Top 100 – 2ter Versuch

Dieser Artikel ist eine Ergänzung und Erweiterung eines früheren Beitrags von mir, gepostet im November 2008: Ein Versuch

Damals wollte ich meine aktualisierte Top 100 posten, d. h. die 100 Filme die mir gerade am meisten bedeuteten. Da die Formatierung und ein paar andere ästhetische Gesichtspunkte zu diesem Zeitpukt jedoch etwas zu kompliziert zu bewerkstelligen schienen, verschob ich die vollständige Auflistung aller Filme immer weiter in die Zukunft, wobei sich verständlicherweise die Zusammenstellung und Platzierung der Filme wieder zu ändern begann.

Da meine Einstellung und mein Blick auf einzelne Filme stimmungs- und sichtungsabhängig ist, und jeder Tag die Welt verändern kann, handelt es sich bei solchen Listen meist um Momentaufnahmen. Daher habe ich mich nun entschlossen, die vollständige Auflistung, wie ich sie im November letzten Jahres notiert hatte, zu veröffentlichen. Der jetzige Zeitpunkt benötigt zwar eine neue Zusammenstellung, doch wäre diese nicht mehr oder weniger relevant als die Letzte. Somit unternehmen wir also noch einmal eine kurze Zeitreise…

21. Hakob Hovnatanyan 
Sergej Paradjanov  Sowjetunion  1965
22. Possession
Andrzej Zulawski  Frankreich  1981
23. La Jetée
Chris Marker  Frankreich  1962
24. Trys dienos  Drei Tage
Sharunas Bartas  Sowjetunion  1991

25. Dead Man
Jim Jarmusch  USA  1995
26. Moe no Suzaku  Die Ahnung Suzakus
Naomi Kawase  Japan  1996
27. Elvira Madigan
Bo Widerberg  Schweden  1967
28. Au-delà de la haine  Beyond Hatred
Olivier Meyrou  Frankreich  2005
29. Hao nan hao nu  Good Men, Good Women
Hou Hsiao-hsien  Taiwan  1995
30. Pola X
Léos Carax  Frankreich  1999

31. Wandâfuru raifu  After Life
Hirokazu Koreeda  Japan  1998

32. Zabriskie Point
Michelangelo Antonioni  USA  1970
33. Few of Us  Wir sind wenige
Sharunas Bartas  Litauen  1996
34. Nema-ye Nazdik  Close Up
Abbas Kiarostami  Iran  1990
35. Groundhog Day  …und täglich grüßt das Murmeltier
Harold Ramis  USA  1993
36. Bonnie and Clyde  Bonnie und Clyde
Arthur Penn  USA  1967
37. Umberto D.
Vittorio De Sica  Italien  1952
38. Les quatre cent coupes  Sie küßten und sie schlugen ihn
François Truffaut  Frankreich  1959
39. Ben-Hur
William Wyler  USA  1959
40. Midaregumo  Zerrissene Wolken
Mikio Naruse  Japan  1967

41. The Wizard of Oz  Der Zauberer von Oz
Victor Fleming  USA  1939
42. Örökbefogadás  Adoption
Márta Mészáros  Ungarn  1975
43. Loulou  Der Loulou
Maurice Pialat  Frankreich  1980
44. Eureka
Shinji Aoyama  Japan  2000
45. Batalla en el cielo  Battle in Heaven
Carlos Reygadas  Mexiko  2005
46. Andrei Rublyov  Andrei Rubljow
Andrej Tarkowskij  Sowjetunion  1966
47. Heaven’s Gate  Das Tor zum Himmel
Michael Cimino  USA  1980

48. Novecento  1900
Bernardo Bertolucci  Italien  1976
49. Der Aufenthalt
Frank Beyer  DDR  1983
50. Klassenverhältnisse
Danièle Huillet, Jean-Marie Straub  BRD  1984

51. La pirate  Die Piratin
Jacques Doillon  Frankreich  1984
52. Paris, Texas
Wim Wenders  BRD  1984
53. Hotaru no haka  Die letzten Glühwürmchen
Isao Takahata  Japan  1988

54. Marseille
Angela Schanelec  Deutschland  2004
55. Topâzu  Tokio Dekadenz
Ryu Murakami  Japan  1992
56. Meikyu-tan
Shuji Terayama  Japan  1975
57. Suna no onna  Die Frau in den Dünen
Hiroshi Teshigahara  Japan  1964
58. Sans soleil
Chris Marker  Frankreich  1982
59. Ying chun ge zhi Fengbo  Der Letzte Kampf des Lee Khan
King Hu  Taiwan, Hong Kong  1973
60. Dzieje grzechu  Geschichte einer Sünde
Walerian Borowczyk  Polen  1975

61. The Thief of Bagdad  Der Dieb von Bagdad
Ludwig Berger, Michael Powell, Tim Whelan  UK, USA  1940
62. Zina
Ken McMullen  UK  1985
63. Conan the Barbarian  Conan, der Barbar
John Milius  USA  1982

64. Mia aioniotita kai mia mera  Die Ewigkeit und ein Tag
Theo Angelopoulos  Griechenland  1998
65. Tarzan, the Ape Man  Tarzan, Herr der Affen
John Derek  USA  1981
66. Tenshi no tamago  Angel’s Egg
Mamoru Oshii  Japan  1985
67. Offret  Das Opfer
Andrej Tarkowskij  Schweden  1986

