>
		<category><![CDATA[Filmbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sano]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Film]]></category>
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		<category><![CDATA[Heinz Rühmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hertha Feiler]]></category>

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		<description><![CDATA[
„Sie sind zurückhaltend und dabei fühlt man sich beständig herausgefordert. Ihre Ruhe ist eine Art komplizierter Nervosität. Wenn sie hilflos sind besitzen sie dafür eine tödliche Sicherheit. Wenn sie bekümmert sind machen sie das mit einem heiteren Lächeln. Wenn sie sich freuen hat man das Gefühl sie sind im Grunde traurig. Kurz und gut: sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Engel-mit-dem-Saitenspiel.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4624" title="Screenshot" src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Engel-mit-dem-Saitenspiel.jpg" alt="" width="525" height="420" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">„Sie sind zurückhaltend und dabei fühlt man sich beständig herausgefordert. Ihre Ruhe ist eine Art komplizierter Nervosität. Wenn sie hilflos sind besitzen sie dafür eine tödliche Sicherheit. Wenn sie bekümmert sind machen sie das mit einem heiteren Lächeln. Wenn sie sich freuen hat man das Gefühl sie sind im Grunde traurig. Kurz und gut: sie widersprechen eigentlich ständig auf eine  bezaubernde Weise ihrer eigenen Existenz.“</p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht sieht man den Schauspieler Heinz Rühmann am Besten als Regisseur. Dass er sich selbst zu inszenieren wusste, wird in jedem Film in dem er Auftritt klar. Wie er das macht, und was er damit ausdrücken möchte, sieht man jedoch deutlicher wenn er als Filmemacher auftritt. In „Der Engel mit dem Saitenspiel“ führt er die Schauspieler durch ein Melodram das keines ist. Komödiantisch fängt es an, wobei es zunächst eigentlich nichts zu lachen gäbe. Dramatisch geht es weiter, und am unangenehmsten wird der Film als sich eigentlich schon alles aufgeklärt zu haben scheint. Innerhalb eines vor allem in den Nebenrollen brillanten Darstellerensembles (mit u.a. Erich Ponto und Lina Carstens) liegt der Fokus auf der Beziehung zwischen 2 Figuren, gespielt von Hans Söhnker und Rühmanns Ehefrau Hertha Feiler. Wenn Sie ein Kind von ihm bekommt und Er es erfährt, kriegen wir es nie zu Gesicht, spielt es selbst keine Rolle. „Der Engel mit dem Saitenspiel versucht schon beinahe penetrant dem Sentimentalen aus dem Weg zu gehen, und alles Überflüssige aus der Inszenierung zu verbannen.</p>
<p style="text-align: justify;">Während der Kriegszeit entstanden, spürt man das Unglück und die Verzweiflung im Verlauf des Films immer stärker, obwohl Rühmann die Handlung  zunächst ins Jahr 1938 verlegt, und auch später der Krieg nicht vorkommen wird. Keine Nazisymbole, keine Naziideologie. Vielmehr wird ein idealistisches Menschenbild gezeichnet, in dem die Protagonisten ihre Egoismen und Unsicherheiten überwinden müssen um glücklich zu werden. Jedoch ist es ein spezifischer Idealismus, denn wie im Märchen ist des einen Glück des anderen Pech, und das glückliche Ende eine unnötige Coda, eine nachträgliche Beruhigung, dass alles Schlimme einmal ein Ende hat. Rühmann zeigt die Menschen nicht nur wie er sie gerne hätte, sondern auch wie er sie sieht. Seine größte Stärke neben der präzisen Inszenierung von Worten und Räumen ist hierbei die Beobachtung. Oberflächlich opulent und innerlich reduziert besteht die eigentliche Stärke in der Widersprüchlichkeit von Allem das uns gezeigt wird. Nichts ist so wie es scheint: das Innere der Menschen kann man nur erspüren, und dennoch versucht Rühmann dem Zuschauer alles offen zu legen.</p>
<p style="text-align: justify;">In einer der Schlüsselszenen des Films, sehen wir alle wichtigen Personen auf einer Verlobungsfeier versammelt. Sie lachen, sind scheinbar vergnügt, doch wie in den intimsten Augenblicken bei Yasujiro Ozu beherrscht Bitterkeit und Verzweiflung diesen Moment. Im Gegensatz zur Innerlichkeit und der Akzeptanz des Schickslas bei Ozu treibt Rühmann den Widerspruch zwischen Innen und Außen jedoch ins Absurde, um ihn in einer musikalischen Sequenz die die Narration scheinbar unterbricht ins Leere laufen zu lassen. Zwänge, Wünsche, Entschlüsse und Widersprüche sind von den Figuren erschaffen, die Bewegung verläuft bei Rühmann von Innen nach Außen. Erkenntnis folgt dadurch nicht aus Einsicht in die Welt, und ist nicht Akzeptanz. Erkenntnis ist Kampf, entsteht aus innerer Einsicht und basiert auf Entscheidungen. Vielleicht gibt es in der Welt von Heinz Rühmann nichts außer dem Menschen.</p>
<p><span style="font-size: x-small;"><em>Der Engel mit dem Saitenspiel &#8211; Deutschland 1944 &#8211; 101 Minuten &#8211; Regie: Heinz Rühmann &#8211; Drehbuch: Curt Johannes Braun, Helmut Weiss &#8211; Produktion: Heinz Rühmann &#8211; Kamera: Ewald Daub &#8211; Musik: Werner Bochmann &#8211; Schnitt: Helmuth Schönnenbeck &#8211; Darsteller: Hertha Feiler, Hans Söhnker, Susanne von Almassy, Otto Graf, Hans Nielsen, Lina Carstens, Erich Ponto, Emil Hess, Paul Rehkopf</em></span></p>
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		<title>Gespräch mit Hélène Cattet &amp; Bruno Forzani (AMER)</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 23:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph und Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles Kino]]></category>
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Schon vor einigen Tagen startete das jeden Sommer stattfindende Fantasy Filmfest in Berlin und tourt nun mit über 60 Filmen von 17.8. bis 9.9.2010 durch insgesamt acht deutsche Städte. Zu den präsentierten Filmen gehört unter anderem AMER, den wir nachdrücklich empfehlen möchten und der eindeutig zu den Filmen des diesjährigen Programms gehören dürfte, die am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Amer.png"><img src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Amer.png" alt="" title="amer" width="525" height="321" class="alignnone size-full wp-image-4618" /></a></p>
