Geborgte Filme – endlich gesehen! #2: Tenebre (1982)



Beim Lesen eines Artikels in der neuen Ausgabe von “Cargo” ist mir mal wieder eines der großen Übel der gegenwärtigen Filmlandschaft über den Weg gekrochen. Nein, ich spreche nicht vom Multiplex.

Im Gegensatz zu landläufigen Meinungen habe ich nicht das Geringste gegen angebliche Plagiate einzuwenden. Originalität ist was man daraus macht, und wie beim Jazz ist Improvisation manchmal entscheidend. Das “Wie” ist also wieder einmal wichtiger als das “Was”.
Die Kamera starrt geradeaus in die Räume, durch die Türen, die Fenster mit ihren wehenden Vorhängen. Wenn ein Bild ohne Achse, ohne Zentrum bleibt, wenn die Perspektive ihre Balance verliert, werden wir immer mit höflicher Determiniertheit und britischer Pedanterie auf die Limitationen der Kadrierung – das ist hier das Zauberwort per se – hingewiesen.