68. Moonlighting  Schwarzarbeit
Jerzy Skolimowski  UK  1982
69. Majo no takkyûbin  Kikis kleiner Lieferservice
Hayao Miyazaki  Japan  1989

70. The Night of the Hunter  Die Nacht des Jägers
Charles Laughton  USA  1955

71. Forrest Gump
Robert Zemeckis  USA  1994
72. The New World
Terrence Malick  USA  2005
73. Koridorius  Korridor
Sharunas Bartas  Litauen  1994

74. Joshuu sasori: Kemono-beya  Sasori: Den of the Beast
Shunya Ito  Japan  1973

75. Bad ma ra khahad bord  Der Wind wird uns tragen
Abbas Kiarostami  Iran  1999
76. Notorious  Berüchtigt
Alfred Hitchcock  USA  1946
77. Ran
Akira Kurosawa  Japan  1985
78. Saikaku ichidai onna  Das Leben der Frau Oharu
Kenji Mizoguchi  Japan  1952
79. Monsieur Hire  Die Verlobung des Monsieur Hire
Patrice Leconte  Frankreich  1989
80. Idioterne  Idioten
Lars von Trier  Dänemark  1998

81. The Reflecting Skin  Schrei in der Stille
Philip Ridley  UK, Canada  1990
82. Trilogia I: To Livadi pou dakryzei  Trilogie: Die Erde weint
Theo Angelopoulos  Griechenland  2004

83. Kôfuku no kane  Blessing Bell
Sabu  Japan  2002
84. Tokyo senso sengo hiw  The Man Who Left His Will on Film
Nagisa Oshima  Japan  1970

85. Wong gok ka moon  As Tears Go By
Wong Kar Wai  Hong Kong  1988
86. Sud pralad  Tropical Malady
Apichatpong Weerasethakul  Thailand  2004
87. To vlemma tou Odyssea  Der Blick des Odysseus
Theo Angelopoulos  Griechenland  1995

88. Xiao cheng zhi chun  Frühling in einer kleinen Stadt
Mu Fei  China  1948

89. Zwischen zwei Kriegen
Harun Farocki  BRD  1977
90. Suspiria
Dario Argento  Italien  1977

91. Gertrud
Carl Theodor Dreyer  Dänemark  1964
92. Le chiavi di casa  Die Hausschlüssel
Gianni Amelio  Italien  2004
93. Demanty noci  Diamanten der Nacht
Jan Nemec  Tschechoslowakei  1964
94. Bu jian  The Missing
Lee Kang-sheng  Taiwan  2003

95. Dai-bosatsu toge  The Sword of Doom
Kihachi Okamoto  Japan  1965
96. The Wind  Der Wind
Victor Sjöström  USA  1928
97. Invisible Waves
Pen-Ek Ratanaruang  Thailand  2005
98. Magnificent Obsession  Die wunderbare Macht
Douglas Sirk  USA  1954
99. Sanma no aji  Ein Herbstnachmittag
Yasujiro Ozu  Japan  1962
100. Die Erben
Walter Bannert  Österreich  1982

Kino in Afrika

Kino in Afrika – an was denke ich da zuerst? Meist an ausländische Darstellungen afrikanischer Lebenswelten durch französische, englische oder internationale Koproduktionen, oft mit Starbesetzung, einem wichtigen Thema, und guten Absichten. An Klassiker des afrikanischen Films, inszeniert von Djibril Diop Mambéty oder Ousmane Sembene und junge afrikanische Filmemacher, die heutzutage immer noch oft aus dem Ausland heraus operieren, wie z.B. der Kameruner Jean-Marie Téno. Und natürlich an Nollywood. Der Boom des nigerianischen Films, auf DV gedreht und zunächst auf Video vermarktet, ein ganz eigenes afrikanisches Phänomen, das Nigeria als Nation inzwischen neben den USA und Indien an die Spitze der globalen quantitativen Filmproduktion katapultiert hat.

Somit erwarte ich mir auch nicht viel Neues, als ich mich am gestrigen Freitag um 15.30 Uhr in Ermangelung eines Radios vor meinen PC setze, um mir auf Bayern 2 die Sendung Kino in Afrika: Die Wüste lebt anzuhören. Doch ich werde überrascht. Der angenehme, konzentrierte und informative Kommentar zeigt ein aufrichtiges Interesse an den Sorgen und Nöten afrikanischer Filmemacher, und ermöglicht durch die Verflechtung von Interviews und Hintergrundinformationen einen kompakten Einblick in Afrikas rege Kinoszene. Denn dass es hier, jenseits von Nollywood, primär um Kino geht, wird an den Schwerpunkten deutlich. Zwar werden auch Hoffnungen und Probleme der neuen digitalen Medien angesprochen, doch bleibt der Fokus auf 35mm gerichtet. Anhand der Länder Burkina Faso, Senegal und Marokko werden die Kernthemen Filmfestival, Filmhochschule, Filmproduktion und Kinosterben in 25 Minuten gekonnt herausgearbeitet.

Bei mir persönlich kam während des Beitrags nicht nur keine Langeweile auf, sondern auch das Gefühl alles schon mal so oder ähnlich gehört und gelesen zu haben stellte sich nur selten ein. Gebannt lauschte ich dem Livestream, und hätte nach der knappen halben Stunde gerne noch mehr gehört. Wunderbar unaufgeregt gestaltet, fühlte ich mich durch den Hörgenuß animiert mir nach der Sendung auch noch selbst Gedanken über das Thema zu machen – auch jenseits von Afrikas Zukunft. Der Beitrag ist definitv keine publizistische Eintagsfliege, sondern im traditionellen Sinne ein bereicherndes Erlebnis zum wieder-hören.