<p>Schon vor einigen Tagen startete das jeden Sommer stattfindende <a href="http://fantasyfilmfest.com/" target="_blank">Fantasy Filmfest</a> in Berlin und tourt nun mit über 60 Filmen von 17.8. bis 9.9.2010 durch insgesamt acht deutsche Städte. Zu den präsentierten Filmen gehört unter anderem <a href="http://akas.imdb.com/title/tt1426352/" target="_blank">AMER</a>, den wir nachdrücklich empfehlen möchten und der eindeutig zu den Filmen des diesjährigen Programms gehören dürfte, die am stärksten von einer Kinosichtung profitieren und daher nach Möglichkeit auf der großen Leinwand gesehen werden sollten. Wir sahen den Film bereits beim <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/filmfest-munchen-fazit/" target="_blank">Filmfest München</a> und ergriffen nach der Vorstellung kurzentschlossen die Gelegenheit, ein Interview mit den Regisseuren Hélène Cattet und Bruno Forzani zu führen, die sich als außerordentlich sympathisch und enthusiastisch erwiesen und im Gespräch den Eindruck bestätigten, dass es sich bei AMER um eine <em>labour of love</em> zweier leidenschaftlicher Giallo-Fans handelt. <span id="more-4561"></span>Der experimentelle und fetischistische Stil des Films, der ihn, wie auch Rochus Wolff in seiner <a href="http://buttkickingbabes.de/?p=1429" target="_blank">treffenden Kritik</a> erläutert, eher zu einem sinnlichen &#8220;Meta-Giallo&#8221; als zum vielfach annoncierten &#8220;Neo-Giallo&#8221; macht, stößt allerdings nicht überall auf Gegenliebe. Auch auf Eskalierende Träume gingen die Meinungen durchaus auseinander: während Andreas und Christoph gerade von der extremen Stilisierung und Fetischierung sehr angetan waren, mochte Alex P. den Film zwar grundsätzlich, hätte aber lieber einen klassischen Giallo gesehen, während er gerade der extremen Fetischierung (nicht zuletzt männlicher Körper) weniger abgewinnen konnte und mutmaßte, AMER sei vielleicht eher &#8220;ein Giallo für Frauen und Schwule&#8221; (ein Eindruck, den Andreas, sich selbst als Gegenbeispiel einbringend, nicht teilen konnte, auch wenn der Film zweifellos und angesichts seiner Prämisse auch zwangsläufig aus einer weiblichen Perspektive &#8220;erzählt&#8221; ist, was ihn natürlich deutlich von vielen eigentlichen Gialli unterscheidet). Im Gespräch mit den Regisseuren wird unter anderem dieser Aspekt aufgegriffen, aber auch auf Vorbilder, Arbeitsweisen und weitere Pläne des Dous eingegangen. Das Interview wurde von Andreas und Christoph gemeinsam geführt, wobei Christoph den größten Teil der Fragen bestritt und mehrfach persönliche Ansichten einbrachte, die nachfolgend durch Ich-Formulierungen in den Fragesätzen gekennzeichnet sind.<br />
<strong><br />
Eskalierende Träume: Zunächst würde uns interessieren, ob ihr während der Vorbereitung des Films keine Bedenken hattet, euch mit eurem Langfilm-Debüt einer vermeintlich altmodischen Ästhetik anzunähern, die eindeutig als typisches Produkt der 70iger angesehen wird in ihrer Exzessivität und ihrer extremen Stilisierung?</strong></p>
<p>Bruno: Nein, eigentlich nicht. Wir sind ja schon seit 10 Jahren zusammen und haben diese Ästhetik vor AMER bereits in fünf Kurzfilmen (Anm. d. Red.: u.a. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=r74nX5QztFA">CHAMBRE JAUNE</a>) verwendet. Wir haben all diese Filme mit gleichgesinnten Freunden gedreht und waren uns immer darüber im Klaren, dass wir uns “in einer anderen Zeit” bewegen. Wir sind das gewohnt.</p>
<p>Hélène: Wir haben uns von Kurzfilm zu Kurzfilm dieses Universum aus Klang und Bildern geschaffen und AMER ist eine direkte Weiterführung unserer Kurzfilme.</p>
<p>B: Da er auch eine Art Abschluss unserer bisherigen Kurzfilme darstellt, haben wir uns überhaupt keine Gedanken gemacht, in welcher Zeit wir uns bewegen. Wir lieben dieses Kino. Letztlich hat es uns die Zuversicht und die Kraft gegeben, überhaupt Filme zu machen. Ohne den Giallo könnten wir das gar nicht.</p>
<p>H: Ja, wir lieben die Ästhetik der 70iger, ihre Musik, ihre Mode, ihre Farben, einfach alles. Die Wahrnehmung der 70iger entspricht unserer eigenen Wahrnehmung der Welt.</p>
<p>B: Wir haben AMER in Südfrankreich gedreht, an Orten, an denen ich aufgewachsen bin. Die Gialli sind für mich fast so etwas wie Familienfilme. Viele von ihnen wurden in meiner Gegend gedreht. Meine Mutter und meine Tante waren ähnlich gekleidet und mein Leben spielte sich an den gleichen Orten ab. Daher sind die Bilder der Gialli für mich wie persönliche, intime Bilder meiner eigenen Kindheit.</p>
<p><strong>Eine kleine triviale Frage, weil es sich gerade anbietet: Wurde die alte Villa im Film schon in anderen Filmen als Kulisse verwendet? Uns hat sie stark an eine Villa erinnert, die des Öfteren in Filmen von Jess Franco auftaucht.</strong></p>
<p>B: Nein, in dieser Villa wurde vorher noch nie gefilmt. Sie liegt in der Nähe der Wohnung meiner Eltern und steht seit 25 Jahren leer. Als ich klein war, schlichen meine Freunde und ich häufig um das Haus und fürchteten uns. Wir dachten, es wäre ein Spukhaus, da es ein wenig aussieht wie die Villa in Dario Argentos <a href="http://akas.imdb.com/title/tt0073582/" target="_blank">DEEP RED</a>. Daher hatte dieses Haus für uns etwas sehr Unheimliches, Mystisches an sich, und als wir beschlossen, AMER in meiner Heimatstadt zu drehen, hatte ich endlich die Gelegenheit, mich in dieses Haus zu begeben, sein Inneres zu erforschen – das war&#8230;Wow!<br />
<strong><br />
Hélène, ich würde gerne noch einmal die Frage wiederholen, die ich dir schon im Kino gestellt habe. Es war faszinierend, einen Film zu sehen, der sich wie ein Giallo anfühlt, jedoch eine weibliche Perspektive einbringt. Bei aller Liebe zum Genre muss man ja doch zugeben, dass viele der klassischen Gialli durchaus auch einen sexistischen, gelegentlich sogar direkt misogynen Anstrich haben. Daher noch einmal: Auf welche Weise fühlst du dich als Frau von der Erotik der klassischen Gialli angezogen?</strong></p>
<p>H: Mich fasziniert es, in den Gialli die Fantasien ihrer männlichen Macher zu sehen und ich mag ihre weiblichen Charaktere wie zum Beispiel Edwige Fenech in <a href="http://akas.imdb.com/title/tt0066412/" target="_blank">DER KILLER VON WIEN</a> oder meine persönliche Lieblingsheroin, gespielt von Florinda Bolkan in <a href="http://akas.imdb.com/title/tt0067361/" target="_blank">A LIZARD IN A WOMAN&#8217;S SKIN</a>. Bruno bevorzugt übrigens eher Edwige Fenech. (lacht)<br />
Ich liebe diese Figuren also sehr, aber sie werden immer ausschließlich mit männlichen Augen gesehen und von ihren Regisseuren nie anders gezeigt. Ich wollte ein bisschen tiefer gehen und diesen weiblichen Typus aus einer weiblichen Perspektive zeigen, gerade weil ich diese Figuren so mag.</p>
<p>B: Und natürlich die Rolle des Mannes zu vertauschen, ihn zum Objekt der Begierde zu machen und ihm einen schönen Mord zu bescheren.</p>
<p>H: Genau! (lacht) Einen schön inszenierten Mord an einem Mann, das war sehr wichtig.<br />
<strong><br />
Dem kann ich nur zustimmen. Vielen Dank übrigens für die vielen Prachtkerle! (alle lachen) Da sich AMER für mich tatsächlich wie ein ausgesprochen weiblicher Film anfühlte: Wie teilt ihr euch den Regiestuhl?</strong></p>
<p>H: Wir teilen uns nichts. (lacht)</p>
<p><strong>Ihr macht einfach alles gemeinsam?</strong></p>
<p>B: Genau.</p>
<p>H: Das Schreiben war wie ein Ping-Pong-Spiel. Ich habe einen Entwurf geschrieben, ihn Bruno gegeben, er hat ihn überarbeitet, mir wieder zurückgegeben und so weiter. Während der Vorbereitungen haben wir uns dann oft gestritten und viel diskutiert, was schrecklich und sicherlich der unangenehmste Teil der Arbeit war. Aber wir haben alles zusammen erarbeitet und während der Dreharbeiten war dann wieder alles in Ordnung zwischen uns. Auf jeden Fall hat keiner den anderen dominiert. </p>
<p>B: Und da der Giallo ein Genre ist, in dem das Spiel mit Perspektiven eine große Rolle spielt, pendelt der Film auch manchmal hin- und her zwischen meiner männlichen und Hélènes weiblicher Perspektive, es ist ein Wechselspiel.</p>
<p><strong>Genau das haben wir auch als besonders faszinierend empfunden – wie sich  diese beiden Perspektiven ständig aneinander reiben.<br />
Wie lange dauerten die Dreharbeiten?</strong></p>
<p>B: 39 Tage. </p>
<p><strong>Aus persönlicher Neugier gefragt: wie viel haben euch die Rechte für die Soundtrack-Stücke von Cipriani, Nicolai und Morricone gekostet? Die italienischen Musikverlage sind ja bekannt für ihre horrenden Forderungen.</strong></p>
<p>B: Das war nicht einfach. Die Verhandlungen haben sich letzten Endes über anderthalb Jahre hingezogen, bis alle Musikrechte geklärt waren. </p>
<p>H: Aber wir wollten einfach unbedingt genau diese Stücke, deshalb war Bruno dabei sehr beharrlich.<br />
<strong><br />
Wir waren ziemlich begeistert von der Intensität der Soundeffekte des Titelstücks aus <a href="http://akas.imdb.com/title/tt0066924/" target="_blank">DER SCHWANZ DES SKORPIONS</a> im Vorspann von AMER. Das war vermutlich eine bewusste Neuabmischung?</strong></p>
<p>(Beide lachen)<br />
B: Ja, klar.</p>
<p><strong>Beim Betrachten des Films ist relativ offensichtlich, dass ihr es genossen habt, diesen Film machen zu können. Gab es beim Dreh irgendwelche speziellen Schwierigkeiten oder einen Punkt, an dem ihr dachtet „Oh mein Gott, das läuft alles aus dem Ruder“? Oder wo ihr gemerkt habt, dass ihr manche Dinge nicht wie geplant realisieren könnt, weil etwas dazwischen kam oder nicht genug Geld zur Verfügung stand?</strong></p>
<p>B: Ja, die Vorspann-Sequenz war zunächst ganz anders geplant, aber die Spezialeffekte, die wir im Sinn hatten, wären zu teuer geworden. Wir haben die ursprüngliche Idee dann während des Drehens aufgegeben und uns für eine andere Lösung entschieden.</p>
<p>H: Aber wir sind wirklich glücklich mit der Vorspann-Sequenz, so wie sie jetzt ist. Vielleicht war es letztlich sogar gut, dass wir sie geändert haben.<br />
<strong><br />
Wir fanden den Film sehr erotisch, sehr sinnlich, vor allem im mittleren Abschnitt, aber auch im letzten Kapitel. Offensichtlich war das auch euer Ziel. Findet ihr den Film denn selbst erotisch?</strong></p>
<p>B: Auf jeden Fall.</p>
<p>H: Aber es ist kompliziert. Nachdem wir den Film nun schon so oft gesehen haben, fällt es uns schwer, während des Sehens nicht an die Dreharbeiten zu denken. Vielleicht ändert sich das, wenn wir ihn mit etwas mehr persönlicher Distanz in vielen Jahren wieder sehen.</p>
<p>B: Während des Entstehungsprozesses hatten wir auf jeden Fall große Lust, einfach Kino zu machen – tatsächlich all diese Sinneseindrücke zu visualisieren, in Bilder umzusetzen.</p>
<p>H: Wir hatten das Projekt vorab schon sehr genau im Kopf und wussten, wo wir hin wollten.</p>
<p><strong>Jedes Mal, wenn man einen Film sieht, den man wirklich mag, ist man hinterher natürlich neugierig auf die nächsten Projekte der entsprechenden Filmemacher. Habt ihr schon genauere Vorstellungen von eurem nächsten Langfilm, oder widmet ihr euch als nächstes wieder einem Kurzfilm?</strong></p>
<p>B: Tatsächlich arbeiten wir bereits an einem neuen Film, aber wir haben auch schon ein Konzept für einen Kurzfilm, den wir vielleicht machen werden, aber das ist momentan noch nicht sicher. Wir schreiben jedenfalls gerade am Drehbuch eines neuen Kinofilms, der sich erneut um Begehren, Körper und das Giallo-Genre drehen wird – aber diesmal aus einer männlichen Perspektive. Insofern wird er vielleicht nicht ganz so erotisch&#8230; (lacht)</p>
<p><strong>Wie lange wart ihr mit dem Schneiden von AMER beschäftigt? Aus wie vielen Einstellungen besteht der Film eigentlich insgesamt?</strong></p>
<p>B: Wir brauchten 10 Wochen für den Schnitt, insgesamt arbeiteten wir mit 2200 Einstellungen.</p>
<p>H: Der Schnitt ging wirklich relativ schnell, was auch nur funktionierte, weil wir schon vorab genaue Vorstellungen hatten, aus welchen Einstellungen sich die Szenen zusammensetzen würden. Wir haben dafür auch genaue Skizzen angefertigt und sogar mit einer Videokamera vorab viele Testaufnahmen gemacht.<br />
<strong><br />
Habt ihr bereits als Jugendliche Gialli gesehen, womöglich sogar im Kino? </strong></p>
<p>B: Als Jugendlicher konnte ich sie nicht im Kino sehen, sondern nur auf VHS. In den letzten Jahren hatte ich jedoch Gelegenheit, einige der Filme auch im Kino zu sehen, beispielsweise in Kinematheken oder auf Festivals – ich glaube <a href="http://akas.imdb.com/title/tt0076786/" target="_blank">SUSPIRIA</a> lief 2003 hier beim Filmfest in München. </p>
<p><strong>Wir mussten dafür eine Fahrt nach Wien auf uns nehmen, wo 2007 eine exzellente neue Kopie von SUSPIRIA auf einer riesigen Leinwand in einem 800-Plätze-Kino gezeigt wurde. Überwältigend.</strong></p>
<p>B: Wir sind sehr fetischistisch, was das 35mm-Material und das Kinoerlebnis angeht. Ich habe auch gelegentlich als Filmvorführer gearbeitet, bevor wir mit dem Filmemachen anfingen. Insofern haben wir AMER definitiv für die Kinoaufführung konzipiert.</p>
<p>H: Ja, für die große Leinwand.</p>
<p>B: Aber es ist toll, dass die Bildformate von Filmen heute nicht mehr beschnitten und verstümmelt werden wie zu VHS-Zeiten. Man hat endlich die Möglichkeit, Filme auch zuhause in sehr guter Bild- und Tonqualität zu sehen. Aber wir haben den Film fürs Kino gemacht.</p>
<p><strong>Die Verbesserungen im Heimkino-Bereich sind natürlich wichtig und erfreulich, auch dahingehend, dass Filme wie AMER nur selten einen regulären Kinostart in Deutschland bekommen – aber zumindest wird es nach dem Filmfest München auch im Rahmen des Fantasy Filmfests noch Aufführungen in einigen deutschen Städten geben. Wo wir gerade bei kinotechnischen Aspekten sind: werdet ihr euren nächsten Film wieder auf Super16 drehen?</strong></p>
<p>H: Ja, wir lieben das Format. Es ist in unserem Fall nicht so sehr eine finanzielle Entscheidung, sondern wir lieben einfach die stärkere Körnigkeit und die physische Beschaffenheit des Materials.</p>
<p><strong>Was sind eure Giallo-Lieblingsfilme? </strong></p>
<p>B: Oh, da gibt es eine Menge!</p>
<p><strong>Dann vielleicht anders gefragt: Welcher war der erste Giallo, den ihr gesehen habt, der also gewissermaßen eure Begeisterung entfacht hat?</strong></p>
<p>B: Mein Erster war <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/geborgte-filme-%E2%80%93-endlich-gesehen-2-tenebre-1982/" target="_blank">TENEBRE</a>, als ich 12 Jahre alt war.</p>
<p>H: Mein erster Giallo war auch einer von Argentos Filmen, DEEP RED, den mir Bruno 1998 gezeigt hat.</p>
<p><strong>Angesichts der zahlreichen Großaufnahmen von Augen in AMER hat euch offenkundig auch Lucio Fulci inspiriert.</strong></p>