Wer ihn verpasst hat, muss sich jetzt aber nicht ärgern und mit meinem kurzen Umriss begnügen. Bayern 2 bieten auf ihrer Homepage nicht nur die komplette Sendung als Podcast zum anhören und herunterladen an, sondern für alle hörunwilligen Leseratten auch noch ein Manuskript. Was will man mehr?

PS: Die beiden Links zum direkten anhören bzw. download funktionierten bei mir zwar nicht, aber mit dem Realplayer (mit dem man auch fast alle Youtubeclips und ähnliches auf seinen Rechner bannen kann), hatte ich das Teil trotzdem in einer(!) Sekunde auf meinem Laptop. Habe aber gerade entdeckt, das das alte „Ziel speichern unter…“ doch noch funktioniert. War wohl zu naheliegend, um es sofort zu versuchen…

Die Tschechoslowakei auf DVD

Szene aus "Pane vy jste vdova!"

Wer kennt sie nicht, die Tschechoslowakei. Ein weiterer Vielvölkerstaat unserer östlichen Nachbarn, mit zahlreichen kulturellen und politischen Ursprüngen. Doch halt – dast stimmt ja nicht mehr wirklich. Nach 1945 eher ein Staat der Tschechen und Slowaken, wurde die ČSR ab 1960 zur ČSSR, genauer gesagt zur Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik. Und heute kann sich wohl auch keiner mehr daran erinnern. Das Millenium ist vorbei, die europäischen Staaten haben sich immer weiter spezialisiert (das Schlagwort der 80er war Unabhängigkeit), doch vom Kapital im Mantel der EU scheinen sie heute bereits wieder eingeholt. Was in 20 Jahren nicht alles passieren kann…

Ich gebe es zu – ich bin nie in der Tschechoslowakei gewesen. Und als es mit ihr 1990 zu Ende ging, war ich gerade einmal 6 Jahre alt. Dennoch konnte ich mich in der Folgezeit nicht wirklich damit zufrieden geben nun zwei Staaten statt des Einen vor mir zu sehen. Ob das etwas mit meiner Ablehnung der Multiplikation unter dem Deckmantel des Schulmathematik-Traumas zu tun hat, oder doch eher mit meinem persönlicheren Erlebnis des Zerfalls von Jugoslawien zusammenhängt, möchte ich an dieser Stelle nicht erörtern. Klar ist für mich vor allem eins. Wie auch immer die nun getrennte Tschechische und Slowakische Filmproduktion diese letzten 20 Jahre rigoroser Umwälzungen filmisch registriert hat, zu mir ist davon wenig durchgedrungen. Ich möchte nicht sagen, dass ich die Erzeugnisse dieser beiden jungen Staaten in dieser Zeit ignoriert hätte, und dass mich bei meinen cinephilen Reisen durch die Filmgeschichte die Gegenwart nicht interessiert. Aber ich habe das Gefühl, dass die Tschechen und Slowaken entweder nur wenig zur Lage und Entwicklung der neuen Nationen zu sagen hatten, oder es die Verleiher und Festivals außerhalb der beiden Staaten einfach nicht interessiert hat. Fakt ist, dass die tschechischen und slowakischen Filme seit dem Zusammenbruch der ČSSR nur sporadisch ihren Weg auf westliche Leinwände gefunden haben, und in der politischen wie sozialen Kultur des heutigen Europas (von der ästhetischen gar nicht zu sprechen) scheinbar so gut wie keine Rolle mehr spielen. Das war nicht immer so. Wir erinnern uns – tschechoslowakische Filme vor und nach dem Prager Frühling, Neue Welle, politisches Bewusstsein. Vielleicht verweist diese vermeintliche (internationale) Abwesenheit von politischen und ästhetischen Merkmalen ja lediglich auf die gesamteuropäische Krise des individuellen Ausdrucks, der „Globalisierung“, wenn man es denn so nennen will. Oder es ist nur eine filmpolitische Neuorientierung, der wiederholte Versuch eines paneuropäischen Koproduktionsfilms, diesmal jedoch unter verschärften wirtschaftlichen Bedingungen.

Dass in Europa heutzutage meist weniger Filme produziert werden als noch vor 30 Jahren dürfte bekannt sein. Ob es deshalb auch weniger brisante, gewagte, ausdrucksstarke und verspielte Werke geworden sind, ist schwer zu sagen. Durch den kapitalistischen Geldwall dringt jedenfalls weit weniger spektakuläres auf (deutsche?) Leinwände als durch den eisernen Vorhang je zurückgehalten wurde. Und Kultur – wer interessiert sich im globalisierten Sumpf der Verweise noch für Kultur?