<p>B: In der Tat, ganz besonders der schon erwähnte LIZARD IN A WOMAN’S SKIN oder <a href="http://akas.imdb.com/title/tt0084719/" target="_blank">NEW YORK RIPPER</a>. Und <a href="http://akas.imdb.com/title/tt0080057/" target="_blank">ZOMBI 2</a> ist einer meiner Favoriten, ich liebe die Szene mit dem Hai und dem Zombie.</p>
<p><strong>Um wieder auf AMER zurück zu kommen: war der Film erfolgreich in Frankreich und Belgien?</strong></p>
<p>B: In Belgien durchaus, aber in Frankreich hatten wir leider keinen besonders engagierten Verleiher. </p>
<p>H: Aber er war ein großer Kritikererfolg und nach den ersten Besprechungen wurde der Film auch von vielen Zuschauern gespannt erwartet.</p>
<p><strong>Gab es bestimmte Experimentalfilmer abseits des Giallo-Genres, die euch beeinflusst haben?</strong></p>
<p>H: Klar, da gibt es einige, Kenneth Anger zum Beispiel, oder Maya Deren, aber auch einige Experimentalfilme aus den letzten Jahren.</p>
<p>B: Und was die experimentellen Aspekte von Gialli und Italowestern angeht, sind wir auch große Fans von <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/arcana-1972/" target="_blank">Giulio Questi</a>.</p>
<p><em>Danach eskalierte das zuvor bereits sehr angenehme und angeregte Gespräch vollends zu einem Nerd-Talk unter vier enthusiastischen Giallo-Fans, bevor die beiden dann leider zu einem anderen Termin weiter mussten&#8230;</em></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Das Interview wurde spontan im Juni 2010 in München, Deutschland geführt. Es ist Teil der <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/an-evening-with-lloyd-kaufman/">Prominenz-Initiative</a> von Eskalierende Träume.</span></p>
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		<title>Der Hofbauer-Report: Was Cineasten und Kritiker nicht für möglich halten!</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 03:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andreas]]></category>
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		<category><![CDATA[Deutscher Sexfilm]]></category>
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		<category><![CDATA[Ernst Hofbauer]]></category>
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Presseschau zu den neuesten Entwicklungen in der Hofbauer-Kontroverse
Eine ungewöhnlich heftige Kontroverse erschütterte in den vergangenen Tagen die Cine-Welt. Was sich in den letzten Wochen schon in einigen Kommentaren und Bewertungen ankündigte, fand mit der Veröffentlichung einer euphorischen Kritik sowie eines Kurzkommentars zu EROTIK IM BERUF auf Eskalierende Träume ihren vorläufigen Höhepunkt und sorgte innerhalb kürzester [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/beruf001.jpg"><img src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/beruf001.jpg" alt="" title="Berufserotik" width="525" height="285" class="alignnone size-full wp-image-4487" /></a></p>
<p><strong>Presseschau zu den neuesten Entwicklungen in der Hofbauer-Kontroverse</strong></p>
<p>Eine ungewöhnlich heftige Kontroverse erschütterte in den vergangenen Tagen die Cine-Welt. Was sich in den letzten Wochen schon in einigen Kommentaren und Bewertungen ankündigte, fand mit der Veröffentlichung einer euphorischen Kritik sowie eines Kurzkommentars zu <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/erotik-im-beruf-was-jeder-personalchef-gern-verschweigt-1971/" target="_blank">EROTIK IM BERUF</a> auf Eskalierende Träume ihren vorläufigen Höhepunkt und sorgte innerhalb kürzester Zeit für eine bislang nicht für möglich gehaltene Welle an empörten Reaktionen und erhitzten Diskussionen. Die Brisanz der Debatte vermitteln einige ausgewählte Zitate aus Zeitungen und Zeitschriften, aber auch aus Interviews und Gesprächen. Auch aus dem Umfeld von Eskalierende Träume wurden zugleich weitere Pläne bekannt. Im Folgenden soll ein erster Überblick über die vielfältigen Kommentare gegeben werden.<span id="more-4486"></span></p>
<p>Der wirtschaftlich orientierte <em>Marktbeobachter</em> schreibt: &#8220;Diese Diskussion und diese Besprechung kommen zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Durch die <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/an-evening-with-lloyd-kaufman/" target="_blank">Prominenz-Initiative</a> ist Eskalierende Träume innerhalb kürzester Zeit zum beliebtesten (und einzigen!) deutschen Cinemenschen-Blog aufgestiegen. An diesem Punkt könnte sich die Hofbauer-Kontroverse als sehr wachstumshemmend erweisen. Es ist ein Spiel mit dem Feuer.&#8221;</p>
<p>In der Kolumne des Filmmagazins <em>Gießkanne</em> ist zu lesen: &#8220;Es ist wirklich lächerlich, was da passiert. Und dass als vorläufiger Höhepunkt ausgerechnet dieser Film herhält, ist bezeichnend. Wir haben ihn bereits bei seiner DVD-Veröffentlichung so kurz und unauffällig wie möglich besprochen und selbstverständlich als ungenießbares Bildragout gegeißelt. Die anderen Filme dieses Regisseurs sind übrigens keinen Deut besser. Die ganze Aufregung ist eine Farce!&#8221;</p>
<p><em>Der Kinoreflektor</em> sieht die Kontroverse sachlich: &#8220;Immerhin hatten diese Filme damals im Kino ein Millionenpublikum und waren später auch im Privatfernsehen erfolgreich. Das muss Gründe habe. Allein das ist ein guter Anlass, sich damit zu befassen.&#8221;</p>
<p>Die Meinungsmacher von <em>Wertstabil</em> sind irritiert: &#8220;Es ist befremdlich, dass nun diese alten Klamotten plötzlich wieder ausgepackt werden. Dabei ist es doch gegenwärtig so gut um den deutschen Film bestellt &#8211; Kritikerbegeisterung, Publikumserfolge und sogar Oscar-Auszeichnungen gab es für überragende Leistungen wie DER UNTERGANG oder DAS LEBEN DER ANDEREN. Hier steckt eine neue Kraft, das deutsche Kino hat wieder Rang und Namen, wir sind wieder wer! Warum also den Blick auf diesen miefigen Klamauk von Vorgestern richten? Die Gegenwart zählt!&#8221;</p>
<p>Die <em>Völkische Offenbarung</em> tobt: &#8220;Wir sind entsetzt über diesen Fehltritt! Es ist beschämend und unverantwortlich, wie in dieser Besprechung das deutsche Lebensgefühl diffamiert wird. Das ist besonders enttäuschend, weil diese Weltnetzseite sich zuvor mit ihren &#8216;Deutschen Lieblingsfilmen&#8217; vielversprechend hervor getan hat.&#8221; Auf den Einwand, dass der Film doch positiv besprochen werde: &#8220;Aber aus den falschen Gründen! Und diese schmutzigen Erotik-Erzeugnisse gehören leider zu den wenigen Entartungen deutschen Kunstschaffens. Steinalt sind sie außerdem, wer will denn heutzutage an derartiges erinnert werden? Man muss doch auch mal vergessen können!&#8221;</p>
<p><em>Die Unnationalen</em> zeigen sich ebenfalls sehr nüchtern: &#8220;Inhaltlich ist diese Kritik am Deutschtum ja richtig und erfreulich, aber braucht man als Aufhänger ausgerechnet einen billigen Sexfilm?&#8221;</p>
<p>Die <em>Filmblase</em> kommentiert besonders unnachgiebig: &#8220;Nicht ohne Grund werden Filme wie dieser heutzutage von seriösen Organen nicht mal mehr mit der Kneifzange angefasst. Schon das gesunde Geschmacksempfinden sollte dafür sorgen, dass man einen Bogen um diese degoutanten Fragwürdigkeiten macht.&#8221;</p>
<p>Auch der <em>Verein zur Bewahrung schlöner Filmkultur</em> zeigt kein Verständnis: &#8220;Besonders bestürzend ist, dass diese Begeisterung nicht von fehlgeleiteten Nostalgikern, sondern von Filmfreunden der jüngeren Generation kommt. Jahrzehntelang haben wir gegen den Mief von Opas Kino gekämpft, und nachdem man diese üblen Kommerzprodukte endlich langsam vergessen glaubte, greifen ausgerechnet junge Cineasten in die stinkende Mottenkiste und bejubeln diese widerlichen Machwerke. Wir sind fassungslos.&#8221;</p>
<p>Zu den wenigen positiven Stimmen gehört die Organisation <em>Mannskerle</em>: &#8220;Auch wenn EROTIK IM BERUF mittlerweile äußerlich angestaubt und überkommen wirken mag, ist er inhaltlich hochaktuell, und wir freuen uns über die Aufmerksamkeit, die ihm nun zuteil wird. Denn er macht schonungslos darauf aufmerksam, welch unzumutbarer sexueller Überreizung Männer schon seit den Sechziger Jahren durch weibliches Personal am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. [siehe Bild oben] Dieses Thema darf nicht totgeschwiegen werden!&#8221;</p>
<p>Darauf Bezug nehmend, reagiert <em>FrauenArbeit</em> ungehalten: &#8220;Solche Reaktionen sind abstoßend und bestätigen alle Vorurteile: Diese Filme sind in höchstem Maße misogyn, homophob und rassistisch! Man braucht sie sich gar nicht anzusehen, so offensichtlich ist es bereits anhand solcher Reaktionen!&#8221;</p>
<p>Die <em>Gesellschaftposition</em> ist ungehalten: &#8220;Man muss doch auch an die Wirkung denken, die solche Besprechungen auf Kinder und Jugendliche haben können. Hier wird ein völlig falsches, sozialethisch desorientierendes Filmverständnis vermittelt. Das ist ein gewissenloser, gemeiner Angriff auf die natürliche Entwicklung junger Menschen!&#8221;</p>
<p>Der Kommentar des <em>Kinopostlers</em>: &#8220;Als aufgeschlossener Betrachter kann man zugestehen, dass es auch im Bereich des deutschen Sexfilms durchaus sehr vereinzelte Filme und Filmemacher gibt, denen man zumindest eine gewisse Ambition und vor allem eine angemessene Zurückhaltung bescheinigen kann. Bei Hofbauer allerdings hört der Spaß auf. Diese sexistische Ausschussware kann kein geistig gesunder Mensch durchstehen, geschweige denn ernstnehmen.&#8221;</p>
<p>Freundlichere Worte fand das alternative Kultfilmmagazin <em>Scathing Pictures</em>: &#8220;Sicherlich ist diesen Artefakten der deutschen Kinokultur ein gewisser Unterhaltungswert nicht abzusprechen, insbesondere aufgrund ihrer unfreiwilligen Komik. Allerdings halten wir es für völlig verfehlt, ihnen eine weitreichende Auseinandersetzung in Form eines kulturpolitischen Diskurses angedeihen zu lassen. Die künstlerische Relevanz dieser Filme ist mindestens ebenso zweifelhaft wie die Behauptungen gewisser Nachwuchsautoren, dass Ernst Hofbauer in seinen Filmen deutsche Wirklichkeit abbilde.&#8221;</p>
<p>Der <em>Filmdetektor</em> erklärt, man dürfe in einer solchen Kontroverse eine derart unhaltbare Kritik nicht ohne Gegendarstellung stehen lassen, und kontert daher umgehend mit einer eigenen Kurzbesprechung von EROTIK IM BERUF, deren Fazit unmissverständlich ausfällt (inklusive des Hinweises, dass diese Kritik auch umstandslos auf alle anderen Hofbauer-Filme anwendbar sei): &#8220;Zwielichtiges Bordellersatzkino mit Anlage zur sittlichen Desorientierung. Ein ordinäres Hintertreppenprodukt, dessen Inhalt von indezenten Bildfolgen überwuchert wird, einzig mit dem Ziel, alle Abseitigkeiten des Geschlechtslebens vorzuführen und für sexuelle Zielabirrungen zu werben. Insgesamt ein obszöner, unverschämter und geradezu aufreizend beschränkter Aufruf zur zügellosen Enthemmung am Arbeitsplatz und damit ein primitives Spekulationsprodukt ohne erkennbare Qualitäten. Wir raten ab!&#8221;</p>
<p>In der Zeitschrift <em>Filmbasis</em> gab es deutliche Worte: &#8220;Wer diese Filme derart positiv bespricht, verspielt seine Glaubwürdigkeit als Rezensent. Vielmehr noch: wer sich diese Filme überhaupt ansieht, möglicherweise in größerer Anzahl, disqualifiziert sich bereits von selbst.&#8221;</p>
<p>Um ein repräsentatives Bild der öffentlichen Meinung zu erhalten, wurden außerdem auch Straßen-Interviews mit Passanten durchgeführt. Auf den in der Presse heiß diskutierten Fall angesprochen, fielen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus:<br />
&#8220;Es kann sich dabei doch nur um einen Scherz handeln! Oder diese Typen haben sich was eingeschmissen. Wer würde sich denn diese Filme überhaupt freiwillig anschauen wollen, womöglich nüchtern?!&#8221; (Herbert D.)<br />
&#8220;Was bitte? Erotik im Beruf? Hab ich noch nicht erlebt.&#8221; (Hildegard L.)<br />
&#8220;Mit derartigen Sachen geb ich mich gar nicht erst ab. Warum manche Leute diesen Schund propagieren, ist mir wirklich schleierhaft.&#8221; (Dieter R.)<br />
&#8220;Ob Sie&#8217;s glauben oder nicht: wir ziehen uns gelegentlich bei unseren Trash-Abenden auch mal solche Streifen rein, die sind teilweise echt abgefahren! Allerdings halten wir meistens nicht bis zum Ende durch, weil wir dann schon zu betrunken sind.&#8221; (Irina W.)<br />
&#8220;Bitte belästigen Sie mich nicht, ich muss zur Arbeit.&#8221; (Hans S.)<br />
&#8220;Ich hab mal so einen ähnlichen Film gesehen. Ziemlich öde und unerotisch. Heutzutage gibt&#8217;s doch Porno, wer braucht da so einen harmlosen Quatsch? Außerdem immer diese vielen Haare, total ekelhaft!&#8221; (Eddie P.)<br />
&#8220;Ach, ich mach mir da nichts draus, solche Streitereien amüsieren mich in erster Linie.&#8221; (Biggi L.)<br />
&#8220;Ich kann kaum glauben, dass wir in Deutschland immer noch so verklemmt sind. Sicherlich sind diese Filme wahrscheinlich pädagogisch nicht besonders hochwertig, aber man sollte doch meinen, dass wir inzwischen über solchen Dingen stehen und in der Lage sind, den jüngeren Generationen ein liberaleres Bild unserer Sexualmoral zu vermitteln.&#8221; (Jutta L.)<br />
&#8220;Vermutlich ist das alles nur selbstzweckhafte Provokation, mit der diese Webseite auf sich aufmerksam machen will. Ziemlich albern, wenn Sie mich fragen.&#8221; (Hella W.)<br />
&#8220;Ich habe mit 16 mal einige dieser alten Dinger nachts im Fernsehen gesehen und fand sie eigentlich ziemlich cool. Allerdings kann ich nicht verstehen, warum man deswegen einen solchen Trubel macht. Diese Filme kann man doch heute eh nicht mehr ernstnehmen.&#8221; (Toni A.)<br />
&#8220;Es ist schon bedenklich, dass über sowas ernsthaft diskutiert wird. Haben wir denn keine anderen Sorgen?&#8221; (Karla Z.)</p>