Doch will ich an dieser Stelle keinen politischen Essay verfassen, denn meine assoziativ-fragmentarische Zustandsbeschreibung ist mehr eine Hinführung an das eigentliche Thema. Denn was immer man auch von filmhistorischen Veränderungen halten mag. Tatsache bleibt, dass ich seit dem Zusammenbruch der Tschechoslowakei keinen wirklich interessanten Film aus dieser Region mehr zu Gesicht bekommen habe. Und dass mir die Filme der 60er und 70er Jahre aus heutiger Sicht noch um einiges radikaler und visionärer erscheinen als es früher bereits der Fall war. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass sich inzwischen so vieles, damals jedoch so wenig geändert hat. Das Gefühl der Stagnation, des Stillstandes und des Gefangenseins, muss in den 70ern wohl ausgeprägter vorhanden gewesen sein als heute. Jedenfalls wurde es bewusster wahrgenommen. Und zu entdecken gilt es diese beiden Jahrzehnte tschechoslowakischer Filmkunst (und natürlich auch die vorangegangenen 50er, sowie die nachfolgenden 80er) heutzutage, aufgrund mangelnder Möglichkeiten, nicht mehr so sehr im Kino, sondern vor allem auf DVD. Damit möchte ich nicht andeuten dass diese Werke auf der großen Leinwand nichts mehr zu suchen hätten. Ganz im Gegenteil. Doch zu Zeiten der Informationsflut, des Geschichtsüberflusses wie Überdrusses, stirbt die Kinolandschaft aus, und die Vielfalt entflieht ins Digitale. Wenn uns die letzten Zehn Jahre schon keine großartigen tschecho-slowakischen Neuentdeckungen auf die Leinwände gebracht haben, so wurde doch für die Digital Versatile Disc einiges an Schätzen wieder ausgegraben. Und was sich in den Archiven nicht alles findet! Untertiteln und dem Internet sei Dank, kann sich der interessierte Filmliebhaber ungeahnte Schmuckstücke ins Heimische Wohnzimmer holen (und ich spreche hier nicht von Torrents und Subs die auch zahlreich durchs Netz schwirren). Der geneigte (anglophile) Filmfreund kann inzwischen aus über 200 untertitelten Original DVDs wählen, die den Einfallsreichtum und die Originalität der Filmproduktion der Tschechoslowakei in einem neuen Licht erstrahlen lassen. Und darunter fallen zum Glück nicht nur die allseits beliebten Märchenfilmen sowie die viel gerühmten Autorenwerke, die in geringerer Anzahl (und meist mittelmäßiger Qualität) auch außerhalb der beiden Staaten ab und zu erschienen sind. Nein, mit Kreditkarte, Paypal oder meist schon einer funktionierenden Bankverbindung, kann man direkt auf das Gebiet der ehemaligen ČSSR und ihrer Produkte zugreifen, und wer auf Untertitel verzichten kann oder gleich die (beiden) Sprache(n) lernen möchte, sieht sich vom Angebot inzwischen schier erschlagen.

Für alle Uneingeweihten und Neuankömmlinge (und auf Wunsch unserer Leser 😉 ) möchte ich daher an dieser Stelle einige Links und Tipps aufzählen um der Vielfalt einen überschaubaren Zugang an die Seite zu stellen.

Zunächst einmal gibt es eine inzwischen zwar schon wieder etwas veraltete, doch immer noch sehr hilfreiche Auflistung von englisch untertitelten DVDs, auf dem sehr informativen aber leider nicht mehr aktualisierten Blog Closely Watched DVDs.

Außerdem habe ich zwei Tschechische/Slowakische Internetshops ausfindig gemacht, von denen einer teilweise mit einem englischen Navigationsmenü ausgestattet ist und definitv auch Produkte ins Ausland importiert: www.dvdr.cz sowie www.dvdedice.cz

Für diejenigen denen das navigieren auf diesen beiden Websites zu kompliziert sein sollte, gibt es aber auch die bewährten Leute von Xploited Cinema (hier von mir auf 2 Filme von Václav Vorlícek verlinkt). Die Auswahl ist jedoch weit geringer, und die Discs auch nicht ganz billig…

Wer der Sprache etwas mächtiger ist, oder auch nur gewillt sich im Tschechischen oder Slowakischen zu versuchen, dem sei auch die einheimische Vaiante der Imdb unter www.csfd.cz ans Herz gelegt. Zumindest die Kenntnis einer slawischen Sprache sollte man aber schon mitbringen um sich auf der Seite einen Überblick verschaffen zu können.

Und für alle die sich von meinem Post etwas anderes erwartet hatten, habe ich als Entschädigung ein paar Links auf Youtube ausgegraben. Der User paatyia hat auf seinem Kanal einige Klassiker in teils hochauflösender Qualität hochgeladen, die man sich komplett ansehen kann – manche sogar mit englischen Untertiteln!

Mit den Links zu zwei meiner Lieblingsfilme möchte ich daher dieses Poting abschließen. Genießt sie solange sie zugänglich sind, oder bestellt sie euch per DVD! Es lohnt sich. 😎

Pane, vy jste vdova! (Václav Vorlícek / 1970)

Sedmikrásky (Very Chytilová / 1966)

Berlinale aktuell

Angesichts der Tatsache, dass mein Festival dieses Jahr überraschend gut angefangen hat, und ich bisher noch keinen(!) Film gesehen habe den ich nicht mochte, hatte ich die Motivation diesen Thread aufzumachen, um allen Interessierten ein kurzes Feedback über bisherige Sichtungen zu ermöglichen.

Ich mache gleich mal den Anfang und werde nach dem Vorbild von Lukas die Filme mal grob in drei Kategorien einordnen.

EDIT: Das mit den drei Kategorien, und somit mit bewertenden Einordnungen, klappt leider doch nicht. Bin halt meist nicht mehr für Bewertungen zu haben, und kann langsam nichts mehr damit anfangen. Damit das hier aber aus Zeitgründen nicht nur eine Auflistung aller gesehen Filme wird (was ich aber auf Anfrage gerne auch noch machen kann), gibts jetzt zumindest zwei Kategorien von mir: „Herausragend“ und „Ich rate ab“. Wobei letztere für manchen vielleicht durchaus wie die berühmten Filmdienstkritiken funktionieren könnte – ein Spaß der besonderen Art. 😉
 

  • Herausragend

Az Grafinyata „Ich, die Gräfin“ (Petar Popzlatev / Bulgarien / 1989)
Igla „Die Nadel“ (Rashid Nugmanov / UdSSR / 1988)
Optimistitscheskaja tragedija „Optimistische Tragödie“ (Samson Samsonow / UdSSR / 1963)
Kutya éji dala „Nachtlied des Hundes“ (Gábor Bódy / Ungarn / 1983)
Schwitzkasten „Clinch“ (John Cook / Österreich / 1978)
The Exploding Girl (Bradley Rust Gray / USA / 2009)

  • Ich rate ab

Bisher immer noch keinen Zelluloidmüll zu Gesicht bekommen, und obwohl Ivy Hos „Claustrophobia“ für mich einer Folter schon sehr nahe kam, ist er für Fans von Hong Sang-soo uneingeschränkt zu empfehlen.

Filmtagebuch (2)

Konnte mal wieder nicht einschlafen. Gestern ist mir schon das gleiche passiert, und ich habe mir endlich einmal das Berlinale Programm näher angeschaut. Sah ziemlich gut aus, was wohl primär mit meiner guten Laune angesichts der Tatsache, dass ich mich – zwei Tage vor Beginn – endlich aufgerafft hatte mich mit dem Programm zu beschäftigen, zusammenhing. Heute ging mir dann auf, dass meine Schlaflosigkeit wohl mit der lauernden Kunstgeschichtsklausur am kommenden Freitag zusammenhängt. Und was macht man um die miese Stimmung zu vertreiben?

Genau. Noch ein guter Vorsatz. Nun aber nicht zu Neujahr, sondern gleich fürs ganze Jahr: wieso hab ich eigentlich so einen riesenhaufen Filme bei mir rumliegen? Und wieso hab ich die wenigsten davon überhaupt gesehen? Wie viele Audiokommentare hab ich in meinem Leben eigentlich angehört? 2, 3? Fragen über Fragen, und mir ging abermals auf dass ich wohl was unternehmen sollte. Schlafen konnte ich ja nicht. Also weiteren Vorsatz für 2009 gefasst. Ich habe definitiv über 1000 Filme in meinem kleinen Zimmer (wahrscheinlich eher um die 1300, aber so genau weiß ich das nicht), und da ich schon seit ein paar Wochen dabei bin die Filme zu zählen und zu katalogisieren, könnte ich vielleicht auch anfangen sie mir anzuschauen. Zum Beispiel systematisch.

Gesagt – getan. Schwupps stand ich am Regal, und die Idee gefiel mir. Wer kennt das nicht: im Supermarkt oder im Kaufhaus – zu Hause passiert sowas wohl nur Verrückten wie mir – kann man sich nicht entscheiden was man denn nun kaufen soll. Was will ich essen, was anziehen; überall ein Überangebot. Früher ging mir das nur mit Büchern so, zuerst in der Bücherei oder Buchhandlung, später dann auch mehr und mehr zu Hause. Dass es mit Filmen mal soweit kommen sollte. Als ich vor Jahren meine ca. 900 Filme umfassende VHS Sammlung größtenteils der Gelben Tonne im Hof überließ, deutete sich so was wohl schon an. Da hatte ich um die 100 Filme noch nicht gesichtet, als ich den Bandsalat ins Nirvana verschwinden ließ. Damals wars mir egal, später fand ich das schade; heute kann ich darüber nur lachen. Stand der Dinge ist: Hab von meinem momentanen Filmwulst höchstens ein Drittel gesehen, und das Meiste auch nicht vom angeschafften und sich stapelndem Bildmedium in der Wohnung, sondern entweder schon früher, oder im Kino. Dass ich das Zeug noch nicht mal mehr zählen kann, sagt wohl alles.

Aber genug der Abschweifungen, hier war der Plan: Ich würde einfach der Reihe nach alle meine Filme Stück für Stück abklappern. Mit allem Bonusmaterial und zusätzlichen Brimborium das sich darauf Befand. Ausgeschlossen die DVDs (oder VHS, SUPER-VCDs, Laserdiscs und was es sonst noch gibt – ihr werdet es nicht glauben, aber ich besitze sogar Filme die per Videokamera auf High 8 Digitalkasseten von mir vor dem Fernseher sitzend abgefilmt worden sind. Da hatte ich noch nicht mal nen Videorekorder, und das meiste sind auch alte Episoden der Simpsons, die ich mit 10 für mich entdeckt hatte…), welche ich bereits gesichtet habe (was sich aber definitiv im zweistelligen Bereich bewegen dürfte). Natürlich bin ich dieser Aufgabe im Jahr 2009 allein nicht gewachsen, und ich werde wahrscheinlich bis Dezember nicht mehr als Hundert Bildträger abklappern können – man muss ja schließlich noch ins Kino und auf Festivals – aber ein Anfang wäre gemacht. Und was für einer. Nie mehr die leidige Frage: „Was schaue ich mir heute nur verdammt noch mal an?“. Nie mehr die Qual der Wahl, kein verschwendeter Gedanke, kein Bereuen oder Ärger über den Film mehr möglich.