<p>Ein Vertreter der Zentralkinemathek antwortete auf die Frage, ob im deutschen Allgemein-Archiv auch Hofbauer-Filme vertreten wären: &#8220;Natürlich nicht. Wo denken Sie hin? Allein die Frage entbehrt jeglicher Seriosität! Wir arbeiten gerade an aufwendigen, wiederholten Restaurationen einiger anerkannter Klassiker von Lang und Murnau. Unsere Aufmerksamkeit gilt immer zuvorderst den Werken, hinter denen ein breites öffentliches Interesse steht. Da bleibt nebenbei nicht viel Zeit und Geld für unbekanntere Autorenfilme, nach denen kein Hahn kräht. Und für Schundfilme erst recht nicht. Das würde auch gegen unsere Arbeitsprinzipien verstoßen.&#8221;</p>
<p>In der Infobroschüre <em>BeAufSichtigung</em> war zu lesen: &#8220;Schon die Gründung von <a href="http://www.sigigoetz-entertainment.de/" target="_blank">SigiGötz-Entertainment</a> haben wir mit größter Skepsis verfolgt und hatten immer die Sorge, dass daraus eine breitere Bewegung werden würde. Dass nun tatsächlich auch andere auf diesen Zug aufspringen, macht uns traurig, und die verwerfliche, gesellschaftskritisch und intellektuell verbrämte Art, wie dies geschieht, übersteigt wirklich alle Befürchtungen!&#8221;</p>
<p>Ein Stammzuschauer eines Bahnhofskinos kann die Empörung nicht nachvollziehen: &#8220;Ich habe manche der Filme bereits seinerzeit im Kino gesehen, oft mit sehr gemischten Gefühlen. Wenn ich sie heute wiedersehe, entdecke ich darin aber oft interessante Ansätze und Aspekte, die man nicht unbedingt erwarten würde. Sie erzählen halt auch einfach viel über die damalige Zeit. Und es ist doch schön, wenn sich Menschen ohne Vorbehalte mit solchen Dingen beschäftigen. Schauen Sie sich doch außerdem erst einmal die Filme von Jürgen Enz oder Gunter Otto an, bevor Sie über Ernst Hofbauer herziehen!&#8221;</p>
<p>Berichte, denen zufolge die Hofbauer-Kontroverse zu einer tiefgreifenden Spaltung von Eskalierende Träume führen könnte, wurden zwischenzeitlich dementiert. &#8220;Unser Konzept war es von Anfang an, dass auch unvereinbare Gegensätze und unterschiedlichste Ansichten geduldet werden. Der Fall Hofbauer ist sicherlich extrem. Aber auch das wird uns nicht erschüttern. Selbst bei unserer Reihe mit deutschen Lieblingsfilmen gibt es keine redaktionelle Abstimmung, die Auswahl ergibt sich im Gegensatz zum Konsens-Gedanken des üblichen Kanons bewusst willkürlich und unberechenbar, jeder kann nach Belieben jeden Film einbringen, auch wenn dieses Werk außer ihm selbst jeder andere der Mitautoren verabscheut&#8221;, gab man sich betont liberal und tolerant.</p>
<p>Eine Gruppierung innerhalb von Eskalierende Träume verkündete unterdessen, nach dem Vorbild der <a href="http://mubi.com/notebook/posts?author_id=105" target="_blank">Ferroni</a> <a href="http://negativespace.blogger.de/stories/1642772/" target="_blank">Brigade</a> ein von der Hauptseite unabhängiges Autorenkollektiv zu gründen. &#8220;Das Hofbauer-Kommando&#8221; werde voraussichtlich drei Stammautoren umfassen, möglicherweise würden gelegentlich auch zwei bis drei externe Autoren miteingebunden. Man werde eine umfassende Besprechungs-Reihe unter dem Titel &#8220;The Hofbauer Appreciation Series&#8221; in Angriff nehmen. Außerdem stehe man bereits mit dem neu gegründeten DVD-Label totalSPEKTRUM in Verhandlungen, geplant sei eine DVD-Edition mit ungefähr zehn bislang noch nicht veröffentlichten essentiellen Hofbauer-Filmen, darunter PROSTITUTION HEUTE, MÄDCHEN BEIM FRAUENARZT und GEJODELT WIRD IM UNTERHÖSCHEN. Dabei seien aufwendige Neuabtastungen, mehrsprachige Untertitel und umfangreiches Bonusmaterial geplant. Jeder DVD würde außerdem ein tiefgreifender, 40-seitiger Essay beiliegen. &#8220;Für Hofbauer ist nur das Beste gut genug. Unser Ziel sind daher inhaltlich und äußerlich hochwertige Veröffentlichungen, die den kulturellen Wert des Produkts symbolisieren und die sich der geneigte Käufer ohne Gewissensbisse und ohne falsche Scham direkt neben den Spezialeditionen von Schlöndorff und Wenders ins Regal stellen kann.&#8221; Dass Hofbauer ohnehin sogar interessanter als die beiden vielfach ausgezeichneten Regisseure sei, wolle man zukünftig auch einer breiteren Schicht von Zuschauern vermitteln: &#8220;Im Grunde vergleichbar mit den Bemühungen der Cahiers du cinéma in den 50er Jahren, die dafür sorgten, dass auch Regisseure innerhalb des Hollywoodsystems endlich als künstlerische Autoren ihre Würdigung erfuhren. Bei Regisseuren wie Hofbauer ist dies freilich noch eine deutlich schwierigere Aufgabe, weil der deutsche Sexfilm im Gegensatz zum damaligen Hollywoodfilm noch bei weitem schlechter gestellt ist und ihm überwiegend sogar mit blanker Verachtung begegnet wird&#8221;, so der größenwahnsinnig anmutende Vergleich. Als problematisch könnte sich hinsichtlich der DVD-Pläne die Rechtesituation erweisen. Ein Vertreter des Hofbauer-Kommandos erklärt: &#8220;Fast alle bislang auf DVD veröffentlichten Hofbauer-Filme sind von Kinowelt heraus gebracht worden. Das ist grundsätzlich verdienstvoll, leider sind jedoch einige der Filme nur gekürzt und in mäßiger Qualität erschienen. Am liebsten würden wir alle Hofbauer-Filme noch einmal in würdigeren Editionen neu veröffentlichen. Wichtiger sind aber natürlich zunächst die bislang noch gar nicht auf DVD zugänglichen Filme. Leider liegen wohl auch hier viele Rechte bei Kinowelt, die diese Filme aber weder selbst in Angriff nehmen, noch Unterlizensierungen vornehmen wollen. Das ist ein sehr unbefriedigender, frustrierender Zustand, der übrigens leider auch unzählige andere rare, dringend gesuchte deutsche Genre- und Autorenfilme betrifft.&#8221;<br />
Jedoch wolle man sich ohnehin nicht nur auf Hofbauers deutsche Filme konzentrieren, sondern auch Werke wie DREI TEUFELSKERLE LACHEN ALLES NIEDER miteinbeziehen. Doch auch dort sei momentan noch vieles in der Schwebe: &#8220;Die türkischen Produzenten verweigern die Herausgabe des Materials. Hier wird wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit notwendig sein.&#8221;</p>
<p>Unterdessen gelangte bereits eine nicht autorisierte Übersetzung der Besprechung von EROTIK IM BERUF an die internationale Presse. Eine erste Reaktion kam von Ken Nidoch vom KindlyObserver: &#8220;I&#8217;ve never heard of Hofbauer before. This kind of appreciation sounds a bit strange und uncomfortable to me, but I&#8217;ll try to check out one of his works first before judging. At least, this is indeed a fascinating case.&#8221;</p>
<p>Auf eine direkte Wortmeldung bei der Kritik wollte sich indessen trotz der heftigen Kontroverse bislang niemand einlassen. &#8220;Da zeigt sich bereits das Dilemma, mit dem wir es hier zu tun haben: Einen Hofbauer-Film oder eine Hofbauer-Kritik zu kommentieren, insofern also mit Hofbauer in Verbindung gebracht zu werden, das kann und will sich heute einfach kaum einer leisten. Das ist der Punkt, wo wir ansetzen müssen&#8221;, zeigte sich ein Sprecher des Hofbauer-Kommandos entschlossen.</p>
<p>Nachdem sich die Ereignisse in den letzten Tagen überschlugen, wird der weitere Fortgang der Hofbauer-Kontroverse mit Spannung erwartet.</p>
<p>© <em>Hofbauerei</em>, mit freundlicher Unterstützung des <em>Hofbauer-Kommandos</em>, 2010</p>