Schließlich hab ich mir die ganzen Filme ja gekauft, weil ich sie sowieso sehen will. Also warum nicht so? Die Bildträger sind zwar alle nach Medium sortiert, aber innerhalb der Kategorien herrscht ein bewusst gehaltenes fröhliches Durcheinander. Hat nicht jeder schon mal versucht seine Sachen zu ordnen? Früher saß ich oft stundenlang vor meinen hunderten von Büchern, und ordnete sie ein Jahr mal nach Größe, das andere nach Autor, das dritte nach Kategorien, und so weiter, bis ich irgendwann langsam aber sicher aus der Pubertät herauskam und entdeckte, dass man Bücher am besten einfach ins Regal stellt. Und Filme natürlich auch. Ungeordnet – zufällig – wie auch immer. Kategorien funktionieren vielleicht bei Leuten ohne Sammelbedürfnis. Aber sobald die vierstelligen Bereiche überschritten sind, erweist sich eine Kategoriezwang meist als kontraproduktiv und äußerst zeitraubend. Aber ich schweife schon wieder ab.

Mit den DVDs würde ich anfangen. Von denen gabs am meisten. Und am einfachsten wäre es natürlich mit einer der Wandreihen anzufangen, auf denen die Filme zumindest schon einmal fein säuberlich nebeneinander geschichtet sind. Und mit was wird die unterste Reihe agbestützt. Mit der Bette Davis Collection natürlich. Also, raus damit und reingeschaut. Erster Film ist „Günstling einer Königin“ (1939), den ich schon letztes Jahr im Rahmen einer kleinen privaten Michael Curtiz Werkschau herausgekramt hatte. Nicht schlecht; bin ich doch glatt schon beim zweiten Film angekommen. „Der versteinerte Wald“, 1936 (oder 35? Im Booklet steht etwas von Notice, aber da kann ich jetzt nicht genaueres zu sagen), mit Leslie Howard und Humphrey Bogart, anscheinend in seiner ersten Hauptrolle. Ich mochte Bogart in seinen Schurkenrollen der 30er Jahre schon immer sehr, weil er darin für mich nie etwas Bogie-typisches hatte, sondern meist nur eine kleine fiese Ratte war, die im Laufe des Films auch zur Strecke gebracht wurde. (Man denke nur an Curtiz‘ „Angels with Dirty Faces“ von 1938, oder an Raoul Walshs ein Jahr später entstandenen „The Roaring Twenties“. Um einen Imdb User zu zitieren: „Cagney ALWAYS kills Bogart in the 1930s“.) Regie führte Archie L. Mayo, der mir in meiner bisherigen Cineastenkarriere soviel ich weiß noch nicht wirklich über den Weg gelaufen ist, dessen Name aber durch diesen frühen Vertreter/Vorläufer des Film Noir durchaus bekannt ist (und der außerdem den letzten Film der Marx Brothers, „A Night in Casablanca“ von 1946, inszeniert hat). Mal schauen wann er mir das nächste Mal über den Weg läuft. Viel gedreht hat er auf jeden Fall. In 4 Jahrzehnten über 80 Filme. Damals nicht unüblich, aber dennoch beachtlich.

Auf der DVD befinden sich zusätzlich noch ein Kurzfilm, ein Cartoon, ein Ausschnitt aus einer damaligen Wochenschau (ich hasse! es, dass Warner Brothers uns wohl zu träge halten uns die kompletten 10 Minuten einer damaligen Wochenschau zu präsentieren. Aber was beklag ich mich; wenigstens gibt’s ein bisschen Wochenschau, was immer noch besser als gar nichts ist, und mehr als die meisten anderen Labels zu bieten haben), und natürlich – es darf auf diesen WB Kompilationen nicht fehlen – das meist langweilige Gelaber von Dauergrinser Leonard Maltin. Aber ich werds mir natürlich trotzdem ansehen, und eigentlich hab ich auch nichts (oder nicht zu viel) gegen Maltin. Nur scheint er für manche Sachen irgendwie dauergebucht zu sein, und vor allem seine Disney-Auftritte gehen einem nach einiger Zeit ziemlich auf die Nerven (bei Disney kann man die ja – wie so vieles: ich sage nur Trailer!!! – meist nicht überspringen). Aber erfreulicherweise befindet sich auch ein Audiokommentar auf der Disc – und nicht von Maltin, sondern von Bogart-Biograf Eric Lax! Na das wird dann wohl mein dritter Audiokommentar. 😉

Die obligatorische „Original“-Dokumentation darf bei solch einer Zusammenstellung natürlich auch nicht fehlen. Aber da weiß man ja meist, was davon zu erwarten ist…

Wong Kar Wai Redux

Habe über Thomas Grohs Blog und Ekkehard Knörer in Cargo (oder umgekehrt und wie auch immer) 2 aufschlussreiche Beiträge zu den verschiedenen Filmversionen in Wong Kar Wais Werk gefunden. Kein geringerer als David Bordwell outet sich auf seiner Homepage als totaler Wong Kar Wai Fanboy, und erweist sich – wieder einmal – als ähnlich versierter (Analyse-)DJ wie sein Idol.

Wer dem Hongkonger Elegiker ebenso verfallen ist wie Bordwell (wozu – ich muss es gestehen – meine Wenigkeit natürlich definitiv dazugehört), wird sich sicher über diese beiden Aufsätze freuen.

Einmal zum großartigen Days of Being Wild

Das andere Mal zu dem von mir verschmähten (von Bordwell aber scheinbar hochgeachteten) Ashes of Time (Redux)

Die 14 Erscheinungsformen des Films

Als ich letzens ein vorbestelltes Buch in der Universitätsbibliothek abholen wollte, musste ich zu meinem Ärgernis feststellen, dass mir mal wieder das falsche geliefert worden war. Autor und Titel stimmten zwar, doch ich hatte extra um die Erstausgabe gebeten. Auf dem Umschlag stand jedoch „Band 2: 1946-1955“, und die Innenseite beteuerte mir nochmal „München 1981“. Da hatte ich mich schon gefreut an Alfred Bauers Erstauflage des Deutschen Spielfilm Almanachs zu kommen, und dann so was.

Wie auch immer, auf den ersten Seiten fand ich eine gleichfalls interessante wie gewagte Einteilung des abendfüllenden Spielfilms in 14 Kategorien. Die 14 Kategorien, sowie Einleitung und Schlußbemerkung habe ich im folgenden (fast) vollständig abgetippt. Die Erläuterungen zu den einzelnen Kategorien schienen mir aber doch zu lang (und meine Zeit zu knapp) um mit ihnen genau so zu verfahren – falls Interesse besteht kann ich aber natürlich jederzeit noch ein paar Erläuterungen von Herrn Bauer hinzufügen (jedenfalls solange ich das Buch noch habe). Das Diskussinswürdige sind ja zunächst einmal auch die Auswahl und die Benennung der Kategorien, und ich wollte herausfinden, was ihr dazu meint. Ich frage mich einerseits, ob die Westdeutsche Filmkritik damals wirklich so naiv war (Dr. Alfred Bauer war u.a. auch der erste Festivalleiter der Berlinale), oder ob es einfach nur eine größere Vielfalt an Filmen gab.  So absurd diese spezifische Einteilung auf den ersten Blick erscheinen mag, bin ich doch der Meinung, dass sie aus der Zeit heraus verständlich und leicht anwendbar gewesen sein muss. Für mich dennoch ein Kuriosum.

Der Film ist eine Kunst, die, wie andere Kunstarten auch, darauf bedacht ist, Menschenschicksale wiederzugeben, und das Leben sinnblidlich darzustellen. Als die jüngste unter den Künsten ringt der Film immer wieder mit dem Problem der Form und erprobt, um seine eigenen Gesetze zu entdecken und weiter zu entwickeln, alle Gestaltungsmöglichkeiten die sich ihm bieten. Die Erscheinungsarten des Films sind sehr mannigfaltig und können in ihrer Fülle nicht festgelegt werden. Aus der Vielzahl der Spielarten lassen sich jedoch folgende 14 nach stofflich-inhaltlichen Kriterien gegliederten Hauptgruppen des abendfüllenden Films herauskristallisieren

1. Der dramatische Film

2. Der zeitnahe Film

3. Das Lustspiel

4. Das Volksstück

5. Der ernste Musikfilm

6. Der heitere Musikfilm

7. Der historische Film

8. Der Kriminalfilm

9. Der Abenteuerfilm

10. Der Science-Fiction-Film

11. Der Märchenfilm

12. Der Experimentalfilm

13. Der Trickfilm

14. Der Dokumentarfilm

Die genannten 14 Erscheinungsformen des Films könnn auch als Mischform auftreten, z.B. als Kriminalkomödie, musikalisches Abenteuerlustspiel, märchenhaftes Volksstück. Maßgebend für die Einordnung eines Films in eine der 14 Gruppen bleibt immer das überwiegende Charaktermerkmal des Films.“

Neues von… Benedek Fliegauf

Der junge ungarische Regisseur Benedek Fliegauf (Jahrgang 1974) hat zur Zeit einen neuen Spielfilm in Produktion. Ich bin das erste Mal vor ca. vier Jahren auf ihn aufmerksam geworden, als einige interessante Rezensionen und Artikel zu seinem Film Dealer (Ungarn / 2004) erschienen sind. Leider musste ich einige Zeit warten, bis der Film in Deutschland ins Kino kam. 2007 hatte ich fast schon wieder vergessen von Fliegauf gelesen zu haben, als am Ende des Jahres ‚Dealer‘ überraschenderweise doch noch einen ofiziellen Kinostart bekam. Ich habe den Film zweimal in seiner Originallänge(?) von 160 Minuten gesehen (die DVD vom Deutschen Filminstitut ist leider um 25 Minuten kürzer, aber sicher dennoch mehr als nur einen Blick wert), und war nachhaltig beeindruckt.

Fliegauf hat seitdem neben einigen Kurzfilmen auch einen weiteren Spielfilm fertiggestellt, Tejút (Milky Way / Ungarn / 2007), den ich aber leider noch nicht sehen konnte. Sein neuestes Projekt heißt ‚Womb‘ und ist anscheinend eine deutsch-ungarische Koproduktion mit zusätzlichen Geldern aus London und Paris. Eurimages förderte das Projekt im Oktober 2008 mit einer Summe von 440.000 Euro. Geplante Drehzeit war im Oktober und Dezember letzten Jahres. Da die Razor Film Produktion GmbH aus Berlin an dem Projekt beteiligt ist, könnte der Film möglicherweise einen deutschen Kinostart bekommen. Zu wünschen wäre es ihm alle Mal.