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		<title>Der Tod zählt keine Dollar (1967)</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 05:29:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Italowestern]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Damon]]></category>
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Riccardo Fredas einziger Western scheint wie eine Kriegserklärung an den Italowestern und seine filmischen Gesetzmäßigkeiten. Es ist unglaublich, mit wieviel diebischer Freude hier eine Genreübliche Geschichte in eine absurde Abfolge einzelner Sequenzen zerlegt wird und wie Freda die mondän-schwebende, zugleich schwermütige Unwirklichkeit seiner Horrorfilme in den spanischen wilden Westen verpflanzt, alledings ohne dabei, so wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Mortenoncontaidollari.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4549" title="Mortenoncontaidollari" src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Mortenoncontaidollari.png" alt="" width="525" height="322" /></a><br />
<br /></br><br />
Riccardo Fredas einziger Western scheint wie eine Kriegserklärung an den Italowestern und seine filmischen Gesetzmäßigkeiten. Es ist unglaublich, mit wieviel diebischer Freude hier eine Genreübliche Geschichte in eine absurde Abfolge einzelner Sequenzen zerlegt wird und wie Freda die mondän-schwebende, zugleich schwermütige Unwirklichkeit seiner Horrorfilme in den spanischen wilden Westen verpflanzt, alledings ohne dabei, so wie Sergio Garrone zwei Jahre später mit DJANGO IL BASTARDO, einen Gothic-Horror-Western zu drehen.</p>
<p>Gemeinsam mit dem Kameramann seines Vertrauens, Gabor Pogany, setzt er den Großteil seiner Szenen, die oft ohne dramaturgischen Zusammenhang scheinen, in langen, statischen Totalen um, die sich meist nur im Schnitt brechen. Der Zoom, der Schwenk und der Close up, die drei essentiellen Eckpfeiler des Italowesterns, kommen selten bis nie zum Einsatz.</p>
<p>Der Close up entsteht meist nicht durch einen Zoom sondern durch einen Schnitt und taucht meist in unauffälligem Kontext auf. Der Schwenk ist beinahe immer getragen und weitgehend absent in den wenigen Actionmomenten. Der Zoom schließlich ist meist zur kriechenden Langsamkeit verdammt. Geschwindigkeit speist sich meist erst aus den Aktionen des von Mark Damon mit anzüglichem Draufgänger-Gehabe gespielten Protagonisten, der gleich in der ersten halben Stunde einige der bizarrsten und unsinnigsten Schlägereien der Genre-Geschichte vom Zaum bricht. Ungewöhnlich für den sonst eher keuschen – allerdings nie verklemmten – Freda ist überhaupt die Vielzahl an Anzüglichkeiten, die hier ihren Weg in die Dialoge und vor allem in die Bilder gefunden haben.</p>
<p>In einer besonders amüsanten Sequenz kutschiert Mark Damon Pamela Tudor zu ihrer Farm. “Wissen Sie Harry, ich bin wirklich beruhigt, dass sie mich nach Hause bringen!” &#8211; “Na, das Wetter heute ist ja auch sehr schön!”.</p>
<p>Die Kamera filmt vom Pferderücken aus, Damons Hand mit den Zügeln ist das Zentrum des Bildes. In dieser Sequenz, wie auch in den meisten anderen entscheidenden Momenten des Films, verschlägt der Musikeinsatz die Sprache: In Wortgefechten, die in anderen Western musikfrei verlaufen wären, tingelt Saloon-Musik, ein Streitgepräch zwischen Damon und Tudor bekommt einen campigen Bach-Verschnitt verpasst und die finale Schlägerei wird untermalt mit elektronisch verfremdeten, hallenden Grunztönen, die den Film endgültig dem anachronistischen Wahnsinn die Arme treiben. Und dann ist da doch wieder für einen Moment der gothische Freda, wenn die ersten Auftritte des namenlosen, schwarzgekleideten Rächers inszeniert werden wie die Auftritte des Killers in einem Giallo. Einem stummen Giallo. Nicht selten entweichen unvermittelt die Klänge aus den Bildern und für einen Moment herrscht eine irritierende Stille, bevor sich eine Sequenz in jenem herben, abstrakten Witz entlädt, der diesen eigentümlichen Anti-Italowestern beherrscht.</p>
<p>Was nach einer atemberaubend letzten Frivolität – Heldin: “Verzeih mir, dass ich einen armen Sheriff verdächtigt habe!” &#8211; Er, grinsend: “Na ja, die Strafe wird dementsprechend ausfallen!” &#8211; bleibt ist ein von schwer definierbarer gestalterischer Seltsamkeit, die sich exklusiv aus seinem Genre-Kontext ergibt, beherrschter Film. Den man ernstnehmen kann. Aber man muss nicht. Wie so oft bei Fredas Filmen bleibt der Regisseur selbst chryptisch und zuckt mit dem unmerklichsten Anflug eines Lächelns seine Schultern.<br />
<br /></br><br />
<a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Mortenoncontaidollari2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4550" title="Mortenoncontaidollari2" src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Mortenoncontaidollari2.png" alt="" width="525" height="342" /></a><br />
<br /></br><br />
<span style="font-size: x-small;"><a href="http://www.imdb.com/title/tt0061995/">LA MORTE NON CONTA I DOLLARI</a> &#8211; Italien 1967 &#8211; 87&#8242; (Dt. Fassung), 93&#8242; (It. Fassung)<em><br />
Regie: Riccardo Freda (als George Lincoln) &#8211; Buch: Riccardo Freda, Luigi Masini &#8211; Kamera: Gábor Pogány &#8211; Schnitt: Luigi Amedei &#8211; Musik: Nora Orlandi, Robby Poitevin</em></span></p>
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		<title>Erotik im Beruf &#8211; Was jeder Personalchef gern verschweigt (1971)</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 07:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
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Ein unfassbares Meisterwerk. Ein bißchen führt der Film das zuende, was Fassbinder wahrscheinlich immer gerne gezeigt hätte, sich aber nie zu filmen wagte: Den Deutschen nicht in seinem natürlichen Lebensraum (Gardinen-Küche mit Eckbank) sondern auf freier Wildbahn (Straße und Firma!) so zu filmen, wie er wirklich ist: Ein hundsmiserables, bis zur Elendsgrenze verkrampftes, verklemmtes und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/ErotikFront.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4483" title="ErotikFront" src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/ErotikFront.png" alt="" width="525" height="290" /></a></p>
<p></br><br />
Ein unfassbares Meisterwerk. Ein bißchen führt der Film das zuende, was Fassbinder wahrscheinlich immer gerne gezeigt hätte, sich aber nie zu filmen wagte: Den Deutschen nicht in seinem natürlichen Lebensraum (Gardinen-Küche mit Eckbank) sondern auf freier Wildbahn (Straße und Firma!) so zu filmen, wie er wirklich ist: Ein hundsmiserables, bis zur Elendsgrenze verkrampftes, verklemmtes und von Habsucht, Neiderei und  alltagsfaschistischem Sex-Zynismus zerfressenes Sonderwesen. Wäre Fassbinder ein echter Dorfbuasch statt eines Arztsohns gewesen, er wäre zu diesem letzten, konsequenten Schritt fähig gewesen. Aber es macht nichts, dass er steckengeblieben ist im Feingespinst intellektueller Differenzierungswut.  Steckengeblieben auf halber Strecke zum kackbraunen Herz des Deutschtums. Das braune Herz, in diesem dadaistischen Tümel-Schocker repräsentiert durch das sleazokalyptische, geil-ekelerregende Finale, einen schunkelnden Betriebsausflug, auf dem selbst der stocksteifen und ungefickten Personalchefin alle Hemmungen abhanden kommen.</p>
<p>Das alles macht nichts, denn niemand versteht sich so brillant und mit soviel derber Konsequenz darauf, in die Jauchegrube deutscher Durchschnittlichkeit zu langen wie Ernst Hofbauer. <span id="more-4428"></span>Ein genialisches Wildschwein  mit sozialem Gewissen, dass aus den schadenfrohen Windungen seines Hirns nur das entweichen lässt, was der Deutsche von heute auf keinen Fall von sich sehen möchte &#8211; eine langweilige, biedere Hackfresse in Sakko und Strickjacke, deren Charme sich in schmierigen Sprüchen, vorgetäuschter Empathie und beidseitiger Geschlechter-Stichelei erschöpft. Wie schon die angesichts jeglicher einheimischer Störfaktoren misstrauisch die Nase rümpfenden deutschen Touristen-Mastsäue in URLAUBSREPORT – WORÜBER REISELEITER NICHT SPRECHEN DÜRFEN (gleichfalls 1971), sind auch die Protagonisten der hier abermals in atemlosen Tempo vorgetragenen Episoden reine Karikaturen, die Ernstzunehmen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen könnte. Auch der bewusst ins Zoten-Delirium verkehrte Emanzipations-Diskurs in DIE DRESSIERTE FRAU (1972) kommt in den Sinn, ganz zu schweigen von den genussvollen Verballhornungen, die Hofbauer den Figuren-Schemen von Genres wie dem Film noir oder dem Eurospy-Film in seiner frühen Pulp-Extravaganz  SCHWARZER MARKT DER LIEBE (1966) zuteil werden lässt. Hofbauer würgt dem konservativen kleinen deutschen  Mann stets dessen eigene Moralvorstellungen mit Genuss in den Hals.<br />
<br /></br></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Erotik2-Kopie1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4433" title="Erotik2 Kopie" src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Erotik2-Kopie1.png" alt="" width="525" height="152" /></a></p>
<p></br><br />
Ob nun der vierschrötige Chef altväterlich-gönnerhaft die alkoholschwere Halb-Vergewaltigung der Büro-Schreckschraube mit den Worten <em>&#8220;Bravo! Da kann man mal wieder sehen, wozu so ein Betriebsfest gut ist! Unser Spannehölzchen wird langsam zu &#8216;ner richtjen Frau aus Fleisch und Blut!&#8221;</em> kommentiert &#8211; oder ein Mädel im Büro einer Autowerkstätte zum anderen über den &#8220;Betriebs-Casanova&#8221; (O-Ton Film) meint: <em>&#8220;Bulle ist eben ein sexueller Allesverwerter. Der legt sogar die ältesten Schrippen um!&#8221;</em>: Hofbauer singt lauthals, aber mit fotografischer Finesse und unheimlicher Treffsicherheit die Mähr von der Niedertracht hinter der miefigen Sofapolster-Fassade des höflichen deutschen Guten Morgen-Lächelns und kennt keine Gnade.</p>
<p>In den zahlreichen Interview-Sequenzen, definitiv die besten des deutschen Report-Films, sind es die Deutschen, die vorgeführt werden, ganz besonders dann, wenn italienische und türkische Gastarbeiterinnen über die &#8220;Erotik im Beruf&#8221; genau das von sich geben, was Herr Müller hören will: <em>&#8220;Ich nix machen wollen amore mit Kollegen&#8221;</em> einerseits, <em>&#8220;Mein Mann betrügt mich bestimmt auf der Arbeit. Die deutschen Frauen gehen doch gerne mit schwarzen Männern ins Bett!&#8221; </em>andererseits. Angesichts der Tatsache, dass Hofbauer dem deutschen Biedermann vom pissgelb tapezierten Wohnzimmer bis in den klammen Gerichtssaal zum Nötigungsprozess mit einer tödlichen Maximaldosis von Respektlosigkeit und grinsendem Spott folgt, möchte man den verdienten und schmerzlosen Heimatsexfilmen eines Franz Marischka beinahe den Vorwurf der Verharmlosung zuschieben &#8211; denn von solch tümeligem Liebesfunk wie zwischen Jacket-Knöpfe annähender Sekräterin und dem sich dabei prächtig verstanden fühlenden Jackettragenden Chef abgesehen (von diesem chauvinistischen Szenario wird geradewegs zum Bild der glücklichen, daraus resultierenden Familie geschnitten) &#8211; romantisiert Hofbauer absolut nichts. Wenn man ihm irgendetwas vorwerfen kann außer purster Unterhaltung, dann, dass er vielleicht eine Tendenz zur Misanthropie hat.<br />
<br /></br></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Erotik3-Kopie.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4434" title="Erotik3 Kopie" src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Erotik3-Kopie.jpg" alt="" width="525" height="152" /></a></p>
<p></br><br />
Sein erschütternder Tatsachenbericht über den Deutschen, der erst am Arbeitsplatz zu sich kommt, wird dem sich eher undeutsch fühlenden Zuschauer die Gesichtszüge in entsetzter Begeisterung entgleisen lassen, während ihm das Destillat aus spießbürgerlichem deutschen Solidargefühl den Magen wenden wird. Doch wer es nicht fertigbringt, mit kaltschnäuziger Todesverachtung und ausländisch anmutender Humorbereitschaft in dieses kackbraune Herz des Deutschtums zu blicken und seinen Mief einzuatmen, der ist schlichtweg zu feige, dem eigenen Deutschsein ins Gesicht zu sehen. Ob wir das wollen oder nicht, wir stecken alle in diesem schmierig lächelnden, schnauzbärtigen Reporter, der mit Kumpel-Attitüde so ganz léger im Supermarkt und auf dem Hinterhof schüchtern drucksenden Azubis und redseligen Hausfrauen ihre Erfahrungen mit &#8220;Erotik im Beruf&#8221; aus der Nase zieht. Auch <a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/sehtagebucher/alexander-p/">du</a> bist der Report!<br />
Nach sieben gesehenen Filmen drängt sich mir der Verdacht auf, dass es sich bei Ernst Hofbauer um einen verkannten Auteur handelt, der dringend wiederentdeckt werden sollte.</p>
<p>Nachtrag: Die Hoffnung, dass dem Deutschtümel-Visionär und österreichischen Russ Meyer Ernst Hofbauer doch noch späte Gerechtigkeit, möglicherweise über die Grenzen deutscher Kritiker-Engstirnigkeit hinaus, widerfahren könnte, wird auch von den  <a href="http://www.bfi.org.uk/sightandsound/feature/49375" target="_blank">anerkennenden Worten Tim Lucas&#8217;</a> in der Sight &amp; Sound zu MÄDCHEN BEIM FRAUENARZT (1971) genährt.<br />
<br /></br></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Erotik4-Kopie2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4484" title="Erotik4 Kopie" src="http://www.eskalierende-traeume.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Erotik4-Kopie2.png" alt="" width="525" height="152" /></a></p>
<p></br><br />
<span style="font-size: x-small;">EROTIK IM BERUF &#8211; WAS JEDER PERSONALCHEF GERN VERSCHWEIGT &#8211; BRD 1971 &#8211; 88&#8242; (Kinofassung), 83&#8242; (gekürzte DVD)<br />
<em>Regie: Ernst Hofbauer &#8211; Buch: Günther Heller &#8211; Produktion: Wolf C. Hartwig &#8211; Kamera: Klaus Werner &#8211; Schnitt: Herbert Taschner &#8211; Musik: Peter Thomas</span></em></p>
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