Dealer beweist meiner Meinung nach, dass Fliegauf nicht nur einer der begabtesten und ehrgeizigsten zeitgenössischen Regisseure ist, sondern was die Ästhetik und den Rhythmus dieses Filmes angeht auch einer der eigenwilligsten und exzentrischsten. Im Besten Falle also eine singuläre Erscheinung im europäischen Kino, dessen Filme es außerhalb von Ungarn und einschlägigen Filmfestivals noch zu entdecken gibt.

Auf Youtube gibt es als Anregung einen kleinen Ausschnitt aus Dealer zu besichtigen:  Mother’s Grave

Trailervergleich: Revolutionary Road (2008)

Habe gerade eine empörte Mail von einem Freund erhalten, der sich über den deutschen Trailer zu Sam Mendes neuem Film ‚Revolutionary Road‘ (im deutschen als „Zeiten des Aufruhrs“ betitelt) beschwert. Da ich den Originaltrailer bereits mehrfach gesehen habe, und mich aufgrund dessen sehr auf den Film freue, war ich gespannt, wie der Film in Deutschland beworben wird.

Ich muss sagen – obwohl der ofizielle Amerikanische Trailer einer meiner absoluten Favoriten ist, und ich (nicht zuletzt wegen Nina Simones wunderschöner Musik) immer noch Gänsehaut bekomme, wenn ich ihn sehe – der deutsche Trailer gefällt mir sehr gut. Im Vergleich zum üblichen Brimborium, sticht der deutsche Beitrag immer noch weit über den Durchschnitt hinaus. Interessant ist jedoch die veränderte Musikauswahl, und der schwülstige Kommentar am Ende des Films. Ich hätte ja eigentlich angenommen, dass der Amerikanische Trailer mehr Pathos heraufbeschwören würde. Falsch gedacht.  

Weisen die Unterschiede vielleicht darauf hin, dass Sam Mendes in den USA einen Einfluß auf die Bewerbung seines Films ausüben konnte, der ihm hierzulande versagt blieb? Lauflänge und Szenenauswahl unterscheiden sich bei beiden Trailern nur gering voneinander.

 
Leonardo di Caprio und Kate Winslet umarmen sich und schauen sich in die Augen

Amerikanische Version                      Deutsche Version

 

Filmtagebuch (1)

Eigentlich sollte ich ja gerade meine Jahresendliste Verfassen. Ihr wisst schon, beste Filme 2008,etc., blablabla, pp. Ist bei mir aber nicht so interessant. Hab letztes Jahr einfach zu wenig aktuelle Filme gesehen (oder vielleicht war ich auch nur schlecht drauf?). Jedenfalls hab ich mich entschlossen, (scheiß neue Rechtschreibung – schreib ich das jetzt mit ß oder ss – nicht mal mehr bei Scheiße bin ich mir sicher…) lieber ein Filmtagebuch zu beginnen. Ist ja neues Jahr, gute Vorsätze, und so was. Ja, ein Filmtagebuch. Hmm, was schreibt man da wohl so rein? Noch eigentlicher sollte ich ja jetzt für Kunstgeschichte lernen. Und nicht auf nem blöden Blog rumschreiben. Ich glaub jetzt hab ich mich verzettelt.

Fangen wir nochmal an. Da neues Jahr ist, hab ich mal den guten Vorsatz gefasst 2009 wieder mehr über Filme zu schreiben. 2008 war da wirklich wenig los. Neben dem wenigen Film gucken auch noch weniger schreiben. War nicht so doll. Damit es dieses Jahr ganz anders wird (oder einfach mal so wie früher), hab ich mir mehrere Strategien überlegt. Eine davon ist dieses Filmtagebuch. Muss ja nicht immer ein anspruchsvoller Essay sein. Kann auch mal sinnloses vor sich hin Getippe werden. Was das jetzt alles mit Film zu tun hat? Vielleicht sollte ich nicht so viel mit mir reden, sondern auf den Punkt kommen. Eloquent sein. Wenigstens hier. Naja, wems nicht passt, der kann sch ja in den Kommentaren darüber beschweren. Schön dass es so was gibt. 🙂

Dieser Zeilenumbruch macht mir aber noch zu schaffen. Die Typographie gestaltet sich nicht wie ich möchte. Muss wohl noch mal mit dem Admin plaudern.

Wie auch immer, war im Urlaub, mal wieder in Slowenien, diesmal jedoch nicht über Weihnachten und Silvester, sondern nur über Silvester. Trotzdem einige Filme aufgetrieben. Am 3. Januar war ich mit meiner Freundin im Kaufhaus, und während sie Klamotten einkaufte, musste ich natürlich in die DVD Sektion laufen. In Slowenien gibt es leider keine spezialisierten DVD Läden. Und selbst die meisten Videotheken sind eher kümmerlich, in guter deutscher Tradition, mit dem besten der letzten 2 Jahre Filmgeschichte ausgestattet. Oder dem was sie dafür halten. Meinungen variieren schließlich. Scheiße – jetzt hab ich doch noch ein Kunstgeschichtsseminar.